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Daniel Hopp. Fictional Healing

28.03. - 24.05.2026 | Kunsthaus Hamburg

Eingabedatum: 28.03.2026

Werkabbildung
Daniel Hopp, Fictional Healing, 2025/26 (Filmstill), Courtesy der Künstler / ania maria wanda
Transitorte, wie Bahnhöfe oder öffentliche Plätze, sind Räume, an denen gesellschaftliche Brüche besonders sichtbar werden – etwa am Leopoldplatz in Berlin oder rund um das Drob Inn, eine Kontakt- und Beratungsstelle mit Drogenkonsumräumen unweit des Hamburger Hauptbahnhofs. Suchterkrankungen, Obdachlosigkeit und akute Überlebensstrategien treffen hier auf urbane Mobilität, Konsum, Kunst und Kultur. Genau an diesem Kristallisationspunkt setzt Daniel Hopps Arbeit an.

Im Zentrum seiner ersten institutionellen Einzelausstellung steht die mehrteilige Filminstallation Fictional Healing. Darin hinterfragt der Künstler stigmatisierende Narrative über Abhängigkeit und entwirft Bilder von Fürsorge, die neue Handlungsspielräume öffnen. Die immersive Installation verbindet Humor und Ernst und schafft dabei einen Resonanzraum, in dem kollektive Imagination Selbstermächtigung ermöglicht. Ausgehend von eigenen Erfahrungen entwickelte Daniel Hopp in beziehungsorientierten Prozessen gemeinsam mit suchtbetroffenen Menschen dokumentarische und (doku-)fiktionale Filmszenen. Ihre persönlichen Geschichten, Träume und Fantasien wurden in Interviews verhandelt und mit Laiendarsteller*innen und professionellen Schauspieler*innen neu inszeniert. Ergänzend eröffnet eine Reihe von filmischen Porträts Einblicke in die Lebensrealitäten der Protagonist*innen.

Innerhalb einer monumentalen Raumarchitektur verdichten sich Filme und KI-generierte Bilder zu einer eindringlichen Erfahrung, getragen von einer Soundlandschaft, die sich über die gesamte Halle entfaltet. So macht die Ausstellung soziale Brennpunkte sichtbar und zeigt, wie Wirklichkeit, Dokumentation, kollektive Imagination und filmische Fiktion miteinander verschränkt werden – zu einem Werk, das Betroffenen eine Stimme gibt, das berührt, irritiert und Fragen nach Verantwortung, Repräsentation und Teilhabe aufwirft.

Kuratiert von Anna Nowak

28.03. - 24.05.2026
Kunsthaus Hamburg

Klosterwall 15, 20095 Hamburg

https://www.kunsthaushamburg.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Daniel Hopps Werk „Fictional Healing“ verortet sich präzise an der Schnittstelle von *Relational Aesthetics*, *Social Practice Art* und *Expanded Cinema*. Durch die partizipative Einbindung marginalisierter Akteur*innen aus urbanen Transiträumen löst Hopp die klassische Trennung von Autor und Subjekt auf und knüpft an sozialplastische Traditionen an, wie sie etwa Christoph Schlingensief prägte. Die mediale Verschmelzung von doku-fiktionalem Film, Laienspiel, KI-generierter Bildsprache und raumgreifendem Sound überführt den dokumentarischen Realismus in eine immersive Raumerfahrung. Thematisch transformiert die Ausstellung den gängigen gesellschaftskritischen Diskurs um Prekarität, Sucht und Repräsentation durch eine gezielte Poetik der Fürsorge. Indem Hopp kollektive Imagination als Werkzeug der Selbstermächtigung nutzt, dekonstruiert er stigmatisierende Narrative und formuliert eine hochaktuelle, ethisch engagierte Position innerhalb der zeitgenössischen Medienkunst.
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