Anne-Mie van Kerckhoven - Kunsthalle Bern (29.01.-26.03.05)


Eingabedatum: 06.01.2005

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Die belgische Multimedia Künstlerin Anne-Mie van Kerckhoven (geb.1951) zeigt unter dem Titel "Europäisches Zentrum für futuristische Kunst" in ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz Zeichnungen, Fotografien und Installationen.

". . . Sie hat seit den späten 1970er-Jahren ein komplexes Multimediawerk entwickelt, das die Betrachtenden durch Installationen voller Bilder, Wörter und befremdlicher Klänge reisst, in denen Material aus den verschiedensten Themenkreisen zusammen geführt wird. Jede Ausstellung funktioniert als “überlebender Mechanismus” und präsentiert entweder neue Werke oder stellt ältere in einen neuen Zusammenhang. Dabei ist die Logik eher expansiv als limitierend. “Vielschichtigkeit” ist demnach positiv und als Interpretationsfeld zur Kompensation entropischer Bedeutungsstrebungen gedacht, die latent zur Selbstorganisation auffordern. Wie Anne-Mie van Kerckhoven einige ihrer Arbeiten in einer flexiblen Struktur “installiert”, ist Ausdruck ihrer unablässigen Auseinandersetzung mit Systemen unsichtbarer Formen der Selbstorganisation, als da sind das menschliche Hirn, ein Computervirus, ein lebender Organismus, eine Ameisenkolonie oder eine Internet-Datenbank.
In der Ausstellung in der Kunsthalle Bern zeigt Anne-Mie van Kerckhoven Zeichnungen und Lichtkörper sowie eine Serie von HeadNurse Installationen, bestehend aus einer hölzernen Unterlage, an welcher mindestens drei perforierte Metallbleche angebracht sind. Daran befestigt die Künstlerin mittels Magnetbeschichtung Bilder und Computerausdrucke.
Zudem präsentiert die Künstlerin zwei von der Kunsthalle speziell für diesen Anlass beauftragte Werke, nämlich The Populace (2005), eine Installation in der Eingangshalle mit fotografischen Auszügen aus einem kürzlich entstandenen Animationsfilm, in dem das Wachstum von Pilzen in den Vordergrund tritt, sowie eine Diashow im Treppenhaus: Against Meaning (2005) zeigt schwarz-weisse Schmuddel- oder “sleaze”-Bilder.
Daneben umfasst diese Ausstellung auch einige von Anne-Mie van Kerckhovens grösseren neueren Arbeiten: Deeper (2004) ist eine kreisende Filmprojektion, welche den Bewegungen eines Tänzers folgt und angesichts der bernischen Totentanztradition eine ganz besondere Bedeutung erlangt. Rorty, The HeadRoom (2004) ist eine ambitiöse Installation in einem halbdunklen Raum: Zwei Projektoren zeigen ein mehrschichtiges Bild. Der Besuchende geht durch ein Sensorennetzwerk und aktiviert dabei eine Reihe von Hyperlinks: Animationen, Texte und eine Anzahl “philosophischer” Räume, in denen sich Freundinnen und Freunde der Künstlerin aufhalten, die die Rolle der “Philosophen” spielen. Hier wird die neurologische Struktur des Gehirns imitiert, indem sich die Komplexität der Installation durch jede neue Besucherinteraktion steigert, welche die Reaktion, Logik und Interaktivität des KopfRaumes inspiriert.
Anne-Mie van Kerckhoven fasziniert die radikale und immer intensivere Verbindung zwischen Mensch und Technologie. Ihr Werk reflektiert unsere Suche nach der Bedeutung der neu entstehenden virtuellen Archetypen. Gleichzeitig integriert es die Zweifel und Ängste, ob wir Menschen mit dieser Übergangssituation umgehen können, wo Maschinen eingesetzt werden, um der Moderne eine neue Chance zu geben. Anne-Mie van Kerckhoven steht aus Notwendigkeit für den Futurismus ein, denn sie hat festgestellt, dass wir uns selber verändern, um in einer von uns drastisch veränderten Umwelt existieren zu können...." (Presse /KH Bern)

Foto: Copyright: Anne-Mie van Kerckhoven/Kunsthalle Bern

Ausstellungsdauer: 29. Januar bis 26. März 2005

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr | Dienstag 10-19 Uhr | Montag geschlossen

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Daten zu Anne-Mie van Kerckhoven:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- daad Stipendiat

- Manifesta 7

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Zeno X Gallery

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Anne-Mie Van Kerckhoven - Kunsthalle Nürnberg (12.3.-24.5.09)


In der Nürnberger Ausstellung "Nothing More Natural" sind rund 120 Arbeiten der belgischen Künstlerin Anne-Mie Van Kerckhoven (geb.1951 / ANtwerpen) aus den letzten 30 Jahren zu sehen. Die Filme, computerbasierten Animationen, Zeichnungen, Musik und Texte, die die Künstlerin häufig in multimedialen Installationen präsentiert, geben einen umfassenden Einblick in die Vielfältigkeit ihres Werkschaffens.

