Jon Rafman

6. Februar - 1. Mai 2016 | Westfälischer Kunstverein, Münster
Eingabedatum: 03.02.2016

bilder

Jon Rafman (*1981, Quebec, CA) beschäftigt sich mit den Auswirkungen digitaler Medien und neuer Technologien auf unser Bewusstsein, unsere sozialen Beziehungen und den Blick auf uns selbst. Virtuelle Welten, Popkultur-Ephemera und Werbemedien wecken bislang unentdeckte Begierden und prägen unsere gesamte Identität. In den äußerst eindringlichen und oftmals beunruhigenden Videos und Installationen liegen Humor und Melancholie nah beieinander, wenn Rafman eine ganz neuartige Form von Einsamkeit und Entfremdung als überindividuellen zeitgenössischen Gemütszustand konstatiert.

Neben Skulpturen präsentiert der Kunstverein in dieser ersten institutionellen Einzelausstellung Jon Rafmans in Deutschland vor allem seine Videoarbeiten, die in eigens für sie angefertigten installativen Situationen gezeigt werden, sowie sein neuestes Video „Sticky Drama“, eine Kooperation mit Daniel Lopatin. Inspiriert von der Ästhetik sogenannter Live-Action-Rollenspiele, reflektiert das Video die lebendige und häufig verstörende Welt kindlicher Spiele und Vorstellungswelten und vertieft zugleich Rafmans Auseinandersetzung mit Erinnerung und dem Horror vor Datenverlust.

Die ausgestellten Werke wurden von der Zabludowicz Collection, London, produziert, wo sie vom 8. Oktober-20. Dezember 2015 gezeigt wurden.

Westfälischer Kunstverein,
Rothenburg 30,
48143 Münster
westfaelischer-kunstverein.de

Presse








Daten zu Jon Rafman:

- art cologne 2015

- Art Post-Internet,UCCA 2014

- Berlin Biennale 2016

- Biennale de Lyon 2015

- Biennial of the Americas 2013

- Künstlerhaus - Halle für Kunst & Medien Graz 2015

- Kunstverein Hannover 2015

- Manifesta 11, 2016

- Speculations on Anonymous Materials , 2014

Weiteres zum Thema: Jon Rafman



Collect the WWWorld. The Artist as Archivist in the Internet Age


Ryan Trecartin, Roamie View: History Enhancement. (Re´Search Wait´S), 2009-2010. Still from HD Video, Duration 28 minutes 23 seconds. Courtesy the artist and Elizabeth Dee Gallery, New York.

Die Ausstellung Collect the WWWorld. The Artist as Archivist in the Internet Age befasst sich mit dem Einfluss, der die schier unerschöpfliche Produktion und Verbreitung von Bildern über das Internet auf die künstlerische Praxis und auf die Künstler selber hat.

Das Haus für elektronische Künste Basel präsentiert die von Domenico Quaranta kuratierte und speziell für Basel adaptierte Ausstellung Collect the WWWorld. The Artist as Archivist in the Internet Age, welche am Link Center for the Arts of the Information Age produziert und vom 24. September bis 15. Oktober 2011 im Spazio Contemporanea, Brescia (Italien), gezeigt wurde.

Im letzten Jahrzehnt hat die Produktion und Verbreitung von Bildern einen unglaublichen Anstieg verzeichnet. Einerseits nahm die Kreativität von Amateuren durch den Zugang zu günstigen Produktionswerkzeugen exponentiell zu, andererseits stellt das Internet eine ideale Distributionsplattform für Bilder dar, die früher privat blieben. Collect the WWWorld. The Artist as Archivist in the Internet Age fragt nach dem Einfluss dieser Entwicklung auf die künstlerische Praxis und den Künstler.

Die in der Ausstellung präsentierten Werke zeigen auf, wie die Internet-Generation eine künstlerische Praxis weiterführt, die von der Konzeptkunst der 1960er initiiert und in der Appropriation Art und Postproduktion weiterentwickelt wurde: eine Praxis des Erforschens, des Sammelns, Archivierens, Manipulierens und Wiederverwendens von Bildmaterial, welches aus dem gigantischen Fundus von Populärkultur und Werbung stammt. Collect the WWWorld möchte aufzeigen, wie die Kunst auf die Informationsgesellschaft reagiert.

