Heike Weber - 23

28.02. – 29.05.2016 | Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Eingabedatum: 25.02.2016

Werkabbildung

Heike Weber, Echo, 2015 Pigmentmarker auf Acryl 10,50 x 5,40 m, spaceliner, ARTER, Istanbul Foto: Murat Germen © VG BILD-KUNST Bonn, 2016bilder

Heike Weber (Jg. 1962) hat 1998 mit ihrem Salonstück im Grünen Salon der Villa Zanders ein neues Kapitel in ihrem Werk aufgeschlagen, das ihre Arbeit entscheidend vorantrieb. Von der Linie ausgehend, wiederholte sie den Grundriss des Raumes in einem immer weiter sich verjüngenden Rapport so lange, bis der gesamte Boden ausgefüllt war. Es entstand eine vibrierende, den Schritt verunsichernde Struktur, die an seismografische Linien oder auch an die wunderschönen Muster des Malachit erinnerte.

Nach fast zwanzig Jahren kehrt die inzwischen international anerkannte Künstlerin zurück und präsentiert in einer retrospektiv angelegten Einzelausstellung die Vielfalt ihres Oeuvres. Der Titel „23“ nimmt Bezug auf die Zeitspanne zwischen der ältesten und der jüngsten Arbeit: 1993 zeigte sie im Kölnischen Kunstverein ihre Styropor-Kuben, die den Beginn ihrer Karriere markieren und jetzt erstmals wieder zu sehen sind. Darüber hinaus steht die magische Zahl 23 in enger Verbindung zu den utopischen und ideologischen Triebkräften der Pop-Kultur, einer wichtigen Referenzgröße ihrer Arbeit.

Als zentrales Phänomen zieht sich das Thema Vernetzung durch ihr Werk: Als reales, aber kaum sichtbares Haarnetz in Form einer wandfüllenden Installation oder als so monströse wie poetische Zeichnung, die sich aus einem hundertfach vergrößerten Verpackungsnetz für Zitronen oder Orangen herleitet. Farbige Plastikkordel verwandelt sich in ein Gespinst fliegender Kuben, und ihre überbordenden Boden- und Wandzeichnungen überblenden ganze Räume.

Einen Schwerpunkt innerhalb der Einzelobjekte bilden ihre jüngst entstandenen Scherenschnitte. Mit diesen großformatigen Arbeiten aus schwarzem Fotokarton positioniert sich Kunst aus Papier in einer ganz eigenen Spielart. Vegetabile Formen in mehreren Lagen sorgen hier für eine irritierend unruhige Plastizität.

Aber ihr eigentliches Metier ist die Arbeit unmittelbar in und mit dem Raum. Heike Weber stellt auch in dieser Ausstellung die örtliche Situation immer wieder mit überraschenden ortsspezifischen Installationen auf den Kopf.




Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad - Adenauer - Platz 8 |
51465 Bergisch Gladbach
htttp://villa-zanders.de


Presse







Weiteres zum Thema: Heike Weber



"Die Sehnsucht des Kartografen" im Kunstverein Hannover (13.12.03 - 01.02.04)


Die Ausstellung zeigt künstlerische Arbeiten bspw. von Franz Ackermann, Christiane Möbus, Stephan Huber oder Alfredo Jaar, die auf der Grundlage von kartografischen Ordnungssystemen die Kernidee von Codierung oder der Herausbildung von Identitäten nachgehen.

Pressemitteilung / Auszug: ""Mit der international angelegten Gruppenausstellung „Die Sehnsucht des Kartografen“ beschließt der Kunstverein sein thematisch fundiertes Ausstellungsprogramm für 2003. Über zwanzig zeitgenössische Künstler aus dem In- und Ausland untersuchen Ordnungsmuster wie Kartografie, Archivstrukturen und wissenschaftliche Systematiken und inwiefern sie für eine künstlerische Produktion heute Bedeutung haben können. Die multimedialen Installationen und Arbeiten realisieren die Künstler zum Teil exklusiv für die hannoversche Präsentation.

