Paul Boesch Preis an Vaclav Pozarek

März 2017
Eingabedatum: 16.03.2017

Werkabbildung

Vaclav Pozarek, BELL´S / lightyear, 1973, Sammlung Ricola. Foto: Dominique Uldry.bilder

Die Paul Boesch Stiftung verleiht den gleichnamigen Preis im Wert von CHF 50´000 an Vaclav Pozarek. Sie würdigt damit das konzeptuell und medial vielseitige Werk des in Bern lebenden Künstlers. Vaclav Pozarek hat seine Arbeiten seit den 1980er-Jahren in zahlreichen Museen und Institutionen präsentiert und internationale Anerkennung gefunden. In Einzelausstellungen in Berlin, Bratislava, Zürich, Basel, Winterthur, Aarau, Chur und Bern wurde sein Schaffen umfassend gezeigt. Bedeutende Stationen des Künstlers sind die Retrospektive 2004 im Kunstmuseum Winterthur und die Präsentation des work in progress Library Of Sculpture im Bündner Kunstmuseum Chur. Seine jüngste Schau war 2015 im Kunstmuseum Solothurn, wo Pozarek ältere und neue Arbeiten zu einem raumbezogenen Gesamtkunstwerk arrangiert hat.

Die Kunst von Vaclav Pozarek geht von Räumen aus – sowohl von den Räumen unserer Lebenswelt als auch von den historischen Räumen, denen wir uns zuordnen. Mit einem Gefüge aus Orten, Konstruktionen und Objekten schafft er Bezüge, die ohne Verweise auskommen und für sich stehen können. Wiederkehrende Motive und Formen seiner Installationen sind Stellwände, Zäune, Neonröhren, Tische und Behälter in mannigfacher Gestalt. Alle diese Objekte sind industriell gefertigt und mit handels- üblichen Metall- oder Holzlacken versehen. Pozarek platziert oder befestigt sie im Raum ohne Verwendung von Sockeln. Ihre Anordnung ist nicht irregulär, sondern folgt einer subtilen Choreografie, die mit sparsam eingesetzten Objets trouvés wie Büchern, Schuhen oder Glühbirnen akzentuiert wird.
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Paul Boesch Stiftung
Postfach 634
CH-3018 Bern

paulboesch.ch

Presse








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Beispiel Schweiz. Entgrenzungen und Passagen als Kunst


Die Ausstellung "Beispiel Schweiz" zeigt in einem offenen thematischen Parcours eine Auswahl von Arbeiten raumorientierter Kunst aus der Schweiz, Installationen, aber auch Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Objekte.

Die Ausstellung betont durch die ausgewählten Werke und deren Inszenierung den hohen Stellenwert von Raumkonzepten in der neueren Kunst aus der Schweiz. Sichtbar werden Formen der Konzeptualisierung und Entgrenzung des Kunstwerkbegriffs. Die im frühen 20. Jahrhundert einsetzende Erweiterung des Werkbegriffs durch die Künstler und die damit einhergehende Befragung von Raum und Zeit ist ein bis heute unabgeschlossener Prozess. Zahlreiche Arbeiten der zeitgenössischen Kunst, insbesondere installative Werke, bilden in sich räumliche Konstellationen, die nicht wie Werke der Malerei oder Skulptur betrachtet werden, sondern die man erleben kann.

Entgrenzungen und Passagen gehören im doppelten Sinne zur Kunst der Gegenwart, denn Werke der zeitgenössischen Kunst können nicht nur Prozesse auslösen, welche Raumerfahrungen betreffen, sondern sind nicht selten selbst Ergebnis bildnerischer Prozesse, in denen der Kunstbegriff geprüft und auf seine Veränderbarkeit hin getestet wurde. Die Entgrenzung betrifft somit sowohl den Werkbegriff selbst als auch die ästhetische Erfahrung mit einer einzelnen Arbeit und deren gestaltbildenden Eigenschaften.

Die Ausstellung versteht sich als geografisch lokalisierbare Erzählung innerhalb dieser inter-nationalen Geschichte von Kunst, welche sich mit der Erfahrung, der Reflexion und dem Entwurf von Raum und Zeit befasst. Zu entdecken ist eine offene Schweiz, die an diesem dynamischen, die nationalen Grenzen überwindenden Diskurs der Kunst seit langem aktiv beteiligt ist.

Ein Ausstellungskatalog, herausgegeben von Roman Kurzmeyer und Friedemann Malsch, mit Beiträgen von Jacqueline Burckhardt, Helmut Federle, Christian Kerez, Thomas Hirschhorn, Mai-Thu Perret, Peter Suter und Adam Szymczyk erscheint Mitte Oktober 2011 im HatjeCantz Verlag. Zur Ausstellung erscheinen zudem Editionen von Latifa Echakhch, Bruno Jakob, Vaclav Pozarek, Pamela Rosenkranz und Erik Steinbrecher.

