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Tirana Transfer - Badischer Kunstverein Karlsruhe (15.07 - 03.09.06 )

crosskick
Eingabedatum: 11.07.2006



bilder

Die junge albanische Künstlergeneration steht im Zentrum der Ausstellung TIRANA TRANSFER, die der Badische Kunstverein vom 15. Juli bis 3. September auf allen drei Ausstellungsebenen präsentiert. Gezeigt werden Arbeiten von mehr als 20 Studenten und Absolventen der Kunstakademie Tirana sowie eine Auswahl von aktuellen Malereien Edi Hilas. Edi Hila lehrt seit 1992 an der einzigen Kunsthochschule Albaniens, die erst in den 60er Jahren gegründet wurde. Wie kein anderer ermutigt er seine Studenten zu künstlerischer Gegenwart.

Nachdem Generationen von KünstlerInnen in Albanien während der 40jährigen politischen Isolation des Landes keine Möglichkeiten hatten, ihre Werke zu veröffentlichen, setzen sich die jungen KünstlerInnen heute selbstbewusst mit ihrer Lebensrealität auseinander und suchen den internationalen Austausch. Ihre Arbeiten - häufig mit der Video- oder Fotokamera produziert, aber auch im Medium der Installation oder Malerei - sind geprägt von einem ebenso authentischen wie poetischen Realismus. Ihre Aufmerksamkeit gilt der tiefgreifenden Transformation der albanischen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Sie verkörpern die Generation nach Adrian Paci und Anri Sala, den bekanntesten - und heute in Berlin und Mailand lebenden - albanischen Künstlern, deren Filme im Rahmenprogramm der Ausstellung TIRANA TRANSFER gezeigt werden.

Ihr Lehrer, Edi Hila, 1944 geboren, studierte in den 60er Jahren selbst an der Kunstakademie Tirana. In den frühen 70er Jahren wurde er vom Hodscha-Regime - wie viele seine Kollegen - zum Arbeitslager verurteilt. In den folgenden 20 Jahren fehlte ihm für seine metaphysisch geprägte Malerei jegliche öffentliche Resonanz. Nach der Öffnung des Landes 1991 und im Kontakt mit der zukünftigen Künstlergeneration gelingt es ihm, die Gegenwart Albaniens in malerische Bilder zu fassen. Edi Hila malt figurativ, er legt malerisch Zeugnis ab von der Suche nach Orientierung in einem Land, das von Migration und noch unentwickelten demokratischen Strukturen geprägt ist. Seine Motive sind paradox anmutende Gebäude zwischen Relikt und Entwurf, figurative Szenen in urbanen oder Innenräumen, die von Zeitbrüchen gekennzeichnet sind.

Albanien ist nicht nur das ärmste Land Europas, es wird auch bis heute von einigen wenigen medialen Klischees als blinder Fleck auf der Landkarte reproduziert. Das Projekt TIRANA TRANSFER initiiert deshalb Austausch und Anschauung in beide Richtungen: Bevor Edi Hila und seine Studenten zum Ausstellungsaufbau für zehn Tage nach Karlsruhe kommen, reisten im Mai 15 Studenten des Instituts für Bildende Künste am Architekturfachbereich der Universität Karlsruhe (mit Prof. Stephen Craig, Erik Göngrich, Stephan Baumann und Markus Graf) und der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (mit Prof. Mischa Kuball) nach Tirana. Dort fanden gemeinsame Workshops mit den albanischen StudentInnen statt, die sich mit der urbanen und persönlichen Realität in Tirana beschäftigten. Die Ergebnisse dieser Workshops ergänzen die Ausstellung im Badischen Kunstverein und werden an drei Wochenenden von Gesprächen, Vorträgen und Filmprogrammen über Albanien und seine Kunstszene begleitet.
Die 12. Ausgabe der KunstZeitSchrift JUNI widmet sich ausschließlich TIRANA TRANSFER mit Interviews, Texten und einer Dokumentation der studentischen Arbeiten.

