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KRISTOF GEORGEN – one day in my life

Das Rauschen als Wirklichkeit von Stille

26.05. bis 21.07.2019 | Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin e.V.
Eingabedatum: 23.05.2019

bilder

Kristof Georgens Arbeiten beziehen sich dabei auf gesellschaftliche Prozesse. Sie zeigen instabile Systeme aber auch das Systematische und sich Wiederholende.
Die Klammer der im Kunstverein Schwerin gezeigten Arbeiten ist der Alltag – es geht um Spuren und Abbilder.

Für die Rauminstallation "Nr. 26" hat der Künstler, in Form eines akustischen Selbstportraits, die häusliche Lautsphäre seines Wohnhauses Nr. 26 über mehrere Tage aufgezeichnet. Das unverfremdete Klangmaterial hat er in Mikrostrukturen zerlegt und auf wenige Minuten verdichtet. Es entsteht ein feingliedriges Klangfeld aus Körpergeräuschen sowie durch Bewegung und Interaktion erzeugten Lauten, die beim Zuhören assoziative Imaginationen anstoßen und Hinweise auf den Ort des Geschehens geben. Das konzentrierte Wahrnehmen und Hinterfragen möglicher Geräuschursachen – Atmen, Brotschmieren, Räuspern, Zeitungsumblättern – sensibilisiert den Zuhörer für die eigene permanente Geräuschproduktion. Kristof Georgen befragt auf diese Weise auch unsere Gewohnheiten und ritualisierte Formen alltäglicher Handlungen.

In seinen Soundinstallationen treten neben auditive Einspielungen weitere narrative Elemente in Form visueller Objekte, die zum Teil einer Inszenierung und zu akustisch-visuellen Erfahrungsräumen werden.
Für "Artefakte II" wurden Haushaltsgegenstände – Gläser, Teller, leere Flaschen und Kisten – auf einem Geschirrwagen flüchtig arrangiert. Sie fungieren als reales Abbild eines in unregelmäßigen Abständen eingespielten Sounds scheppernder Teller und klirrender Gläser. Sie bilden mit diversen anderen kurzzeitig aufscheinenden Tonfragmenten eine Soundcollage, bei der insbesondere das kontinuierliche Hintergrundrauschen relevant wird. Als Grundklang spielt Kristof Georgen auf Plattenspielern aus den 1970er Jahren in Dauerschleife "Abfallgeräusche" ein, wie er sie nennt: Knackende Nebengeräusche alter Beethoven-Schallplatten, die er herausgefiltert, gesampelt und zu Vinylunikaten hat pressen lassen. Auf diese Weise wird in den Pausen der Mehrkanal-Einspielung die vermeintliche Stille nur durch die Bewusstwerdung der Abwesenheit vertrauter Geräusche markiert und die permanente Anwesenheit und eigene Generierung von Geräuschen spürbar.

Neben Soundinstallationen präsentiert die Soloschau in den Räumen des alten E-Werkes in Schwerin auch zeichnerische und fotografische Serien, in denen sich Kristof Georgen ebenfalls mit dem Thema des – hier visuellen – Rauschens, also mit Überlagerungen und Störelementen, auseinandersetzt oder zeitliche Prozesse und Spurensicherungen dokumentiert, die sich an alltäglichen Gegebenheiten und Dingen orientieren.

Nicht das Ergebnis, sondern der Prozess steht im Vordergrund seiner Soundarbeiten und Zeichnungen.



Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin e.V.
Kunsthalle im E-Werk
Spieltordamm 5,
19055 Schwerin
www.kunstverein-schwerin.de

Presse




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