Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: ATAK. Der letzte Mann

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Militärischen in der deutschen Volks- und Laienkunst

13. April bis 7. Mai 2017 | Burg Galerie im Volkspark, Halle
(Eingabedatum: 31.03.2017)

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Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Militärischen in der deutschen Volks- und Laienkunst

Die von ATAK (Prof. Georg Barber, Professor für Kommunikationsdesign/Illustration an der BURG) kuratierte Ausstellung ATAK. Der letzte Mann widmet sich vom 13. April bis 7. Mai 2017 in der Burg Galerie im Volkspark künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Militärischen in der deutschen Volks- und Laienkunst. Zu diesem ungewöhnlichen Thema recherchierte Georg Barber während seines Forschungsfreisemesters im Frühjahr 2016 und legte eine eigene Sammlung von Artefakten an, die bis ins 18. Jahrhundert reichen, jedoch einen Schwerpunkt in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs haben. Das Spektrum seiner Analyse und der gezeigten Arbeiten erstreckt sich dabei von militärischen Hobbymodellen über Feldpostkarten bis hin zu Kunst von Soldaten und Kriegsgefangenen und schließt die visuelle Aufarbeitung traumatischer Kriegserlebnisse ein. In der weiteren Auseinandersetzung wird auch die Wechselbeziehung zwischen Artefakten privaten Ursprungs und der offiziellen propagandistischen Kriegsmalerei untersucht.

Werkabbildung
ATAK, Der letzte Mann, 2017, Mischtechnik auf Papier/Leinwand, 111 x 80 cm, © ATAK, Foto: Marie Schuster, Marlen Kaufmann

Neben den historischen Objekten sind in der Ausstellung auch Arbeiten und Beiträge von ATAK sowie den Künstlern 44Flavours, Robert Deutsch, Moritz Götze, Heino Jaeger, Tal R und Josef Wittlich zu sehen, die sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzen.

Titelgebend für die Schau ist das verschollene Propaganda-Bild Der letzte Mann des deutschen Marinemalers Hans Bohrdt (1857–1945), das im Ersten Weltkrieg als Postkartendruck in hoher Auflage verbreitet wurde. Die Illustration eines Matrosen, der als Letzter mit wehender Fahne im Seegefecht des 8. Dezembers 1914 vor den Falklandinseln untergeht, wurde zu einer nationalen Ikone stilisiert und auch später noch häufig von Laien kopiert. In der Ausstellung sind einige dieser Kopien zu sehen. Während des Ersten Weltkriegs entstanden in Abwandlung einer bürgerlichen Tradition aber auch massenhaft Anfertigungen von Erinnerungsbildern gefallener Frontsoldaten für das Wohnzimmer der Familie, die nun ebenfalls Eingang in die Schau finden. Neben dem Aufspüren von solchen, damals populären Bildthemen fragt ATAK als Künstler, wo die künstlerische Kreativität in der Laienkunst beginnt und welche Rolle sie in einem solchen Zusammenhang spielt. Die von ihm ausgewählten Werke und Artefakte verweisen darauf, dass Kriegstraumata auch mittels Modellbau, selbst gefertigten Alltagsobjekten oder Spielzeug von Kriegsgefangenen verarbeitet wurden. So bedeutete das in der Ausstellung zu sehende Trinkgefäß möglicherweise eine größere Überlebenschance, zugleich zeigt die persönliche Verzierung auch kreative Selbstbehauptung unter den Bedingungen im Gefangenenlager. Beeindruckend sind ebenfalls die ausgewählten Skizzenbücher von künstlerisch begabten Soldaten. Das Konvolut erinnert in seiner emotionalen Dringlichkeit an Kinderzeichnungen traumatisierter Flüchtlingskinder und schlägt damit den Bogen in die Gegenwart. In diesem Zusammenhang stellt sich für ATAK die Frage, was mit jenen politisch wie künstlerisch brisanten Aufzeichnungen des jeweiligen Zeitgeschehens passiert. Von wem werden sie gesehen, besprochen oder erinnert?

Werkabbildung
Albert Karl Liesegang, La Guerre, 1919, Bleistift auf Papier, 15 cm x 9 cm, Foto: Marie Schuster, Marlen Kaufmann

Zeitgleich zur Beschäftigung mit dem Thema sind von ATAK eigene Arbeiten entstanden, die in der Ausstellung gezeigt werden. Außerdem wendet er sich der Frage zu, wie das Militärische die kindliche Kreativität beeinflusst und wie sich Künstlerkollegen damit auseinandersetzen. So sind in der Ausstellung auch Arbeiten der Künstler 44Flavours, Robert Deutsch, Moritz Götze, Heino Jaeger, Tal R sowie Josef Wittlich zu sehen. Die Künstlergruppe 44Flavours schafft beispielsweise für die Ausstellung eine raumbezogene, begehbare Installation, die sowohl an einstige Unterstände als auch an heutige Flüchtlingscamps erinnert. Die zeitgenössischen Arbeiten schärfen den Blick für die Aktualität des Themas und verbinden es mit Fragen zur individuellen und kollektiven Erinnerungskultur.