Der Austausch Karlsruhe - Tirana findet im Rahmen des bundesweiten Projekts CROSSKICK - Europäische Kunsthochschulen zu Gast in deutschen Kunstvereinen statt. Von Mai 2006 bis Herbst 2007 stellen 13 Kunstvereine in Deutschland 30 Kunsthochschulen Europas vor. CROSSKICK wurde von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (AdKV) initiiert und wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die internationale Ausstellungs- und Vortragsreihe will unterschiedliche Modelle der Ausbildung, Produktion und Vermittlung von Kunst in Ost- und Westeuropa vorstellen und diskutieren und so Kunstvereine und Kunsthochschulen an der Schnittstelle von Lehre, Ausstellungspraxis und Öffentlichkeit vernetzen.

Badischen Kunstverein, Waldstr. 3, 76133 Karlsruhe

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Ausschreibung: Preis für Kunstkritik


Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) lädt freie Kritikerinnen und Kritiker im Bereich der zeitgenössischen Bildenden Kunst zu einem offenen Ausschreibungsverfahren für den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstkritik 2009 ein. Dieser ist in diesem Jahr mit 3.000 Euro dotiert.

Ab Montag, den 19. Januar 2009, ist die Bewerbung über das Online-Verfahren unter kunstvereine.de möglich. Einsendeschluss ist der 20.02.2009.

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ein:

1. vier Arbeitsproben der letzten 2 Jahre:

· eine kürzere monografische Kritik (Tagespresse/Zeitschrift)
· eine kürzere Ausstellungsbesprechung (Tagespresse/Zeitschrift)
· ein längerer monografischer Text über eine/n KünstlerIn (Ausstellungskatalog)
· ein längerer Text zu einer Ausstellung mit mehreren KünstlerInnen (Ausstellungskatalog)

2. eine Aufstellung der eingereichten Texte mit Angaben der Veröffentlichung (wann/wo)

3. max. 1 Din A4-Seite Biographie/Bibliographie

Die Texte sollten in deutscher oder englischer Sprache sein. Übersetzungen sind möglich, sollten jedoch entsprechend gekennzeichnet werden.

Nach Eingang aller Unterlagen wird Ende März 2009 die Jury anhand der eingereichten Texte die/den PreisträgerIn ermitteln. Die Preisverleihung findet am 23. April auf der ART COLOGNE statt.

Die ADKV lobt seit 1999 jährlich einen Preis für Kunstkritik aus, der inzwischen zu einer bundesweit und über die Grenzen hinaus relevanten Auszeichnung avanciert ist. Seit 2006 wird der Preis in Kooperation mit der ART COLOGNE vergeben, die auch das Preisgeld stiftet. Bisher wurden die PreisträgerInnen über ein Nominierungsverfahren ermittelt. In diesem Jahr wird erstmalig eine öffentliche Ausschreibung vorgenommen.

Die Auszeichnung würdigt das Engagement freier KunstkritikerInnen, die sich in der Fach- und Tagespresse oder in anderen Medien mit zeitgenössischer Kunst und ihrem sozialen Kontext auseinandersetzen. Da Kunstkritik einen wesentlichen Anteil an der Rezeption von Kunst hat und diese vermittelnd zwischen der Öffentlichkeit und der Kunst wirkt, ist ihre Qualität ein Anliegen der Kunstvereine.

Die PreisträgerInnen der vergangenen Jahre

2008 – Rudolf Schmitz
2007 – Ludwig Seyfarth
2006 – Catrin Lorch
2005 – Dominic Eichler
2004 – Gregory Williams
2003 – Raimar Stange
2002 – Renate Puvogel
2001 – Jan Verwoert
2000 – Stefan Römer
1999 – Hans-Christian Dany

Für weiterführende Fragen, steht Ihnen gern zur Verfügung:

Carina Herring
Projektleitung
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Tel +49 30 611 07 550
Fax +49 30 611 07 470

E-Mail: herring@kunstvereine.de

kunstvereine.de
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