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Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart: Anne-Lise Coste (11.05. – 27.07.2018)

Werkabbildung

Anne-Lise Coste: La mort en rose, 2018.

Anne-Lise Coste
Ton Crâne, Mon Crâne (Your Skull, My Skull)

Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit Ton Crâne, Mon Crâne (Your Skull, My Skull), die Einzelausstellung der französischen Künstlerin Anne-Lise Coste (*1973 in Marseille) präsentieren zu dürfen. Coste verfolgt einen radikalen Ansatz in ihrem Leben wie auch in ihrer Kunst, bei dem sich das kreative Potential ihrer Kunst in der spontanen Geste, dem unmittelbar Gesagten, Geschriebenen und Gemalten artikuliert.

Totenköpfe.
Als ich klein war, verbot ich mir selbst, sie zu zeichnen, weil ich dachte, dass dies die Grenze war, die nicht überschritten werden dürfte, ansonsten holt dich der Tod. Die Kraft der Bilder. Nun wird es fast zu einer Obsession, die ich gar nicht will. Der Totenkopf ist ein Selbstporträt, vielleicht sogar ein selbstmitleidiges Selbstporträt ... Ich habe eine große Veranlagung, mich selbst zu bedauern. Sehen Sie: Diese Werke wurden in der Kälte eines dunklen, dunklen Winters gemalt. Mein Körper war kalt, mein Herz war kalt und meine Seele starb. Ich machte einen schrecklichen Fehler, ich machte mir selbst Vorwürfe, ich war verzweifelt. Also habe ich Totenköpfe gemalt. Sie sind keine Stierschädel, es ist mein Schädel und ihr Schädel. Wir haben uns getötet. Das Ego ist die beste Waffe. Danach folgt die Wüste. Oh Georgia O´Keeffe, Friedenswächterin der Blumen, Hügel, des blauen Himmels, der Sonne, des Mondes und der Stierschädel. Es folgt der Kosmos, in dem wir uns befinden, die Stille, die Dinge fangen an zu schweben. Ein Buch, ein Tisch, Treppen, Zweige, Töpfe und Berge, alle aufgehängt. Es erinnert mich an die Decke, die Foujita während seines gesamten Auszugs aufbewahrte. Es handelt sich um eine indigofarbene Decke aus dem 19. Jahrhundert, welche Instrumente für Teezeremonien zeigt und die in der Art eines illustrierten Leitfadens der Kulturen dargestellt werden. Die schwarzen Punkte auf meinen Bildern stammen von 2014/15. Ich verließ New York City und begann ein ganz neues Leben in Südfrankreich. Diese Werke waren meditative Bilder. Es war das erste Mal, dass ich beschloss, eine Regel aufzustellen. Normalerweise hasse ich es und weigere mich zu wissen, was ich im Studio machen werde. Dieses Mal entschied ich aber, dass jede Leinwand von oben links begonnen und rechts unten enden wird, Linien um Linien aus schwarzen Punkten. Danach bin ich zu Blau übergegangen.
Dieser verdammte, kalte, dunkle Winter war so verdammt kalt und dunkel, dass ich keine Kraft fand, die Leinwand auszurollen, Maß zu nehmen, ein Stück abzuschneiden und es an die Wand zu nageln. Ich war wie: „Was kann ich tun, was kann ich tun, wo ist der Ausgang, der Spiegel, die Befreiung?“ Und ich entwickelte diese Punktebilder, die ich Poem 1, 2, 3, 4, 5 nannte ... Ich warf sie zu Boden und griff sie wie eine Beute an. Und die Serie begann. Der Mond, ein Fenster. Ein Stuhl, das Informelle. Ein Buch, Zeit. Mit einem Pastellpinsel umriss ich die Form und mit Öl malte ich diese farbig aus. Lebenszeremonie oder eine Anleitung, wie man das Leben lebt. Setz dich hin und beobachte. Steh auf und fühle dich verloren. Einsamkeit und Unermesslichkeit. Es ist in Ordnung. Es ist schön, weil alles offen ist. Licht. Schwerelosigkeit. Keine Sorgen.
Andere Werke sind malerischer, diese entstanden, so meine ich, als es mir weniger kalt war. Sie tropfen mehr. Sie zeigen mehr. Verzweifelndes Gejammer und Liebesbeschwörungen. BIO DEATH und FUCK la mort. MUNCH und das Fehlen eines IPhone-Ladekabels. La mort en rose. Sie sind zum Ende der Serie nicht so dunkel ... Wissen Sie was? Ich kann nicht aufhören zu hoffen. Ich habe nach der Arbeit an diesen Werken eine Lungenentzündung bekommen. Der Geschmack des Todes in meinem Mund, meine Hoffnungslosigkeit und meine anschließenden Rufe, Leben zu wollen, wurden erhört. Jemand kam und küsste mich. Leidenschaftlich. Ich fühle mich seitdem sehr viel besser (Text: Anne-Lise Coste).

Anne-Lise Coste lebt und arbeitet in Südfrankreich. Sie stellte unter anderem im Centro Botín – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst – in Santander/Spanien, im Museu de Arte Contemporânea de Serralves in Porto, im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam, in der Susanne Hilberry Gallery in Detroit, der Anton Kern Gallery, der Nicole Klagsbrun Gallery in New York sowie in der Kunsthalle Lingen, im Helmhaus und Kunsthaus Zürich aus.

Galerie Reinhard Hauff
Paulinenstr. 47
D – 70178 Stuttgart
reinhardhauff.de
Presse


Anmerkung der Redaktion zu Anne-Lise Coste:

Anne-Lise Coste ist bzw. war unter anderem vertreten bei der:

- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Migros Museum, Sammlung



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