Kurzvita ATAK
ATAK wurde 1967 in Frankfurt/Oder geboren. Seit 2009 hält er eine Professur für Illustration an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle inne. Er lebt und arbeitet als freiberuflicher Künstler, Illustrator und Grafiker in Berlin. Einzelausstellungen mit seinen Werken wurden unter anderem in Paris, Berlin, Stockholm, Helsinki, Basel und Zürich ausgerichtet.

ATAK. Der letzte Mann
Ausstellungsdauer: 13. April bis 7. Mai 2017
Eröffnung: Mittwoch, 12. April 2017, 18 Uhr

Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8 a, 06114 Halle
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.
Weitere Informationen: burg-halle.de/galerie

Kurator: ATAK (Prof. Georg Barber)
Gastkünstler: 44Flavours, Robert Deutsch, Moritz Götze, Heino Jaeger, Tal R, Josef Wittlich

Publikation: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Selbstverlag mit 64 Seiten. Mit Beiträgen und Texten von Georg Barber, Rainer Erb, Lenia Hauser, Tobias Jacob, Stefan Kutschera, Heiner Müller und Oliver Müller. Deutsche Ausgabe, Schutzgebühr.

Begleitprogramm:

Symposium Der letzte Mann: Von Schlachtenmalerei und Grabenkunst:
Mittwoch, 19. April 2017, 17 bis 20 Uhr, Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8 a, 06114 Halle (Saale)
Symposium mit Prof. Georg Barber, Oliver Müller und Rainer Erb.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Museumsnacht Leipzig/Halle:
Sonnabend, 6. Mai 2017, 18 bis 24 Uhr, Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8 a, 06114 Halle (Saale)
Materialschlacht-Live-Painting, Performances und Animationsfilme von Burg Studierenden mit dem Schwerpunkt Illustration:
18 bis 20 Uhr: Animationsfilme
20 bis 22 Uhr: Performances
Ab 23 Uhr: musikalische Finissage
Während des Abends wird ein Barbetrieb angeboten.

Führungen durch die Ausstellung: Jeden Sonntag um 15 Uhr führen Studierende der kunstpädagogischen Studiengänge durch die Ausstellung.
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #ATAK und #BurgHalle.

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Berlin meets Vienna - Salon Österreich, Wien


Das Projekt "Salon Österreich" versammelt Arbeiten von 30 in Berlin lebenden Künstlern, die sich mit dem Thema "Österreich" beschäftigen. Klischees, Missverständnisse und historische Divergenzen zwischen den Ländern werden dabei zum Thema gemacht.

Das Ausstellungsprojekt, das nur 10 Tage lang zu sehen sein wird, findet seinen Bestimmungsort in einem alten prächtigen Großbürgerhaus. Die barocken Räumlichkeiten sollen einen Kontrast zur jungen Berliner Kunstszene bilden und zugleich einen Dialog zwischen österreichischer Kultur und deutscher zeitgenössischer Kunst schaffen.
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Künstlerliste:
Silva Agostini, Georg Barber (Atak), Alexandra Baumgartner, Olivia Berckemeyer, Roland Boden, Barbara Breitenfellner, Fernando Bryce, Thomas Chapman, Martin Dammann, Adib Fricke, Roland Fuhrmann, Axel Geis, Gregor Hildebrandt, Christian Hoischen, Olaf Holzapfel, Christian Jankowski, Klaus Jörres, Lisa Junghanß, Michael Kalki, Alicja Kwade, Peter Langer, Daniel Lergon, Via Lewandowsky, Marit Neeb, Frank Nitsche, Nik Nowak, Serkan Özkayan, Antoine Prum, Jenny Rosemeyer, Michael Sailstorfer, Thomas Scheibitz, Michael Kunze, Philip Topolovac, Jorinde Voigt, Markus Wirthmann, Ralf Ziervogel

Öffnungszeiten:
täglich 12-18 Uhr

Salon Österreich
Liechtensteinstraße 8 (II. Stock)
1090 Wien

salonoesterreich.jimdo.com

SIXPACK. 3 x 2 Positionen zeitgenössischer Kunst


Mit der Ausstellung „SIXPACK. 3 x 2 Positionen zeitgenössischer Kunst“ startet das Kunsthaus in einen spannenden Kunstsommer. Für das Projekt konnten herausragende Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Kunstszene gewonnen werden: Daniel Burkhardt & Stephan Mörsch, 44flavours alias Sebastian Bagge und Julio Rölle & Atak alias Georg Barber sowie Paula Müller und Thomas Fornfeist. Zwischen dem 13.7. und 8.9.2013 stellen im Zweiwochenrhythmus jeweils zwei Künstler gemeinsam aus.

