»Mental Diary«

Gruppenausstellung

6.6. - 23.8.2015 | Kunstverein Hannover
Eingabedatum: 05.06.2015

bilder

Sechs Künstler unterschiedlicher Generationen beobachten und reflektieren in der Ausstellung »Mental Diary« ihren Alltag mit fotografischen, zeichnerischen, malerischen und filmischen Arbeiten. Subjektiv Beobachtetes, Erlebtes oder Erfahrenes wird in unterschiedlichen Positionen aufgefangen, archiviert und in die jeweilige atmosphärische künstlerische Sprache transformiert.

Im Zusammenspiel von »Ich« und »Welt«, von äußerer Lebensrealität und individueller Wahrnehmung zeigt die Schau unterschiedliche Formen der Aneignung und Notationen der täglichen Routine: von Standortbestimmungen mit autobiografischem Charakter, in denen die eigene Identität über Alltagssituationen verhandelt wird, bis zu Momentaufnahmen, die die politische, gesellschaftliche oder kulturelle Gegenwart reflektieren und kommentieren.

Ein Selbstportrait durch Fotografien von Gegenständen, die ihn in seinem Atelier und zu Hause umgeben, zeichnete Sol LeWitt (*1928 in Hartford, USA, †2007 in New York) bereits in den 1980 Jahren: Sein Künstlerbuch Autobiography (1980) versammelt auf 128 Seiten die fotografische Inventarisierung des unmittelbaren Umfelds zu einem typologischen Archiv. LeWitt nutzt die Fotografie als Medium der Bestandsaufnahme. Die formal stringente, seriell angelegte Werkserie repräsentiert nicht zuletzt seine konzeptuelle Kunstauffassung.

Wie LeWitts Arbeiten lassen sich die Filmtagebücher von Jonas Mekas (*1922 in Biržai, Litauen, lebt in New York) als wiederzuentdeckende Schlüssel- bzw. Referenzwerke im Kontext der Ausstellung lesen. Er ist einer der einflussreichsten Protagonisten des Experimentalfilms des 20. Jahrhunderts. Sein Film As I was moving ahead occasionally I saw brief glimpses of beauty (2000) steht paradigmatisch für sein Werk und ist eine Rückblende in sprunghafte, fragmentierte Erinnerungen eines über achtzigjährigen Künstlers, der seine mit der Handkamera eingefangenen, unmittelbaren Bilddokumente aus fast 30 Jahren zu intuitiven Erzählungen zusammenfasst und dabei Augenblicke von vergehender Schönheit entstehen lässt.

Eine selbstverständliche Verknüpfung von Kunst und Leben kennzeichnet auch die Malereien von Dietmar Lutz (*1968 in Ellwangen, lebt in Düsseldorf). Mit dem unverstellten Blick eines Flaneurs setzt Lutz die Eindrücke seines sozialen Umfelds, aus dem Atelier, der Wohnung oder auf Reisen mit schnellen, gekonnten Pinselstrichen ins Bild. Der Künstler offenbart metaphorische Impressionen von Privatsphären, zugleich sind seine Bilder reflektierte und durch kunsthistorische Verweise beeinflusste Beobachtungen, die die Frage nach der eigenen Rolle in der Welt repräsentieren.

Dan Perjovschi (*1961 in Sibiu, Rumänien, lebt in Bukarest) kommentiert in seinen pointierten, anarchischen Zeichnungen aus wenigen Linien sowohl zufällige Begegnungen wie auch aktuelle Ereignisse lokaler und internationaler (Kultur-)Politik. Mit unschiedlich gefärbtem Humor reduziert der Maler komplexe Gedanken und Beobachtungen auf verdichtete, bildliche Kommentare, die er zunächst in Notizbüchern festhält und dann unmittelbar auf den Wänden des Kunstvereins umsetzen wird.

