Pierre Klossowski. Gespräche ohne Worte - Museum Ludwig, Köln (22.12.06-18.3.07)

pierre-klossowski
(Eingabedatum: 13.12.2006)
bilder

Der 1905 in Paris geborene Philosoph, Schriftsteller, Übersetzer und bildende Künstler Pierre Klossowski begann erst im Alter von 67 Jahren mit Farbstiften zu zeichnen. Hierbei eignet sich Klossowski die Bilder und Mythen aus der Geschichte der Malerei an. Diese versetzt er in eine moderne, von Alltagsgegenständen besetzte Umgebung und damit in die eigene Welt und Zeit.

Trotz der erotisch aufgeladenen Darstellungen wird der Betrachter nicht zum Voyeur, wie es z. B. vor den großen Holzskulpturen von Jeff Koons der Fall ist, die ihn beim Sex mit Cicciolina zeigen - diese sind übrigens zur gleichen Zeit entstanden wie die Skulpturen Klossowskis. Ganz im Gegenteil: Der Betrachter wird in das Werk hineingezogen, bis er, mit den eigenen Worten Klossowskis, "sich innerhalb eines Bereichs seines Selbst im Bilde erkennt".

Auch wenn Klossowski mit den lebensgroßen Figuren in seinen Zeichnungen den Betrachter gleichsam verführt, verleiht er diesen Figuren durch den zarten Bleistiftauftrag eine solch diaphane Erscheinung, dass sie sich fast aufzulösen und ihre Gegenwärtigkeit zu verlieren scheinen. Daher zeigt sich die dem Werk innewohnende Erotik nicht in der Darstellung des Körpers, sondern vielmehr in den versteckten Blicken und den zweideutigen Gesten, d.h. in der zwischen den Figuren zu spürenden knisternden Spannung.

Seine großformatigen Zeichnungen stellte Klossowski, ermutigt durch Freunde wie Alberto Giacometti und André Masson zum ersten Mal 1955 in Paris im Atelier seines Bruders Balthus aus. Die erste öffentliche Ausstellung seiner Zeichnungen fand 1967 in Paris statt; es folgten weitere weltweit, u.a. Retrospektiven in Bern (1981), Nizza (1982), Marseille und Madrid (1991), sowie Wien (1995) und Ausstellungsbeteiligungen an der documenta VII, Kassel, 1982, und Bilderstreit, Museum Ludwig/Kölner Messe, 1989.

Die Ausstellung im Museum Ludwig, die in der Whitechapel Art Gallery, London ihren Ursprung nahm und weiter zum Centre Georges Pompidou, Paris wandern wird, beinhaltet rund vierzig, meist großformatige Zeichnungen und drei Skulpturen.

Im Sommer 2007 (18.8.-4.11.) zeigt das Museum Ludwig die erste Balthus-Ausstellung in Deutschland. Hierdurch entsteht innerhalb eines kurzen Zeitraums ein noch nie dagewesener Überblick über das außergewöhnliche, selten gezeigte Werk des beispiellosen Bruderpaars Klossowski - Balthus.

Abbildung: Pierre Klossowski: Diane et Actéon, 1954. © VG Bild-Kunst, Bonn 2006

Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr, jeden 1. Fr im Monat 10-22 Uhr

Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1
50667 Köln
Tel:+49-221-221-26165
Fax:+49-221-221-24114

museum-ludwig.de


Medien zum Thema: Pierre Klossowski







Daten zu Pierre Klossowski:


- documenta 7, 1982

Weiteres zum Thema: Pierre Klossowski



50 Jahre / Years documenta 1955-2005 - Kunsthalle Fridericianum Kassel (1.9.-20.11.05)


" Die Geschichte der documenta von ihren Anfängen als Begleitausstellung zur Bundesgartenschau (1955) bis hin zur documenta 11 (2002) ist voller Widersprüche und Brüche, in der sich unterschiedliche künstlerische und kuratorische Leidenschaften, Philosophien und Theorien ebenso spiegeln wie politische und gesellschaftliche Zeitströmungen. 50 Jahre documenta sind 50 Jahre Kunst- und Zeitgeschichte, die nicht linear zu fassen sind.

