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Pink ist Gold

08.04.2026 - unbekannt | ChemicalmoonBaby, Zürich

Eingabedatum: 08.04.2026

Werkabbildung
Ausstellungsansicht Pink ist Gold, Mai-Thu Perret, Uniform Sampler, 2004, Foto: privat
Die Stiftung Katrin Bechtler präsentiert der Öffentlichkeit eine Auswahl ihrer Sammlungsbestände. Im Zentrum steht eine hochkarätige Auswahl von Werken Schweizer Künstlerinnen von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst.

Der Ausstellungstitel Pink ist Gold greift die Geschichte des Hauses als Standort des von Katrin Bechtler initiierten Projekt- und Ausstellungsraums ChemicalMoonBaby auf. Dessen Hauptfarben waren Pink, Gold und Hellblau; Markenzeichen war ein unkonventioneller, spielerischer und prozessbasierter Umgang mit Kunst. Pink stand für Bechtler dabei sinnbildlich für die Frau. Die Ausstellung nimmt diese Herangehensweise auf und unterstreicht mit dem Titel zugleich die Schwerpunktsetzung auf Werke von Künstlerinnen.

Auf zwei Stockwerken entfaltet sich ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Werke aus der ehemaligen Sammlung der Familie Walter Bechtler treffen auf jüngere Ankäufe der Stifterin, die Anfang 2026 in der Stiftung Katrin Bechtler zusammengeführt wurden. So entsteht ein vielschichtiges Gefüge, das sowohl kunsthistorische Linien als auch persönliche Perspektiven sichtbar macht.

Zu den Highlights der Ausstellung zählen eine mehrteilige Wandplastik von Niki de Saint Phalle, eine raumgreifende Installation von Mai-Thu Perret sowie ein Objekt von Meret Oppenheim, das jüngst von einer mehrjährigen internationalen Ausstellungstour in die Schweiz zurückgekehrt ist. Hinzu kommen Werke wie ein Porträt der Sammlerin als junge Frau von Andy Warhol und ein mehrteiliger illustrierter Brief von Jean Tinguely an Walter Bechtler, die die enge Verbindung der Familie zur Kunst verdeutlichen und der Ausstellung eine persönliche Dimension verleihen. Künstlerinnen und Künstler, die Kunstgeschichte geschrieben haben, finden in der Ausstellung ebenso Platz wie regionale Grössen sowie Neu- und Wiederentdeckungen.

Viele der ausgestellten Kunstschaffenden eint ein visionärer und kämpferischer Einsatz für ihre Anliegen. Darin wird auch das Profil der Sammlerin Katrin Bechtler spürbar, die ihren Fokus auf Künstlerinnenpersönlichkeiten wie Meret Oppenheim, Maria Lassnig und Eva Wipf legt, die ihre Ziele trotz Widerständen entschlossen und kompromisslos verfolgten.

Mit Werken von Heidi Bucher, Miriam Cahn, Andriu Deplazes, Max Ernst, Annemie Fontana, Maria Lassnig, Bernhard Luginbühl, Marino Marini, Mickry 3, Meret Oppenheim, İhsan Oturmak, Mai-Thu Perret, Niki de Saint Phalle, Germaine Richier, Klaudia Schifferle, Kiki Smith, Yves Tinguely, Andy Warhol, Eva Wipf und vielen mehr

01.04.2026 - unbekannt

ChemicalmoonBaby

Mittelstrasse 12, 8008 Zürich

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Ausstellung reiht sich nahtlos in den zentralen kunsthistorischen Diskurs der Kanon-Erweiterung ein, indem sie das Schaffen visionärer, lange Zeit marginalisierter Künstlerinnen von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart in den Fokus rückt. Mit Positionen wie Meret Oppenheims surrealistischer Objektkunst und Niki de Saint Phalles expressiven Plastiken (Nouveau Réalisme) schlägt die Schau eine Brücke von den weiblichen Avantgarden des 20. Jahrhunderts zu den zeitgenössischen, raumgreifenden Installationspraktiken einer Mai-Thu Perret. Thematisch wie technisch offenbart sich ein roter Faden der Emanzipation und radikalen Selbstbehauptung: Künstlerinnen wie Maria Lassnig, Heidi Bucher oder Miriam Cahn dekonstruieren den weiblichen Körper und sprengen durch prozesshafte, teils performative Materialumgänge traditionelle Gattungsgrenzen. Die gezielte Gegenüberstellung dieser kompromisslosen weiblichen Perspektiven – symbolisch codiert durch die Farbe Pink – mit Werken männlicher Weggefährten wie Jean Tinguely oder Andy Warhol (Pop Art) kontextualisiert die Arbeiten in ihren jeweiligen Epochen und macht den Paradigmenwechsel von der klassischen Repräsentation hin zu einer emanzipatorischen, multimedialen Kunstpraxis greifbar.
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