Anzeige
Responsive image

CADY NOLAND

27. 10. 2018 - 31. 03. 2019 | Museum für moderne Kunst, Frankfurt a. M.
Eingabedatum: 28.10.2018

bilder

Gewalt findet in der Moderne ihren Ausdruck nicht allein im sozialen Handeln, sondern auch in allgegenwärtigen Objekten, Anlagen und urbanen Strukturen. Die Härte der Aggression formiert sich in Formgebung wie Material. Die geometrische Strenge suggeriert Funktionalität, das zurückgeworfene Licht der metallischen Oberflächen schafft Distanz. Form, Glanz und Härte der widerständigen Materialien bezeugen Stärke und Macht und verleihen den Gegenständen eine unmittelbare Brutalität.

Cady Noland (* 1956) legt in ihren Arbeiten jene Gewalt frei, die uns in Szenarien der räumlichen wie ideologischen Grenzziehung tagtäglich begegnet. Damit entblößt sie die vermeintliche Neutralität von Material und Form. Die scheinbar scharfe Trennung zwischen Objekten und Subjekten verschwimmt, die unablässigen Wechselwirkungen werden evident.

Die US-amerikanische Flagge, Holzkohlegrill, Zaumzeug, Cowboysattel und Waffen sind Symbole US-amerikanischer Identität. Der Mythos des amerikanischen Traums, den Noland scheinbar naiv ernst nimmt, ist jedoch zu einer globalisierten Wirklichkeit geworden: Verherrlichung von Gewalt, radikale Individualisierung, Konsum als Antrieb und Erfüllung, Kampf durch Ausschluss und Abgrenzung. Barrieren, Gatter und Zäune zeugen in ihrem Werk von den physischen und symbolischen Manifestationen, die Öffentlichkeit erzeugen und Teilhabe ausschließen. Allein Prothesen, wie Gehilfen, Greifer und Blindenstöcke eröffnen den nicht Leistungsfähigen Zugang zum öffentlichen Leben. Hingegen wird erzwungene Teilhabe an der Öffentlichkeit vielen Prominenten auferlegt. Ihre unfreiwillige Objektwerdung ist die Voraussetzung für den martialischen Umgang mit ihnen. Empathielos wie ein Psychopath beschrieb Noland bereits 1987 in ihrem Aufsatz „Zu einer Metasprache des Bösen“ die US-amerikanische Gesellschaft, die gegenwärtig weltweit zur Realität geworden ist.

Die umfangreiche Ausstellung im MMK wird im Dialog mit ausgewählten Werken aus der Sammlung präsentiert.

Museum für moderne Kunst, MMK
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
www.mmk.art


Presse



Cady Noland:


- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- documenta 9, 1992

- Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel, 2006

- Migros Museum, Sammlung

- MoMA Collection

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Solomon R. Guggenheim Collection


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image

Chatbot

Was der Bot bereits jetzt beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

all natural. 100 % Sammlungen

27. April - 29. September 2019 | Museum der Moderne Salzburg

Card image cap

EMAF 2019: Musik und Performance

24.04 - 26.05. 2019 | Kunsthalle Osnabrück

Card image cap

Malte Bartsch, Auto Modus 2

24. April bis 16. Juni 2019 | Städtische Galerie Wolfsburg

Card image cap

Red Umbrella Struggles

18. April bis 23. Juni 2019 | Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg

Card image cap

Absolventin Olga Jakob erhält der Kalinowski-Preis 2019

April 2019 | Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe