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B3 Biennale

Andreas Mühe Eine Quadratur

Fotografie

01.10. bis 12.11.2017 | Kunstverein Ulm
Eingabedatum: 06.10.2017

bilder

Der Fotograf Andreas Mühe, geboren 1979 in Karl-Marx-Stadt, lebt und arbeitet in Berlin. Sehen wir in seinen Fotografien was wir sehen wollen? Woraus erschließen wir uns einen Zusammenhang? Die kalte Ästhetik und Perfektion seiner Bilder scheint die Pose der porträtierten Person zu verstärken. Und gerade durch die bühnenhafte Inszenierung zeigt sich in dieser Pose dann doch persönliche Haltung. Oder? Hier treffen viele Umstände aufeinander. Deutlich wird in dieser Ausstellung auch die Macht des Fotografen und dass Fotografie mit ihrer Macht ambivalent ist.

Alles längst geklärt? Wie verorten wir uns selbst in der Bildwelt, dem Wunsch nach Authentizität und der Befragung deutscher Nationalität zwischen Weihnachtsbaum, nackten Nazis und Flucht?

Nach redaktioneller Fotografie und Werbefotografie zum Broterwerb wurde Mühe durch seine zahlreichen Portraits namhafter Künstler, Schauspieler und Politiker wie Angela Merkel bekannt. Neben zahlreichen anderen Ausstellungen zeigte er 2017 "Pathos als Distanz" im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg.

Im Schuhhaus zeigt der Kunstverein im ehemaligen Fest-, Fecht- und Tanzsaal der Ulmer Patrizier einige ausgewählte Arbeiten von Mühe.

Kunstverein Ulm e.V.
Kramgasse 4
89073 Ulm

kunstverein-ulm.de

Presse








Daten zu Andreas Mühe:

- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2014

- art berlin 2017

- SAMMLUNG WEMHÖNER

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Die Idee der Landschaft


In der aktuellen Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung „Die Idee der Landschaft“, die vom 26. Juni bis 5. September 2015 im Rahmen von RAY 2015 im ART FOYER gezeigt wird, geht es nicht um die reale Abbildung der Natur, sondern um die Verbildlichung von Gedankenwelten und eine Wirklichkeit, die durch artifizielle Mittel geschaffen wird.

Landschaft ist in den rund 80 Arbeiten von 18 zeitgenössischen Fotokünstlern aus acht Ländern zwar stets Referent des fotografischen Prozesses, doch das bildnerische Ergebnis lässt den vermeintlichen Realitätsbezug der Fotografie hinter sich und verweist darauf, dass jede Abbildung der Realität Abstraktion und Interpretation derselben ist.

Zu sehen sind im ART FOYER Arbeiten von Künstlern der Sammlung sowie Neuerwerbungen von David Armstrong, Olivo Barbieri, Lothar Baumgarten, Caroline Dlugos, Elger Esser, Luigi Ghirri, Rodney Graham, Beate Gütschow, Dan Holdsworth, Andrej Krementschouk, Andreas Mühe, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Puranen, Heinrich Riebesehl, Adrian Sauer, Stephan Schenk und Anna Vogel.

Das Triptychon „La Gran Sabana” von Lothar Baumgarten (*1944 in Rheinsberg) zeigt die wilde Landschaft der Jahrmillionen alten Hochfläche in Venezuela mit einem tafelförmigen Bergmassiv im Zentrum. Entscheidend für die Arbeiten des Beuys-Schülers und viermaligen Documenta-Teilnehmers sind die diskursive Einlassung auf einen Ort und der Bezug auf dessen Ethnologie.

Wie gemalt wirkt die direkt auf Aluminium gedruckte und mit Shellack versiegelte Fotografie der historischen Gartenanlage von Ninfa. Der in Rom aufgewachsenen Becher-Schüler Elger Esser (*1967 in Stuttgart) beschwört die mythische Szenerie der Nymphen herauf, jenen Flussgottheiten aus der griechischen Mythologie, denen die ursprüngliche Tempelanlage gewidmet war.

Rodney Graham (*1949 in Matsqui/British Columbia) hat seine Arbeiten von auf den Kopf gestellten Eichen wie Auftragsporträts von einem Fotografen anfertigen lassen. Eigenschaften wie Verwurzelung, Standhaftigkeit, Unerschütterlichkeit, die der Mensch der Eiche zuschreibt, werden von Graham sinnbildlich auf den Kopf gestellt. Mit der Ähnlichkeit der Äste und seiner Wurzeln verweist der Künstler auch darauf, dass es Eindeutigkeiten der Wahrnehmung nicht gibt.

Die Bilder, die Beate Gütschow (*1970 in Mainz) konstruiert, wirken wie Landschaftsmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Tatsächlich sind die den idealen Landschaften nachempfundenen Kompositionen aus bis zu hundert Einzelaufnahmen am Computer entstanden. „Sampling” nennt Gütschow ihr Verfahren analog zum Zusammenmischen musikalischer Versatzstücke, mit dem sie die Authentizität fotografischer Reproduktionen hinterfragt.

