Susan Philipsz - Night and Fog

Eine Ausstellung an zwei Orten in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems

30. 01. - 03. 04. 2016 | Kunsthaus Bregenz + Jüdisches Museum Hohenems
Eingabedatum: 23.01.2016

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Die Schottin Susan Philipsz gehört zu den herausragenden Künstler/innen der Gegenwart. Ihr Werk setzt sich auf der Grundlage eines melancholischen Daseinsgefühls mit der menschlichen Stimme auseinander. In ihren akustischen Werken arbeitet sie meist ortsspezifisch.

Bekannt wurde Philipsz 1999 mit a cappella gesungenen Liedern, für das Glasgow International Festival 2010 entwickelte sie nach einer Ballade aus dem 16. Jahrhundert das Werk Lowlands. Das Liebeslied — in drei Versionen gesungen, um unter drei Brücken in Glasgow übertragen zu werden — wurde später an der Tate Britain in London zur Aufführung gebracht.

2010 erhielt sie dafür den renommierten Turner Prize.
Themen der Erinnerung, des Traumas und der Trauer finden in jüngster Zeit verstärkt Beachtung, so auch in einer Arbeit von 2010 für das Solomon R. Guggenheim Museum in New York und 2012 für die dOCUMENTA (13) am Bahnhofsgelände in Kassel. In der neuen Werkserie War Damaged Musical Instruments (2015) arbeitet sie mit Instrumenten, die im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden. Für ihr aktuelles Projekt für das Kunsthaus Bregenz bildet Peter Zumthors Architektur, konzipiert als Leuchtkörper zwischen Berg und See im Wechselspiel unterschiedlicher Lichtverhältnisse und in dem für die Stadt charakteristischen Nebel, den Ausgangspunkt. Nebel als Metapher war titelgebend für den französischen Dokumentarfilm Night and Fog (1955) von Alain Resnais, der die Deportationen in die Lager Auschwitz und Majdanek rekonstruiert — und die Erinnerung an diesen Orten selbst zum Thema macht. Philipsz zerlegt die von Hanns Eislers für den Kurzfilm komponierte Musik in die einzelnen Stimmen der Instrumente. Voneinander isoliert und aus der Gesamtkomposition gerissen, füllen deren Timbres die archaisch wirkenden Räume des Kunsthauses mit fast skulpturaler Präsenz.

»I see the voice as a means to infiltrate spaces, like a ghost in the machine, and return experience to a human scale. I also see the voice as a means to address people both individually and as a collective. Experiencing a lone, disembodied voice in a public setting can produce a strange experience among an unsuspecting audience, like feeling alone in a crowd.«
Susan Philipsz

In einer Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems wird Philipsz eine zweite Soundinstallation erarbeiten, die parallel zur Laufzeit im KUB auf dem Jüdischen Friedhof in Hohenems zu hören sein wird.

Über die beiden Ausstellungen schreibt die Künstlerin: »Das Kunsthaus Bregenz hat eine ganz besondere Atmosphäre. Irgendwo las ich, dass die Architektur des am dunstverhangenen Ufer des Bodensees gelegenen Gebäudes von dem Licht inspiriert wurde, das vom See reflektiert wird. Das Licht im Januar stelle ich mir durch den Nebel gefiltert vor, die Weite des Bodensees nur schemenhaft durch den Dunstschleier erkennbar. Ich habe mich in meinem Projekt von der Atmosphäre des Ortes inspirieren lassen und möchte darüber hinaus auch die Geschichte der Region erforschen. Im Kunsthaus Bregenz möchte ich Aspekte wie Verschwinden, Undeutlichkeit und Abwesenheit thematisieren und die Gegebenheiten des Ortes mit seiner Geschichte verbinden.

Nachdem der Österreicher Hanns Eisler aus dem Exil in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt war, komponierte er die Filmmusik für Nuit et brouillard (Nacht und Nebel). Das war der erste Dokumentarfilm über die Konzentrationslager der Nazis. Die Regie führte Alain Resnais, der Film ist mit einem Kommentar unterlegt, der von Jean Cayrol, einem ehemaligen Häftling des österreichischen Konzentrationslagers Mauthausen/Gusen, verfasst worden war. Der Titel des Films leitet sich vom sogenannten >Nacht-und-Nebel-Erlass< ab, einer frühen Form der politisch motivierten heimlichen Verschleppung von Menschen. […] Auf die verschwundenen politischen Gefangenen, den Genozid in Auschwitz und später die Zensur des Films verweisen die Lücken sowie die fehlenden und versteckten Teile der Installation.

