Bin beschäftigt - Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen e.V. (13.10.06 - 7.1.07)

john-baldessari
Eingabedatum: 03.10.2006

bilder

"Leben ohne Arbeit", schreibt der Psychoanalytiker Sigmund Freud, "kann ich mir nicht recht behaglich vorstellen. Fantasieren und arbeiten fällt für mich zusammen, ich amüsiere mich bei nichts anderem." Ne travaillez jamais - Arbeit? Niemals! Dieser den Situationisten zugeschriebene Slogan umschrieb hingegen vor über 50 Jahren an den Fassaden der Häuser von Paris das "wirklich revolutionäre Problem", nämlich die Freizeit. Die Gründungsmitglieder der französischen Künstlergruppe wussten, wovon sie sprachen: "Da wir einige Jahre buchstäblich mit dem Nichtstun verbracht haben, dürfen wir unsere soziale Einstellung als avantgardistisch bezeichnen. Denn in einer einstweilen immer noch auf Arbeit basierenden Gesellschaft haben wir ernsthaft versucht, uns ausschließlich der Freizeit zu widmen." Ist ein Leben ohne Arbeit vorstellbar? Beruf, Karriere und vielleicht Selbstverwirklichung sind heute unumstößliche und gleichzeitig brüchig werdende Modelle. Sie basieren auf einem gemeinsamen Prinzip: Arbeit wird als sichtbare, in Kapital umgesetzte Produktivität begriffen. Dem stehen Nichtstun, Muße aber auch alltägliche Beschäftigungen, sinnlose oder selbst gewählte Betätigungen anscheinend unvereinbar gegenüber. Sind sie Keimzelle von Identitätsbildung oder in kauf genommenes Beiwerk der Effektivität, ein Übel zur Regeneration des Eigentlichen - sprich der Arbeitsfähigkeit? Die Vorstellung vom Künstler als personifizierten Müßiggänger hat sich bis heute bewahrt. Das Bild des autonomen Künstlers im einsamen Atelier gehört jedoch einer romantisch-bürgerlichen Vergangenheit an. In der Neukonzeption von Arbeit löst sich diese zunehmend im Begriff der Kreativität auf. So verschwinden z.B. Hierarchien zugunsten von verantwortlicher Selbstorganisation. Die Ausstellung greift sowohl Diskussionen um die Begriffe Arbeit und Freizeit und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Bewertungen auf, wie sie diese auch aus der Perspektive der Kunst heraus problematisiert.

Das Spannungsfeld der künstlerischen Projekte beginnt mit John Baldessaris Statement "I’m making art" aus dem Jahre 1971, der von der Keimzelle der künstlerischen Frage im Atelier ausgeht: In welchem Verhältnis stehen Handeln und Produkt? Jean-Luc Moulène fotografierte für seine Serie der Streikobjekte ab 1988 Produkte, die im eigentlichen Sinn keine sind: Hergestellt von streikenden Arbeitern, sind sie den üblichen Kapitalströmen entzogen und dienten als Kommunikationsträger, die auf die Proteste aufmerksam machen sollten. Die Zeichnungen von Danica Phelps sind eigentlich Notationen alltäglicher Tätigkeiten von Telefonieren über Reisen bis Ausruhen. Diese Aufzeichnungen unspektakulärer Situationen kombiniert mit einer Einnahmen - Ausgabenstatistik sind in ein merkantiles System eingebunden und ihrem Marktwert entsprechend visuell codiert. Das bisherige künstlerische Leben von Antje Schiffers scheint märchenhaft: Sie präsentiert Zeichnungen, Geschichten, Fotos, Gemälde, Videos, die sie auf ihren Reisen im In- und Ausland malte, um zu leben, sprich: Sie tauschte Bild gegen Kost und Logis. Während sich der Maler in Adrian Pacis Video "Piktori" mit Schildermalerei und Urkundenfälschung herum schlägt, mischte sich Francis Alÿs in Mexiko Stadt unter Arbeit suchende Elektriker und Klempner und bot sich als "Turista" an. Matthias Klos eröffnet in seinen Stadtrundgängen mit seinen Schildern seinen individuellen Speakers’ Corner und demonstriert mutterseelen alleine mit selbst gemalten Schildern. Markus Seidl/Elisabeth Schimana hingegen machten sich auf die Suche nach einem Dorf, das bereit wäre, eine Woche lang nichts zu tun. Die Protagonisten in Aernout Miks Video "Park" scheinen sich bis zur Erschöpfung immerwährend zu vergnügen und zu entspannen. Corinna Schnitt visioniert in ihrem Video eine Kleinfamilie, die in ihrer Freizeit als selbst auferlegten Dienst an der Gemeinschaft Straßenschilder putzt. Josef Dabernigs Kamera beobachtet das Personal eines Speisewagens eines Fernzuges, in dem die Gäste ausbleiben. Alice Creischer und Andreas Siekmann zeigen erstmals ihre ab 1999 entstandene Serie von Animationsfilmen zur Utopie der arbeitsbefreiten Gesellschaft. Annette Weisser und Ingo Vetter veranstalteten unter dem Titel "NameGame*" vor der Kulisse einer Showtreppe, einem goldenen Vorhang und 20 Strohballen und thematisch dem Märchen "Rumpelstilzchen", in dem Stroh zu Gold wird, folgend, Workshops mit prekär Beschäftigten aus dem Kultur- und Wissenschaftsbereich. Die Dresdner Reinigungsgesellschaft untersuchte 2003 in einer Umfrage verschiedene Beschäftigungsgruppen nach ihrem Verhältnis zu Arbeit und entwickelte daraus ein dreidimensionales Raummodell. Für Bremen wollen sie mit ihrem "Body Style Power Generator" die für die Schönheit scheinbar verlorenen Energieressourcen in einem Fitnessstudio in das lokale Stromnetz einspeisen.

