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Maya Schweizer/ Clemens von Wedemeyer: Metropolis. Bericht über China

Frankfurter Kunstverein
Ausstellungsdauer: 11.3.-8.5.11

Eingabedatum: 04.03.2011

bilder

Im Jahr 2004 reisten die Filmemacher Maya Schweizer und Clemens von Wedemeyer nach China, um für eine Neuverfilmung von Fritz Langs Klassiker "Metropolis" (1929) zu recherchieren. Der Dokumentarfilm, der dabei entstanden ist, bildet den Kern der Frankfurter Ausstellung.

Mit dem Dokumentarfilm „Metropolis. Report from China“ wollen die Künstler die Lang`sche Utopie der 1920er Jahre mit einem realen kommunistischen System der Gegenwart vergleichen, das an der Schwelle zu kapitalistischen Arbeitsverhältnissen steht. Die französische Filmemacherin Maya Schweizer (geb. 1976, lebt in Berlin) und der Videokünstler Clemens von Wedemeyer (geb. 1974, lebt in Berlin) sind gemeinsam nach Shanghai und Beijing gereist, um eine Revision der Themen aus "Metropolis" vorzunehmen. Gerade diese zwei Mega-Städte sind von großen Gegensätzen zwischen Arbeiterklasse undreicher Oberschicht geprägt und dienten daher als geeignetes Setting für die Interviews und Recherchen.
Neben der Vorführung des Dokumentfilms, werden im Frankfurter Kunstverein zahlreiche Fotografien und Dias präsentiert und gemeinsam mit filmhistorischen Materialien und Postern zu einer umfangreichen Installation zusammengeführt.

Mit „NEWLAVILLE“ wird eine weitere Arbeit von Maya Schweizer vorgestellt. Sie greift auf Bildmotive zurück, mit denen die Stadt Beijing für radikale Modernisierungen im Jahr 2002 warb. Anhand von Projektionen und Plakaten, die ursprünglich für den öffentlichen Raum in Berlin bestimmt waren, will Schweizer zeigen, dass sich Stadtutopien ähneln und sogar universell sind.

Abbildung: MAYA SCHWEIZER / CLEMENS VON WEDEMEYER, „Metropolis, Report from China“ (Leuchtreklame), 2004-2006 Video still, Digital Video, 42 min, 2004-2006, © Maya Schweizer and VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris, KOCH OBERHUBER WOLFF, Berlin

Öffnungszeiten:
Di,Do,Fr 11-19 Uhr
Mi 11-21 Uhr
Sa,So 10-19 Uhr

Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44
60311 Frankfurt am Main

fkv.de


Verena Straub






Daten zu Maya Schweizer:

- Berlin Biennale 2006

- GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen 2015

- Kunstverein Münster

Weiteres zum Thema: Maya Schweizer



Viaggio in Italia – Italienische Reise


Franziska Meinert, aus der Serie: "Dekonstruktionen", C-Prints, 60 x 40 cm, gerahmt, 2012

Die Ausstellung zeigt Ergebnisse verschiedener Studienreisen der Klassen Prof. Alba D´Urbano (Medienkunst) und Prof. Tina Bara (Fotografie) in die Gegend zwischen Tivoli und Rom – und wird ergänzt durch Positionen zusätzlich eingeladener Künstlerinnen und Künstler. Das Ausstellungskonzept sieht vor, die im Mikrobereich entwickelten Projektergebnisse der Studierenden mit einer weiter führenden Makroebene zu verbinden.

Inspiriert durch die lange Tradition der „Grand Tour“ – der großen Reisewelle in Richtung Italien – hinterfragt die Ausstellung das Thema der „Grand Tour“ aus zeitgenössischem Blickwinkel. Wie sieht das Spannungsfeld zwischen dem romantischen Sehnsuchtstraum und der heutigen Realität des postindustriellen Sturkurwandels aus? Die sozialen, politischen, architektonischen und touristischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte zeigen tiefgreifende Umwandlungen. Die ökonomischen Bedingungen werden nicht mehr durch die großen einstigen Industrien getragen, sondern haben sich in den Dienstleistungssektor verlagert. Gewaltige Migrationsstöme aus der sogenannten dritten Welt führen zu weitreichenden Veränderungen der Bevölkerungsstrukturen vor Ort. Historisch bedeutende Ruinen und heutige postindustrielle Realität treffen in harten Kontrasten aufeinander.