Beteiligte Künstler:
John M Armleder (*1948)
Silvia Bächli (*1956)
Bruno Bertozzi (1945–2000)
Max Bill (1908–1994)
Miriam Cahn (*1949)
Valentin Carron (*1977)
Andreas Christen (1936–2006)
Latifa Echakhch (*1974)
Hans Emmenegger (1866–1940)
Helmut Federle (*1944)
Fischli/Weiss (David Weiss *1946, Peter Fischli *1952)
Sylvie Fleury (*1961)
Clara Friedrich (1894–1969)
Alberto Giacometti (1901–1966)
Camille Graeser (1892–1980)
Thomas Hirschhorn (*1957)
Karin Hueber (*1977)
Bruno Jakob (*1954)
Emma Kunz (1892–1963)
Verena Loewensberg (1912–1986)
Richard Paul Lohse (1902–1988)
Christian Marclay (*1955)
Mario Merz (1925–2003)
Karim Noureldin (*1967)
Mai-Thu Perret (*1976)
Vaclav Pozarek (*1940)
René Pulfer (*1949)
Pamela Rosenkranz (*1979)
Dieter Roth (1930–1998)
Adrian Schiess (*1959)
Shirana Shahbazi (*1974)
Roman Signer (*1938)
Erik Steinbrecher (*1963)
Sophie Taeuber-Arp (1889–1943)
André Thomkins (1930–1985)
Niele Toroni (*1937)
Felice Varini (*1952)
Ben Vautier (*1935)
Hannah Villiger (1951–1997)
Aldo Walker (1938–2000)
Caspar Wolf (1735–1783)

Abbildung: Max Bill, Höhensonne, 1951
Metall lackiert, vernickelt / metal varnished, nickel-plated, 60 x 14,5 cm

Öffnungszeiten: Di-So 10:00-17:00, Do 10:00-20:00 Uhr

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32
9490 Vaduz, Liechtenstein
Telefon: +423-235 03 00
http://www.kunstmuseum.li

Don´t Smile


Bethan Huws, Laughters, 2003, © 2012, ProLitteris, Zürich

"Humor ist einfach eine komische Art, ernst zu sein."
Sir Peter Ustinov

Die Ausstellung "Don´t Smile" spürt einem leisen, einem leichten, einem verschmitzten, einem trockenen als auch selbstreflexiven Humor der Kunst nach. Einem Humor, der Sprache, Logik, Gesellschaft, den Alltag und das System Kunst augenzwinkernd und ernsthaft zugleich betrachtet.

Was zeichnet Humor aus? Wie äussert er sich? Bei den gezeigten Kunstwerken bewirkt mitunter das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Welten und Wertesystemen, etwa Alltagsrealität und geistige Vorstellungswelt, die Komik. Oder es ist eine leise Verschiebung, die Dinge aus ihrem Bezugssystem in eine neue Bedeutung überführt und dabei zum Nachdenken und Schmunzeln anregt. Im Besonderen ist es auch die Überlagerung von sprachlicher und visueller Ebene, die einen offenen und humorvollen Blick hervorruft. Und bei allem Humor liegt den ausgestellten Werken eine grosse Ernsthaftigkeit zugrunde.

Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern Josef Dabernig, Rainer Ganahl, Bethan Huws, Anna Kolodziejska, Vaclav Pozarek, Kay Rosen und Eran Schaerf entstanden. Jeder Künstler kreiert speziell für "Don’t Smile" eine atmosphärisch dichte Erzählung. In der Gesamtwirkung erzeugt dies einen spannenden Bogen, der vielfältige und herausfordernde Betrachtungen zum untergründigen und feinfühligen, ja rätselhaften Humor anregt.

In den Rundgang eingewoben sind ausgewählte historische Kunstwerke, die einen Referenzrahmen setzen. Hier sind im Besonderen Marcel Duchamp, René Magritte und Kurt Schwitters zu nennen. Als wichtige Wegbereiter Anfang des 20. Jahrhunderts werfen sie die bis heute gültigen Fragen zur Kontextualisierung, zu bildbestimmenden Elementen, zur Sprache als künstlerisches Bildmittel, zum Wortspiel und zum Verwandlungsbild sowie zur Kunst des Denkens auf. Zudem finden sich auch beispielhafte Positionen des künstlerischen Aufbruchs der 1960er Jahre mit John Baldessari, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Robert Filliou und Anne Marie Jehle. «All artists make artworks» (Alle Künstler schaffen Kunstwerke) formuliert Bethan Huws in einer ihrer Wortvitrinen. Aber ist dem so?

Künstler: John Baldessari, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, JOSEF DABERNIG, Marcel Duchamp, Robert Filliou, RAINER GANAHL, BETHAN HUWS, Anne Marie Jehle, ANNA KOLODZIEJSKA, René Magritte, VACLAV POZAREK, KAY ROSEN, ERAN SCHAERF, Kurt Schwitters

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll.

Öffnungszeiten: Di-So 10:00-17:00, Do 10:00-20:00 Uhr

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32, 9490 Vaduz, Liechtenstein
Telefon: +423-235 03 00


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