Die Ausstellung 50 Jahre / Years documenta 1955 - 2005 konzentriert sich auf die Brüchigkeit dieser Geschichte, betrachtet aus heutiger Perspektive. Indem das Archivmaterial und die Kunst im Wesentlichen unkommentiert bleiben, eröffnen sich Besucherinnen und Besuchern vielseitige Möglichkeiten subjektiver Vergleiche, Erinnerungen und atmosphärischer Einblicke.

Um möglichst viele Sichtweisen zu präsentieren, ist die Ausstellung in fünf Kapitel untergliedert: ein archivarisches, ein kunsthistorisches, ein ortspezifisches, ein filmisches und ein wissenschaftliches. Diese einzelnen Kapitel durchkreuzen und ergänzen sich gegenseitig.

archive in motion
Um dem singulären Charakter einer jeden documenta gerecht zu werden, wird das vielfältige dokumentarische Material in elf separaten Kammern präsentiert. Diese Form der Darstellung ermöglicht einen direkten Zugang zu den Archivalien und macht sie lesbar. Begleitet wird diese Zusammenstellung von Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in Auseinandersetzung mit jeweils einer documenta auf das Archiv reagieren. Ihre Arbeiten schlagen eine erweiterte Sicht der Dinge vor und demonstrieren - neben dem dokumentarischen – einen kreativen Umgang mit dem Archiv.

Künstlerinnen und Künstler
William Engelen | Friederike Feldmann | Sabine Groß | Katrin von Maltzahn | Katharina Meldner | Jonathan Monk | Alexander Roob | Tilo Schulz | Andreas Seltzer / Heike Vogler | Heidi Specker | Kai Vöckler

Diskrete Energien
Dieser Teil der Ausstellung bringt bekannte und weniger bekannte Arbeiten der vergangenen elf documenta-Ausstellungen zurück nach Kassel. Ziel ist es allerdings nicht, den mittlerweile etablierten Kanon der Moderne nach 1945 zu rekapitulieren. Die ausgewählten Werke verhalten sich gegenläufig zur Kunstgeschichtsschreibung, weil sie sich dem Museum entziehen, zu poetisch oder anarchisch sind. Es sind Werke, die einerseits auf Kontemplation, andererseits auf einen unbedingten Realismus setzen; die aus minimalen Gesten, akribischer Mimesis oder atmosphärischer Setzung bestehen. Sie sind diskret, weil sie sich nicht aufdrängen.

documenta-Arbeiten von:
Eija-Liisa Ahtila | Giovanni Anselmo | Ida Applebroog | Art & Language | Jo Baer | Thomas Bayrle | Samuel Beckett | Joseph Beuys | Zarina Bhimji | Guillaume Bijl | Julius Bissier | Bernhard Blume | Christian Boltanski | George Brecht | Marcel Broodthaers | John Cage | Luis Camnitzer | Robert Capa | Lawrence Carroll | Christo | Lygia Clark | William Copley | Marcel Duchamp | Ed Emshwiller | Walker Evans | Jean Fautrier | Robert Filliou | Fischli & Weiss | Lucio Fontana | Terry Fox | Malcolm Goldstein | Rodney Graham | Johan Grimonprez | Ulrike Grossarth | Hans Haacke | Richard Hamilton | Peter Handke | Karl Hartung | Werner Heldt | Pierre Henry | Ernst Hermanns | David Hockney | Mauricio Kagel | R.B. Kitaj | Pierre Klossowski | Alison Knowls | Ferdinand Kriwet | Wilhelm Lehmbruck | George Maciunas | Piero Manzoni | Agnes Martin | Gordon Matta-Clark | Henri Michaux | Paula Modersohn-Becker | Malcolm Morley | Bruce Nauman | Claes Oldenburg | Nam June Paik | Pier Paolo Pasolini | Markus Raetz | Gerhard Richter | Dieter Roth | Ed Ruscha | Reiner Ruthenbeck | Rob Scholte | Jan Schoonhoven | Seth Siegelaub | Robert Smithson | Nancy Spero | Mark Tansey | Paul Thek | André Thomkins | Mark Tobey | Heinz Trökes | Hans Uhlmann | Ed van der Elsken | Maria Helena Vieira da Silva | Weegee | William Wegman | Fritz Winter | Krzysztof Wodiczko | Adolf Wölfli | Wols

Vor Ort
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums weist die Ausstellung ausdrücklich auf die einmaligen documenta-Arbeiten im Stadtraum von Kassel hin. Eine Broschüre mit Stadtplan (Preis: 2 Euro) stellt alle gesicherten Kunstwerke im öffentlichen Raum in ihrem historischen und städtischen Kontext vor und ruft sie wieder in das allgemeine Bewusstsein.

Kino
Bisher war nur in Ansätzen bekannt, dass Arnold Bode zur ersten documenta (1955) auch ein Filmprogramm organisierte, das seiner Intention einer Neubewertung der Künste nach dem Faschismus entsprach. Er zeigte dort neben den ehemals „entarteten“ Klassikern der Filmkunst auch Kurzfilme über Künstler und Schriftsteller, amerikanische und französische Zeichentrickfilme sowie Experimentalfilme. Dieses Programm wird anlässlich der Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut Frankfurt/Main, dem Institut für Medienforschung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, dem Filmladen Kassel e. V. und den BALi Kinos im KulturBahnhof rekonstruiert und wissenschaftlich bearbeitet. Es wird während der Ausstellungsdauer in Kassel gezeigt. Das ausführliche Filmprogramm können Sie sich hier als pdf-Dokument ansehen.

Filme: Berlin– Sinfonie einer Großstadt von Walter Ruttmann, M- eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang, Un Chien Andalou von Luis Buñuel, Von Renoir bis Picasso von Paul Haesaerts, Willi Baumeister malt und Neue Kunst – neues Sehen von Ottmar Domnick sowie Jazz in Farben, Hen Hop und Blinkity Blank von Norman McLaren u. a.

Aufführung des Films La Passion de Jeanne d'Arc (1928) von Carl Theodor Dreyer am 30. September 2005 im Staatstheater Kassel mit Orchesterbegleitung.

Tagung
Die Tagung documenta zwischen Inszenierung und Kritik soll nicht nur den Stand der documenta-Forschung zusammenfassen, sondern neue Perspektiven, Fragestellungen und Reflexionen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunstausstellung entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die drei Bereiche Inszenierung, Internationalität und Kritikgeschichte der documenta. Die Tagung wendet sich nicht ausschließlich an das Fachpublikum, sondern möchte auch einen weiten Kreis von Interessierten ansprechen. Alle Vorträge werden 2006 in einem Tagungsband veröffentlicht.

documenta zwischen Inszenierung und Kritik
27. Oktober – 30. Oktober 2005
Evangelische Akademie Hofgeismar

Mit Beiträgen von Roger M. Buergel, Harald Kimpel, Geert Lovink, Sarat Maharadj, Roland Nachtigäller, Ursula Panhans-Bühler, Rudolf Schmitz, Noemi Smolek u. a.

Publikation
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Steidl Verlag eine zweibändige Publikation mit Beiträgen von Elke Bippus, Roger M. Buergel, Dieter Daniels, Martin Engler, Michael Glasmeier, Philipp Gutbrod, Barbara Heinrich, Stefanie Herbst, Justin Hoffmann, Lutz Jahre, Harald Kimpel, Heike Klippel, Christoph Lange, Wolfgang Lenk, Annelie Lütgens, Gabriele Mackert, Roland Nachtigäller, Agnes Prus, Friedhelm Scharf, Gisela Schirmer, Bettina Steinbrügge, Karin Stengel, Annette Tietenberg, Ulrich Wegenast." (Presse / Kunsthalle Fridericianum Kassel)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch und Freitag 11 bis 20 Uhr, Montag geschlossen

Kunsthalle Fridericianum
Friedrichsplatz 18
D-34117 Kassel


Pierre Coulibeuf 'somewhere in between' - Deichtorhallen, Hamburg (3.2.-5.3.2006)


Der französische Filmemacher und Fotograf Pierre Coulibeuf wurde in Fachkreisen durch seine Gemeinschaftsarbeiten mit bildenden Künstlern, Fotografen, Philosophen, Schriftstellern und Choreographen bekannt. Parallel zur Chaplin-Ausstellung (chaplin in pictures / 3.2.-28.5.06) zeigt das Haus der Photographie in den Deichtorhallen sein Werk erstmals in Deutschland als Beginn einer Wanderausstellung durch weitere Städte. Das Abaton-Kino, Hamburg, begleitet die Ausstellung vom 3. Februar bis 12. März 2006 durch eine Pierre-Coulibeuf-Filmreihe.