Kuratiert von Domenico Quaranta
Ko-produziert vom Link Center for the Arts of the Information Age und dem Haus für elektronische Künste Basel

Künstler
Alterazioni Video (I), Kari Altmann (USA), Kevin Bewersdorf (USA), Luca Bolognesi (I), Adam Cruces (CH), Aleksandra Domanovic (D), Harm van den Dorpel (NL), Constant Dullaart (NL), Hans-Peter Feldmann (D), Elisa Giardina Papa (I), Travis Hallenbeck (USA), Admir Jahic & Comenius Röthlisberger (CH), Jodi (NL), Olia Lialina & Dragan Espenschied (D), Guthrie Lonergan (USA), Eva and Franco Mattes (I), Alexandra Navratil (CH), Seth Price (USA), Jon Rafman (USA), Claudia Rossini (I), Evan Roth (USA), Travess Smalley (USA), Ryan Trecartin (USA)

Die Recherchearbeit rund um die Ausstellung kann hier mitverfolgt werden
tumblr.com

The Future of Memory


Digitale Kommunikation und virtuelle Vernetzung prägen unsere Gegenwart. Soziale Interaktionen sind gebunden an elektronische Geräte wie Smartphones oder Tablets. Die Omnipräsenz digitaler Medien führt zu einer kontinuierlichen Produktion und einem regelmäßigen – auch unfreiwilligen – Konsum medialer Outputs.

Diese Konditionen bringen nachhaltige Veränderungen in Hinblick auf die Weitergabe von Wissen, Erfahrungen, Traditionen und von Erinnerung mit sich. Wie wandelt sich unsere derzeitige Kommunikationskultur? Unter welchen Einflüssen wird unsere Gegenwart historisiert? Diesen Fragen geht The Future of Memory nach. Die Erinnerung an die Vergangenheit, das Erleben der Gegenwart und die Vorstellung von der Zukunft vereinen sich für uns zu scheinbar äquivalenten Bildern. Ihre Unterschiede verschwimmen – hin zu einer unendlichen Gegenwart.

Die Überlegung, wie sich unter diesen Bedingungen ein kulturelles Gedächtnis vermitteln kann, umspannt die gesamte Ausstellung. Die ausgewählten Arbeiten greifen auf einzelne Narrative zurück und brechen mit angelernter Wahrnehmung, indem sie Realitätskonstruktionen kritisch hinterfragen oder auch untergraben.

Leon Kahane etwa benennt seine Fotoserie FRONTEX (2009) nach dem Firmennamen eines privaten Security-Unternehmens, das an den Grenzen der Europäischen Union für illegale Immigranten zuständig ist. Frontex operiert in einer Zone zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Kahanes Fotografien der Unternehmenszentrale stehen medial vermittelten Bildern von Flüchtlingsströmen entgegen und öffnen eine alternative Sichtweise auf politische Entscheidungsprozesse.

Julius von Bismarck bezeichnet seine Arbeit Unfall am Mittelpunkt Deutschlands (2013) als fiktive Geschichte. Ein Autounfall im Bundesland Thüringen wurde von Passanten gemeldet, von der Polizei behördlich aufgenommen und schließlich in einem Bekennerschreiben als künstlerische Aktion „enttarnt“. Das Kunstwerk dokumentiert eine inszenierte Begebenheit, die aufgrund unserer Rezeptionsgewohnheiten nicht als solche erkennbar war. Der Künstler lässt eine „falsche Geschichte“ schreiben und benutzt dazu angelernte Assoziationen unseres (Bild-)Gedächtnisses.

Eine von mehreren Videoarbeiten in der Ausstellung ist Aleksandra Domanovićs Turbo Sculpture (2010–2013). Die Arbeit im Stile einer Fotodokumentation stellt eine Identitätskrise in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens fest, die sich darin manifestiert, dass politische Denkmäler durch monumentale Skulpturen westlicher Popikonen ersetzt werden. Stilistisch und inhaltlich konfrontiert die Arbeit mit Absurditäten heutiger Lebensrealität, Geschichtsschreibung und Erinnerungspraktiken im Internetzeitalter.

The Future of Memory führt das Konzept des 55. October Salons Belgrad (20/9 – 2/11 2014) fort, der unter dem Titel Disappearing Things der Rolle des kollektiven wie individuellen Erinnerns im digitalen Zeitalter nachging und von Vanessa Joan Müller und Nicolaus Schafhausen kuratiert worden war.

Künstler/innen: Julius von Bismarck, Igor Bošnjak, Antoine Catala, Julian Charrière, Keren Cytter, Edith Dekyndt, Simon Denny, Dani Gal, Florian Hecker, Leon Kahane, Daniel Keller, Hanne Lippard, Katja Novitskova, Yuri Pattison, Jon Rafman, Antoine Renard, Mandla Reuter, Meggy Rustamova, Augustas Serapinas, Michael Staniak, Philipp Timischl, Amalia Ulman, Ignacio Uriarte, Dragana Žarevac, u.a.

Kunsthalle Wien
Museumsquartier
Museumsplatz 1
1070 Wien, Austria
http://kunsthallewien.at/


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:






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    DER RHEIN

    Der Rhein von seinen Quellen bis zum Rhein-Maas-Schelde-Delta weiter


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