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Janet Cardiff. The Forty Part Motet

08.08. - 15.11.2026 | Kunstmuseum Ravensburg

Eingabedatum: 30.07.2026

Werkabbildung
Abb.: Janet Cardiff, The Forty Part Motet,© Janet Cardiff, Foto: Atsushi Nakamichi/Nacasa & Partners Inc.
Die Sound-Installation »The Forty Part Motet« (2001) der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff (*1957) rückt die skulpturalen Qualitäten von Klang in den Mittelpunkt und bietet ein einzigartiges räumliches Klangerlebnis.

Ausgangspunkt bildet das polyphone Renaissance-Musikstück »Spem in Alium« (um 1570), das Thomas Tallis für acht Chöre zu je fünf Stimmen komponiert hat.

Janet Cardiff zeichnete die Stimmen der Sänger:innen auf getrennten Tonspuren auf und lässt jede Stimme über einen der vierzig im Oval angeordneten Lautsprecher erklingen. Die eigene Bewegung im Raum bestimmt das Hörerlebnis und ermöglicht, sich sowohl auf die Intimität unterschiedlicher Solostimmen zu konzentrieren als auch in die suggestive raumgreifende Komposition als Ganzes einzutauchen.

Abb.: Janet Cardiff, The Forty Part Motet: Eine Bearbeitung von »Spem in Alium« (um 1570) von Thomas Tallis, 2001,Ausstellungsansicht Fondation d'entreprise Hermès, Tokyo, 2009, © Janet Cardiff, Foto: Atsushi Nakamichi/Nacasa & Partners Inc., Courtesy Fondation d'entreprise Hermès

Mit Dank an die Tate Gallery und für die Unterstützung durch guselux.

08.08. - 15.11.2026
Kunstmuseum Ravensburg

Burgstraße 9, 88212 Ravensburg

https://www.kunstmuseum-ravensburg.de/

Presse

Kontext

Einordnung:
Janet Cardiffs »The Forty Part Motet« (2001) markiert eine zentrale Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Medienkunst und historischer Musikpraxis. Indem die Künstlerin Thomas Tallis’ komplexe Renaissance-Polyphonie »Spem in Alium« (um 1570) in ihre 40 Einzelstimmen dekonstruiert, überführt sie ein epochemachendes Meisterwerk der Vokalmusik in eine physisch erfahrbare, immersive Raumskulptur. Die ringförmig angeordneten Lautsprecher fungieren dabei als plastische Stellvertreter der Akteure und verleihen der flüchtigen Natur des Klangs eine greifbare Materialität. Kunsthistorisch reiht sich die Arbeit in die Tradition der Sound Art ein, erweitert diese jedoch um eine radikal partizipative Dimension: Durch die eigene Bewegung im Raum emanzipieren sich die Rezipient:innen von passiven Zuhörer:innen zu aktiven Gestalter:innen des Hörerlebnisses. Cardiff spannt somit einen eindrucksvollen Bogen von der sakralen Raumakustik des 16. Jahrhunderts zur technologisch vermittelten, individualisierten Wahrnehmungsästhetik der Gegenwart.
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