In den Deichtorhallen ist die Coulibeuf-Ausstellung als Hommage an Charles Chaplin und den Stummfilm angelegt. Dazu werden von Coulibeuf die Filme, dazugehörige Fotos und Installationen zu "Somewhere in between" (2004, Zusammenarbeit mit der Choreographin Meg Stuart) und "Le démon du passage" (1995, Zusammenarbeit mit dem Fotografen Jean-Luc Moulène und Studenten von Jean-Marc Bustamante) gezeigt.

Das Werk von Pierre Coulibeuf (geb. 1949 in Elbeuf, Frankreich) bewegt sich zwischen den Genres. In seinen Kooperationen mit Künstlern aus anderen Sparten wie Pierre Klossowski, Michelangelo Pistoletto, Marina Abramovic, Michel Butor, Jean-Marc Bustamante, Jan Fabre oder Meg Stuart entstehen Filme, Projektionen, Fotografien und Buchprojekte, die sich zwischen Fiktion, experimentellem Film und Dokumentation bewegen.

Coulibeuf ist einer der seltenen Bildkünstler, der jede seiner Arbeiten rund um das Werk eines anderen Künstlers konstruiert. Wenn er sich engstens und bis ins Detail mit der persönlichen Welt eines anderen Künstlers oder einer Künstlerin einlässt, geht es Pierre Coulibeuf darum, möglichst nahe an das Denken des anderen heranzukommen, an dieses Denken in bestimmter Weise anzudocken und dieses Denken in seine eigene Bildsprache herüberzuziehen, so Robert Fleck. Jede Arbeit ist ein "pas de deux" zweier Bildkünstler, ähnlich einem Buch, das von zwei sehr unterschiedlichen Autoren gemeinsam geschrieben wird, bis die individuelle Autorenschaft nicht mehr kenntlich ist.

Coulibeuf vertraut der Macht der Bilder. Markant für seine Filme ist seine sehr bildhafte Sprache, die fast ohne Dialoge auskommt und sich durch Bewegung, Mimik und Gestik ausdrückt, wie wir es aus Stummfilmen kennen.

In Kooperation mit der französischen Botschaft, Berlin (Bureau du Cinéma und Bureau des Arts Plastiques - AFAA), dem Institut francais de Hambourg und dem Abaton-Kino, Hamburg. (Presse Deichtorhallen)

Abbildung: Bild aus dem Film Somewhere in between, 2004 von Pierre Coulibeuf Courtesy Regards Productions, Paris Zusammenarbeit mit der Choreographin Meg Stuart

Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 11:00-18:00 Uhr

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstr. 1-2
D-20095 Hamburg
Tel. +49 (0) 40-32103-250
deichtorhallen.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:


    Anzeige
    Magdeburg


    Anzeige
    Burg Halle

    xxxVideo: Roy Ascott - Prix Ars Electronica "Visionary Pioneer of Media Art"

    BurgstopVideo: Die BURG verbindet – Jahresausstellung 2014

    Otto PieneVideo: Otto Piene. More Sky - Neue Nationalgalerie

    Anzeige

    ultrafragola

    Anzeige

    berlin


    NAIRY BAGHRAMIAN mit LUKAS DUWENHÖGGER, DANH VO und LUTZ BACHER



    Systeme & Subjekte


    ART.FAIR 2014



    Imi Knoebel. Werke 1966 - 2014



    Die Kunst des Herrn Nestler



    Victor Man - Zephir


    Open Call: Nonhuman subjectivities


    Laura Lesser - The Savage Hits Back


    art@science



    Die Akademie der Dinge - Mark Dion


    ANTONIA LOW - Der verlorene Raum


    Braunschweig PROJECTS


    Ken Okiishi Screen Presence


    Gewinner des Blooom Award by Warsteiner


    „Widerständige Bilder in Zeiten digitaler Überbelichtung“