Chagall. Meister der Moderne - Kunsthaus Zürich (8.2.13-12.5.13)

08.02.2013


bilder

Marc Chagall, Der Spaziergang (La promenade), 1917/18, Öl auf Leinwand, 175,2 x 168,4 cm, The State Russian Museum, St. Petersburg, © 2012 ProLitteris, Zürich

Vom 8. Februar bis zum 12. Mai 2013 zeigt das Kunsthaus Zürich eine Ausstellung mit rund 90 Gemälden und Arbeiten auf Papier von Marc Chagall (1887–1985). Chagall gehört zu den berühmtesten und beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder vom russischen Dorfleben, seine schwebenden Figuren, fliegenden Kühe und Hähne sind weltbekannt. Jetzt korrigiert das Kunsthaus Zürich manches Klischee, das Chagalls späten Ruhm begründete und würdigt seinen Beitrag zur Avantgarde.

DER FRÜHE CHAGALL: PARIS, BERLIN, WITEBSK
Die Ausstellung konzentriert sich auf die für die Karriere des Künstlers entscheidenden Jahre 1911–1922. Bedeutende Stationen sind sein Aufenthalt in Paris vor dem Ersten Weltkrieg, seine Reise nach Berlin und eine Ausstellung dort im Jahr 1914 in der Galerie der Sturm sowie die Zeit, die er in seinem von der Revolution destabilisierten Heimatland Russland verbrachte. Es sind die Jahre, in denen sich Chagall als Meister der Moderne etabliert. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen entwickelt er eine Kunst, die sowohl seine jüdisch-russische Kultur zum Ausdruck bringt als auch den Dialog mit den Bildsprachen der Moderne – vom Fauvismus zum Kubismus und Orphismus, vom Expressionismus bis zum Suprematismus. Indem er diese neuen malerischen Ausdrucksformen mit seinen eigenen fantasievollen Motiven kombiniert, entstehen einige der innovativsten und expressivsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Seine Erfahrungen in Paris und andernorts festigen seine sehr persönliche, individuelle Bildsprache und regen ihn zu Bildern an, die für den Rest seiner Karriere das Herzstück seiner Kunst bilden.

ZIRKUS, BAUERN, LIEBENDE. MUSIK, BÜHNENDESIGN UND FOLKLORE
Das Themenspektrum in Chagalls frühen Werken ist breit gefächert und zeitlos: Selbstporträts, der Zirkus, Liebende, Musik und Bauern kehren neben düstereren Themen wie Leiden und Tod in seinem langen Schaffen immer wieder. Die Ausstellung eröffnet mit bedeutenden Bildern aus seinen Lehrjahren, wie etwa «Der Dichter mit den Vögeln» von 1911, das vom Minneapolis Institute of Arts ausgeliehen wird, oder «Die Geburt» (1911) aus einer privaten Sammlung. Der Besucher kann sich an thematischen Gruppen orientieren: Werke aus den ersten Pariser Jahren, Akte, eine Hommage an Russland, Einflüsse des Kubismus, des Suprematismus und Orphismus, Entwürfe für das Theater. Eine Gruppe mit späteren Werken zeigt, dass Chagall das Repertoire aus seinen frühen Schaffensjahren bis zum Ende seiner langen Karriere weiterentwickelte.

MUSIK, DRAMA, LITERATUR UND TANZ
Chagall geht immer aufgeschlossen, fantasievoll an die Kunst heran. Er zelebriert subjektive und autobiografische Erfahrungen auf eine überaus narrative und theatralische Weise. Kein Wunder, dass er regelmässig als Bühnenbildner tätig war. Darstellungen der archetypischen jüdischen Charaktere wie Volksmusiker, Narren oder Zeremonienmeister, Thora-Schriftgelehrte und Hochzeitstänzer symbolisieren Musik, Drama, Literatur und Tanz. Die Verbindung einer grossen Erzählkunst mit Chagalls charakteristischer unorthodoxer Kompositionsstruktur, die kühne Verwendung von Farbe und das poetische Empfindungsvermögen des Künstlers macht insbesondere die monumentalen «Der Spaziergang» (1917-18) aus dem Staatlichen Russischen Museum Sankt Petersburg oder «Ich und das Dorf» (1911) aus dem Museum of Modern Art, New York, zu Ikonen der Malerei der klassischen Moderne.
Die Ausstellung wird von der Familie Chagall sowie dem Comité Chagall in Paris unterstützt und reist anschliessend weiter an die Tate Liverpool. Die Kuratoren Simonetta Fraquelli und Tobia Bezzola können mit zahlreichen Leihgaben aus berühmten europäischen und amerikanischen Sammlungen rechnen: aus dem Centre Pompidou – MNAM (Paris), dem Solomon R. Guggenheim Museum und dem MoMA (New York), dem Staatlichen Russischen Museum (Sankt Petersburg) und der Tate (London).

