WYHIWYG. JAMES WEBB

if you shouted into the night, what do you think the night would shout back in RESPONSE

24.05. - 18.06.2017 | Bielefelder Kunstverein im Waldhof
Eingabedatum: 28.05.2017

bilder

Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe WYHIWYG präsentiert der Bielefelder Kunstverein erstmals die mehrkanalige Soundinstallation »If you shouted into the night, what do you think the night would shout back in response?« (2017) des südafrikanischen Künstlers James Webb. Der Titel entspringt einer Zeile des aktuellen Radiohörspiels »The War Of The Worlds«, das Webb zusammen mit Louis Viljoen verfasst und kürzlich im Rahmen des Radioprojekts der Documenta 14 veröffentlicht hat.

Die Soundinstallation »If you shouted into the night, what do you think the night would shout back in response?« (Dauer: 2:40:46) besteht aus acht unterschiedlichen und synchronisierten Radioübertragungen, die während der „South African State of the Nation address (SoNA)“ des Präsidenten Jacob Zuma am 12. Februar 2015 aufgenommen wurden. Die einzelnen Audiospuren machen lokale wie nationale, staatliche wie freie Radiosender, ebenso wie das elektromagnetische Rauschen signalfreier Frequenzen hörbar.
Die SoNA ist eine besondere Versammlung des südafrikanischen Parlaments, die jährlich vom Präsidenten der Republik einberufen wird. Vor dem Hintergrund bundesweiter Proteste, dem umstrittenen Einsatz von Störsendern im Parlament, der Anwesenheit von Sicherheitspolizei und handgreiflichen Auseinandersetzungen bei Ausschluss einer Partei kam es 2015 mehrfach zu Unterbrechungen der SoNA. Eine überregionale Zeitung sprach anschließend vom „Tag an dem das Land zerbrach“ („the day our country broke“, Ranjeni Munusamy, Daily Maverick, 13. Februar 2015). Ein großzügigerer Bericht urteilte, dass die SoNA in Hinsicht auf den Unterhaltungswert für Millionen von Südafrikanern in 2015 sicherlich nicht enttäuscht hat. (Vgl. Phumlani Pikoli, EWN, 12 February 2015, www.ewn.co.za)

Die Arbeit bietet dem Zuhörer an, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und ermöglicht damit, das historische Ereignis zu prüfen und zu hinterfragen. Aufgrund von Sendeverzögerungen der einzelnen Radiostationen und im Zusammenspiel der einzelnen Aufnahmen entwickelt die Soundinstallation einen Echoeffekt, der in seiner Vielstimmigkeit die politischen Störungen der Nationalversammlung akustisch betont.


James Webb, 1975 in Kimberley (ZAF)geboren, war in den letzten Jahren mit seinen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und Institutionen vertreten, darunter die 9. Biennale für zeitgenössische Kunst in Lyon (F, 2007), die 55. Biennale in Venedig (I, 2015), die 12. Biennale von Havanna (Cuba, 2015) und aktuell die 13. Sharjah Biennale (ARE, 2016-17). Zuletzt waren Einzelausstellungen im Yorkshire Skulpturen Park in Wakefield, in der Galerie Imane Farès in Paris und bei Blank Projects in Kapstadt (alle 2016) zu sehen.


Die Ausstellungsreihe WYHIWYG widmet sich den Möglichkeiten der Produktion und Rezeption von Sound. Gemäß dem Akronym und Motto »What You Hear Is What You Get« (»Was du hörst, ist was du bekommst«) präsentiert WYHIWYG klangliche Ausdrucksformen in Studioqualität. Der Ausstellungsraum wird zum Resonanzraum für aktuelle Kompositionen elektronischer Musik, dokumentarische Klangaufnahmen und akustische Analysen internationaler Künstler. Die Basis dafür bildet ein auf die Architektur angepasstes, modulares Soundsystem. Künstlergespräche vertiefen die in vierwöchigem Rhythmus wechselnden Beiträge.