Kuratorin: Gabriele Mackert

Es erscheint ein begleitender Katalog mit Texten von Elke Krasny, Roberto Ohrt, Ramón Reichert, Barbara Schröder, Holger Kube Ventura u.a., sowie Künstlertexten.


RAUM FÜR KOMMENTARE IN DER AUSSTELLUNG

Bin beschäftigt - was früher womöglich eine abwehrende Behauptung gegenüber unliebsamen Anliegen war, erscheint in Zeiten, in denen der Mensch mehr und mehr wegrationalisiert wird, Arbeit in Zukunft ein Auslaufmodell zu sein scheint und man sich von der Idee der Vollbeschäftigung verabschiedet hat, nicht mehr unbedingt zu heißen: habe keine Zeit, sondern: Ich habe (noch) Arbeit. Doch so bedrückend die Situation manchmal sein mag, sie bietet die Chance, über das, was wir tun anders nachzudenken. Arbeit bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Selbstwertgefühls. Wer arbeitet, fühlt sich dadurch meistens anerkannt. Aber ist Anerkennung mit Bezahlung gleich zu setzen? Oder ist ein Leben ohne Arbeit vorstellbar? Was macht für Sie Arbeit aus – jetzt, und was sollte sie ausmachen?

In der Ausstellung Bin beschäftigt wartet eine Assoziationswand auf Ihre Kommentare. Dort sind Jugendliche wie Erwachsene, Auszubildende oder Rentnerinnen, Arbeitssuchende und Berufstätige, Einzelne oder Gruppen, Theoretiker, Wissenschaftler oder Künstlerinnen aufgerufen, ihre Geschichten von der Arbeit in die GAK zu bringen und somit möglichst unterschiedliche Lebens- und Arbeitszusammenhänge bei zu tragen:
Mussten Sie Bankkauffrau lernen, obwohl Sie Tierärztin werden wollten?
Können Sie sich in ihrer Arbeit selbst verwirklichen oder ist der Job eher Mittel zum Zweck der Existenzsicherung?
Hängematte oder Schleudersitz, verlässliche Routine oder abwechslungsreiches Risiko?
Wie war das, als Sie damals das erste eigene Geld verdienten?
Mit welchen Gefühlen blicken Sie im Ruhestand auf die heutige Arbeitswelt?
Machen Sie heute noch, was Sie als junger Mensch gelernt haben? Oder warum nicht?
Und schließlich: Wann haben Sie das letzte Mal nichts getan und was war das dann?
Sie können sich auch aus der Ferne an der Kommentarwand beteiligen und uns schreiben.(Presse / GAK Bremen)

FRANCIS ALŸS (B)
JOHN BALDESSARI (USA)
ALICE CREISCHER/ANDREAS SIEKMANN (D)
JOSEF DABERNIG (A)
MATTHIAS KLOS (D/A)
AERNOUT MIK (NL)
JEAN-LUC MOULÈNE (F)
ADRIAN PACI (AL/I)
DANICA PHELPS (USA)
REINIGUNGSGESELLSCHAFT (D)
CORINNA SCHNITT (D)
MARKUS SEIDL/ELISABETH SCHIMANA (A)
ANTJE SCHIFFERS (D)
ANNETTE WEISSER/INGO VETTER (D)

Abbildung: Corinna Schnitt, Zwischen vier und sechs, 1997/98, 16 mm auf DVD, 6:04 min, Farbe, Ton

Es gibt eine Begleitprogramm.

Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen e.V.
Teerhof 21, D-28199 Bremen
Tel: +49 421 500 897

gak-bremen.de

ch








Daten zu John Baldessari:
- *1931 National City / Kalifornien Professur University of California, Los Angeles Lebt in Santa Monica.

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Hong Kong, 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- ARTRIO 2013, Brasilien

- Beaufort 2009

- Biennale Venedig 2009

- Daimler Art Collection

- documenta 7, 1982

- Frieze London 2013

- Frieze London 2016

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung

- Kunstverein Heilbronn 2015

- Kunstverein, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen

- MACBA COLLECTION

- Malerei in Fotografie. Strategien der Aneignung

- Marian Goodman Gallery

- Migros Museum, Sammlung

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection

- Preistraeger Goslarer Kaiserring

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung DZ Bank, Frankfurt

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein

- Solomon R. Guggenheim Collection

- Sprüth Magers Berlin London

- The Making of Art, 2009, Schirn

- Whitney Biennale 2008

Weiteres zum Thema: John Baldessari



Portikus zieht am 5. Mai 06 in neue Räume


Der Portikus in Frankfurt am Main zieht in neue Räumlichkeiten. Nachdem der ursprüngliche Standort hinter der Fassade der zerstörten Stadtbibliothek im Jahr 2003 aufgegeben werden mußte, wurde das Ausstellungsprogramm des Portikus über fast drei Jahre hinweg im Leinwandhaus fortgesetzt. Tobias Rehberger, Professor für Skulptur an der Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, entwickelte eigens für diese Situation eine Architektur, in der mehr als 20 Ausstellungen präsentiert wurden.

Nun tritt die Institution in ihre dritte Phase: Am 5. Mai eröffnen die slowenische Künstlerin Marjetica Potrc und der argentinische Künstler Tomas Saraceno den neuen Raum mit der Ausstellung Personal States / Infinite Actives. Beide Künstler arbeiten architekturbezogen und werden Projekte zeigen, die speziell für das neue Gebäude entwickelt worden sind. Das erste Projekt der Reihe Light Lab von Olafur Eliasson wurde unter dem Glasdach des Gebäudes installiert und ist bei Nacht bereits von außen sichtbar. Über zwei Jahre hinweg werden weitere Lichtinstallationen entstehen und kontinuierlich das Erscheinungsbild des Gebäudes verändern.

Das neue Gebäude wurde von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfen und befindet sich auf der Maininsel im Zentrum der Stadt. Der Portikus versteht sich in seiner Funktion als ein Produktionsort für zeitgenössische Kunst, dessen Schwerpunkt in der Neuentwicklung von künstlerischen Projekten liegt. Der ungewöhnliche Standort und die Architektur des Gebäudes laden dazu ein, in ein experimentelles Wechselspiel mit den Arbeiten der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zu treten. Während des ersten Ausstellungsjahres wird der Portikus Projekte verwirklichen von Dan Perjovschi (Juni-August), Francis Alÿs (September-Oktober), Paul Chan (Oktober-November), eine von Michael Krebber kuratierte Ausstellung (Dezember-Januar), John Baldessari (Februar-März, 2007), Judith Hopf & Henrik Olesen (März-April, 2007) und Paulina Olowska (Mai-Juni 2007).
(Presse / Portikus)

Abbildung: Olafur Eliasson, Light Lab, test 1, 2006

PORTIKUS
Alte Brücke 2 / Maininsel
60311 Frankfurt am Main

portikus.de

Abschlußbericht: Art 34 Basel (24.6.03)


Gestern (23.6.) ging die 34. Art Basel zu Ende. Wie Galeristen, Sammler, Künstler und sonstige Kunstinteressierte das Ergebnis der diesjährigen Veranstaltung bewerten, lesen Sie hier:

Pressemitteilung / Auszug: " Die diesjährige Art Basel wurde von den teilnehmenden Galerien, dem Show Management, den Kunstkennern und den Medien einhellig als ein herausragender Jahrgang gewertet. Dies auf Grund der Qualität der ausgestellten Kunstwerke, dem Andrang von Kunstsammlern und -liebhabern, den hervorragenden Verkaufsergebnissen, der internationalen Bedeutung der Veranstaltung sowie der positiven Impulse für den Kunstmarkt. Die Art Basel hat ihre Stellung als weltweit führender Marktplatz für die Kunst der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst eindrücklich bestätigt und ausgebaut. Über 50.000 Besucher (+19% verkaufte Eintritte, -15% Gäste an der Vernissage wegen Reduktion der Einladungskarten), darunter 1.500 Medienschaffende, haben die internationale Kunstmesse besucht. Die 270 Aussteller aus allen Kontinenten zogen nach sieben ereignis-, entdeckungs- und ertragsreichen Tagen eine positive Bilanz.

... Das grosse Interesse der Medien an der Art Basel bietet auch den ausstellenden Galerien zusätzliche Aufmerksamkeit und Resonanz in der Presse. Die deutsche Tageszeitung «Frankfurter Allgemeine Zeitung» kommentierte lakonisch «Die Kunst als Naturgewalt oder Besser geht´s nicht.», ... die «Welt am Sonntag» vermerkte: «Nirgendwo auf der Welt wird so viel und so ausnahmslos hochklassige, moderne Kunst gezeigt wie in Basel. Keine Messe ist so wichtig für Galeristen und so beliebt bei Besuchern.»

Das aufwendig gestaltete Katalogbuch, das eine umfassende Übersicht über das aktuelle Angebot des internationalen Kunstmarktes bietet, war am letzten Tag der Kunstmesse ausverkauft, wie auch der «Art Unlimited»-Katalog.

Die diesjährige Ausgabe von «Art Unlimited» mit 66 spannenden Grossprojekten wurde vom Fachpublikum und Kunstliebhabern aus aller Welt als interessant und qualitativ hochstehend gewertet. Die Art Basel hat als international wichtigster, jährlicher Treffpunkt der Kunstwelt nochmals an Bedeutung gewonnen. Dazu trugen auch die Ausstellungen in den Museen und die zahlreichen Veranstaltungen rund um die Art 34 Basel bei. Auf ein grosses Interesse stiess zudem das breite Dienstleistungsangebot für die Besucher der internationalen Kunstmesse. So war das Gourmet-Restaurant «Stucki» fast jeden Tag ausgebucht, aber auch der Kindergarten «Art Kids» und das Wellness-Studio, wo müde Messebesucher sich erholen konnten, wurden rege benutzt.

In diesem Jahr feierte das internationale Finanzunternehmen UBS, sein zehnjähriges Jubiläum als Hauptsponsorin der Art Basel. Die langjährige Beziehung wurde letztes Jahr um die erstmals organisierte Schwestermesse Art Basel Miami Beach erweitert. Die Art Basel ist eines der wichtigsten Engagements von UBS im Bereich zeitgenössischer Kunst, wozu auch die renommierte UBS PaineWebber Collection gehört.


Die Besucher

In der Tat bewerteten alle Teilnehmer die Art 34 Basel als hervorragenden Jahrgang und zeigten sich mit dem Verlauf zufrieden bis begeistert. Das Besucherinteresse sei ausserordentlich gewesen. Noch nie sind so viele bedeutende Kunstsammler aus der ganzen Welt an die Art Basel gekommen. Die Hotelzimmer in und um Basel waren ausgebucht und der EuroAirport, Flughafen Basel Mulhouse Freiburg, meldete eine stark erhöhte Zahl von Starts und Landungen von Privatflugzeugen. Neben Privatsammlern aus allen Kontinenten haben annähernd alle grossen Museen der Welt Abordnungen an die Art 34 Basel gesandt. Besonders aus den Benelux-Ländern, Skandinavien, Frankreich, Spanien, Österreich, Italien, den Niederlanden, Grossbritannien sowie den USA haben mehr Sammlergruppen die Art 34 Basel besucht. Sowohl das Fachpublikum wie auch die Zahl der Besucherinnen und Besucher aus der Region Basel und dem Süddeutschen Raum haben zugenommen. Wiederum haben auch dieses Jahr viele Künstler die internationale Kunstmesse besucht: Sylvie Fleurie, Jim Lambie, Paul McCarthy , Ugo Rondinone, Santiago Sierra, John Baldessari , Robert Gober, Fischli/Weiss, Gilbert & George, Muntean/Rosenblum und viele andere. Viele von ihnen haben, speziell für die Plattform «Art Unlimited» neue Werke geschaffen und diese selbst installiert. Die Art Basel ist mehr denn je weltweit die internationalste aller Kunstveranstaltungen.