In Ketuta Alexi-Meskhishvilis (*1979 in Tiflis, Georgien, lebt in Berlin) Fotografien werden Bilder aus dem öffentlichen und privaten Raum miteinander verbunden. Blumen, Blattwerk, Gebäude, Freunde und Verwandte arrangiert die Fotografien zu ornamentalen Kompositionen. Es entstehen abstrakte Bilder, die sich nicht vollständig aufschlüsseln lassen und die durch atmosphärische Qualitäten bestechen. Für den Kunstverein Hannover realisiert die Künstlerin eine poetische Installation, die mit bedruckten Vorhängen das klassische Thema des Interieurs und dessen metaphorischen Bedeutung spielerisch aufgreift.

Auf den seit den1970er Jahren auf Reisen entstehenden Fotografien der Serie der »gestiefelten Katze« von Christiane Möbus (*1947 in Celle, lebt in Hannover) setzt die Künstlerin ihre Füße und ihre unmittelbare Umgebung ins Bild. Eine solche fotografische Alltagsnotate zu einer persönlichen Geografie bildet auch das ausgestellte Bild Bayreuth (2000/05), das im Dialog mit der ortsspezifisch entwickelten Bodenarbeit »Ansichtssache« (2015) – einer assoziativen Weltkarte, durch die Buchstaben wie Eisschollen flottieren – Gedanken zur Verortung des Selbst und des Anderen entwickelt. Die besondere Architektur der Raumfolgen im Kunstverein eröffnet einen Ausstellungsparcours, der als assoziativer, poetischer Gang mit facettenreichen Ansichten über das Leben anhand sechs aufeinander folgender Einzelpositionen lesbar wird. Die Ausstellung wird ergänzt durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, wie einen Vortrag zum filmischen Werk Jonas Mekas von Prof. Thomas Wagner (Nürnberg), Künstlergespräche im Künstlermonat Juni mit Dan Perjovschi, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Christiane Möbus und Dietmar Lutz sowie zahlreiche Führungsformate und Workshops. Verschiedene Kooperation ergänzen den Kunstsommer im Kunstverein: Das Koki – Kino im Künstlerhaus zeigt eine ausstellungsbegleitende Filmreihe zum Alltäglichen im Film der »Berliner Schule«, die VGHStiftung und die Niedersächsische Sparkassenstiftung feiern das Jubiläum »Abenteuer fördern« und gemeinsam mit der Stiftung Niedersachsen realisieren junge FSJ-Kultur Mitarbeiter einen beschwingten Konzertabend.

Kunstverein Hannover

Sophienstraße 2
D-30159 Hannover

http://www.kunstverein-hannover.de



Presse






Daten zu Dan Perjovschi:

- 2nd Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2012

- Aichi Trienniale 2013

- art cologne 2015

- Biennale Venedig 2007

- Bucharest BIENNIAL 2, 2006

- Eine Geschichte Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou, 2016

- Galeria Helga de Alvear

- Galerija Gregor Podnar

- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2001

- Hartware MedienKunstVerein 2016

- Istanbul Biennial, 2005

- Kunstverein Lingen

- Manifesta 2, 1998

- MoMA Collection

- nbk Berlin

- Overbeck-Gesellschaft

- Playtime, 2014

- SHARJAH BIENNIAL 8, 2007

- The Making of Art, 2009, Schirn

Weiteres zum Thema: Dan Perjovschi



Portikus zieht am 5. Mai 06 in neue Räume


Der Portikus in Frankfurt am Main zieht in neue Räumlichkeiten. Nachdem der ursprüngliche Standort hinter der Fassade der zerstörten Stadtbibliothek im Jahr 2003 aufgegeben werden mußte, wurde das Ausstellungsprogramm des Portikus über fast drei Jahre hinweg im Leinwandhaus fortgesetzt. Tobias Rehberger, Professor für Skulptur an der Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, entwickelte eigens für diese Situation eine Architektur, in der mehr als 20 Ausstellungen präsentiert wurden.

Nun tritt die Institution in ihre dritte Phase: Am 5. Mai eröffnen die slowenische Künstlerin Marjetica Potrc und der argentinische Künstler Tomas Saraceno den neuen Raum mit der Ausstellung Personal States / Infinite Actives. Beide Künstler arbeiten architekturbezogen und werden Projekte zeigen, die speziell für das neue Gebäude entwickelt worden sind. Das erste Projekt der Reihe Light Lab von Olafur Eliasson wurde unter dem Glasdach des Gebäudes installiert und ist bei Nacht bereits von außen sichtbar. Über zwei Jahre hinweg werden weitere Lichtinstallationen entstehen und kontinuierlich das Erscheinungsbild des Gebäudes verändern.

