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2019 Jahresrückblick

Eingabedatum: 29.12.2019


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Ausstellungen

Zu Beginn des Jahres 2019 empfahl die Kuratorin Ellen Blumenstein in einem Beitrag von Deutschlandfunk Kultur ein neues Künstlerbild, dass Künstler nicht zu Genies erhebe und im Starkult als Sackgasse enden lasse. Konkret gemeint waren die Van Gogh Ausstellungen, die den Häusern Besucherströme garantieren, aber bei denen geistig doch Wesentliches auf der Strecke bleibt.

Kunstmarkt

Auf der Strecke blieb dann auch einiges bei der Auktion Bansky und seinem Werk Love is in the Bin.
Unter dem Titel: Banksys Attacke auf den Kunstbetrieb / Kunstmarkt trafen Experten in einer Diskussionsrunde zusammen und kamen zu dem Schluss, alle haben alles richtig gemacht (und das war erkennbar nicht ironisch gemeint!). Jeder müsse jetzt nach Stuttgart reisen und sich dieses Bild im Museum anschauen.

Künstler

Neo Rauch diskreditierte sich in diesem Jahr endgültig. (Kein Wort mehr zu diesem Künstler.)

Medien

Versagen der Medien im Fall Magnus Resch bzw. Magnus Resch und Stefan Heidenreich.
Magnus Resch behauptete einerseits der Kunstmarkt werde durch drei Galerien bestimmt, andererseits der Kunstmarkt werde durch drei Museen bestimmt, und es sei an der Zeit, den Kunstmarkt zu demokratisieren. Denn „Eine Ausstellung, die auf Instagram gefeiert wird, dadurch neue Leute ins Museum spült, für hohe Ticketverkäufe sorgt und durch Sponsorengelder die Kasse vollmacht - das ist eine gute Ausstellung“. Erst einmal lief es so durch Monopol und Die Zeit.
Obwohl Resch angab, über ausreichend Daten aus dem Kunstbereich zu verfügen, plädierte er für eine Demokratisierung per Likes und nicht wie es, wenn man Daten lesen kann, logisch wäre, indem man Klusterbildung algorithmisch auflöst. Das hätte auch Journalisten, die sich nicht mit Digitalisierung auskennen auffallen müssen. (Im Prinzip fokusieren Resch/Heidenreich einzig den Kunstmarktbereich im System und lassen den Biennalesektor, in dem wesentliche Forderungen der Autoren bereits erfüllt sind, außen vor. Eine Scheindebatte mit vielen Ungenauigkeiten, wie viele der Künstler möchte das Autorenduo denn anstelle der vermeintlich aktuell etwa 400 Auserwählten demokratisieren? 10.000 oder 40.000.) Wahrscheinlich nur die, die ein Marketingvideo von Magnus Resch kaufen.

Biennale

Venedig Biennale 2019
Gerade hier wird deutlich, der Tourismus ist ein systemisches Problem, besonders bei anlassbezogenem Reisen. Andererseits zeigte sich auf der Biennale selbst, dass Instagram als ein sinnvolles Rechercheinstrument eingesetzt werden kann. Siehe auch unseren Beitrag “Künstlerliste Venedig Biennale 2019 - Künstler*” www.art-in.de

Liverpool Biennale 2020
Das Projekt von Ubermorgen, Leonardo Impett und der Kuratorin Joasia Krysa zur Liverpool Biennale 2020 lautet: “Die nächste Biennale sollte von einer Maschine kuratiert werden”. Wir haben es uns zu Herzen genommen und untersuchen die Möglichkeiten, die sich bieten. Um Vorhersagen zu gewinnen, benötigt man Daten aus der Vergangenheit, dem aktuellen Umfeld und den Zielen. Näheres hier.

Preise

Turner prize
Ein Novum bei der Vergabe des Turner Prize, der am 3.12.2019 verliehen wurde: Es gibt vier Preisträger*innen: Tai Shani, Helen Cammock, Lawrence Abu Hamdan, Oscar Murillo

Kunstmarkt: Zertifikate

Kunst über den Kunstmarkt
Der italienische Künstler Maurizio Cattelan hat auf der Art Basel Miami Beach eine Banane mit einem Klebestreifen an die Wand geklebt. Ein Sammler kaufte das Werk für 120.000 Dollar.
Der Kunstmarkt treibt seine eigenen Blüten und sollte - unserer Meinung nach - auch völlig unabhängig von der Kunst gesehen werden. Das Zertifikat zur Banane von Maurizio Cattelan erinnert an die Definition von Werkbegriff und Autorenschaft in der Moderne und hinterfragt aktuelle Tendenzen in der künstlerischen Produktion.
Das Zertifikat gilt im Bereich der bildenden Kunst als Handlungsanweisung an Kuratoren bzw. Sammler, Rezipienten. Das Zertifikat beschreibt ein anderes Verständnis von Autorenschaft, künstlerischer Arbeit und einen neuen Werkbegriff.