Das Kunsthaus Bregenz hat vier Geschosse, die durch ein steil ansteigendes Treppenhaus miteinander verbunden sind. […] Ich möchte mit diesem besonderen architektonischen Merkmal arbeiten und schlage vor, vier separate Teile der Komposition Nuit et brouillard aufzunehmen, jeden Teil auf einem anderen Stockwerk zu installieren und die Teilstücke auf allen vier Ebenen synchron abzuspielen. Ich habe mich entschieden, hauptsächlich mit Blas- und insbesondere Blechblasinstrumenten zu arbeiten, um damit den Aspekt der Luft zu betonen, die sowohl durch die Instrumente strömt als auch den Raum durchfließt. Jeder Ton wird separiert, sodass Lücken und Pausen an den Stellen entstehen, an denen die anderen Instrumente einsetzen sollten. Auf jeder Ebene ertönt das Werk anders, die Komposition wiederholt sich jedoch, und so entsteht im gesamten Gebäude ein Gefühl der Wiederholung, wenn sich die Klänge der unterschiedlichen Ebenen an unerwarteten Stellen miteinander verbinden.

Der Jüdische Friedhof in Hohenems wird ein wesentlicher Bestandteil meines Projekts im Kunsthaus Bregenz sein. Der Friedhof liegt an einem steilen Hang, und die Stufen, die durch den Friedhof führen, erinnern an das steile Treppenhaus im Kunsthaus. Während die Besucher die Stufen des Friedhofs erklimmen, können sie einen fünften Teil der Komposition Nuit et brouillard vernehmen — den Part der Flöte, der aus dem den Friedhof umgebenden Wald dringen wird. […] Durch die Platzierung eines instrumentalen Segments zwanzig Kilometer vom Kunsthaus entfernt werden Aspekte wie Trennung und Distanz betont, es entsteht aber auch eine unmittelbare Verbindung des Friedhofs mit der Ausstellung im Kunsthaus.«

Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz, 6900 Bregenz
kunsthaus-bregenz.at

Presse






Daten zu Susan Philipsz:

- 1st Parasophia Kyoto International Festival of Contemporary Culture 2015
- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- Berlin Biennale 2006
- Bienal de Sao Paulo, 2010
- documenta 13, 2012
- Frieze London 2016
- Istanbul Biennial 2015
- Manifesta 3, 2000
- Manifesta 10, 2014
- Museo Reina Sofía, Collection
- Preistraeger 2010, Turner Prize
- skulptur projekte münster 2007
- Solomon R. Guggenheim Collection
- Tanya Bonakdar Gallery

Weiteres zum Thema: Susan Philipsz



Zur Halbzeit noch ein Ausflug nach Münster?


Es gibt viel zu sehen im Kunstsommer 2007. Vielleicht fragt sich der ein oder andere: Lohnt sich der Kurztrip nach Münster, hält die Documenta, was sie verspricht und die Biennale in Venedig? Die Entscheidung muss jeder selbst treffen, hier jedoch ein paar Anregungen, warum sich der Ausflug nach Münster lohnen könnte:

Die seit 1977 im zehnjährigen Abstand stattfindenden "Skulptur Projekte Münster" wurden immer wieder als Vorreiter für progressive Ansätze zeitgenössischer Kunst im Stadtraum genannt. Sie sind ein Forum für internationale KünstlerInnen, die sich mit dem gesellschaftlichen Wandel des öffentlichen Raumes, neuen urbanen, architektonischen, sozialen, historischen und psychologischen Lebensbedingungen von Stadt orts-spezifisch auseinandersetzen.

So sind auch dieses Jahr spannende und wichtige Arbeiten zu dieser Debatte dabei, aber die Qualität der Arbeiten klafft ganz schön auseinander. Schade ist es vor allem für die Arbeiten, hinter denen eigentlich ein spannendes Konzept steckt, die dann aber doch nicht gut oder konsequent genug umgesetzt wurden.

