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Assoziationsraum Wunderkammer

Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen

noch bis 16. August 2015 | Franckesche Stiftungen zu Halle
(Eingabedatum: 23.06.2015)

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Die Wunderkammer verkörpert ein enzyklopädisches Modell der Welterfassung und -erklärung, sie ist ein Ort der Sammlung und Systematisierung, der Forschung sowie der unwillkürlichen und assoziativen Verknüpfung von Dingen heterogener Herkunft. Mit ihren Naturalia, Artificialia, Scientifica, Exotica und Mirabilia und, als spezielle Kategorie der Kunst- und Naturalienkammer in Halle, auch der Realia und den daran angebundenen Sammlungsgeschichten war sie nicht nur der Ausgangspunkt für die Herausbildung der Spezialmuseen, sondern wird gerade in den letzten Jahren als Muster für aktuelle Ausstellungskonzepte aktualisiert.

Die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zeugt – als einzigartige Wunderkammer jenseits höfischer Einbindung – von der weltweiten Missionstätigkeit, der globalen Vernetzung und dem Erziehungsanspruch der Pietisten. Mithilfe der spezifischen inszenatorischen Gestaltung durch Gottfried August Gründler wird nicht nur, wie in jeder Wunderkammer, das Universum als zusammenhängender, gottgewollter Organismus vor-gestellt. Darüber hinaus wird ein „Theater des Wissens“ aufgeführt, das die pietistische Zweckdienlichkeit zwar beinhaltet, doch zugleich – im Sinne einer Erstaunen und Bewunderung hervorrufenden Versammlung exklusiver Exponate – die Vision einer globalen Wissenswelt eröffnet. Die Lust an der spielerischen Verknüpfung von zweckgebundenen und „nutzlosen“ Dingen wird hier angeregt.


Nina Naußed: Sammlung, 2013-15

Die Ausstellung will die Grundprinzipien der Wunderkammer fortschreiben. Sie wird dabei das „große“, universale und enzyklopädische Modell mit dem „Kleinen“, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche verbinden. Die Ausstellung wird im assoziativen Nebeneinander die Ikonographie des Materials und die Sprache der Dinge zum Klingen bringen. Sie wird das „wilde Denken“ der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen. Erbauliches gesellt sich zu Kuriosem, Lehrreiches mündet in Visionärem. Dabei werden Prozesse und Objekte kultureller Hybridisierung, Kolonialisierung und die diese mit bedingenden Reiserouten sichtbar. Im Rahmen aktueller kunst- und kulturwissenschaftlicher Diskurse zur Material- und Dinggeschichte sowie zum Komplex Artistic Research kann die Ausstellung einen pointierten Kommentar liefern. Bezugspunkt für das Projekt ist zum einen die barocke Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen, zum anderen, vom konkreten Sammlungskonvolut abgelöst, der Denkraum einer multimedial ausgerichteten und global vernetzten künstlerischen Produktion. Denn die für die Wunderkammer kennzeichnende ars combinatoria ließe sich heute transdisziplinären Vernetzung.


Sophie Baumgärtner: Arbeitstisch, 2014

Junge Künstler_innen und Gestalter_innen, Absolvent_innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle aus verschiedenen Sparten der Kunst und des Design werden ihre Werke im Tandem mit ausländischen Künstler_innen und Gestalter_innen, die sie inspiriert haben oder mit denen sie intensiv zusammenarbeiten, präsentieren. Es werden neue Arbeiten für die Ausstellung entstehen. Zudem sollen in die Ausstellung einige historische Referenz-Objekte aus den Sammlungen der Franckeschen Stiftungen integriert werden. Umgekehrt sollen vereinzelt Exponate der Künstler_innen und Gestalter_innen einen dezenten Platz in der Wunderkammer finden und deren Sammlungsschwerpunkte und Kategorien kommentieren und erweitern. Die Kategorien der Naturalia, Artificialia, Scientifica, Exotica und Memorabilia sowie der Realia bilden dabei auch für die Präsentation der aktuellen Werke in der Ausstellungsetage einen lockeren Bezugsrahmen. Die Ausstellung möchte einen assoziativen Raum voller Verweisgeflechte – vergleichbar einer Wunderkammer – vorstellen.


Pia Fischer: Master-Kollektion „Anderwelten“, 2013/14. Foto Marco Warmuth

Aus Halle sollen, im Sinne der universalen Ausrichtung der Wunderkammersammlungen, Satelliten in Form von Gesprächsrunden, Tagungen und Kabinettausstellungen ausschwärmen, die in Sinop, Paris und andernorts Station machen.

