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Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika - Neuer Berliner Kunstverein (13.01. - 11.03.07)


Eingabedatum: 01.12.2006



bilder

Künstler: Bridget Baker, Lien Botha, Jean Brundrit, David Goldblatt, Pieter Hugo, Santu Mofokeng, Zanele Muholi, Jo Ractliffe, Mikhael Subotzky, Guy Tillim, Andrew Tshabangu, Nontsikelelo 'Lolo' Veleko

Kuratorin: Pam Warne/Iziko South African National Gallery

Nach einem Jahrzehnt konsequenter Untersuchung verschiedener Aspekte der Fotokunst verschiedener Länder scheint es folgerichtig, dass unsere Ausstellungsreihe diesmal mit der zeitgenössischen Fotografie eines Landes aus dem fünften und in der Serie bis jetzt noch nicht beachteten Kontinent fortgesetzt wird. Nach einer viel beachteten Präsentation vor einem Jahr in der Kunsthalle Wien (Black Brown White - Fotografie aus Südafrika) zeigt unsere Ausstellung erstmalig in Deutschland südafrikanische Fotokünstler, nachdem sie bis jetzt entweder als Teilnehmer von gesamtafrikanischen Fotoausstellungen oder eingebettet in umfassende Überblickausstellungen südafrikanischer Kunst zu sehen waren.

Die Ausstellung soll einen Eindruck von den höchst unterschiedlichen Wegen vermitteln, auf denen im heutigen Südafrika Fotokünstler eine radikal veränderte Welt erkunden. Dabei will sie zeigen, wie sich die Fotopraxis in Südafrika im Wandel der letzten Jahre verändert hat. Nach einer langen Zeit der politischen Isolation haben die südafrikanischen Fotografen inzwischen wieder Anschluss an die internationale Kunstentwicklung gefunden.

Heute spielt die Fotografie eine wichtige Rolle in der zeitgenössischen südafrikanischen Kunst. Ihr Interesse gilt ganz unterschiedlichen Themen und Ausdrucksmöglichkeiten. Sie kreisen sowohl um die Schilderung der südafrikanischen Wirklichkeit der Post-Apartheid Periode mit ihrem Kampf gegen gewaltige Probleme, wie z.B. AIDS und Kriminalität, als auch um Fragen, die sich mit Herkunft und Tradition, Erinnerung und Vergessen, Multikulturalität und Geschlechterrollen auseinandersetzen. Der langjährigen Praxis des politischen Dokumentarismus entwachsen findet hier eine verstärkte Hinwendung zu scharfer Beobachtung des südafrikanischen Alltags, des sozialen Milieus und des gesellschaftlichen Wandels auf dem Weg des nationalen Selbstfindungsprozesses statt, die durch eine Vielfalt von individueller Bildästhetik vermittelt wird.

Die Kuratorin der Ausstellung, Pam Warne, gab der Ausstellung die Überschrift „Reality Check“, die so viel wie “Realitätsüberprüfung“ bedeutet. Sie meint damit, dass ein aus jahrelanger Psychose erwachtes Südafrika mit der umgebenden Realität konfrontiert wird und sich damit abfinden muss, statt sie zu negieren oder sich Illusionen hinzugeben. Die Fotografie übernimmt gewissermaßen die Funktion eines Transkripts der Gegenwartshistorie.

Neben den älteren und international etablierten Fotografen, wie David Goldblatt und Santu Mofokeng, werden Werke von Vertretern der jüngsten Künstlergeneration, wie Mikhael Subotzky und Nontsikeleo "Lolo" Veleko, präsentiert. Ohne den Anspruch zu erheben, einen umfassenden Überblick der zeitgenössischen südafrikanischen Fotokunst darbieten zu wollen, zeigt die Ausstellung dennoch einige ihrer wichtigsten Aspekte. Guy Tillim arbeitet mit seriellen Realitätsfragmenten und berichtet über den Verfall des urbanen Raums; Andrew Tshabangu dokumentiert die Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung von Johannesburg unter dem Aspekt wie Traditionalität oder Spiritualität;
Mikhael Subotzky analysiert und kommentiert die Situation in den Gefängnissen und deren Rolle in einer multirassischen Gesellschaft; Jo Ractliffe operiert mit der Verbindung zwischen dokumentarischer Sicht und surrealistischer Entfremdung; Santu Mofokeng fotografiert Werbetafeln, die auf skurille Weise in Kontrast zu ihrer Umgebung stehen, oder schildert metaphorische Szenen in einer poetischen visuellen Sprache; Nontsikeleo „Lolo“ Veleko untersucht Fragen der Konstruktion von Identität in einer sich radikal verändernden Gesellschaft, insbesondere der Stereotypen von jungen schwarzen Stadtbewohnern; Zanele Muholi beobachtet mit ihren sozial engagierten Aufnahmen Zeugnisse der physischen und emotionalen Bedrängnis der schwarzen Lesben; Pieter Hugo zeigt Personen am Rande der Gesellschaft oder macht süffisante Kommentare zum Kolonialerbe und seine weiterhin lebendigen rassistischen Ansichten; Jean Brundrit verweist mit ihren Photogrammen auf Fragen der persönlichen Sicherheit und bestimmten Verhältnisse zur Geschlechtsidentität; Lien Botha erzielt mit ihren comicstripartigen Verankerungen von Landschaft und Text kontrastreiche Narrationen des afrikanischen Schematismus; Bridget Baker schafft konzeptuelle Fotowerke mit ikonografischer Schlichtheit, und „Altmeister“ David Goldblatt schließlich stellt kritische Betrachtungen über den südafrikanischen Alltag an und schildert Menschen und Landschaft gleichermaßen mit "kühler Leidenschaft." (Presse NBK)

Öffnungszeiten: Di - Fr 12 - 18 Uhr, Sa + So 14 - 18 Uhr

Neuer Berliner Kunstverein
Chausseestr. 128/129
D - 10115 Berlin
Tel 280 70 20

nbk.org


ch



Daten zu David Goldblatt:


- *1930 in Randfontein, South Africa.

- African collection of contemporary art

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Bienal de Sao Paulo, 2010

- Biennale Venedig 2011

- Daimler Art Collection

- documenta 11, 2002

- documenta 12, 2007

- Frieze LA 2019

- Frieze London 2013

- Frieze London 2016

- Goodman Gallery

- MACBA COLLECTION

- Marian Goodman Gallery

- Marrakech Biennale, 2007

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection


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