Eine der besten Arbeit der diesjährigen Skulpturprojekte ist von Andreas Siekmann im Erbdrostenhof aufgestellt worden. Siekmann, der dieses Jahr gleich bei zwei der großen Kunstevents dieses Sommers vertreten ist - auf der D12 und in Münster-, hat eine Arbeit gemacht, die man geradezu als notwendig bezeichnen könnte. "Trickle Down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung", thematisiert die Entwicklung und den Umgang mit dem öffentlichen Raum, der immer häufiger ein unbewusst halb-öffentlicher Raum geworden ist und in dem Kunst für das Corporate Image, die Marketingstrategien einer Stadt und zur Profilierung einzelner Investoren instrumentalisiert wird. Siekmann deckt diese Mechanismen im Detail auf und hat sich der sogenannten "urban art" angenommen, dieser glasfaserverstärkten Kunststofffiguren, die das Maskottchen einer Stadt zur "künstlerischen" Stadtmöblierung werden lassen. Die Arbeit besteht aus zu einer großen Kunststoffkugel eingeschmolzenen City-Marketing-Figuren, die bemalt und mit Piktogrammen versehen wurden, einer städtischen Schrottpresse und einem Fries dieser Piktogramme an den Wänden im Hof und Innern des Erbdrostenhofes. Die von Siekmann entwickelten Piktogramme verbildlichen und enttarnen all das, was hinter solch putzig daherkommenden Figuren verborgen liegt: Machtverhältnisse, Geldflüsse, soziale, politische und wirtschaftliche Interessen.

Eine weitere sozial-politische Arbeit nimmt sich einem vergessenen und unattraktiven Ort in Münster an. Clemens von Wedemeyer hat das seit acht Jahren geschlossene Metropolis-Kino in der Nähe des Hauptbahnhofs wieder eröffnet und zeigt dort einen vor Ort gedrehten Film: "Von Gegenüber". Als stiller Beobachter zeigt Wedemeyer Szenen eines Bahnhofs. Dokumentarische und inszenierte Szenen reflektieren den Ort und seine Bewohner, die eigentlich kein zu Hause haben. Das Kino ist Veranstaltungs- und Informationsort geworden und die, die sonst immer um Geld und Akzeptanz bitten, sind nun die geworden, bei denen man um einen Kaffee oder ein Gespräch anfragt. Im Schutzraum Kino wird nicht die Geschichte "der anderen", mit der man sich identifizieren, von der man sich aber auch distanzieren kann, erzählt, sondern die Zuschauer werden unmittelbar mit der Realität eines Ortes konfrontiert, an den sie wieder zurück müssen, wenn sie das Kino verlassen.

Etwas fraglich ist die Installierung der Arbeit von Isa Genzken im Zentrum auf dem Platz an der Liebfrauen-Überwasserkirche. Nicht der Ort ist an sich schlecht gewählt, die derangierten und apokalyptischen Puppen in Kinderwägen und auf Sonnenstühlen, denen zerfetzte Sonnenschirme Schatten spenden, wirken gerade hier im Durchgangsverkehr verstörend und die Blickbeziehung zum Eiskaffee mit seinen werbebedrucken Sonnenschirmen gibt der ganzen Szenerie des Platzes einen schalen Beigeschmack. Auch wenn die Nischen an der Außenwand der Kirche, den entstellten Objekten etwas eigenartig Sakrales verleihen, ist die Arbeit doch nicht für diesen Ort gemacht. Alltagsgegenstände, die im White Cube ihre Unantastbarkeit wahren, sind hier im öffentlichen Raum erst einmal einfach nur Puppen, Kinderwägen und Gehhilfen, erst im Verharren und mit dem zweiten Blick irritieren sie, so ist eine Kontextverschiebung immer eine schwierige Angelegenheit.

Wenn man eine Wanderung, oder Fahrradtour - Fahrräder sind ab fünf Euro für den halben Tag am Westfälischen Landesmuseum auszuleihen - um den Aasee unternimmt, stößt man nicht nur auf die neuen, sondern auch auf einige der alten Arbeiten aus frühren Skulpturprojekten, die - Jahre später – schon selbstverständlich zum Alltag der Münsteraner dazu gehören und doch etwas von ihrem Zeitgeist erzählen: Claes Oldenburgs: "Pool Balls", Jorge Pardos "Pier" und Ilja Kabakovs "Blickst Du hinauf und ließt die Worte..."

Eine durch und durch romantische Arbeit hat die Künstlerin Susan Philipsz unter der Torminbrücke installiert. Die Künstlerin singt beide Parts der Barcarole aus der Jacques Offenbach Oper "Hoffmanns Erzählungen", die sich Liebesbekundungen über das Wasser zurufen. Der künstlich angelegte Aasee wird zu einem romantischen Ort. Die Akustik, unter der alles andere als pittoresken Brücke, lässt die Stimmen durch zwei an beiden Seiten angebrachte Zwei-Kanal-Lautsprecher von einem Ufer zum anderen schallen. Es eröffnet sich dem Passanten die Illusion an einer unglücklichen Liebesgeschichte teilzuhaben und lässt den Lauschenden in eine andere, eine venezianische, märchenhafte Welt eintauchen.