Die Zahlen

Trotz des schönen und heissen Sommerwetters während der sieben Messetage haben über 50.000 Besucherinnen und Besucher (+19% verkaufte Eintritte) die Art 34 Basel besucht. Wegen der Reduktion der Einladungskarten kamen 15% weniger Gäste zur Vernissage. Trotzdem durfte die internationale Kunstmesse am Dienstag mehr als 10.000 hochkarätige Gäste am empfangen. Rund 1.500 Medienvertreter aus allen Kontinenten kamen zur Kunstmesse, um sich über Angebot und Entwicklungen zu informieren. Das Show Management und die ausstellenden Galerien freuen sich über die grosse Aufmerksamkeit und die Resonanz in den Medien.


Die Verkäufe

Nach Umfragen des Show Managements konnten sämtliche ausstellenden Galerien Interessenten für ihre Kunstwerke finden. Alle Teilnehmer sprachen von guten bis ausgezeichneten Verkaufsergebnissen. Langjährige Aussteller werteten die diesjährige Art Basel als ein hervorragender Jahrgang. Exzellent wurde im Preissegment von EUR 5.000.- bis EUR 50.000.- verkauft. Ausgezeichnet waren auch die Verkäufe für Werke zwischen EUR 50'000.- und EUR 500'000. Im Preissegment über EUR 500.000.- konnten diverse Werke verkauft werden. Die in diesen Jahr vom Art Committee und dem Show Management gestartete Initiative, dass die Aussteller Kunstwerke, welche weniger als EUR 5.000.- kosten mit einem gelben Punkt versehen, fand bei den Besuchern und Medien ein positives Echo und trug zur Preistransparenz bei. Das Sammlerinteresse galt sowohl den Werken der Klassischen Moderne als auch der zeitgenössischen Kunst. Auch von den, in «Art Unlimited» gezeigten 66 Grossprojekten, meldeten die teilnehmenden Galerien zahlreiche Verkäufe von Arbeiten, welche mehr als EUR 100.000.- kosten. Erfreulicherweise verkauften sich auch die Werke von jungen, teilweise noch unbekannten Künstlerinnen und Künstlern ausgezeichnet. Der internationale Kunstmarkt ist, trotz der in den vergangenen Monaten schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den befürchteten Auswirkungen des Irak-Krieges, in einer gesunden Verfassung. Er wird stark von privaten Sammlern gestützt, während die meisten öffentlichen Institutionen weiterhin über beschränkte Mittel verfügen. Erfreulicherweise interessiert sich eine junge Sammlergeneration für das jüngste Kunstschaffen. Das gesellschaftliche Interesse an zeitgenössischer Kunst und ihren Vorbildern war noch nie so gross wie heute.

Chantal Crousel, Inhaberin der Galerie Chantal Crousel, Paris: «Die Art Basel ist schöner denn je und die Qualität der gezeigten Kunst ist grossartig. Zudem sind die Besucher sehr sachkundig.»

Gerhard F. Reinz, Inhaber der Galerie Orangerie-Reinz, Köln: «Fantastisch! Es herrschte vom ersten Tag an eine positive Stimmung bei den Besuchern. Die Türe ging am Morgen auf und in kürzester Zeit war unser Stand voll. Wir haben sehr gut verkauft.»

David Juda, Direktor von Annely Juda Fine Art, London: «Vibrant, exciting and quite a lot of business.»

Patricia Ortiz-Monasterio, Direktorin der Galería OMR, Mexico: «One of the best shows I have ever done. All the galleries have made a great effort to show their best works.»

Hans Mayer, Inhaber der Galerie Hans Mayer, Düsseldorf: «Die diesjährige Art Basel war hervorrragend. Besucher aus allen Kontinenten kamen nach Basel.»

Robert Landau, Inhaber von Landau Fine Art, Montreal: «Die Messe hat sehr stark begonnen, gegen Ende war es etwas ruhiger. Wir haben viele Komplimente bekommen, wir hätten den schönsten Stand. Das Publikum war sehr sachkundig und wusste viel über moderne Kunst.»

Peter Blum, Inhaber von Blumarts, New York: «Ich bin mit niedrigen Erwartungen gekommen wegen der schlechten wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage. Umso erstaunter bin ich, wie gut die Messe gelaufen ist. Man taucht in das Raumschiff Art Basel ein, hebt ab und lässt alle alltäglichen Sorgen hinter sich.»

Giò Marconi, Inhaberin der Giò Marconi Gallery, Mailand: «Die Messe war hervorragend. Ich habe viele neue Sammler getroffen.»