Der Titel der Ausstellung „Die Sehnsucht des Kartografen“ steht sinnbildlich für den menschlichen Versuch einer grundlegenden Ordnung der Welt. Kartografie als zentrales zeichenhaftes Mittel zur Orientierung, Vermessung und Klärung des eigenen Standorts erweist sich für diesen Zusammenhang als hilfreiche Metapher, weil das Motiv beides in sich birgt: Suche nach Übersicht ebenso wie die schlussendliche Vergeblichkeit dieser Übersichtssuche. In diesem Sinne zielt „Die Sehnsucht des Kartografen“ gerade auf jene künstlerischen Beispiele, welche die in ihnen zum Tragen kommenden Ordnungsparameter aus ihrer inneren Ambivalenz zwischen Zusammenhangs-Sehnsucht und realer Struktur-Auflösung heraus begreifen und entsprechend inszenieren. So bildet der junge japanische Künstler Hiroyuki Masuyama seine Flugreise von Frankfurt nach Tokio mit einem gewaltigen Panoramalichtkasten ab: Er fotografierte einmal pro Minute aus dem Fenster des Jets und setzte die Einzelbilder dann zu einem 17 Meter langen, poetischen Raum-Zeit-Band zusammen. Der Chilene Alfredo Jaar beleuchtet mit nicht weniger als 1 Million Dias The Eyes of Gutete Emerita, eine Arbeit, die sich der Erinnerung an die Opfer des Völkermords in Ruanda widmet. Zurück auf sich selbst schaut Stephan Huber mit seinem Beitrag Kleine Karte meines intellektuellen Vermögens. Huber, der bereits 2001 in einer Solopräsentation im Kunstverein zu sehen war, inszeniert diese Karte zwischen biografischem Regionalismus, scheinbarer Konstruktion und ironischer Distanzierung. Alexander Roob dagegen „erwandert“ sich als Zeichnungsreporter eine neue, offene Form der Bilderzählung. In Hannover umreißt sein Zeichenstift die barocke Hortikultur der Herrenhäuser Gärten. Hendrikje Kühne / Beat Klein hinterfragen Kategorien touristischer Angebote und Nachfrage. Ihre Bodenskulptur A World of Difference nimmt mit ca. 8500 ineinander gesteckten, auf Karton aufgezogenen Ferienzielfotos einen ganzen Raum in Anspruch. Im Foyer des Kunstvereins lassen die roten Edding-Spuren der Künstlerin Heike Weber ein flimmerndes Feld konzentrischer Kreise entstehen. Wie Wellenschläge auf einem See reagieren ihre Linien auf architektonische Elemente wie Säulen und Türen. . . ."

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:Franz Ackermann, Chantal Akerman, Stefan Altenburger, Atlas Group / Walid Raad, Susanne Brügger, Arnold Dreyblatt, finger / evolutionäre zellen, Galerie für Landschaftskunst, Hlynur Hallsson, Stephan Huber, Alfredo Jaar, Christoph Keller, Hendrikje Kühne / Beat Klein, Hiroyuki Masuyama, Christiane Möbus, Michael Müller, Peter Piller, Alexander Roob, Richard Schindler, Christine Schulz, Monica Studer / Christoph van den Berg, Heike Weber"

Ausstellungsdauer: 13. Dezember - 01. Februar 2004

KUNSTVEREIN HANNOVER | Sophienstraße 2 | 30159 Hannover | Tel.: 0511-32 45 94
kunstverein-hannover.de

Foto: HENDRIKJE KÜHNE, BEAT KLEIN
A World of Difference, 2001
Mixed Media
Bilder aus Ferienprospekten auf Karton,
Aufnahmen im Contemporary Art Center in Vilnius, 2002
Besitz der Künstler

Wir sind Orient. Zeitgenössische Arabesken


Anhand von fünf Künstlerpositionen will die Ausstellung "Wir sind Orient - Zeitgenössische Arabesken" einen Blick auf den besonderen Reiz des Ornaments in zeitgenössischer, westeuropäischer Kunst werfen.

Mit dem Ausstellungstitel soll ganz bewusst an den Slogan "Wir sind Papst" angeknüpft werden. Mit dieser Irritation wollen die Ausstellungsmacher Fragen aufwerfen, die mit unserer eigenen kulturellen Identifikation verbunden sind: Wer sind wir? Und woher stammen bestimmte Aspekte unserer Kultur?

Es werden fünf westeuropäische Künstler vorgestellt, die sich in ihren Arbeiten mit dem "Ornament" beschäftigen und damit einen westlichen Blick auf eine vor allem im Osten ausgeprägte Bildform werfen. Martin Assig, Gabriele Basch, Mariella Mosler, Christine Streuli und Heike Weber stellen ihre Arbeiten in eigens entwickelten Künstlerräumen aus und nähern sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise an.
Ein Anliegen der Ausstellung ist es dabei "eine jahrhundertealte Beziehung zwischen westlichen und östlichen Bildkulturen" aufzuzeigen, die von der Antike bis in die Gegenwart reicht.

Abbildung: Heike Weber, barocco, 2004, Rauminstallation, Museum Morsbroich, courtesy the artist, © VG Bild-Kunst Bonn, 2010

Ausstellungsdauer: 18.12.10-20.2.11

Öffnungszeiten:
Di-So 11-18 Uhr
Jeden 1. Mi im Monat: 11-21 Uhr

MARTa - Herford gGmbH
Goebenstraße 4–10
D-32052 Herford

marta-herford.de


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