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Bunny Rogers. Kind Kingdom

Objektive Kunst ist unmöglich. Bunny Rogers

18. 01. - 13. 04. 2020 | Kunsthaus Bregenz
Eingabedatum: 11.01.2020

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Bunny Rogers, Self-Portrait as Clone of Jeanne d’Arc (Becky Joan), 2019, Courtesy of the artist und Société, Berlin, © Bunny Rogersbilder

Als erste Ausstellung zeigt das Kunsthaus Bregenz 2020 die US-amerikanische Künstlerin Bunny Rogers. Die Architektur und der schmucklose Beton des Zumthor-Baus kommen ihr entgegen, nicht selten lädt Rogers in verdunkelte Bühnen. Die Stimmung ihrer Arbeiten ist düster und schwermütig. Ihre Installationen, die meist Musik und Poesie einbeziehen, sind von Figuren aus dem Internet, von Fernsehserien und Videospielen inspiriert.

Die Welt der Waren und der Vergnügungsindustrie — sonst als heil und gewinnorientiert dargeboten — verkehrt ihre Vorzeichen, sie wird fragwürdig, tiefgründig und bedrückend. Erinnerung und Empfindsamkeit, Freundschaft und Erfindung sind ihre Themen. Rogers spielt mit Identitäten, indem sie Porträtserien von sich anfertigt, die letztlich 3D-Modelle von Fernsehcharakteren sind. Sie zeigt sich darin nicht als Gewinnerin, sondern verletzlich,
leidensfähig und verlassen.

Für das Kunsthaus Bregenz plant Rogers raumgreifende Installationen über alle vier Geschosse. Die von ihr verwendeten Versatzstücke sind von amerikanischen Trauerfeiern inspiriert. Im Erdgeschoss bestimmen schwere Vorhänge, Blumenkränze und Trauerflor die Atmosphäre. An anderer Stelle sind Rosen zu sehen, die in Beton gegossen sind. Sperrgitter kommen zum Einsatz. Auf zwei Geschossen wird echter Rasen verlegt. Erde, Abfall und vertrocknete Blumen versinnbildlichen Poesie und Schmerz, Schönheit und Vergänglichkeit — eine Kunst, die den Schauer nicht scheut, um an die eigene Verantwortung zu erinnern. Es ist ein Memorial, »objektive Kunst«, so Bunny Rogers, sei unmöglich.

Tod und Trauer mögen aus dem modernen Alltag verdrängt werden, in der Kunst sind sie seit jeher zentrale Themen. Stillleben, die an die Sterblichkeit erinnern, gehören zur Kunstgeschichte wie die Symbole des Memento mori.
Heute ersetzen digitale Kulte und Phänomene hysterischer Fassungslosigkeit herkömmliche Erinnerungstechniken. Die Medien bemächtigen sich des Trauerns, ebenso die Kunst, man denke an Andy Warhols Bilder von Jackie Kennedy
am Grab ihres ermordeten Mannes.

Im obersten Stockwerk rieselt das Wasser aus einem Duschkopf. Das ganze Geschoss ist mit schlammgrauen, sepiafarbenen Fliesen ausgelegt. Die Anlage, die Bunny Rogers inszeniert, erinnert an Nasszellen, wie sie sich in Schulen oder Sporthallen finden. Diese eigentümlich leere, verlassen wirkende Raumgestaltung wird mit ihren teilweise verschlissenen Fliesenelementen zu einer unbehaglichen Stimmungsbühne, die das KUB in einen einzigartigen Ort verwandelt – nicht nur theatralisch, sondern auch kritisch, politisch und die Gegenwart prüfend.

Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz, 6900 Bregenz
www.kunsthaus-bregenz.at

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