Das neue Gebäude wurde von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfen und befindet sich auf der Maininsel im Zentrum der Stadt. Der Portikus versteht sich in seiner Funktion als ein Produktionsort für zeitgenössische Kunst, dessen Schwerpunkt in der Neuentwicklung von künstlerischen Projekten liegt. Der ungewöhnliche Standort und die Architektur des Gebäudes laden dazu ein, in ein experimentelles Wechselspiel mit den Arbeiten der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zu treten. Während des ersten Ausstellungsjahres wird der Portikus Projekte verwirklichen von Dan Perjovschi (Juni-August), Francis Alÿs (September-Oktober), Paul Chan (Oktober-November), eine von Michael Krebber kuratierte Ausstellung (Dezember-Januar), John Baldessari (Februar-März, 2007), Judith Hopf & Henrik Olesen (März-April, 2007) und Paulina Olowska (Mai-Juni 2007).
(Presse / Portikus)

Abbildung: Olafur Eliasson, Light Lab, test 1, 2006

PORTIKUS
Alte Brücke 2 / Maininsel
60311 Frankfurt am Main

portikus.de

Shortlist-Kandidaten für blueOrange 2006 nominiert


Von 103 Künstlern aus 21 Ländern, die internationale Kunstexperten für den Wettbewerb vorgeschlagen hatten, sind für die Shortlist des mit 77.000 Euro dotierten Kunstpreises der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken nominiert:

• Janet Cardiff, geboren 1957 in Kanada, lebt in Berlin
• Douglas Gordon, geboren 1966 in Schottland, lebt in Glasgow und New York
• Mona Hatoum, geboren 1952 in Beirut, lebt in London
Aernout Mik, geboren 1961 in Groningen, lebt in Amsterdam
• Gabriel Orozco, geboren 1962 in Mexiko, lebt in New York, Paris und Mexiko Stadt
• Dan Perjovschi, geboren 1961 in Rumänien, lebt in Bukarest
Tobias Rehberger, geboren 1966 in Esslingen, lebt in Frankfurt

Die Preisanwärter sind mit Einzelausstellungen in renommierten Kunstinstitutionen sowie internationalen Kunstereignissen hervorgetreten. Allen Nominierten spricht die Jury herausragende Leistungen zu, die auch in Zukunft viel versprechende Anstöße innerhalb des künstlerischen Diskurses erwarten lassen. Gattungsübergreifend, so die Juroren, stehe die Shortlist für die kulturelle wie geografische Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion weltweit.

Mitglieder der Fachjury des blueOrange 2006 sind Klaus Biesenbach, Kurator des Museum of Modern Art und P.S.1\MoMA; Daniel Birnbaum, Rektor Städelschule Frankfurt a.M.; Maria de Corral, Leiterin der 51. Biennale Venedig; Wolfgang Herles, Redaktionsleiter Kultur des ZDF; Luminita Sabau, Künstlerische Leiterin des blueOrange; Dirk Snauwaert, Direktor des Wiels/Brüssel und Gijs van Tuyl, Direktor des Stedelijk Museum Amsterdam.

"Gesellschaftliche Denkanstöße geben und dabei neue Wege beschreiten, die das Bestehende nicht außer Acht lassen - diese Aspekte schwingen nicht nur in der Entscheidung der Jury mit, sondern sind auch im Grundverständnis unserer Organisation verankert“, kommentiert Dr. Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) das Ergebnis.

Die Entscheidung, welcher der Kandidaten den blueOrange 2006 gewinnen wird, fällt im Februar 2006. Höhepunkt des Wettbewerbs sind die Preisvergabe und Eröffnung der Ausstellung des Preisträgers im Kölner Museum Ludwig im Oktober 2006.
...
Organisiert wird der Preis vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). ... (Presse / Blue Orange)







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