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Delmes & Zander , Köln: Adelhyd van Bender (24. Februar – 12. April 2018)

bilder
Adelhyd van Bender
ohne Titel, 1999-2014,
Bild aus Ordner #51
Mischtechnik auf Fotokopie
42 x 30 cm
Copyright Delmes & Zander

Adelhyd van Bender
Das Atom ist Unbesiegbar
24. Februar – 12. April, 2018

... Das Archiv von Adelhyd van Bender wurde zum ersten Mal 2015 auf der Independent in New York gezeigt, kurz nach der Aufnahme des Nachlasses in das Galerieprogramm. Seitdem gewährt uns das Werk mit jeder neuen Ausstellung und Installation unerwartete Einblicke und neue Erkenntnisse. Seine Erfassung ist auch heute noch ein fortlaufender Prozess.

In "Das Atom ist Unbesiegbar" zeigt die Galerie eine Auswahl von Zeichnungen und legt in einem Projektraum zugleich die archivarische Systematik der Ordner dar, die dem lebenslänglichen Projekt von Adelhyd van Bender innewohnt.

Benders unermüdlicher Versuch, die Welt in mathematische Formeln zu zerlegen, positioniert sein Oeuvre an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Religion und Philosophie. Sein systematischer Ansatz in der Auseinandersetzung mit Wissen wird von einer unendlichen Assoziationskette begleitet, die in seiner künstlerischen Praxis biographische Daten mit geistiger und mechanischer Thematik vielschichtig ver flechtet. Seine Arbeit sieht Bender als einen sisyphushaften Frondienst, eine immerwährende Aufgabe, zu der er sich berufen fühlt. Geprägt vom Glauben an die Methodologie der Wissenschaft und legitimiert auch durch die Schriften der Watch Tower Bible- und Tract Society in Die Suche der Menschheit nach Gott (1990) ist Benders Suche nach einem logischen und zusammenhängenden wissenschaftlichen überbau im Wesentlichen ein Versuch, Gott zu erklären.

Adelhyd van Bender wird 1950 als Harald Friedrich Bender in Bruchsal (Baden- Württemberg) geboren. Mit 15 Jahren begibt er sich in die Industriestadt Ludwigshafen und lebt dort in einem Jugendheim. Drei Jahre später zieht er mit einer abgeschlossenen Lehre als Elektriker nach Berlin, wo er 1974 an der Abendschule seinen Realschulabschluss nachholt und schließlich an der HdK Berlin (Hochschule der Künste) zugelassen wird. 1976 wird er nach langem Verfahren zwangsexmatrikuliert. überzeugt von seiner aristokratischen Herkunft reist Bender nach England und macht sich dort auf die Suche nach seinen Vorfahren. Er nennt sich fortan Adelhyd van Bender. 1977 kehrt Bender zurück nach Berlin und intensiviert seine künstlerische Tätigkeit: über ein Jahrzehnt lang zeichnet er, stellt bombenartige Objekte her, malt mit Teer, Ölfarben, Chemikalien und Lösungsmitteln auf Holz und Pappe. Ein Brand, der durch ent flammbare Materialien in seiner Wohnung ausgelöst wird, zerstört 1987 einige seiner Arbeiten, doch der Umfang von Benders Oeuvre wächst stetig und 1999 wird ein großer Teil seines Werkes in die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg verlagert, auch um zu verhindern, dass Benders Wohnung im 4. Stock unter dem Gewicht seiner Arbeiten einstürzt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Adelhyd van Bender bereits obsessiv einer Technik des wiederholenden Zeichnens, Fotokopierens und überarbeitens seiner Papierblätter gewidmet. Adelhyd van Bender stirbt am 2. April 2014 in Berlin..

Delmes & Zander
Lindenstrasse 20-22
D-50674 Köln
Tel. 0049-221-521625
delmes-zander.de
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