Anne-Mie Van Kerckhoven, die als eine Pionierin der cyber-feministischen Bewegung gilt, verknüpft philosophische Konzepte mit wissenschaftlichen und technologischen Terminologien, alchemistische Prozesse mit Gedanken über die künstlerische Avantgarde, kunsthistorische Bezugnahmen mit ihren authentischen Erfahrungen als Frau und Künstlerin. Sie hinterfragt in ihren Arbeiten die gesellschaftlich akzeptierten, kulturellen Konventionen in Bezug auf Macht, Politik und Sexualität.
Vor allem die filmischen Arbeiten dokumentieren Anne-Mie Van Kerckhovens interdisziplinäre Arbeitsweise. Die Kunsthalle Nürnberg präsentiert eine Auswahl dieser Filme: von frühen Arbeiten aus den 1980er Jahren bis zu aktuell entstandenen Filmen; von Realfilmen, die mit dokumentarischem und autobiografischem Material arbeiten, hin zu Animations- und computerbasierten Filmen.
Neben den filmischen und installativen Arbeiten zeigt die Kunsthalle Nürnberg einen repräsentativen Querschnitt der Zeichnungen von Anne-Mie Van Kerckhoven. Zu den zentralen Themen ihrer Blätter gehören der weibliche Körper, Raum und Interieur, die conditio der Gesellschaft, die menschliche Psyche, der Intellekt und die Metamorphose. Über vielen Zeichnungen liegt eine explizit erotische Spannung: Frauen in sexuellen Posen und Maskeraden verweisen auf Bildvorlagen, die AMVK aus pornografischen Magazinen entnimmt. Andere Arbeiten erinnern an den belgischen Surrealismus oder an Werke von Egon Schiele. Alle Zeichnungen sind stark autobiografisch, auf diesem Weg erzeugt das zeichnerische Werk von AMVK den Eindruck eines visuellen Tagebuches. Ihre phantasievollen Blätter stellen eine Topografie des Bewusstseins dar, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Reflexion ineinander greifen.

Abbildung: Interior Decoration and The Supernatural/The Wrong Use of Acquisitions, 2005, Mischtechnik auf Papier, 35 x 25 cm, © Anne-Mie Van Kerckhoven

Öffnungszeiten: Di, Do - So 10 - 18 Uhr; Mi 10 - 20 Uhr, Mo geschlossen

Kunsthalle Nürnberg
im KunstKulturQuartier
Lorenzer Straße 32, 90402 Nürnberg, Germany
Phone 0049-(0)911-231 28 53

nuernberg.de

Animism - Kunsthalle Bern


Die Ausstellung vereint historische und zeitgenössische Werke, die um das Thema "Animismus" kreisen. Der Begriff - ursprünglich als Bezeichnung für Glaubenspraktiken, die Objekten ein Eigenleben zuschreiben - soll dabei in einem dekolonialisierten Sinne neu beleuchtet werden.

Im Kontext des Kolonialismus wurde "Animismus" als Begriff geprägt, der Glaubenspraktiken beschreibt in denen "unbelebten" Objekten ein Eigenleben zugeschrieben wird. Zusammen mit Konzepten wie Totemismus und Fetischismus entwickelte sich der Animismus insbesondere im 19. Jahrhundert zu einer Kategorie der Beschreibung des Irrationalen, Abergläubischen und Primitiven.

Das Ausstellungsprojekt bemüht sich nun um ein revidiertes, dekolonialisiertes Verständnis von Animismus, in dem vielmehr die Frage gestellt werden soll: Was könnte es bedeuten, wenn Menschen, nicht-Menschen und Objekte gleichermaßen als Akteure aufgefasst werden, die lediglich der gegenseitigen Vermittlung bedürfen? Ein solcher Ansatz, so die Ausstellungsmacher, "kann uns verstehen helfen, wie Bilder und Rahmenerzählungen einerseits an der Fixierung, Objektivierung und Konservierung des Lebens partizipieren und andererseits den Dingen eine Stimme verleihen, sie subjektivieren und beleben, und wie beide in der modernen Bildlichkeit eine spezifische Dialektik entwickeln."

Werke von folgenden KünstlerInnen werden in diesem Kontext zu sehen sein:
Agentur, Art & Language, Adam Avikainen, Marcel Broodthaers, Walt Disney, Jimmie Durham, Armen Eloyan, Leon Ferrari, Simryn Gill, Walon Green, Lutz & Guggisberg, Brion Gysin, Luis Jacob, Ken Jacobs, Joachim Koester, Len Lye, Mark Manders, Santu Mofokeng, Angela Melitopoulos & Maurizio Lazzarato, Otobong Nkanga, Reto Pulfer, Józef Robakowski & Wiesław Michalak, Paul Sharits, Jan Svankmajer, Yutaka Sone, Rosemarie Trockel, David Gheron Tretiakoff, Anne-Mie Van Kerckhoven

Abbildung: Walon Green, The Secret Life of Plants, 1979, Dokumentarfilm

Ausstellungsdauer: 15.5.-18.7.10

Öffnungszeiten:
Di-Fr 11-18 Uhr
Sa,So 10-18 Uhr

Kunsthalle Bern
Helvetiaplatz 1
CH-3005 Bern

kunsthalle-bern.ch


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