Verleihung des Kalinowski-Preises an Max Leiß

Juli 2017 | Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
(Eingabedatum: 04.07.2017)

Werkabbildung

Arbeit von Max Leiß


Zur Eröffnung der Sommerausstellung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, am Mittwoch, 12. Juli, um 19 Uhr im Lichthof erhält der Absolvent Max Leiß den mit 10 000 Euro dotierten Kalinowski-Preis.

Der Bildhauer und Zeichner Horst Egon Kalinowski, der von 1968 bis 1989 an der Karlsruher Akademie lehrte, gründete 2011 unter dem Dach der Stiftung Kunstfonds seine Nachlass-Stiftung, die seit seinem Tod 2013 sein Oeuvre bewahrt und öffentlich zugänglich hält. Dem testamentarischen Wunsch Kalinowskis entsprechend, lobt die Stiftung jährlich den Kalinowski-Preis für Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe aus.

Am Samstag, 15. Juli, um 17 Uhr gibt Max Leiß im Vortragssaal mit einem Werkvortrag Einblicke in sein aktuelles Schaffen.

Max Leiß’ Arbeit speist sich aus einer bildhauerischen Praxis. Das Abtragen von Material, die formende Reduktion einer bestehenden Masse kombiniert er mit plastischem Aufbau, Konstruktion, Abformen und Gusstechniken oder einer farbigen Fassung. Jedoch stehen am Anfang weder ein Marmorblock noch eine Packung Lehm: Es sind Beobachtungen, Fundstücke von der Straße oder auch nur ihre Abbilder, die er in sein Atelier mitnimmt und dort bildhauerischen Transformationen unterzieht. Dabei verlassen die Dinge ihren Kontext und erinnern sich doch an ihre Funktion. Sie werden zu Elementen zerlegt, lackiert oder abgeschliffen, vielleicht in einem anderen Material nachgebaut oder vergrößert, im Raum ausgelegt, aufgehängt, anderen Gegenständen zugeordnet. Alte und neue, fremde und eigene Handlungen und Absichten hinterlassen ihre Spuren. So stehen am Ende rohe, etwas verlorene Formen da. Durch die formale Reduktion und Entledigung der bisherigen Bezugnahmen tritt ihre Zeichenhaftigkeit umso stärker hervor. Die ursprüngliche, unmittelbare Verbindung zwischen dem Objekt und seinem Nutzen, der Herkunft und der Bedeutung ist verwischt worden. So sind die Dinge ganz bei sich und werden zugleich zu Spielsteinen, die sich in Bezug zu Raum, anderen Objekten und zum Betrachtenden setzen. (Claire Hoffmann)

Max Leiß studierte von 2006 bis 2012 an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Harald Klingelhöller, wo er 2012 Meisterschüler wurde. 2010 absolvierte er ein Auslandssemester an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Max Leiß lebt in Basel, Marseille und Oberammergau als freischaffender Künstler und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich.

Die jüngsten Einzelausstellungen von Max Leiß:
2016 Max Leiß, Kunsthaus Baselland, Muttenz/Basel CH
2015 double-crossed displays, Städtische Galerie Kirchheim DE (with FA Orasch)
2014 CARAVAN 3/2014: Max Leiß, Aargauer Kunsthaus, Aarau CH
2013 Connecticut, V8 Plattform, Karlsruhe DE
2012 Aus dem Leben der Wildkatzen, Enrico Fornello, Milano

Kunstakademie:
Reinhold-Frank-Str. 67, 76133 Karlsruhe
Tel. +49 (0) 721 – 926-5237
kunstakademie-karlsruhe.de

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