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MARTINETZ, Köln: | GIRLS 3000 (7.6.-20.7.2018)

bilder
KLITCLIQUE, Foto (c) Elsa Okazaki, 2018

Zuzanna Czebatul
Magdalena Kita
KLITCLIQUE
Alex McQuilkin
Mary-Audrey Ramirez
Grace Weaver
Kuratiert von Nelly Gawellek

Seit Feminismus sexy geworden ist, sitzt das Girlie in einer Zwickmühle zwischen selbstbewusster Ermächtigung und kommerzieller Ausbeutung. Als subversive feministische Strategie setzten Protagonistinnen der Punk-Szene (z.B. „Riot Grrls“) die offensive Aneignung von Girlie-Klischees in den 1990ern ein, um den weiblichen Handlungsspielraum zu erweitern. Doch dann wurde ihr kämpferischer Ruf nach „Girl Power“ vom Mainstream Pop aufgenommen und die Lage wurde kompliziert: Ist Miley Cyrus´ Statement, eine Feministin zu sein, ein emanzipatorischer Akt oder eine Marketing-Strategie?

In ihrem 1999 veröffentlichten Pamphlet „Preliminary Materials for the Theory of the Young-Girl“ (dt.: Vorläufige Materialien für eine Theorie des Young-Girl / Tiqqun „Preliminary Materials for the Theory of the Young-Girl“, 1999, Semiotexte) beschreibt das französische Autorenkollektiv Tiqqun die Entwicklung des Young-Girl zu einer zentralen Rolle in einer kapitalistischen Konsum- und Medienwelt. Ausgestattet mit einem begrenzten Set an „Girlie-Styles“ und Verhaltensweisen fungiert es gleichermaßen als Zielgruppe und Rollenvorbild. Seine Jugend stellt sich widersprüchlich dar, einerseits als pubertäre Phase der Unreife auf dem Weg zur Erlangung eines irgendwann „perfekteren“ Daseins („Wie du dein volles Potential erreichst!“) andererseits als äußerlicher Zustand, den es solange wie möglich zu bewahren gilt. Unter dem Deckmantel des Lifestyle haben sich die mit ihm verknüpften Vorstellungen tief in unsere Gesellschaft eingegraben und das Young-Girl wurde zur geschlechterübergreifenden Autorität, die mittlerweile für Frauen in ihren 50ern ebenso gilt, wie für 25-jährige Boys. Das Girlie, dessen Rebellion oft vorschnell als Koketterie entwaffnet wird, scheint jedoch wieder zum Kampf anzutreten und mischt sich in die gesellschaftlichen Diskurse über Hierarchien, Geschlechterrollen, Konsum und Körperkult ein. Auch in der Kunst knüpft die Auseinandersetzung an die Tradition an. Das Girlie besetzt hier eine Gegenposition zum vorherrschenden Klischee des weißen, männlichen Genies und birgt damit immer noch ein fruchtbares Potential.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Künstlerinnen, die das Young-Girl als eine starke, subversive und komplexe Rolle beanspruchen, von neo-naiven Girlie-Girls, zu Femme-Machos und sassy Bitches. Sie spielen mit Stereotypen, verdrehen Sexismen und beugen Vorstellungen des Angebrachten, um das Young-Girl aus seiner begrenzten Rolle zu befreien.
...

MARTINETZ | Moltkestr. 81 | 1st floor | 50674 Cologne | +49 221-25 91 41 07 | + 49 177-580 90 48 | petramartinetz.de
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