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Johannes Wohnseifer im Ulmer Kunstverein (14.9.03 - 26.10.03)

johannes-wohnseifer
Eingabedatum: 12.09.2003



bilder

Der Titel der Ausstellung "HFG 53/03" enthält die Abkürzung für "Hochschule für Gestaltung", deren Gründungsjahr sich zum fünfzigsten Mal jährt. Der Künstler J.Wohnseifer iniziierte zu diesem Anlass ein Projekt, dass sich speziell auf die HFG bezieht und dem Einfluss der Schule nachspürt.

Pressemitteilung / Auszug: "U-L-M spells H.f.G., schrieb 1966 der Pop Art-Künstler Richard Hamilton.

Johannes Wohnseifer (geb. 1967 in Köln) setzt sich seit längerem in seinem unterschiedlichste Medien integrierendem Werk mit der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG) auseinander; so ist z.B. sein Stadtstreichersarg eine Referenz an den legendären Schneewittchensarg von Gugelot/Rams (und zugleich an denjenigen von Martin Kippenberger), oder Museum (Projektraum Museum Ludwig, Köln 1999) orientierte sich am Erscheinungsbild der Münchner Olympiade 1972, das vom HfG-Gründer Otl Aicher entwickelt wurde.
. . .
HfG 53/03 hat mehrere Komponenten:

- Siebdruckarbeiten, verstanden als Komprimierung der Hochschule. Die Entscheidung für dieses Medium hängt auch mit dem hohen Rang der visuellen Kommunikation und speziell des Plakates an der HfG zusammen und der Tatsache, dass die HfG Unikate ablehnte und in den Kategorien der Massenproduktion dachte.
Deshalb verbindet sich mit den Siebdrucken ein Partizipationsangebot: Jeder hat die Möglichkeit, die Vorlagen zu erwerben und sie sich durch eine individuelle typografische Komponente anzueignen, so dass neben den Siebdrucken als de luxe-Version eine populärere Variante entsteht.
- eine Kollektion Ulmer Hocker, die auch die Frage nach der Urheberschaft in den Raum stellt
- das Projektbuch mit Fotos von Johannes Wohnseifer zum Ist-Zustand der HfG und einer Namensliste der Personen, die an der HfG wirkten (Studierende, Dozenten, Gastdozenten u.a.)

Johannes Wohnseifer hatte Einzelausstellungen u.a. 1999 im Museum Ludwig Köln und 2003 im Sprengel Museum Hannover, im Ludwig Forum Aachen und im Neuen Aachener Kunstverein."


Ausstellungsdauer: 14.9.03 - 26.10.03

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 18 Uhr / Samstag und Sonntag 11 - 17 Uhr

Kunstverein Ulm | Schuhhaussaal - Kramgasse 4 | 89073 Ulm | Tel. 0731/ 66258


ch






Daten zu Johannes Wohnseifer:

- ars viva Preistraeger

- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Casey Kaplan Gallery

- Frieze London 2016

- Galerie Gisela Capitain

- Johann König

- Medienturm Kunstverein Graz

- MoMA Collection

- Neuer Aachener Kunstverein 2016

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Zeitblick. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der BrD, 2008

Weiteres zum Thema: Johannes Wohnseifer



"deutsche malerei zweitausenddrei" im Frankfurter Kunstverein (15.1.-13.4.03)


Der erste Versuch einer Positionsbestimmung zur aktuellen Malerei im Jahre 2003: ab morgen, dem 13.1.03, beginnt im Frankfurter Kunstverein eine Ausstellung mit über 50 Künstlern, die sich mit Malerei auseinandersetzen. Ob die offensichtlich ungebrochene Kontinuität von Malerei und die fortdauernde Beschäftigung mit diesem Medium gesellschaftliche, ästhetische oder neue künstlerische Impulse zu geben vermag, wird die Ausstellung zeigen.

Presseerklärung / Auszug: "deutschemalereizweitausenddrei widmet sich dem in Deutschland nach wie vor populärsten Genre: der Malerei. "Was bedeutet Malerei heute?" ist eine der zentralen Fragestellungen der Ausstellung. Die verstärkte Hinwendung zur Malerei gerade auch der jüngeren Generation stellt zudem die Frage, welches Interesse jenseits formaler Kriterien sich mit diesem Medium verbindet. Gezeigt werden deshalb Positionen, die gewöhnlich in unterschiedlichen Diskursen und Ausstellungszusammenhängen verhandelt und gezeigt werden. Nicht nur figurative Positionen haben in den letzten Jahren eine "Politisierung" der Malerei vorangetrieben; auch abstraktere Positionen artikulieren eine Hinwendung zur Bestandsaufnahme des Jetzt.
...
Die Ausstellung präsentiert über 50 aktuelle Positionen vorwiegend jüngerer deutscher oder in Deutschland lebender Künstlerinnen und Künstler. Zahlreiche Arbeiten werden direkt vor Ort im Frankfurter Kunstverein als Wandmalerei realisiert.