Massimo Minini, Inhaber der Galleria Massimo Minini: «Ich bin glücklich und stolz, dass ich schon so lange hier bin. Mein Stand befindet sich nach 27 Jahren immer noch in der ersten Reihe, genauso wie die Art Basel nach 34 Jahren immer noch in der ersten Reihe steht.»


Die Kunst

Als weltweit einzigartig werteten die anwesenden Kunstexperten die Qualität und Vielfalt der an der Art 34 Basel gezeigten Kunstwerke. Die teilnehmenden Galerien hatten grosse Anstrengungen unternommen, um die interessantesten Kunstwerke zu zeigen und diese in sorgfältig konzipierten Ausstellungen zu präsentieren. An verschiedenen Ständen wurden thematisch gruppierte Ausstellungen und Einzelausstellungen von Künstlern gezeigt. Während die Art Basel seit Beginn als wichtigste Messe für die Klassiker der modernen Kunst bekannt ist, hat sie sich in den letzten Jahren ebenso als weltweit wichtigste Plattform für das zeitgenössische Kunstschaffen etabliert und setzt auch dort die Massstäbe. In diesem Jahr nahmen nicht nur alle bedeutenden Händler für moderne Kunst in Basel teil, sondern auch die führenden Galerien der jungen Künstlergeneration haben an der Art Basel ihren weltweit wichtigsten Auftritt. An keiner anderen Kunstmesse stellen so viele Galerien für zeitgenössische Kunst aus (ca. 200). Die langjährige Förderung junger Kunst zeigte sich an der Art 34 Basel auch darin, dass viele Stände neu geschaffene Kunstwerke zeigten. Verschiedene Galerien präsentierten Videoarbeiten und grosse Installationen. Die Malerei und Papierarbeiten erlebten einen neuen Aufschwung und Fotografie war wiederum stark vertreten.


Die Sektoren

Die Bilanz der zum vierten Mal stattfindenden Plattform «Art Unlimited», wo Werke gezeigt werden konnten, die den Rahmen von Ausstellungsständen auf Kunstmessen, oft auch den von Galerien, Museen sprengen, ist äusserst positiv. Ausgestellt wurden 66 Projekte: grosse Installationen, Videoprojektionen, grossflächige Malerei, Grossskulpturen, Installationen, Performances und digitale Kunst. Nicht nur die teilnehmenden Galerien und Künstler waren enthusiastisch, sondern auch die Fachleute und das Publikum bewerteten die diesjährige «Art Unlimited» als die Beste seit ihrer Gründung im Jahre 2000. In der Kommunikationsplattform «Art Lobby« konnten interessierte Besucherinnen und Besucher mehrmals am Tag führende Persönlichkeiten aus der internationalen Kunstszene kennenlernen. Getroffen werden konnte hier unter anderem Thierry Raspail, Harald Szeemann, Francesco Bonami, Kasper König, Christoph Vitali, Hans Ulrich Obrist und verschiedenen bedeutende Sammler aus aller Welt. Höhepunkt in «Art Lobby» war sicher der Auftritt der international bekannten Künstler Gilbert & George, welche am Samstag, 21. Juni die internationale Kunstmesse besuchten und sich mit Medienvertretern und dem interessierten Publikum unterhielten.

Ein weiterer Publikumsmagnet waren die «Art Statements», die 17 Einzelausstellungen junger Künstlerinnen und Künstler. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert vom Interesse für diese Plattform, welche Ihnen nicht nur gute Verkäufe, sondern auch den Kontakt zu vielen Ausstellungsmachern aus aller Welt und ein grosses Interesse bei den Medien brachten. Der für «Art Statements» von der Baloise-Gruppe gestiftete Preis, dotiert mit zweimal je CHF 25'000.-, ging dieses Jahr an zwei Künstlerinnen: Monika Sosnowska aus Polen und Saskia Olde Wolbers aus den Niederlanden. Auch der Sektor «Art Edition», wo internationale Editeure Grafiken und Multiples anboten, verzeichnete grosses Besucherinteresse. Der Sektor «Art Film» im Stadtkino Basel mit dem Open Air Kino, wo Filme von und über Künstler gezeigt wurden, ist inzwischen bei den Be-sucherinnen und Besuchern zur beliebten Institution geworden. ...

Die 35. Ausgabe von Art Basel findet vom 16. bis 21. Juni 2004 statt. "
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  • Bin beschäftigt - Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen e.V. (13.10.06 - 7.1.07)

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