Detlef Orlopp (*1937 in Elbing/Westpreußen) verwandelt die Oberflächen von Landschaft in reduzierte, aber keineswegs abstrakte Bilder. Seine Fotografien stellen den Betrachter vor die Frage, was genau man eigentlich sieht. Wasser, Gletscher oder Gestein? Die gewohnte Wahrnehmung, die neue Bilder inneren Bildermodellen zuordnet, funktioniert hier nicht mehr.

Die konzeptuellen Fotoarbeiten von Adrian Sauer (*1976 in Berlin) analysieren die Fotografie des digitalen Zeitalters. Der Meisterschüler von Timm Rautert erforscht dabei mit besonderer Raffinesse alle Aspekte, Verwertungs- und Herstellungsweisen des digitalen Bildes.

Der in der Schweiz lebende Stephan Schenk (*1962 in Stuttgart) dokumentiert in seinen Arbeiten die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Seine Arbeiten zeigen in wörtlichem Sinne in der Größe eines Soldatengrabes einen kleinen Ausschnitt des Bodens. Der fragmentarische Blick und die Vogelperspektive lassen die Aufnahmen abstrakt wirken und erzeugen zugleich eine starke physische Präsenz. Diese Präsenz wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die Aufnahmen zu monumentalen Tapisserien verwoben sind.

Anna Vogel (*1981 in Herdecke), Meisterschülerin von Andreas Gursky, collagiert am Computer eigene Fotoaufnahmen oder im Internet Gefundenes. Diese übermalt sie digital, schneidet Aussparungen und Linien hinein, retuschiert sie oder arrangiert sie neu. Die Landschaften kommen einem irgendwie vertraut vor, aber gleichzeitig irritieren sie durch fast surrealistische Mittel.




DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“
dzbank-kunstsammlung.de


Markus Lüpertz & Andreas Mühe


Andreas Mühe und Markus Lüpertz - der eine Fotograf, der andere Maler, der eine Ende der 1970er Jahre in Ostdeutschland geboren, der andere in den 1940er Jahren in Westdeutschland aufgewachsen - auf den ersten Blick könnten die Positionen unterschiedlicher nicht sein. Daher ist es umso erstaunlicher, dass diese beiden Künstler entschieden haben, unter dem Titel Ancien Régime 2016 gemeinsam in der Kunsthalle Rostock auszustellen.

Andreas Mühe, aufgewachsen in der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung, überträgt seine ästhetischen Erfahrungen dieses Genres in die Fotografie. Mit dem präzisen Einsatz von Licht, dem Herausarbeiten einer speziellen Farbigkeit und seinem Gespür für den Bildaufbau, der sich mehr mit dem Spiel des Pathos beschäftigt, als mit der Übertragung einer realen Szene, schafft er verführerisch-schöne Bilder.
In seiner bereits bekannten Serie „Obersalzberg“ widmet er sich der provokanten Ästhetik des Nationalsozialismus, die sich in Körperhaltung, Gestus, Kleidung, aber auch Perspektive und Lichtsetzung ausdrückt. Mühe verwendet malerische Mittel in seiner Fotografie und schafft somit den Bruch zur Realität und den Ausblick ins Imaginäre. Neben der bereits bekannten Obersalzberg-Serie wird Mühe neue Arbeiten präsentieren, die in ihrer Bildsprache das Sujet des Menschen in der Natur aufgreifen. Doch auch hier spielt er mit der deutschen Bildtradition der Romantik und unseren Sehgewohnheiten: er inszeniert den Menschen nicht verloren und kontemplativ in seiner Naturerfahrung, sondern sich seiner Position in der Welt bewusst.

Mit 96 Zeichnungen stellt Markus Lüpertz zum ersten Mal die umfassende Werkserie zum Apoll des Bildhauers Ludwig Münstermann aus; 13 der Arbeiten waren dieses Jahr bereits im Bode Museum Berlin zu sehen. Inspiriert von der im 17 Jh. entstandenen Holzfigur des Apoll aus dem Bode Museum, die ursprünglich Bestandteil eines Orgelprospektes war, schuf Lüpertz seine Blätter direkt vor der Figur. Das zeichnerische Abtasten dieser hageren Männergestalt, die weniger einem klassischen Götterbild ähnelt, als im Halb-Akt, nahezu tänzelnd, stark menschliche Züge trägt, wird zur unnachgiebigen Untersuchung dieser neu-interpretierten antiken Göttergestalt. Lüpertz tritt in einen intensiven Dialog mit der gesamten Kunstgeschichte. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Reflexion über Zeit verleihen dem Künstler eine Sonderrolle innerhalb der Gesellschaft: „Der Künstler stoppt die Zeit“, so Lüpertz.

Entkoppelt vom Diktat der Zeit, erlangen beide Künstler eine Autonomie, die sie zwischen den Zeiten wandern lässt. In der Ausstellung Ancien Régime 2016 lassen Mühe und Lüpertz die Erwartungen der Betrachter mit ihrem Spiel historischer Bildtraditionen und tradierten Sehgewohnheiten kollidieren.

Kunsthalle Rostock
Hamburger Straße 40
18069 Rostock
kunsthallerostock.de/


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