Invisible Violence

unsichtbare Gewalt

14. 02. - 10. 04. 2015 | Salzburger Kunstverein
Eingabedatum: 18.02.2015

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Die Ausstellung „Invisible Violence“ befasst sich mit sogenannter unsichtbarer Gewalt, wie sie global im alltäglichen und häuslichen Kontext, im Arbeitsbereich und im Lebensalltag erkennbar ist. Dazu gehören administrative und bürokratische Gewalt, Formen visueller Gewalt in den Medien, sowie subtile Formen von Sektierertum und kollektiver Feindseligkeit in jüngst vergangenen und gegenwärtigen soziopolitischen Umständen. Diese Aspekte von Gewalt werden durch die Zusammenstellung von Werken, die territoriale, nationalistische, mythologische Themen sowie Fragen der Identität problematisieren, untersucht. Insgesamt strebt das Projekt danach, sich nicht in abgegrenzten oder gegensätzlichen Darstellungen zu verzetteln.

„Invisible Violence“ ist ein multidisziplinäres Projekt, das von Zoran Erić, Blanca de la Torre und Séamus Kealy kuratiert und in Artium, dem Baskischen Museumszentrum für zeitgenössische Kunst in Vitoria, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Belgrad und dem Salzburger Kunstverein in Österreich präsentiert wird. Der ursprüngliche geopolitische Kontext dieses Projekts war ein europäisches Dreieck bestehend aus der Region des Baskenlandes, Irland (vor allem Nordirland) und Serbien – alle drei mit dem Stereotyp von Gewalt und Terror behaftet. Dieser gemeinsame Nenner und diese Konstellation bildeten den Hintergrund des Projekts, das nunmehr um einen österreichischen und breiteren europäischen Kontext erweitert wurde.

Thematisch befasst sich das Projekt mit einigen wichtigen und sensiblen Aspekten der Herstellung neuer europäischer Identitäten. Indem es die öffentliche Debatte über unsichtbare Gewalt in verschiedenen Ecken Europas fördert, betont das Projekt die Notwendigkeit, eine gemeinsame öffentliche, europäische Sphäre herzustellen und essentielle Ideen einer europäischen Identität und Staatsangehörigkeit neu zu überdenken – und damit die EU von innen heraus zu beleuchten. Man könnte behaupten, dass wir uns heute in einer Situation befinden, in der neue Gesetze, Gesetzgebung und zwischenstaatliche Abkommen innerhalb der EU zu neuen Typen von Gewalt führen. Das gegenwärtig verhandelte TTIP-Abkommen (Transatlantic Trade & Investment Partnership), das zwischen der Europäischen Union, Kanada und den Vereinigten Staaten ausgehandelt wird, ist ein Beispiel, das radikal unterstreicht, wie die Diktate von Regierungen und Industrie den Bürger_innen aufgedrängt werden. Damit verwandt sind aktuelle Themen wie der Ausschluss verarmter und marginalisierter Bevölkerungsteile in Europa inklusive der Gewalt, die ihnen aufgrund ihrer Andersartigkeit angetan wird (vor allem Immigrant_innen) und die von Theoretiker_innen wie Bertrand Ogilvie als System definiert wurde, das zur Produktion von „wegwerfbaren Menschen“ (l’homme jetable) führt. Étienne Balibar geht noch weiter mit der Frage, ob es einen neuen Typus europäischer Apartheid gibt, der mithilfe neuer Formen restriktiver und exklusiver Gesetzgebung entsteht. Als Gegenwehr beschreibt er die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen, öffentlichen Sphäre, in der neue Identitäten europäischer Staatsangehörigkeit geschaffen werden und deren Ideen in jeder Ecke Europas, bis an alle Ränder und Grenzen gleichermaßen diskutiert werden sollten. Insgesamt versucht dieses Projekt, eine solche Sphäre zu formen und dabei universalisierte Aspekte neuer Formen unsichtbarer Gewalt herauszustellen, die momentan in ganz Europa dominieren – Formen der Gewalt, die als zentrale Bedrohung für die Herstellung egalitärer Ideale der europäischen Staatsbürgerschaft gesehen werden. Vor dem Hintergrund dieser Erwägungen ist es daher entscheidend, die Hürden der Spaltung und des Separatismus zu überwinden, die gegenwärtig in Diskursen über Identitätspolitik und kulturelle Unterschiede innerhalb bestimmter Ethnien in Europa generiert werden.

