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Boris Becker – Hochbunker. Photographien von Architekturen und Artefakten, Teil I

18.07. - 18.10. 2020 | Saarlandmuseum, Moderne Galerie Saarbrücken
Eingabedatum: 20.07.2020

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Boris Becker: Hochbunker, Bremen, Hauptbahnhof, 1986 © Boris Becker, VG Bild-Kunst, Bonn, 2020bilder

Von 1984 bis 1990 schuf Boris Becker (Jg. 1961) die Reihe „Hochbunker“, die in unserer Ausstellung ausführlich vorgestellt wird. Seine ersten Bunker-Bilder entstanden noch bevor er bei Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie zu studieren begann. Für diese Ausstellung hat der Künstler sein umfangreiches Archiv der Bunker-Aufnahmen ausführlich gesichtet und aus gegenwärtiger Perspektive reflektiert.

Die heute noch zahlreich vorzufindenden Bunkergebäude aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs spielen für Boris Becker seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn eine wichtige Rolle und boten ihm Anlass zur Erarbeitung der ersten umfangreichen Serie seines Werks. Als Relikte der Vergangenheit scheinen die Bauten ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, sind sie doch vielfach in eine neue Nutzung überführt. Dennoch ist ihr Verweis in die Geschichte stets vorhanden. Boris Becker lotet die höchst unterschiedlichen Bauformen mittels Schwarz-Weiß-Fotografie sowie auch in Farbe aus, betrachtet sie in ihrem zumeist städtebaulichen Umfeld und bildet Oberflächenstrukturen und vorgefundene Details ab.

Entstanden ist ein fundamentales Archiv der in Westdeutschland ab 1940 gebauten Hochbunker, das in großen Teilen in unserer Ausstellung präsentiert und dabei mit jüngeren, großformatigen Farbfotografien des Künstlers kombiniert wird. Auch bei diesen neueren Arbeiten liegt der Fokus auf Architekturen oder Artefakten. Sie lassen vielfältige formalästhetische und inhaltliche Bezüge zu den historischen Großbauten zu, sodass insgesamt Beckers grundlegende fotografische Fragestellungen und Motivwelten zum Tragen kommen.

Boris Becker arbeitete einige Male auch in Saarbrücken - ein erstes Mal im Kontext der „Hochbunker“: 1985 entstanden SW-Aufnahmen der Bunker in der Schmoller-, Breitenbacher- und Richard-Wagner-Straße. Ein Jahr darauf fertigte er eine Farbaufnahme des Bunkers am Burbacher Markt. 2014/15 nahm Boris Becker an dem Projekt „Mapping the Museum“ in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums teil. Hierbei entstanden Bilder aus dem damals noch im Rohbau befindlichen Erweiterungsgebäude der Modernen Galerie, von denen einige nun in unserer Ausstellung zu sehen sind.

Der Künstler kannte die „Bunker – Archéologie“ des französischen Philosophen Paul Virilio, der ein fotografisches Inventar der von den Deutschen erbauten Atlantikwall-Bunker schuf. Der Katalog der gleichnamigen Ausstellung von 1975 ist ein dokumentierendes Exponat unserer Ausstellung und zeigt, dass Boris Beckers „Hochbunker“ als der deutsche Beitrag zu diesem Thema mit Virilios Projekt korrespondieren.

Die über 190 Exponate zählende Ausstellung wird in zwei aufeinander folgenden zeitlichen Blöcken gezeigt, der erste vom 18. Juli bis zum 18. Oktober 2020, der zweite vom 27. Oktober 2020 bis zum 31. Januar 2021. Die Ausstellung ist in Kooperation mit Boris Becker und der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur in Köln entstanden und wurde dort 2019/20 in einer ersten Station gezeigt.

Die dreisprachige Publikation (dt./engl./frz.) stellt, über die Exponate der Ausstellung hinaus, den gesamten Werkkorpus der Hochbunker in über 890 Fotografien vor, die Becker sowohl mit Mittel- als auch Großformatkamera aufgenommen hat. Sie ist erschienen im Snoeck Verlag, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl, Roland Augustin, und einem Langgedicht von Marcel Beyer; Preis:68 EUR. Das Buch wurde 2019 von der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur, Köln herausgegeben.

Moderne Galerie des Saarlandmuseums | Bismarckstraße 11-15, 66111 Saarbrücken, +49 (0)681.9964-0

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