Künstler/innen: Tomma Abts , Yesim Akdeniz Graf, Kai Althoff, Monika Baer, Frank Bauer, Dirk Bell, Ümit Bilgi, Henning Bohl, André Butzer, Thomas Eggerer, Tim Eitel, Jesko Fezer / Axel John Wieder, Lutz Fezer, Christian Flamm, Carsten Fock, Caroline von Grone, Katharina Grosse, Gabi Hamm, Sebastian Hammwöhner / Uwe Henneken / Dani Jakob / Gabriel Vormstein, KlausHartmann, Eberhard Havekost, Thilo Heinzmann, Andreas Hofer, Sergej Jensen, Johannes Kahrs, Kiron Khosla, Jutta Koether, Hendrik Krawen, Kalin Lindena, Dietmar Lutz, Antje Majewski, Bernhard Martin, Rupprecht Matthies, Jonathan Meese, Birgit Megerle, Stephan Melzl, Klaus Merkel, Stefan Müller, Martin Neumaier, Frank Nitsche, Silke Otto-Knapp, Susanne Paesler, Gunter Reski,Anselm Reyle, Thomas Scheibitz, Tilo Schulz, Andreas Schulze, Eva Schwab, Markus Selg, Torsten Slama, Johannes Spehr, Lee Thomas Taylor, Wawrzyniec Tokarski, Corinne Wasmuht, Thomas Werner, Johannes Wohnseifer, Daniela Wolfer, Katharina Wulff, Amelie von Wulffen

Kurator: Nicolaus Schafhausen, Direktor Frankfurter Kunstverein / Ko-Kurator: René Zechlin"


frankfurterkunstverein | markt 44 | 60311 frankfurt am main.
| tel: +49 (0)69 / 2193140| oeffnungszeiten di-so 11-19
fkv.de




Ausstellungsbesprechung: "SCHWEIGEN" (27.3.03)


Die von Ulrike Jagla-Blankenburg und Kathrin Luz kuratierte Ausstellung zeigt 17 künstlerische Positionen im Spannungsfeld verbaler und non- verbaler Kommunikation.
Das Phänomen Kommunikation beinhaltet Schweigen und Sprechen, Verweigerung und Geschwätz, Konzentration und Expression sowie Stille und Lärm. Die Ausstellung thematisiert die verschiedenen Erscheinungsformen von Kommunikation und besonders die des Schweigens, das Facetten wie Schweigeminuten, Schweigemärsche oder auch die weltabgewandte schweigende Annäherung an Gott beinhaltet.
Die beteiligten Künstler entstammen mehr oder weniger dem Umfeld Kölns und behandeln das Thema Schweigen auf sehr verschiedene Weise.

So spielt Gregor Schneiders Sarg auf den Tod als das endgültige Schweigen an. Wie andere Arbeiten Schneiders bewegt sich auch diese in einem Zustand der Nicht- bzw. der Rand-Existenz. Man denke hierbei z.B. an sein Ausschlachten und Ausnehmen des "Haus ur".

Die in sich gekehrten Mädchen-Gestalten Leiko Ikemuras existieren ganz ohne Sprache und scheinen in einem geheimen, schweigenden Dialog miteinander zu stehen. Ikemuras Werke verbinden Themenkomplexe wie Schöpfung und Verfall sowie Prozesse des Wachsens und Entwachsens. Ihre Figuren vereinen in metaphorischen Prozessen Flora, Fauna und menschliches Leben. Immer wieder finden sich auch nahezu gesichtslose Büsten und Figuren, die ihre eigenen Gliedmaße in den Mund zurückzudrängen suchen.

Die Videoreihe "In der Kiste" von Anna Anders zeigt Menschen, von der Kamera beobachtet, in eine kleine Kiste gesperrt. Der Monitor fungiert einerseits als Guckloch für den voyeuristischen Blick, andererseits erinnert er an verzweifelte Sprachlosigkeit, Gefangen- und Verborgensein.

Die Lichtgestalten Gerd Bonferts verkörpern eine in sich gekehrte Gedankenwelt jenseits von Zeit und Raum. Wie bei seinen anderen Arbeiten ist eine dunkle Stille kennzeichnend. Die luziden Formen werden durch die extrem lange Belichtungszeit und die Lichtführung seiner Hand zeichnerisch modelliert.

Rosemarie Trockel ehrt mit einer Zeichnungsinstallation das couragierte Handeln von Beate Klarsfeld, die 1968 dem ehemaligen Bundeskanzler Kiesinger für das Verschweigen seiner Nazivergangenheit eine Ohrfeige verpasste. Indem Beate Klarsfeld ehemalige Nazis aufspürte und verfolgte, hat sie das Schweigen des Mannes, das häufig als Machtinstrument eingesetzt wird, nicht durch das Schweigen der Frau gestützt, sondern hat entschieden und nicht-sprachlich gehandelt.

Dies ist nur eine Auswahl der interessanten künstlerischen Positionen, die sich auf alle Etagen des Oberlandesgerichts verteilen. Der Ort ist inhaltlich bedeutsam gewählt, ist er doch sowohl ein Ort der sprachlichen Verständigung und Urteilskraft, als auch einer des betretenen Schweigens. Die imposanten Räumlichkeiten mit ihrer preußisch- repräsentativen Bauweise bieten ein kontrastives Terrain zur Präsentation der Werke. Der Besucher ist eingeladen, in verschiedenen Nischen, Gängen und auf verschiedenen Ebenen die Auseinandersetzungen mit dem Thema Schweigen zu suchen und – im besten Falle für sich – zu entdecken.
Die fast versteckte Anwesenheit der Kunstwerke lässt einen das Schweigen körperlich wahrnehmen.

Beteiligte Künstler:
Anna Anders, Siegfried Anzinger, Gerd Bonfert, Leiko Ikemura, Boaz Kaizman, Clemens Kaletsch, Marie Luise Lebschik, Horts Münch, Marcel Odenbach, Thomas Rentmeister, Volker Saul, Gregor Schneider, Christian Schwarzwald, Stephanie Stein, Rosemarie Trockel, Johannes Wohnseifer, Peter Zimmermann (sowie ein historischer Exkurs mit Marcel Broodthaers).

Ausstellungsdauer: noch bis 25.4.03

Adresse:
Oberlandesgericht Köln – Reichenspergerplatz 1 – 50670 Köln
Öffnungszeiten: Montag - Freitag 10 – 15 Uhr | Samstag den 5.April 11 – 15 Uhr

Foto: Copyrigth,Leiko Ikemura





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