Natürlich ist Gewalt als Ausstellungsgegenstand ein sensibles und möglicherweise provokantes Thema, das auch zu manichäischen Definitionen wie „wir versus die anderen“ führen kann. Daher ist es ein Anliegen der Kuratoren_innen, den Fokus nicht übermäßig auf Themen des Kriegs, Genozids und extremer Gewalt zu legen, obwohl sie einen spürbaren, wenn auch unsichtbaren Hintergrund des Projekts bilden. Die Gewalt, um die es hauptsächlich geht – und die in den Werken der eingeladenen Künstler_innen abgebildet oder erforscht wird – sind Formen der Gewalt innerhalb der Sprache und der Repräsentation. Diese sind ein Resultat sich verändernder sozioökonomischer Bedingungen, Ideen und politischer Strategien, in denen kulturelle Gewalt gegen geopolitische Gruppen und Individuen besonders sichtbar wird. Die Ausstellung wird verschiedene Schlaglichter auf unterschiedliche Formen kultureller und zeitgenössischer Gewalt werfen und soll nicht von aktuellen und ausgeprägten Formen von Gewalt (Terrorismus, Krieg, ethnische Säuberungen, Genozid) dominiert werden.



Künstler_innen in Salzburg:
Kader Attia (FR), Itziar Barrio (ES/US), Ursula Biemann (CH), Rossella Biscotti (IT/NL) & Kevin van Braak (NL), Sarah Browne (IE), Declan Clarke (IE), Willie Doherty (IE/UK), Eva Engelbert (AT) & Katharina Schniebs (DE/AT), Harun Farocki (DE), Daniel García Andújar (ES), Eva Grubinger (AT), Dejan Kaludjerovic (RS/AT), Vladimir Miladinovic (RS), Locky Morris (UK/IE), Adrian Paci (AL/IT), Christodoulos Panayiotou (CY), Garrett Phelan (IE), Nikola Radic Lucati (RS), María Ruido (ES), Francesc Ruiz (ES)

Salzburger Kunstverein
Künstlerhaus
Hellbrunner Straße 3
5020 Salzburg

salzburger-kunstverein.at

Öffnungszeiten Ausstellung: Di-So 12-19 Uhr
Öffnungszeiten Café Cult: Mo-Fr 9-23 Uhr

Presse








Daten zu Kader Attia:

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Hong Kong, 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- ArtZuid2013, Amsterdam

- Biennale de Lyon 2015

- BIENNALE of DAKAR 2016

- Biennale Venedig 2017

- Die Göttliche Komödie, MMK, 2014

- Die Zukunft der Tradition - Haus der Kunst, München

- documenta 13, 2012

- EVA International 2016

- Frieze London 2016

- Galerie Krinzinger

- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015

- Göteborg Biennale 2015

- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST

- Marrakech Biennale MB5, 2014

- Marrakech Biennale, 2016

- Sharjah Biennial 13, 2017

- The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 - ZKM, 2011

Weiteres zum Thema: Kader Attia



The Big Easy - Halle 14, Leipziger Baumwollspinnerei (25.11.07-13.1.08)


Das Ausstellungsprojekt "The Big Easy. Relocating the Myth of the >>West<<" thematisiert als Herausforderung der Gegenwart das Insichhineinversetzen in die Vorstellungswelt und Weltanschauung Anderer, ohne die eigenen (vorgefertigten) Imaginationen zu projizieren. Ausganspunkt bildet der Umgang des "Westens" im Kampf um Ressourcen, Globalisierung, religiösen und ethnischen Konflikte und Terrorismus. Infrage gestellt wird dabei sein Selbstverständnis als ordnungspolitische Leitkultur, wobei sich die ost- und mitteleuropäischen Staaten politisch und wirtschaftlich immer mehr Westeuropa angleichen.
"Ost und West sind nun Teil einer panoramisch-panoptischen, überwältigenden, herzzerreißenden, atemberaubenden Kultur der Übertreibung als hegemoniale Weltlandschaft, in der nichts wirklich passiert, deren überbordende Unbeschwertheit, der große Leichtsinn, The Big Easy einfach nur ein Effekt ist. Jene Übertreibung wider besseres Wissen - dem beliebtesten politischen Machtmittel."