Digitalisierung

Bricht man die Digitalisierung auf Apps bzw. Appkategorien herunter fehlt der Blick fürs Wesentliche.
Begrifflichkeiten wie post-internet bzw. post-social-media versuchen einen Zeitraum von einem vorherigen Zustand abzugrenzen, indem sie auf den Netzwerk-Charakter und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Situation verweisen. Die Grundlage und Voraussetzung für die Bedeutung der Netzwerke liegt allerdings in der Digitalisierung, in Datenbanken und Softwarelösungen, die weit über den Netzwerk-Gedanken hinausgehen. Zwar kann man die Bilderkennung auf ein Kanten-Netzwerk zurückführen, trotzdem bildet eine rudimentäre Unterteilung in einen Prä-Digitalen und einen (Post-) Digitalen Zeitraum die Möglichkeit, auch Anwendungen künstlicher Intelligenz zu berücksichtigt.

Zentrum für politische Schönheit

Anfang Dezember widmete sich das Zentrum für politische Schönheit erneut der deutschen Erinnerungskultur. Unter dem Titel Sucht nach uns wurde eine 4 Tonnen schwere Säule als Gedenk- und Widerstandsstätte zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt aufgestellt. Die Säule enthielt nach Angaben des ZPS die Asche von durch das NS-Regime ermordeten Menschen. "Die Toten erinnern den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben: es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren - das ist das Gebot der Stunde." hieß es in der Pressemitteilung des ZPS.
Es folgte heftige Kritik, jedoch nicht von Seiten derer, gegen die sie gerichtet war, sondern von Menschen, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sahen.
So sah sich das ZPS veranlasst, Fehler einzuräumen und entschuldigte sich: "Wir bedauern aufrichtig, dass wir den zentralen Wirkungsaspekt unserer Arbeit nicht im Vorfeld erkannt haben. Als wir begannen, die Orte aufzusuchen, an denen wir die Überreste der Ermordeten vermuteten, waren wir überwältigt von dem Schrecken.... Dennoch lag uns nichts ferner, als die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen. Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben."
Grundsätzlich stellt sich bei den künstlerischen Aktivitäten des Zentrums für Politische Schönheit die Frage, wie komplex und nachhaltig hier etwas zur Bewusstseinsänderung beiträgt - im Speziellen und Allgemeinen.
Besser als politische Bewusstlosigkeit ist es allemal.
Weiter lesen unter:
http://www.art-in-berlin.de

art berlin


Wie die Koelnmesse mitteilte, stellt sie bis auf Weiteres die Durchführung der Kunstmesse art berlin ein. Schuld seien die wackligen Berliner Rahmenbedingungen, wie bspw. die zukünftige Nutzung des Flughafen Tempelhof als Messestandort, die einer Planungssicherheit entgegenstünden.
Weiter lesen unter:
http://www.art-in-berlin.de

Studie zu den Galerien

Die schlechte und erstaunliche Nachricht ist, dass über 84% der Galeristen*innen mit ihrem Wissensstand von heute keine Galerie mehr eröffnen würde. Diese Daten basieren auf einer repräsentativen Online-Umfrage, die der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und der Landesverband Berliner Galerien (lvbg) gemeinsam unter fast 200 Berliner Galeristen durchgeführt haben.
Weiter lesen unter:
http://www.art-in-berlin.de

ct
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Digitale Bildwerdung mit KI und GAN
Untersuchung und Beispiele

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Liverpool Biennial 2020 - Untersuchungen
Algorithmisches kuratieren

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2019 Jahresrückblick

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Berlin
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Künstliche Intelligenz in Bild und Text
Untersuchungen

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Berlin
Werkabbildung klein
Künstler Kuratoren Kunstmarkt Biennalen

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Textkorpus

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Datenbank
Werkabbildung klein
Die Datenbank zu den Künstler-Datenblättern
Mehr als eine Rankingliste zur zeitgenössischen Kunst

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