Folgt man dem Weg gegen den Uhrzeigersinn trifft man auf die grüne Hecke von Rosemarie Trockel: "Less Sauvage than Others". Leider wird die Arbeit ihrem Titel in der Umsetzung nicht wirklich gerecht, die ineinander gekeilten Quader aus Eibenbüschen, die in der Mitte einen dreieckigen Durchblick auf das Wasser gewähren, sind – vielleicht im Laufe der Zeit - so schlecht beschnitten und in die Erde eingebracht worden, dass die von ihrer formalen Perfektion lebende Arbeit ihre Wirkung verliert. Das sind die Tücken natürlicher, lebender Materialien. Auch ein Kunstwerk will gepflegt werden.

Weiter die schöne Landschaft genießend wird der Wanderer nun durch eine Baustelle verärgert, die den Uferweg versperrt. Ein Wellness-Bad soll hier entstehen gibt das dilletantisch gemalte Bauschild kund. Und hier liegt auch schon der Teufel im Detail, das was eigentlich ein spannender Eingriff sein könnte, nämlich die vermeintliche Zerstörung einer natürlichen und öffentlichen Freizeitoase, verliert zu schnell seine Illusion und damit auch seine Provokation, hat man das Schild zuerst gesehen. Für diejenigen, die allerdings von der anderen Seite auf Annette Wehrmanns "Aaspa"-Baustelle treffen, auf der mit etwas zu ästhetisch arrangierten und unifarben-gelben Baustellengerätschaften sinnentleert Erde hin und her geschoben wird, offenbart sich die provokante Täuschung erst auf den zweiten Blick.

Eine wunderbar schlichte Arbeit kann der Spaziergänger nun ein paar Meter weiter erleben. Hier ist es durchaus spannend, sich die kleinen Anekdoten der Life-Speaker, die bei allen Arbeiten postiert sind, erzählen zu lassen. Pawel Althamer hat sich querfeldein durchs Gelände geschlagen und einen Trampelpfad erschlossen, der in der Ferne verschwindet. Dieses Unternehmen widerspricht, wie der Künstler bei seinen Recherchen in Münster feststellen musste, nicht nur dem Münsteraner Gemüt, ordentlich auf den regulären Wegen zu bleiben und sich ja keinem Risiko auszusetzen, mal nicht zu wissen, wo man am Ende ankommt, sondern hat den Künstler auch viele Streitgespräche mit zich Eigentümern und Anwälten gekostet.

Auch Mike Kelley nimmt mit seiner Arbeit "Petting Zoo" (Streichelzoo), die nur im englischen Titel ihre Doppeldeutigkeit entfaltet, Bezug auf die eher konservativen Münsteraner Moralvorstellungen. Auf einer versteckten Freifläche in unmittelbarer Nähe des schicken neuen Bahnhofs Parkhauses (ein absurdes Gebilde bedenkt man die Nähe des heruntergekommenen Areals) hat Kelley ein Zirkuszelt errichtet, einen Hühnerstall gebaut und einen Kiosk aufstellen lassen. Heimische Tiere können hier bewundert und natürlich gestreichelt werden. Irritierendes aber entscheidendes Element ist die Salzstatue einer Frau im Innern des Zeltes. Der gut informierte Kunst-Tourist hat bereits erfahren oder erkannt, dass diese Salzstatue auf die biblische Sage von der zur Salzsäule erstarrten Frau Lots verweist, die mit ihrem Ungehorsam die Flucht aus dem sündigen Sodom vereitelte. Nun fungiert die Salsäule im Streichelzoo als Leckstein für die Tiere und ist unweigerlich einer Veränderung ihrer Form auch an nicht unpikanten Körperstellen unterworfen. Nur die dokumentarischen Videos, die Felsformationen aus unterschiedlichen Teilen der Erde zeigen, die alle für sich beanspruchen "Lots Frau" darzustellen und mit landestypischer Musik unterlegt sind, passen nicht so recht in das Ensemble.