Künstlerliste

Claudio Adami (ITA)
Pedro Flores Balbuena, gen. Ogwa (PRY)
Anne Baumann (DEU)
Sophie Baumgärtner (DEU)
Charlotta Bellander (SWE)
Berlin Rhizom (CHN/TWN/DEU)
Alighiero Boetti (ITA)
Mario Brondo (MEX)
cominghomefunktion (DEU/CYP)
Pia Fischer (DEU)
Wilhelm Frederking (DEU)
Ulrike Grossarth (DEU)
Murat Haschu (RUS)
Kristina Heinrichs (DEU)
Susanne Hopmann/Georg Lisek (DEU)
Thomas Huber (CH)
Burçak Konukman (TUR)
Nora Läkamp (DEU)
David Lynch (USA)
Anna Maria Maiolino (BRA)
Nina Viktoria Naußed (DEU)
Ginan Seidl (DEU)
Sabina Shikhlinskaya (AZE)
Esther Suarez Ruiz (COL)
Branislava Susnik (PRY)
Lars von Trier (DNK)
Silvia Weidenbach (DEU/GBR)
Xu Na (CHN)
Yang Yanyu (CHN)

ASSOZIATIONSRAUM WUNDERKAMMER
Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen


Ein Ausstellungsprojekt mit künstlerischen und gestalterischen Positionen aus Aserbaidschan, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, England, Italien, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Russland, Schweden, der Schweiz, Spanien, Taiwan, der Türkei, den USA und Zypern.

Projektdurchführende Institutionen:
Franckesche Stiftungen, Halle,
in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Kuratorin:
Nike Bätzner, Berlin/Halle

Ort der Ausstellung:
Kunst- und Naturalienkammer und Ausstellungsetage der Franckeschen Stiftungen im Historischen Waisenhaus, Franckeplatz 1, Halle

Laufzeit:
Ausstellung in Halle: 24. April bis 16. August 2015

Weitere Kooperationspartner:
Werkleitz Gesellschaft Halle, Sommer 2015

Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Centre Allemand d’Histoire de l’Art, und Studio der Gallerie Laurent Mueller, Paris, Oktober 2015

Sinopale 6, International Biennial, Sinop am Schwarzen Meer, August/September 2016

Katalog:
Zur Ausstellung erscheint eine Katalog mit Beiträgen von Nike Bätzner, Thomas Müller-Bahlke, James Delbourgo, Nadine Engel, Robert Felfe, Philine Helas, Felix Thürlemann und anderen

Vermittlungs- und Rahmenprogramm:
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

100.burg-halle.de/assoziationsraum-wunderkammer

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Die Bundeskunsthalle in Bonn (11 / 02)


Seit über 10 Jahren leistet sich die Bundesrepublik Deutschland eine Kunsthalle in Bonn.
Eine außergewöhnliche Tatsache in der heutigen so geldknappen Kulturzeit ! Aber nicht nur die eigentliche Existenz dieses Museums ist bemerkenswert, sondern noch vieles mehr.

Bereits 1949 wurde die Idee zu einer Kunsthalle mit "gesamtstaatlicher Repräsentanz" zum ersten Mal in Bonn diskutiert, die Grundsteinlegung erfolgte - nach den langsam mahlenden Mühlen der Bürokratie - im geschichtsträchtigen Oktober 1989, und die Eröffnung fand im untergehenden Bonn von 1992 statt.

So gesehen, erscheinen die Feierlichkeiten zu ihrem 10 jährigen Bestehen, wie die Ehrung des Phönix aus der Asche.

Mit dem nahezu ausgewogenen Verhältnis von Vertretern des Bundes und der Länder im Kuratorium und Programmrat sowie der glücklichen Entscheidung gegen den Aufbau einer eigenen Sammlung konnten die Bonner im Juni dieses Jahres ein Jahrzehnt der Superlativen feiern.

Die "Wunderkammer der Kultur" wartet mit 100 eigenen Ausstellungen und 4600 Fremdveranstaltungen auf. Es wurden 26.000 Besuchergruppen durch das Museum geführt, 1.700 Workshops veranstaltet, im Februar konnte der siebenmillionste Besucher begrüßt werden. Als Ausdruck der Bandbreite seien, neben den vielen großen Kunstausstellungen, außerdem Veranstaltungen von der Filmmusikbiennale über die Tigerenten-Show bis zum barocken Kostümball erwähnt. Eine Kunst- und Ausstellungshalle mit dem erklärten Ziel, die geistige und kulturelle Entwicklung von nationaler und internationaler Bedeutung sichtbar zu machen, reicht mit ihren Aktivitäten in alle Ecken der Republik und noch weiter.