Bielefelder Kunstverein
im Waldhof
Welle 61
33602 Bielefeld
bielefelder-kunstverein.de

Presse








Daten zu James Webb:

- 12th Havana Biennial 2015

- Dak Art 2018

- Dak Art 2018

- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015

- Lyon Biennale, 2007

- Marrakech Biennale, 2010

- Sharjah Biennial 13, 2017

Weiteres zum Thema: James Webb



Gegen die Strömung Reise ins Ungewisse


Gegen die Strömung. Reise ins Ungewisse zeigt 19 internationale Positionen der zeitgenössischen Kunst, die sich mit dem Reisen als existentiellem Wagnis auseinandersetzen. Jeder Aufbruch ist mit Risiken verbunden, ist ein Aufbegehren gegen das Alte und Gewohnte, gegen Beharrungskräfte, die einen zurückhalten oder begrenzen. Jeder Anfang einer Reise setzt den Bruch mit dem Alltag voraus. Er benötigt einen starken, von Innen oder Außen kommenden Impuls, das bisherige Leben zumindest auf Zeit zu verlassen und sich auf den Weg zu machen – gegen alle Widerstände und trotz des ungewissen Ausgangs.

Aufbrüche zu Reisen jenseits der Erholungsindustrie: Der Anstoß dafür, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, auf Reisen zu gehen ohne zu wissen, ob man als der- oder dieselbe – wenn überhaupt – wiederkehren wird, kann sehr verschiedene Beweggründe haben. Ob angespornt durch Abenteuerlust, Erkenntnisdrang, schiere Neugierde oder das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Selbstfindung, ob getrieben aus Orientierungslosigkeit oder gezwungen durch Armut, Krieg oder gesellschaftspolitische Umstände: die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten umkreisen als zentrales Motiv das im Aufbruch bereits angelegte, einschneidende Moment des Neuanfangs.

Auf Reisen fließen Vertrautes und Fremdes zusammen, Reisende überwinden Grenzen und bauen Brücken. Hat man die eingrenzende Ordnung des Heims erst verlassen, so ist eine genaue Kenntnis des Ziels gar nicht entscheidend. Die Bewegung selbst wird zum neuen Medium der Wahrnehmung. Die Passage verändert das Befinden und das Bewusstsein, sie erweitert Wissens- und Erfahrungshorizonte. Und immer verspricht der Weg, den man noch vor sich hat, ungeahnte Möglichkeiten, die auch Künstler seit jeher suchten und als Katalysatoren für ihre Arbeit nutzten. Die Einlassung auf das Ungewisse öffnet den Raum für Imagination und Kreativität. Dabei sind die Betrachter aufgefordert, eigene Erfahrungen und Reflexionen mit einzubringen.

Mit den Künstlerinnen und Künstlern der Ausstellung startet das Museum Morsbroich in eine neue Etappe einer langen Reise, der mit der Museumsgründung im Nachkriegs-deutschland 1951 ein pionierhafter Aufbruch voranging und die seither unzählige kunstaffine Weggefährten begleitet haben. Mit den Reisenden teilt es die Erfahrung, dass die Ungewiss-heit fundmental mit dem Zukünftigen verbunden ist und Weiterentwicklung nur möglich ist, wenn man sich immer wieder auf neues Terrain vorwagt.

Kuratoren der Ausstellung sind Fritz Emslander und Stefanie Kreuzer.
Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation in der Form eines Ratgebers von „A bis Z“ für Reisende durch die Ausstellung und darüber hinaus. Er enthält Kurztexte zu den ausgestellten Werken und zu Stichworten von Aufbruch bis Zukunft.

Mit Werken von Bas Jan Ader (NL), Kader Attia (F), Björk (ISL), stanley brouwn (NL), Daniele Cudini (I), Jack Goldstein (CA), Rodney Graham (CA), Kris Martin (BE), Bruce Nauman (USA), Roman Ondak (SVK), Panamarenko (BE), Peter Piller (DE), Anne Pöhlmann (DE), Daniel Richter (DE), Thomas Ruff (DE), Melanie Smith (UK), Javier Téllez (VEN), James Webb (ZAF) und Lawrence Weiner (USA).

Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Straße 80
D - 51377 Leverkusen
museum-morsbroich.de


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