DIANA SIRIANNI - gewagte Entgrenzungen

16.10. - 10.12.2016 | Kunstverein Göttingen
Eingabedatum: 20.10.2016

bilder

Über Jahre hat die italienische Künstlerin Diana Sirianni Räume kartografiert und dabei ein Konvolut an skulpturalen Elementen angelegt, aus dem sie für jede neue Installation wieder geschöpft und es so neu sortiert hat. Auf diese Weise sind mehrdimensionale, feingliedrige Raumcollagen entstanden, die den jeweiligen Ausstellungsort auf dessen Farben, Formen sowie die Stofflichkeit der baulichen Merkmale hin reflektieren und die Architektur über Linien, Licht und Schatten vermessen. Das Ergebnis sind abstrakte Bildräume, deren fragile Konstruktionen wirken, als würden sie die Explosion ihrer ursprünglichen Systeme anhalten. Für die Ausstellung »gewagte Entgrenzungen« legt Diana Sirianni diese Sammlung nun offen: Die skulpturalen Elemente, die sie immer wieder in unterschiedlichen Größen und Materialien – wie etwa Acrylfarbe, Fotografie, Holz, Folie, Styropor und Plexiglas – nachgebaut hat, geben einen Eindruck von dem Umfang der Orte und Räume, die die Künstlerin auf diese Weise bearbeitet und in ihr Archiv eingespeist hat.

»gewagte Entgrenzungen« markiert zugleich eine Neuorientierung innerhalb der künstlerischen Arbeitsweise von Diana Sirianni hin zum öffentlichen Raum und zu performativen Darstellungspraktiken der Malerei. So umfasst die Ausstellung auch zwei neuere Videoarbeiten, sogenannte Outdoorcollagen, die einen malerischen Ablauf festhalten, wobei die Malerei hier in die reale Welt eingreift und kontrollierte malerische Verfahren mit der Unberechenbarkeit der Straße kollidieren. Sirianni verwendet den Stadtraum dabei theatralisch als Bühne, um in ihm räumliche Illusionen im Spannungsfeld zwischen Architektur und Malerei, Digitalem und Analogem auf- und abzubauen. Auf dieser Bühne initiiert der Körper der Künstlerin die Handlung und dient gleichsam als Maßstab und Mittel zwischen malerischer Darstellung und architektonischer Struktur. In dieser Dialektik entsteht eine neue, intimere Beziehung zwischen Künstlerin und öffentlichem Raum. Zugleich wird die Malerei geöffnet – nicht nur durch den Lärm der Straße, sondern auch in ihrer politischen Grundlage als Instrument der Wiederaneignung – hin zu einer neuen Realität, einer »Veröffentlichung« des Privaten.

Bei beiden Werkkomplexen spielt die Digitalität eine wichtige Rolle. Während Sirianni für die Raumcollagen mit dem Prinzip des Copy-and- paste arbeitete, wird die Bildfläche der Outdoorcollagen zum Photoshop-Interface, dessen Arbeitsfläche sich in kontinuierlicher Veränderung befindet. Dabei wird der dargestellte Raum jedoch nicht dekonstruiert, sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen Blickrichtungen aufgebaut.

Diana Sirianni (*1982 in Rom) studierte 2001–2007 Philosophie in Rom und 2008–2013 Bildende Kunst an der UdK, Berlin, bei Gregor Schneider. Sie erhielt unter anderem folgende Preise und Stipendien: Kunstpreis Haus am Kleistpark (2015); Braunschweig PROJECTS, HBK Braunschweig (2015); Artist-in-Residence, Villa Sträuli, Winterthur (2015); Artist-in-Residence, CCA Andratx, Spanien (2015); Kunstpreis Kunst & Konstrukt, Leinemann Stiftung für Bildung und Kunst (2015); Stiftung Kunstfonds (2014); Elsa-Naumann-Stipendium des Landes Berlin (2012–13); DAAD/Studienabschlussstipendium (2011). Ihre Arbeiten waren zuletzt unter anderem in folgenden Kontexten zu sehen: »Drift«, Städtische Galerie Delmenhorst (2016), »Konkret mehr Raum!«, Kunsthalle Osnabrück (2015), »Neubarock«, Cappella Santacroce-Aldobrandini, Rom (2014), »cleanspace-one (tackling space debris)«, Lichthaus, Kunstverein Arnsberg (2013).