Künstler/innenliste: Zehra Ahmed (Australien), Kader Attia (Algerien, Frankreich), Matthew Buckingham (USA), Deborah Kelly (Australien), Aleksandra Mir (Polen, Italien), Mônica Nador (Brasilien), Julika Rudelius (D, USA), Xabier Salaberria (Spanien) und Solmaz Shahbazi (Iran, D)

Eine Ausstellung der HALLE 14 unter Mitwirkung der ACC Galerie Weimar und von Knut Birkholz (Rotterdam).

Abbildung: Julika Rudelius, Forever, Filmstill 2006

Öffnungszeiten: Fr-So, 11-18 Uhr

Leipziger Baumwollspinnerei, Halle 12
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
Tel.: 0341 492 42 02

halle14.org

Die Zukunft der Tradition - die Tradition der Zukunft - Haus der Kunst, München


Die Ausstellung will an die umfangreiche Kunstschau "Meisterwerke muhammedanischer Kunst" anknüpfen, die vor genau 100 Jahren in München stattgefunden hat. Neben einzelnen historischen Objekten islamischer Kunst fokussiert die Schau vor allem zeitgenössische Positionen.

Im Jahr 1910 galt die Ausstellung "Meisterwerke muhammedanischer Kunst" als bis dahin größte Schau islamischer Kunst. Zum ersten Mal wurde dem westlichen Betrachter ein umfangreiches und historisches Bild präsentiert. Auf diese Weise trug die Ausstellung entscheidend zu einem veränderten Blickwinkel auf die Künste in muslimisch geprägten Ländern bei.
Daran wollen die Ausstellungsmacher von "Die Zukunft der Tradition - die Tradition der Zukunft" nun anknüpfen, indem ein möglichst breites Spektrum islamischer Künste gezeigt werden soll.

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist dabei in drei Bereiche gegliedert. Den Ausgangspunkt und Kern bilden ausgewählte historische Kunstobjekte, die bereits in der Ausstellung von 1910 zu sehen waren.
In einem zweiten Teil werden Werke von Künstlern zu sehen sein, die traditionelle Elemente islamischer Kunst wie Kalligraphie oder Ornament bis heute beibehalten haben.
Der dritte Bereich wird schließlich mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler bespielt, die sich weitestgehend mit Themen der modernen islamischen Gesellschaften beschäftigen. Politische Veränderungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach Geschlechterstrukturen oder die Ausbeutung der Natur.

Künstlerliste:
Doa Aly, Kader Attia, Yto Barrada, Farah Behbehani, Khatt Foundation, Karen Chekerdjian, Saloua Raouda Choucair, Nada Debs, Monir Sharoudy Farmanfarmaian, Chohreh Feyzdjou, Reem al-Ghaith, Wafa Hourani, Emre Hüner, Raya Khalaf, Buthina Canaan Khoury, Abbas Kiarostami, Rachid Koraïchi, Samir el Kordy, Maha Maamoun, Tala Madani, Nassar Mansour, Milia Maroun, Walid Raad, Mahmoud Said, Ibrahim el Salahi, Bahia Shehab, Huda Smitshuijzen-AbiFarès, Mounira al Solh, Nadine Rachid, Laure Touma, Akram Zaatari

Abbildung: BUTHINA CANAAN KHOURY / independent Palestinian Director and Producer, Filmstill from "Taste the Revolution", 2008

Ausstellungsdauer: 17.9.10-9.1.11

Öffnungszeiten:
Mo-So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

hausderkunst.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:






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