KUNSTVERMITTLUNG UND PUBLIKATION
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (200 Seiten) mit Beiträgen von Simonetta Fraquelli, Angela Lampe, Monica Bohm-Duchen und Stephanie Straine. Neben den Essays enthält die Publikation Abbildungen der ausgestellten Werke, Vergleichsabbildungen sowie biografische Angaben zu Marc Chagall. Sie erscheint als deutsche und als englische Ausgabe im Verlag Hatje Cantz und ist ab Februar am Kunsthaus-Shop sowie im Buchhandel erhältlich. Ein umfassendes museumspädagogisches Programm sowie öffentliche Führungen werden ebenfalls angeboten. Private Führungen können auf Anfrage organisiert werden: +41 (0)44 253 84 84 (Mo–Fr 9–12 Uhr).

Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich.

AUCH MONTAGS GEÖFFNET

Ausstellung geöffnet: Sa/So/Mo/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr, Feiertage siehe kunsthaus.ch

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH–8001 Zürich
Tel.: +41 (0)44 253 84 84
kunsthaus.ch


pm



Daten zu Marc Chagall:

Marc Chagall
- Art Basel 2013;
- Art Basel Hong Kong 2014;
- Art Basel Miami Beach 2013;
- art basel miami beach, 2014;
- KIAF 2016;
- MoMA Collection;
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt;
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein ;
- Solomon R. Guggenheim Collection;







    Kataloge - Medien zum Thema: Marc Chagall

    Google Bildersuche: Marc Chagall




    Werkabbildung klein


    Lieblingsorte – Künstlerkolonien. Gustav-Lübcke-Museum Hamm (18.12.16 – 21.5.17)

    Werkabbildung klein


    Kirchner, Léger, Scully & mehr - Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz (16.12.2016-08.10.2017 )

    Werkabbildung klein


    Niki de Saint Phalle - Museum Ostwall, Dortmund (10.12.2016 bis 23.4.2017)

    Werkabbildung klein


    Otto Dix: Alles muss ich sehen! - Zeppelin Museum Friedrichshafen (2.12.2016 – 17.4.2017)

    Werkabbildung klein


    Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo, Städel Museum, Frankfurt (24.11.2016-19.3.2017)

    Werkabbildung klein


    Henry Moore. Impuls für Europa - LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster (11.11.2016 – 19.3.2017)

    Werkabbildung klein


    Creation in Form and Color: Hans Hofmann - Kunsthalle Bielefeld (5.11.16-5.3.17)

    Werkabbildung klein


    Emil Nolde. Der Maler - Kunstmuseum Ravensburg (5.11.2016 bis 5.2.2017)

    Werkabbildung klein


    Alberto Giacometti – Material und Vision, Kunsthaus Zürich (28.10.2016 - 15.1. 2017)

    Werkabbildung klein


    Max Liebermann - Kunsthalle Bremen (22. Oktober 2016 – 26. Februar 2017)

    Werkabbildung klein


    Canova und der Tanz - Bode-Museum, Berlin (21.10.16 – 22.01.17)

    Werkabbildung klein


    UNHEIMLICH – Innenräume von Edvard Munch bis Max Beckmann - Kunstmuseum Bonn (20.10.16 – 29.01.17)

    Werkabbildung klein


    Antoine Watteau. Der Zeichner - Städel Museum, Frankfurt (19.10.16-15.1.17)

    Werkabbildung klein


    Surreale Sachlichkeit - Sammlung Scharf-Gerstenberg, Berlin (13. Oktober 2016 – 23. April 2017)

    Werkabbildung klein


    George Grosz - ERNST BARLACH HAUS, Hamburg (9. Oktober 2016 – 15. Januar 2017 )

    Werkabbildung klein


    Yokohama 1868–1912 - Museum Angewandte Kunst, Frankfurt (8.10.16-29.1.17)

    Werkabbildung klein


    Francis Bacon - Staatsgalerie Stuttgart (7.10.16-8.1.17)

    Werkabbildung klein


    Venedig. Stadt der Künstler - Bucerius Kunst Forum, Hamburg (1.10.2016 bis 15.1.2017)





    top-Marc Chagall



    Werkabbildung
    Robert Frank: Books and Films, 1947-2016



    Werkabbildung
    Daniel Kiss - fountain 2484



    Werkabbildung
    Wand vor Wand - Gregor Schneider



    Anzeige
    Burg Halle


    Robert Frank: Books and Films, 1947-2016


    Daniel Kiss - fountain 2484




    Wand vor Wand - Gregor Schneider



    Tony Cragg. Unnatural Selection


    Pro oder Kontra


    A. R. Penck – Strich = Welt.



    Rudi Meisel. Landsleute 1977 – 1987


    Auszeichnung für Zeitgenössische deutsche Fotografie 2016

    Neues aus der Künstler-Datenbank



    Unmittelbare Konsequenzen



    Pichler Radikal: Architektur & Prototypen



    ZEICHNUNGSRÄUME II



    Florian Hecker. Formulations


    SHORT OF WHAT? – KHM Kurzfilmtag


    DIE DEUTSCHEN KAMEN NICHT – THE GERMANS DID NOT COME