Kunstverein Göttingen
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen
kunstvereingoettingen.de

Presse






Daten zu Diana Sirianni:

- abc 2013

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Kunstverein Göttingen 2016

Weiteres zum Thema: Diana Sirianni



Anja Lückenkemper wird neue künstlerische Leiterin im Kunstverein Göttingen


Gotmarstraße 1 (im Künstlerhaus), 37073 Göttingen

Der Kunstverein Göttingen freut sich, die Ernennung seiner neuen künstlerischen Leiterin bekanntzugeben. Aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen hat sich der Vorstand nach intensiven Diskussionen für die Kuratorin Anja Lückenkemper entschieden, die ab dem 1. Januar 2016 als Nachfolgerin von Laura Schleussner das Jahresausstellungsprogramm des Kunstvereins Göttingen 2016 gestaltet.

Anja Lückenkemper ist als Kuratorin in verschiedenen institutionellen wie auch freien Kontexten tätig gewesen. Sie war mehrere Jahre als Assistenzkuratorin unter anderem an den KW Institute for Contemporary Art in Berlin und dem Kunstverein München tätig, wo sie an der Ausstellungskonzeption und -umsetzung, aber auch an der Entwicklung neuer diskursiver Formate beteiligt war. Sie hat Ausstellungen und Projekte mit unter anderem Trisha Baga, Anna McCarthy, Nástio Mosquito und Ahmet Ögüt sowie verschiedene thematische Gruppenausstellungen (ko-)konzipiert und begleitet. Neben ihrer kuratorischen Arbeit veröffentlicht sie regelmäßig Texte in Künstlerpublikationen und Ausstellungskatalogen.

In den vergangenen vier Jahren wurde der Kunstverein Göttingen sehr erfolgreich von der Amerikanerin Laura Schleussner geleitet, die durch ihr Engagement entscheidend dazu beigetragen hat, die Position des Kunstvereins in inhaltlicher wie struktureller Hinsicht weiter zu stärken. Einen besonderen Fokus legte Laura Schleussner auf die internationale und interdisziplinäre Ausrichtung des Ausstellungsprogramms, etwa mit Einzelausstellungen von Lisa Oppenheim, Nevin Aladag, und Julius von Bismarck sowie den Gruppenausstellungen India is Now and We Notice No Distrurbances. Laura Schleussner wird ab Januar 2016 in das Team der Berlin Biennale wechseln und als Managing Editor das Publikationsbüro leiten.

Das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins Göttingen unter der Leitung von Anja Lückenkemper startet am 10. Januar 2016 mit dove step, der ersten institutionellen, physischen Einzelausstellung der Künstlerin Britta Thie. Außerdem sind für das kommende Jahr Projekte mit Liz Magic Laser (20.03.-15.05.2016), Johannes Paul Raether (19.06.-31.07.2016), Diana Sirianni (16.10.-11.12.2016), wie auch die Gruppenausstellung Perfect Lives mit Trisha Baga, Loretta Fahrenholz und weiteren KünstlerInnen (14.08.-09.10.2016) geplant.

kunstvereingoettingen.de

presence sensed und demonstrationsraum


Mit einer Doppel-Ausstellungseröffnung in der Hochschulgalerie startet die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ins neue Wintersemester 2016/17.

„presence sensed“ zeigt die Arbeitsergebnisse von acht internationalen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern, die im Rahmen des Stipendienprogramms Braunschweig PROJECTS 2015 - 2016 entstanden sind. Das Braunschweig PROJECTS Programm ist eine Künstlerförderung des Landes Niedersachsen.

„demonstrationsraum“ entführt die Besucher via App in einen Ausstellungsraum aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Das Projekt wurde im Rahmen des DFG Graduiertenkollegs "Das fotografische Dispositiv" und dem Institut für Medienforschung an der HBK Braunschweig in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover und der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, Berlin entwickelt.