Thematisch ordnet sich die Ausstellung in vier Bereiche. Ein zentrales Themengebiet bezieht sich auf die Phänomene, die sich aus den veränderten Arbeitsverhältnissen ergeben und tangiert damit auch Bereiche der Politik und des zweiten großen Themengebietes, das hauptsächlich den globalen Strukturwandel auf unterschiedliche Art und Weise reflektiert. Der Wandel wiederum zeigt sich besonders anschaulich sowohl in den Untersuchungen städtebaulicher und architektonischer Substanz als auch im vierten Bereich Tourismus, der wiederum enge Bezüge zur Arbeitsproblematik aufweist.

Künstlerinnen und Künstler:
Tina Bara – Alba D´Urbano, Jacopo Benci, Katrina Blach, Gottfried Binder, Libia Castro & Olafur Olafsson, Johanna Diehl, Charlotte Eifler, Sarah Feulner – Lena-Rosa Händle, Valerio Figuccio – Michael Petri, Nina Fischer – Maraon el Sani, Ya-Wen Fu, Heike Gallmeier, Eiko Grimberg, Matthias Hoch, Franziska Jyrch, Susanne Keichel, Franziska Klose, Julia Krause, Verena Landau, Franziska Meinert, Berit Mücke, Nadine Neuhäuser, Marcel Noack, Ginevra Panzetti – Enrico Ticconi, Raphael Sbrzesny, Jana Schulz, Maya Schweizer, Maria Sewcz, Tim Sharp, Jakub Simcik, Juli Sing – Sarah Schlatter, Heidi Specker, Silvia Stucky, Yukiko Terada, Dagmar Varady und Carolin Weinert

Öffnungszeiten: Di – Sa, 12.00 – 18.00 Uhr

Werkschauhalle, Spinnerei Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Zurück nach Morgen


Die Ausstellung "Zurück nach Morgen" stellt die Frage nach dem Begriff der Erinnerung. Was ist Erinnerung? An was erinnern wir uns und wie? Wie orientieren wir uns in Erinnerungen? Wie wirken sie nach? Wie erinnern wir uns an Orte? Wie spiegeln und sammeln Räume Erinnerungen, lösen sie aus?
Erinnerung wird dabei verstanden als eine – ideelle – Ressource: Gegenwart ist immer durch Vergangenheit geprägt, die sich in Erinnerungen niederschlägt.

Zu diesem Thema in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzigwerden Arbeiten von Yvon Chabrowski (D), Dominique Gonzalez-Foerster (F/BR), Wiebke Loeper (D), Inken Reinert (D), Anri Sala (AL/F), Michaela Schweiger (D), Maya Schweizer (F/D) gezeigt.

"Yvon Chabrowski widmet sich der Inszenierung von massenmedialen Bildern, die Wahrnehmung und Erinnerung konstruieren. Dominique Gonzalez-Foerster schafft räumliche Atmosphären über Erinnerungsfragmente, die wiederum eigene Erinnerungen auslösen und auch in Richtung Zukunft weisen. Wiebke Loeper verfolgt Themen wie Heimat und Identität gepaart mit autobiografischen Referenzen. Es geht um Orte, die Ausdruck von Hoffnung, Verlust und Freude sind. Inken Reinert recycelt nostalgiefrei die jüngere Vergangenheit, indem sie sie einer vollständigen De- und Neumontage unterwirft. Anri Salas Installation fragt nach der eigenen Identität, die als eine an Abwesenheit und Anwesenheit, an Menschen, Situationen und Orte geknüpfte Konstruktion erscheint. Michaela Schweiger beschäftigt sich mit den Bedingungen des architektonischen und des urbanen Raumes und medialen Räumen wie dem Kino und dem Internet. Maya Schweizer setzt sich mit persönlichen wie gesellschaftlich-historischen Fragen über Bilder und Texte aus dem kollektiven sowie dem persönlichen Gedächtnis auseinander." (pm)

Bei vielen der gezeigten Arbeiten setzen sich die Künstler mit der eigenen Familiengeschichte, aber auch mit Funde des Alltags auseinander, die sich sowohl in fiktiven wie auch in konkreten Räumen niederschlagen.

"Die Ausstellung verbindet die Konstruktion und Inszenierung von Erinnerung. Sie widmet sich sowohl Medien des Speicherns und Archivierens von Erinnerung als auch der künstlerischen Reflexion von Geschichte, die auch private, persönliche, familiäre sein kann. In den Kunstwerken entfalten sich Erinnerungen, die auf individueller Erfahrung beruhen. Sie thematisieren die Vergänglichkeit und die Neustrukturierung von Erinnerung."(pm)

kuratiert von Julia Schäfer und Heidi Stecker, GfZK Leipzig

Ausstellungsgestaltung: Kay Bachmann und Philipp Paulsen

Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Karl-Tauchnitz-Str. 9-11
D-04107 Leipzig
gfzk.de
+49-341-140 81 25






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