Eine Dauerkarte macht es möglich, alle drei Ausstellungen zu einem vergünstigten Preis von 10 EUR mehrfach zu besuchen und so einen Eindruck der vielfältigen Gegenwartskunst in Deutschland zu bekommen. Darüber hinaus beinhaltet die Dauerkarte den freien Eintritt zum Rahmenprogramm. Gezeigt werden Installation, Video, Malerei, Zeichnung, Grafik, Illustration, Comic, Skulptur und Modell. Die Künstler hatten keine inhaltlichen Vorgaben. Auch die Gruppierungen entstanden in gemeinsamen Gesprächen. Die Herausforderung bestand darin, sich auf das Werk des anderen Künstlers und auf das historische Ausstellungsgebäude einzulassen.
Daraus entstanden spannende Kooperationen, gemeinsame Kunstwerke und neue Sichtweisen auf das eigene Werk. Eine absolute Besonderheit stellt das gemeinsame Katalogprojekt dar: Die Künstler entwarfen ihre Kataloge zum Teil selbst und arbeiteten mit verschiedenen Grafikern zusammen, das Kunsthaus gab ihnen lediglich das Format vor. Die Kataloge können nun im Paket mit Banderole erworben werden oder in einer Box als exklusive Künstleredition, die eingelegte Originalgrafiken, Aufkleber und Postkarten beinhaltet und in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren erscheint.

Den Anfang in der SIXPACK Reihe machen der vielfach ausgezeichnete Kölner Videokünstler Daniel Burkhardt und der erfolgreiche Berliner Künstler Stephan Mörsch.
Daniel Burkhardt präsentiert in der Ausstellung drei herausragende Arbeiten aus den letzten zehn Jahren, die seine Entwicklung aufzeigen. Seine Videos und audiovisuellen Installationen thematisieren auf spielerische und formal avancierte Weise die menschliche Wahrnehmung als fortwährenden Motor von Begriffs- und Bedeutungs-konstruktionen.
Das zentrale und jüngste Werk ist „Zwielicht“, eine Mehrkanal-Videoinstallation, die Burkhardt eigens an die ungewöhnliche Architektur des Stader Kunsthauses angepasst hat: Sechs verschiedene filmische Sequenzen bilden eine perfekt ausbalancierte Choreografie im Raum.
Die Installation mit urbaner und naturnaher Motivik umgibt den Betrachter und lässt ihn aktiv teilnehmen, so muss er sich immer wieder drehen und bewegen, um das Gesamtbild wahrnehmen zu können. Anders als in früheren Arbeiten, in denen das Videobild stark digital bearbeitet wurde, bleibt es hier unbehandelt, wird nur in seiner Länge definiert und so als Material in seiner Eigenwertigkeit betont.
Burkhardt beschäftigt sich mit der grundsätzlichen Frage nach dem Bild. Wie wird etwas zum Bild? Wie kann etwas als Bild existieren? Wie wird das filmische Bild mehr als nur Abbild eines Realitätsausschnittes? Dabei wird im digitalen Zeitalter und besonders in dem Genre der Videokunst immer wichtiger, wie und nicht nur was in Bildern erzählt wird. Burkhardts Kunst regt zum Nachdenken an. Sie bewahrt sich jedoch einen Bereich, der durch den Rezipienten aufmerksam erlebt werden muss.
„Gänzlich ohne eine effektvolle Überwältigung, gleichsam aus einer beredten Stille heraus, vermögen die Arbeiten Daniel Burkhardts den Betrachter vollends in ihren Bann zu ziehen“, so Reinhard Buskies, in seinem Katalogbeitrag zu Burkhardts Videoinstallationen.



1. Teil vom 13.7. bis 28.7.: Daniel Burkhardt &
Stephan Mörsch, Pressegespräch am 12.7. um 10:30
Uhr
2. Teil vom 3.8. bis 18.8.: 44flavours & ATAK,

Öffnungszeiten
Di, Do, Fr 10 – 17 Uhr
Mi 10 – 19 Uhr
Sa + So 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Kunsthaus Stade
Wasser West 7
D-21682 Stade
Telefon: 04141 79 773 20
museen-stade.de


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