Anzeige
Responsive image

CADY NOLAND

27. 10. 2018 - 31. 03. 2019 | Museum für moderne Kunst, Frankfurt a. M.
Eingabedatum: 28.10.2018

Responsive image

Cady Noland, Gibbet, 1993–1994, Courtesy The Brant Foundation, Greenwich, Connecticut, USAbilder

Gewalt findet in der Moderne ihren Ausdruck nicht allein im sozialen Handeln, sondern auch in allgegenwärtigen Objekten, Anlagen und urbanen Strukturen. Die Härte der Aggression formiert sich in Formgebung wie Material. Die geometrische Strenge suggeriert Funktionalität, das zurückgeworfene Licht der metallischen Oberflächen schafft Distanz. Form, Glanz und Härte der widerständigen Materialien bezeugen Stärke und Macht und verleihen den Gegenständen eine unmittelbare Brutalität.

Cady Noland (* 1956) legt in ihren Arbeiten jene Gewalt frei, die uns in Szenarien der räumlichen wie ideologischen Grenzziehung tagtäglich begegnet. Damit entblößt sie die vermeintliche Neutralität von Material und Form. Die scheinbar scharfe Trennung zwischen Objekten und Subjekten verschwimmt, die unablässigen Wechselwirkungen werden evident.

Die US-amerikanische Flagge, Holzkohlegrill, Zaumzeug, Cowboysattel und Waffen sind Symbole US-amerikanischer Identität. Der Mythos des amerikanischen Traums, den Noland scheinbar naiv ernst nimmt, ist jedoch zu einer globalisierten Wirklichkeit geworden: Verherrlichung von Gewalt, radikale Individualisierung, Konsum als Antrieb und Erfüllung, Kampf durch Ausschluss und Abgrenzung. Barrieren, Gatter und Zäune zeugen in ihrem Werk von den physischen und symbolischen Manifestationen, die Öffentlichkeit erzeugen und Teilhabe ausschließen. Allein Prothesen, wie Gehilfen, Greifer und Blindenstöcke eröffnen den nicht Leistungsfähigen Zugang zum öffentlichen Leben. Hingegen wird erzwungene Teilhabe an der Öffentlichkeit vielen Prominenten auferlegt. Ihre unfreiwillige Objektwerdung ist die Voraussetzung für den martialischen Umgang mit ihnen. Empathielos wie ein Psychopath beschrieb Noland bereits 1987 in ihrem Aufsatz „Zu einer Metasprache des Bösen“ die US-amerikanische Gesellschaft, die gegenwärtig weltweit zur Realität geworden ist.

Die umfangreiche Ausstellung im MMK wird im Dialog mit ausgewählten Werken aus der Sammlung präsentiert.

Museum für moderne Kunst, MMK
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
www.mmk.art


Presse



Cady Noland:


- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- documenta 9, 1992

- Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel, 2006

- Migros Museum, Sammlung

- MoMA Collection

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Solomon R. Guggenheim Collection


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Card image cap

Katja Stuke/Oliver Sieber. Fotografie neu ordnen: Japanese Lesson

7. 12. 2018 - 2. 06. 2019 | Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG)

Card image cap

ALEX KATZ

06. Dezember 2018 – 22. April 2019 | Museum Brandhorst, München

Card image cap

Künstlerinnen im Dialog

6. 12. 2018 – 6. 04. 2019 | Sammlung Goetz, München

Card image cap

Ting-Jung Chen & Hui Ye - Keep me close to you

5.12. 2018 – 27.1. 2019 | Kunsthalle Wien

Card image cap

100 % MEHR | WERT | SCHÖPFUNG Reihe über den Wert künstlerischer Freiheit

Dezember 2018 | Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig