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Barbara Gross Galerie, München: Maria Lassnig. Body Awareness (9.9.-14.10.2017)

Werkabbildung

MARIA LASSNIG Man in the Garden, 1969, Fünffarbiger Siebdruck auf Papier, Handabzug, bemalt mit Buntstift, Unikat, 41,8 x 53,5 cm (Bildgröße), 50,7 x 66,2 cm (Blattgröße)

MARIA LASSNIG Body Awareness
Druckgrafik aus New York

OPEN ART 2017
Freitag, 8. September 2017, 18–21 Uhr
Samstag, 9. September, 11–18 Uhr
Sonntag, 10. September, 11–18 Uhr

Dauer der Ausstellung
9. September–14. Oktober 2017

Die Galerie zeigt zur OPEN ART Siebdrucke von Maria Lassnig aus ihrer New Yorker Zeit. Die Ausstellung öffnet damit den Blick auf eine spielerische, experimentelle Facette von Lassnigs Werk, die bisher wenig Beachtung fand. Ergänzt wird die Ausstellung durch Animationsfilme aus der selben Zeit sowie Radierungen aus den 1980er Jahren.

1968, nach sieben Jahren in Paris, bezieht die Künstlerin ein Atelier in New York, der pulsierenden Hauptstadt der Kunst, "wo die Frauen stark sind". Da ihre Malerei in den USA als „strange“ und „morbide“ abgelehnt wird, erlernt sie, von der Pop Art inspiriert, den damals populären Seidensiebdruck am Pratt Institute. Es reizt sie, mit Farbe zu experimentieren und verschiedene Varianten eines Themas durchzuspielen. Entgegen der zu dieser Zeit beliebten Methode nach Fotografien zu arbeiten, interessiert es Lassnig dabei mehr, eigene Zeichnungen und Bilder in der neuen Technik zu variieren.

Die Motive ihrer um 1969 entstandenen großformatigen Siebdrucke unterscheiden sich von jenen der Pop Art. Statt Konsumgütern macht Lassnig darin ihren Körper zum Sujet, den sie mit Gegenständen, wie einer Staffelei, einem Rasiermesser oder einem Stadtplan verschmelzen lässt. Lassnigs Bilder beruhen auf Körperwahrnehmungen - der physischen Wahrnehmung ihrer selbst in der Welt. In New York prägt sie dafür den Begriff "body awareness". In den Grafiken überführt sie diese in abstrakte, komprimierte Formen wie etwa in Ladyplant, Gruppensex oder Mutter und Kind. Humorvoll, ernst und gnadenlos bannt sie aufs Papier, was sie spürt oder imaginiert.
Berühmte Körperbewusstseinszeichnungen aus den 50er Jahren erfahren ihre malerische Abwandlung in der neuen Technik, wie das Knödelselbstportrait im Siebdruck Man in the Garden oder Die Verankerung im Konservenmann. Sink und Chair beziehen sich ganz realistisch auf ihr New Yorker Atelier, den Luxus eines eigenen Waschbeckens und den Dreck der Stadt.

1970 belegt Maria Lassnig einen Trickfilm-Kurs an der School of Visual Arts. Sie kauft sich eine 16-mm-Filmkamera, wird Mitbegründerin der Women Artist Filmmakers Inc. und beginnt ihre geistreichen feministischen Animationsfilme zu produzieren. Darin verwandelt sie Objekte, wie etwa einen Sessel, in Körper (Chairs), beleuchtet ironisch-narrativ das Verhältnis zwischen den Geschlechtern (Couples) oder nimmt ihre Rolle als Künstlerin in den Blick (Selfportrait).

1980 nach Wien zurückgekehrt, widmet sich Lassnig erneut der Druckgrafik. 1986 entsteht eine Reihe von Schwarz-Weiß Radierungen, die grafisch sehr frei auf frühere surrealistische und erzählerische Arbeiten zurückgreifen. 1988 gibt die Barbara Gross Galerie die Radierungen mit einem Katalog heraus, der erstmals die Vielfalt des druckgrafischen Werks der Künstlerin seit 1949 aufzeigt.

Maria Lassnig, geb. 1919 in Kappel am Krappfeld, Österreich, gest. 2014, Wien, Österreich
Einzelausstellungen (Auswahl): Kunstmuseum Basel (2018); National Gallery, Prag (2018); Albertina, Wien (2017); Museum Folkwang, Essen (2017); Zacheta - National Gallery, Warschau (2017); Tate Liverpool, Liverpool (2016); Kunsten Museum of Modern Art, Aalborg (2016); Fundació Antoni Tàpies, Barcelona (2015); MoMA PS1, New York (2014); Deichtorhallen/Halle für aktuelle Kunst, Hamburg (2013); Museum Dhondt-Daenens, Deurle (2013); Neue Galerie Graz/Universalmuseum Joanneum Graz (2012); Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (2010); Museum Ludwig, Köln (2009); Serpentine Gallery London (2008).

Barbara Gross Galerie
Theresienstrasse 56 Hof 1
80333 München
Tel +49 89 296272

barbaragross.de

Öffnungszeiten
Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr

Presse


Anmerkung der Redaktion zu Maria Lassnig:

Maria Lassnig ist bzw. war unter anderem vertreten bei der:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art cologne 2015
- Biennale Venedig 2013
- daad Stipendiat
- documenta 10, 1997
- documenta 7, 1982
- Istanbul Biennial, 1995
- Manifesta 10, 2014
- MoMA Collection
- Preisträger 2002, Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung F.C. Flick



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