Absolut sehenswert ist der Film "Drama Queens" von dem Künstlerduo Michael Elmgreen & Ingar Dragset. Populäre Skulpturen, "Superstars aus der Geschichte der modernen Skulptur" betreten - selbst davon irritiert – eine Theaterbühne und erzählen in einem computer-animierten Film wie das Leben als Skulptur im öffentlichen und musealen Raum so ist. Wie man sich da so fühlt, wenn man irgendwo abgestellt, eingelagert, bewundert, verkauft und angefeindet wird. Ein humorvoller und vielschichtiger Dialog über den Kunstbetrieb eröffnet sich. Charakterzüge offenbaren sich, die der formalen Gestalt der Figuren entsprechen, aber sicherlich nicht selten etwas mit dem Gemütszustand ihrer Schöpfer zu tun haben. Da sind zum Beispiel der "Rabbit" von Jeff Koons, ganz klar eine egozentrische und zynische Rampensau, der lakonische leicht depressive "Walking Man" von Giacometti, oder der rüpelhafte Macho "Untitled (Dolomite)" von Ulrich Rückriem und die distinguierte "Elegy III" von Barbara Hepworth. Der Film wird auf einem Flachbildschirm in der Einganshalle des Westfälischen Landesmuseums gezeigt, wo er fast ein wenig untergeht. Allerdings gehört der Film medial und inhaltlich in den musealen Raum und nicht in den Kontext einer Kunst im öffentlichen Raum Ausstellung. Denn es handelt sich bei den Protagonisten nicht ausschließlich um Skulpturen für den öffentlichen Raum, die Arbeit nimmt keinen Bezug auf den Ort, sie verhandelt viel mehr den Wandel des Kunstbetriebes, das Künstlerdasein und den Umgang mit Kunstwerken im Allgemeinen und Skulpturen im Besonderen.

Wer nun die stolze Besucherzahl von 350.000 noch weiter in die Höhe treiben und sich selbst vor Ort eine Meinung bilden möchte, dem seien noch ein paar Tipps an die Hand gegeben. Während der Kurzführer leider nicht durch praktikable Übersichtlichkeit brilliert, ist der Multimediaguide eine gut aufbereitete individuelle Alternative zu einer Führung. Kurz und knapp und je nach Bedarf erläutern Künstler und Kuratoren die einzelnen Arbeiten und Ideen dahinter. Auch Bilder aus dem Entstehungsprozess kann man abrufen. Besonders empfehlenswert ist der gut gestaltete, umfang- und bilderreiche Katalog zur Ausstellung.

Abbildungen:
Andreas Siekmann: Trickle Down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung
Mike Kelley: Petting Zoo
Isa Genzken: Ohne Titel
Rosemarie Trockel: Less sauvage than others (Fotos / Hanna Beck-Mannagetta)

skulptur projekte münster 07 noch bis 30.09.2007. Detaillierte Informationen und Sonderveranstaltungen finden Sie unter: skulptur-projekte.de.

Art Goes Underground - Nord-Süd Stadtbahn, Köln


Unter dem Motto "Art Goes Underground" hatten die Kölner Verkehrs - Betriebe AG (KVB) zur Gestaltung der neuen Nord-Süd Stadtbahn Köln einen Wettbewerb ausgeschrieben.
Bereits im Sommer dieses Jahres wurde ein erstes Bewerbungsverfahren mit 222 Bewerbungen aus 14 Ländern abgeschlossen. Jetzt tagte die Auswahljury erneut und wählte aus den Einsendungen 27 Bewerbungen aus, die zusammen mit den 13 bereits zugeladenen Künstlern wie Hans Haacke, Lawrence Weiner, Ceal Floyer und Guillaume Bijl das internationale Bewerberfeld komplettieren .
Das Künstlerfeld soll nun konkretere Ideen entwickeln, um dann im Frühjahr 2008 erste Ideen einzureichen, anschließend tagt wieder die Jury, um aus den 40 Entwürfen die besten zehn zu ermitteln. Für die künstlerische Gestaltung sind Mittel in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Neben den Künstlern wurden außerdem zur Gestaltung der neuen Haltestellen dieses zurzeit größten städtebaulichen Projektes in Deutschland renommierte Architekten und Architekturbüros gewonnen wie Büder + Menzel Architekten, Joachim Schürmann + Partner / Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft, Prof. Ulrich Coersmeier, Kister Scheithauer Gross, Stephan Schmitz, Schaller / Theodor Architekten, Busmann + Haberer sowie Scharf + Kirsten.

Künstlerliste

Ausgewählte Künstler:
Thomas Bayrle | Angela Bulloch | Hans-Peter Feldmann | Liam Gillick | Tue Greenfort | Katharina Grosse | Jeppe Hein | Carsten Höller | Jannis Kounellis | Studierende der KHM Betreuung, Prof. Mischa Kuball | Joep van Lieshout | M+M | Fabian Marcaccio | Olaf Metzel | Paul Morrison | Tatzu Nishi | Susan Philipsz | Tobias Rehberger | Werner Reiterer | RELAX (chiarenza&hauser&co) | Christine Rusche | Michael Sailstorfer | Gregor Schneider | Rolf Walz | Johannes Wohnseifer | Peter Zimmermann | Heimo Zobernig

Zugeladene Künstler:
Barenbrock+Osterwald | Guillaume Bijl | Ceal Floyer | Doris Frohnapfel | Hans Haacke | Stefan Hofmann | Peter Kogler | Thomas Schönauer | Stefan Sous | Joelle Tuerlinckx | Brigitta Weimer | Lawrence Weiner | Eusebius Wirdeier

Weitere Infos:
Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Gudrun Meyer
Scheidtweilerstr. 38
50933 Köln
Tel. +49 221 5473338

koeln.de/wirtschaft/grossprojekte/stadtbahn.html


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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    Akos Novaky - et in arcadia ego

    Tod in Arkadien - eine Tickermeldung aus der frühen Neuzeit und damit Grund für einen großen Schreck unter den Bewohnern jenes sagenumwobenen griechischen Landstriches weiter


    Anders Petersen

    Mit seinen eindringlichen Schwarzweißporträts gehört der Schwede Anders Petersen zweifellos zu den international einflussreichsten Fotografen. weiter

    "fortgeschrieben"

    Eine Präsentation von fünf fotografischen Abschlussarbeiten der Fakultät für Gestaltung aus den letzten Jahren. weiter

    rochelle feinstein | make it behave

    Mit der Ausstellung »Make It Behave« wird das Œuvre der New Yorker Künstlerin Rochelle Feinstein (*1947) erstmals in einer groß angelegten Retrospektive vorgestellt. weiter

    Dr. Inge Herold und Dr. Karoline Hille erhalten Justus Bier Preis für Kuratoren 2016

    Für Ausstellung und Katalog „Hannah Höch. Revolutionärin der Kunst“ ausgezeichnet weiter


    Jana Sterbak – Life-Size

    Die Galerie im Taxispalais zeigt erstmals in Österreich eine umfassende Retrospektive der tschechischkanadischen Künstlerin Jana Sterbak weiter


    House of Commons

    House of Commons ist als Reaktion auf die politischen Ereignisse der vergangenen Monate in Europa und den Vereinigten Staaten entstanden. weiter

    artbay – Die online-Auktionsplattform für Originalillustrationen und Drucke limitierter Editionen

    Hier können Werke bekannter sowie weniger bekannter, aber dennoch bemerkenswerter Künstler ersteigert werden.(Anzeige) weiter


    Robert Frank: Books and Films, 1947-2016

    Das Museum der Moderne Salzburg zeigt eine experimentelle Ausstellung mit Arbeiten aus seiner gesamten künstlerischen Laufbahn von 1947 bis heute. weiter

    Daniel Kiss - fountain 2484

    In einer Reihe von neuen Arbeiten wird er im Kunstverein Nürnberg sein andauerndes Interesse an der affektiven Wirkungskraft von populärkulturellen Zeichen, Symbolen und Codes weiterverfolgen weiter


    Wand vor Wand - Gregor Schneider

    Gregor Schneider wurde 1969 in Rheydt geboren. Schon mit dreizehn Jahren malte er Bilder, die er heute noch in seine Ausstellungen und Publikationen aufnimmt. weiter


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    Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden gesellschaftlichen Kontroversen um Flüchtlings-, Umwelt- und Klimapolitik, um Verteilungsszenarien und das richtige Krisenmanagement untersucht die Ausstellung in der Burg Galerie im Volkspark, ... (Anzeige) weiter


    A. R. Penck – Strich = Welt.

    Der als „Meister der Strichmännchen“ bekannte und 1939 in Dresden als Ralf Winkler geborene Maler, Grafiker und Bildhauer, war in den 1950er Jahren Mitglied der Künstlergruppe „Erste Phalanx Nedserd“, die für künstlerisches Arbeiten ohne Kompromisse stand weiter


    Rudi Meisel. Landsleute 1977 – 1987

    Als einer der wenigen westdeutschen Fotografen bereiste Rudi Meisel mehrmals im Jahr die DDR. weiter