Der österreichische Architekt Gustav Peichl hat ein 96 x 96 Meter großes Quadrat als Kubus in die Höhe gezogen, geometrische Aussparungen vorgenommen und mit Verweisen nicht gespart. So beziehen sich zum Beispiel vor dem Eingang 16 Stahlsäulen auf die 16 Bundesländer, und auf dem Dach thronen 3 in den Himmel ragende, gläserne Spitzen als Dreiklang der bildenden Künste: Architektur, Malerei und Skulptur.

5.600 qm Ausstellungsfläche und noch einmal 8.000 qm Dachlandschaft stehen zur Präsentation aller Bereiche "menschlicher Kulturartikulation" zur Verfügung. Die Architektur sollte sich nach dem erklärten Willen des Architekten zurücknehmen, um in Einfachheit und Dauerhaftigkeit alles Denkbare zu ermöglichen.

Die aktuelle Ausstellung "VENEZIA - Kunst und Sammeln in Venedig" läuft noch bis zum 12.1.2003 und wurde in Zusammenarbeit mit dem Musei Civici Veneziani erstellt. Sie eröffnet einen überaus spannenden Blick auf die Entwicklung von Kunstsammlungen vom 13. bis zum 19.Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Zeitgeschehen, der an Aktualität nichts vermissen lässt.

Deutschland also leistet sich seit über 10 Jahren eine Kunsthalle; die Mitarbeiter dieser Einrichtung leisten im selben Zeitraum mit erheblichem Aufwand wunderbare Arbeit; warum leisten Sie sich nicht mal einen Besuch des Hauses?

bundeskunsthalle.de

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Friedrich-Ebert-Allee 4 / 53113 Bonn

Mo. geschlossen / Di.+Mi. 10.00-21.00 Uhr; Do.+So. 10.00-19.00 Uhr

Fotos: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, copyright/Peter Oszvald; Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Große Halle copyright/Richard Bryant/Arcaid


Marta Herford - my privat HEROES - Herford 7.05.-14.08.05


MARTa - Herford ist ein Museum Zentrum Forum, ein Labor in dem aktuelle Fragestellungen zur Kunst und Kreativität vermittelt werden.

Herford als der Standort der Möbelproduktion, insbesondere der Küchenmöbel Industrie, hat sich mit Marta Herford ein Forum für Kultur, Veranstaltungen und Präsentationen geschaffen.

Hier soll, in der Architektur von Frank Gerry, nach einem künstlerischen Konzept von Jan Hoet ein Forum für junges und zeitgenössisches kreatives Schaffen entstehen, das in erster Linie die engen und komplexen Beziehungen zwischen Kunst, Design, Architektur und Industrie untersucht.

"Das Ausstellungskonzept ist auf einen Austausch der traditionell getrennten Bereiche Kunst und Design ausgerichtet. Design meint für die MARTa Macher kein rein funktionales und kommerzielles Gebiet, sondern ein Feld des prozesshaften, experimentellen Schaffens. Und auch die Kunst habe heute ihren Charakter verändert: Die autonome auf sich selbst bezogene Kunst verschiebt mehr und mehr die Grenzen und öffnet sich zunehmend außerkünstlerischen Disziplinen.

Die erste Ausstellung widmet sich Künstlern, Helden und Stars.
Die Darstellung heroischer Menschen gehört zu den großen Themen der Kunst. Heute sind die Götter von gestern die Medienstars von morgen. Diese Ausstellung erzählt von Helden und ihren Bildern in der Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Künstler des 20. Jahrhunderts haben heroische Ausdrucksweisen immer wieder neu für sich entdeckt - ob selbstironisch wie bei Martin Kippenberger und Andy Warhol, oder mit tragisch-existenziellem Ausdruck wie bei Jean Fautrier, Joseph Beuys oder Wols.

(my private) HEROES vermeidet es bewußt, eindeutige Bestimmungen des Heroischen zu versuchen, sondern formuliert im Gegenteil offene parcours, heroischer Themenfelder wie etwa Idol und Star, Täter und Opfer sowie Wunden und Martyrium. Helden sind heute weniger Heilige und Propheten als vielmehr Menschen und Künstler.
Die Ausstellung stellt die Natur des Helden in Frage. Sie untersucht die Formen in denen sich heute Künstler zeigen und mit denen sie agieren.

Die Künstler-Helden und Medien-Stars, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, repräsentieren eine subjektive Auswahl. Zu den Helden des 20. Jahrhunderts zählen nicht mehr nur die großen charismatischen Führer und Macher, sondern vor allem auch Anti-Helden – (anonyme) Opfer, aber auch Täter, die von ihren Anhängern posthum nicht selten zu Helden stilisiert werden.

Helden leben - wie die Kunst selbst – durch die passionierte Verehrung ihrer Betrachter. Mit seiner persönlichen Wunderkammer bietet Jan Hoet einen Einblick in seine private Heldenwelt."


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