Rémy Zaugg. Die Frage der Wahrnehmung

bis 6. März 2016 | Museum für Gegenwartskunst Siegen
Eingabedatum: 27.02.2016

bilder

Das Werk von Rémy Zaugg (1943-2005) ist seit dem Tod des Künstlers vor zehn Jahren hierzulande ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei gilt Zaugg zurecht als einer des wichtigsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk beeindruckt durch seine Interdisziplinarität und theoretische Fundierung der künstlerischen Praxis, wobei die Malerei immer Dreh- und Angelpunkt ist.


Rémy Zaugg, About Death II 3, 1998–2002/2005 Aluminium, gespritzter Acryllack, Text in Siebdruck, Klarlack 6 Bilder, nur eines ist abgebildet, je 126,0 x 77,0 x 3,3 cm, gesamt 126,0 x 577,4 x 3,3 cm Magasin III. Museum & Foundation for Contemporary Art, Stockholm, (c) Galerie Mai 36, Zürich

Mit einer großen Retrospektive, einem Symposium und der Veröffentlichung eines Ausstellungskataloges sowie der Gesammelten Schriften würdigen nun das Museum für Gegenwartskunst Siegen (Kuratorin: Museumsdirektorin Eva Schmidt) und die Reina Sofia in Madrid (Ausstellung: 7. April - 28. August 2016. Kuratiert von Javier Hontoria) das Schaffen Rémy Zauggs.


DIES / ICH / BIN, 1990–1997 Privatsammlung, Zürich, (c) Galerie Mai 36, Zürich. Photo Peter Baracchi

Zauggs künstlerische Position ist deshalb einzigartig, weil er zuallererst die existenzielle Frage nach der Wahrnehmung stellte. Ohne die Wahrnehmung des Künstlers und des Betrachters und deren Auseinandersetzung mit dem, was sie (immer wieder anders) wahrnehmen, gibt es kein künstlerisches Werk. Das Werk ist prozessual und phänomenal, es lässt sich nicht auf das Objekt reduzieren. Die Malerei (seit den 1960er Jahren) war für Rémy Zaugg Grundlagenforschung für weitere – ´angewandte` - Projekte im Bereich der Architektur, in der Urbanistik oder in der Konzeption von Ausstellungen.

Entsprechend zeigt die Ausstellung in erster Linie Bilder – Malerei und Siebdruck – aber auch das monumentale Zeichnungswerk „Die perzeptiven Skizzen eines Bildes“ – sowie zwei Videoarbeiten und zwei städtebauliche Projekte; letztere entstanden in Zusammenarbeit mit den bekannten Schweizer Architekten Herzog & de Meuron.


Rémy Zaugg, Über die Blindheit, 1994–97 Aluminium, gespritzter Acryllack, Text in Siebdruck, Klarlack 8 Bilder, je 180,9 x 160,8 x 3,5 cm Sammlung Neues Museum, Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg, (c) Galerie Mai 36, Zürich. Photo: A. Kradisch

Der Ausstellungskatalog erweitert die Perspektive vor allem mit Auszügen aus den umfassenden Texten des Künstlers. Der Katalog erscheint in einer deutschen, englischen und spanischen Ausgabe, mit Texten von Javier Hontoria, Ignasio Aballí, Mathilde de Croix, Eva Schmidt, Verlag Snoeck, Köln. Preis 29,80 Euro / 25 Euro für Mitglieder des Freundeskreises.

Gesammelte Schriften 9 Bände, jeweils in einer französischen und deutschen Ausgabe im Verlag Les presses du réel, Dijon. Erscheinungstermin voraussichtlich Februar 2016.

Das Symposium (5. und 6. Februar, in Zusammenarbeit mit der Goethe Universiät Frankfurt a. Main) verortet die malerische Position von Rémy Zaugg in aktuellen Bilddiskursen.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich 11–18 Uhr
Donnerstag 11–20 Uhr
Montag geschlossen
Feiertage11–18 Uhr

PREISE
Erwachsene 5.90 €
Ermäßigt 4.60 €

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
t 0271 405 77 10
f 0271 405 77 32
info@mgk-siegen.de
mgk-siegen.de


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Daten zu Rémy Zaugg:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- documenta 7, 1982
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Skulptur Projekte Münster 1987
- TALKING PIECES, Museum Morsbroich

Weiteres zum Thema: Rémy Zaugg



Museum Morsbroich: TALKING PIECES - Text und Bild in der Zeitgenössischen Kunst (-20.04.03)


Vom 26. 01. bis 20. 04.03 werden Arbeiten von über 40 Künstlern, darunter Joseph Beuys Sophie Calle, Jenny Holzer, Martin Kippenberger, gezeigt, in deren Werk unterschiedliche künstlerische Positionen zum Thema Sprache-Bild-Relation zum Ausdruck kommen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Kunst aus der 2.Hälfte des letzten Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart.

Presseerklärung / Auszug: "... Das Museum Morsbroich zeigt jetzt eine Ausstellung, die sich diesem zentralen Thema Text und Bild in der neuen Kunst widmet. In der Kunst des 20. Jahrhunderts - insbesondere seit der Concept Art - gibt es zahlreiche künstlerische Positionen, in welchen Text zum künstlerischen Medium wird. Als poetische Kraft tritt Text zur visuellen Information der Bilder hinzu. Zeichen, Wörter und Sätze werden zum Auslöser der Imagination und durchdringen sich mit der Aussagekraft der Bilder. Manchmal aber ersetzen Zeichen, Wörter und Sätze das klassische Bild, wie etwa bei Jenny Holzer. Und junge Künstler wie Daniel Pflumm agieren mit Leerstellen dort, wo Schrift zu vermuten wäre.

Die Ausstellung im Museum Morsbroich geht den unterschiedlichen Spielarten der Kombination von Text und Bild in der zeitgenössischen Kunst nach und stellt sie in einer großen Spannbreite aktueller künstlerischer Positionen dar. Die Ausstellung stellt in einem kurz gefassten historischen Vorlauf, ausgehend von den strengen Setzungen der Concept-Art (z. B. Lawrence Weiner, On Kawara, Ed Ruscha, Remy Zaugg) über den poetisch-lyrischen Umgang mit Text (z. B. Cy Twombly) zum ironisch-witzigen Spiel mit Worten (z. B. Sigmar Polke, Richard Prince) wichtige Grundpositionen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Von da aus richtet sie den Focus auf die aktuelle Kunst: Künstler wie Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Michel Majerus, Daniel Pflumm, Keith Tyson, Charles Sandison oder Ken Lum beschreiten mit ihren Werken neue Wege, die das Thema Text und Bild zu anderen Ergebnisse und "Sensationen" führen.

Wo der Autor malt und der Maler schreibt, haben Wort, Text und Bild eine hohe gegenseitige Durchdringung. Das Bild wird zum Logo. Umgekehrt wird der Text zum Bild, das konkretere Vorstellungen eröffnet als das Gemalte.

Künstlerliste: Beuys, Jean-Michel Basquiat, Alighiero e Boetti, Robert Barry, Daniele Buetti, Matthew Brannon, Sophie Calle, Hanne Darboven, Michael Elmgreen/ Ingar Dragset,
Sylvie Fleury, Jochen Flinzer, Gajin Fujita, Jenny Holzer, Roni Horn, On Kawara, Johanna Kandl, Astrid Klein, Martin Kippenberger , Joseph Kosuth, Barbara Kruger, Elke Krystufek, Ken Lum, Michel Majerus, Gerhard Merz, Bruce Nauman, Manuel Ocampo, Daniel Pflumm,
Jack Pierson, Raymond Pettibon, Sigmar Polke, Richard Prince, Fiona Rae, Ed Ruscha, Charles Sandison, Pietro Sanguineti, Keith Tyson, Mark Titchner, Ben Vautier, Lawrence Weiner, Christopher Wool, Cy Twombly, Remy Zaugg"


Museum Morsbroich Leverkusen
Gustav-Heinemann-Strasse 80 / 51377 Leverkusen / Tel.: 02 14/8 55 56-0

Öffnungszeiten: Dienstag 11 bis 21 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr

museum-morsbroich.de


Ambiance - Auf beiden Seiten des Rheins, K21 Düsseldorf (15.10.05-12.2.06)


Unter dem Titel "Auf beiden Seiten des Rheins" präsentieren K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und das Museum Ludwig, Köln, ein gemeinsames Projekt, das aus zwei parallelen Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst sowie einem Rahmenprogramm besteht. Zusammengestellt werden beide Ausstellungen aus den Sammlungen der Fonds regionaux d’art contemporain Frankreichs (FRAC), die im letzten Jahr ihr zwanzigstes Jubiläum gefeiert haben. Die Gruppenausstellungen mit den Titeln "Ambiance" (K21) und "Mouvement" (Museum Ludwig) zeigen internationale Kunst seit den sechziger Jahren mit einem Schwerpunkt auf der Gegenwart.

Ambiance, zusammengestellt aus verschiedenen Sammlungen der Fonds regionaux d’art contemporain in Frankreich, ist eine Ausstellung über Räume, Stimmungen und Wahrnehmungsweisen. Zu sehen sind sehr unterschiedliche Arbeiten von etwa 25 internationalen Künstlern der Gegenwart.

Viele der gezeigten Werke sind Rauminstallationen, die mit Licht, Ton, Text, Film oder auch Gegenständen arbeiten. Daneben jedoch gibt es ebenso Bilder und Objekte, die weniger in tatsächlicher als in suggestiver Weise den Betrachter in eine andere Umgebung (ein anderes ”Ambiente”) versetzen. Die meisten Arbeiten stammen aus den letzten 15 Jahren, und eine Verbindung zu parallelen musikalischen Tendenzen wie der Ambient Music ist offensichtlich.

Zu sehen sind Arbeiten von u.a. folgenden Künstlern:
Absalon, Bernhard und Anna Blume, Céleste Boursier-Mougenot, Angela Bulloch, Martin Creed, Jeroen de Rijke, Willem de Rooij, Philip-Lorca diCorcia, Dan Flavin., Liam Gillick, Ann Veronica Janssens, Dominique Gonzalez-Foerster, Douglas Gordon, Pierre Huyghe, Peter Kogler, Franz West, Hiroschi Sugimoto, Claude Lévêque, Sarah Morris, Ugo Rondinone, Anri Sala, Rémy Zaugg,Heimo Zobernig.

Mit freundlicher Unterstützung der AFAA, der Kulturabteilung der
Französischen Botschaft in Deutschland und der Délégation aux arts
plastiques des ministère de la Culture et de la Communication.
In Kooperation mit der Association Nationale des Directeurs de FRAC.

Ein Bustransfer von Düsseldorf nach Köln steht bereit.

K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im Ständehaus | Ständehausstraße 1 | 40217 Düsseldorf | Tel. 0049.(0)211.8381-630 | Fax 0049.(0)211.8381-601
kunstsammlung.de



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