Doppeleröffnung: Dienstag, 25.10.2016, 20 Uhr
in der Hochschulgalerie
Es sprechen: Prof. Ulrich Eller, HBK Braunschweig und
Veronika Olbrich, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Informationen zu "presence sensed"

Acht internationale junge Künstlerinnen und Künstler geben in „presence sensed“ Einblicke in ihr Schaffen und präsentieren Werke, die mit Unterstützung der Künstlerförderung des Landes Niedersachsen an der HBK Braunschweig entstanden sind.
Ob Klang-Installation, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Film oder Performance: Die Ausstellung unterstreicht die Vielfältigkeit ihrer Künstlerinnen und Künstler und bespielt den gesamten Campus am Johannes-Selenka-Platz.

Stipendien Bildende Kunst: Sofia Bäcklund (Schweden), Patrycja German (Polen), Blas Isasi Gutiérrez (Peru), Diana Sirianni (Italien), Neha Thakar (Indien)

Stipendien Klangkunst: Lucas Norer (Österreich), Peter Strickmann (Deutschland), Evgenija Wassilew (Deutschland/Frankreich)

Am Eröffnungsabend zeigt Patrycja German eine Performance auf der Empore der Bibliothek.
Darüber hinaus erwartet der Flötist Marc Philipp Gabriel mit “Music Pieces for Voice Piece” von Evgenija Wassilew die Besucher.

An verschiedenen Tagen findenden Gespräche -Artist Talks- zu „presence sensed“ im Mensafoyer statt mit:
Work Matters I: Kathleen Rahn, Direktorin Kunstverein Hannover
Work Matters II: Christina Végh, Direktorin kestnergesellschaft Hannover

Ausstellungsorte: HBK Braunschweig, Aula mit Foyer sowie Empore der Bibliothek, Johannes-Selenka-Platz 1, Mensafoyer und Keller Gebäude 05, Pippelweg 77, 38118 Braunschweig
Zeitraum: 26. Oktober - 29. Oktober 2016
Öffnungszeiten: Mi - Sa, 11 - 18 Uhr
Artist Talks: 27.10., 11 - 12 und 13 - 14 Uhr im Mensafoyer
Performances: 25.10., 20 - 22 Uhr, 26.10., 14 - 18 Uhr und 27.10., 12 - 16 Uhr auf dem HBK-Campus

Informationen zu "demonstrationsraum"

Erstmalig präsentiert die HBK Braunschweig mit "demonstrationsraum" ein virtuelles Ausstellungsprojekt in Form einer App zum Kabinett der Abstrakten des russischen Avantgardisten El Lissitzky, das dieser 1926/27 als "Demonstrationsraum" konzipierte. Mit seiner Strategie der Partizipation des Betrachters wurde er zur Ikone moderner Kunstpräsentation.

Das Projekt macht die verschiedenen Zustände des "Kabinett der Abstrakten" anhand bildlicher Überlieferung sichtbar und zeigt die historische Entwicklung des Raums bzw. seiner Rekonstruktionen in ihrer Gesamtheit auf.

Hierzu nutzt die App, die Archivversion einer Augmented-Reality-App, verschiedene Kabinett-Fotografien, die Software-Entwickler rekonstruiert und aufgearbeitet haben. Die ursprüngliche Betrachtererfahrung lässt sich nun mit Hilfe von Leih-Tablets nacherleben. Durch die Bewegung im Raum kann der Betrachter zwischen verschiedenen Ansichten und Aufnahmezeiten navigieren und den Raum und seine Historie neu erfahren.

Ab dem 11.11. können Interessierte im App- und Playstore nach "demonstrationsraum" suchen. Daran anknüpfend erscheint eine elektronische Publikation, die kunstwissenschaftliche, technologische und politische Bedeutungen des Digital-Projekts beschreibt.
Ausstellungsflyer

Ausstellungsort:
HBK Braunschweig, Hochschulgalerie,
Johannes-Selenka-Platz 1,
38118 Braunschweig
Zeitraum „demonstrationsraum 26. Oktober - 11. November 2016
Öffnungszeiten: Mo - Fr, 13 - 18 Uhr
Release-Party: 10.11., 18.30 Uhr, Aula, Gebäude 02, Johannes-Selenka-Platz 1, 38118 Braunschweig





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