Ausstellung Werner Schmidt (Malerei) und Werner Pokorny (Skulptur)

12. 01. - 1. 03. 2018 | Marburger Kunstverein
Eingabedatum: 09.01.2018

bilder

Werner Schmidt hat in seiner Arbeit eine Entwicklung vom figürlichen hin zum gegenstandslosen Bild durchgemacht. Wenn er malt, dann muss das sowohl bei ihm wie auch später beim Betrachter einen Nerv treffen, wie er selbst sagt. Wie genau die Bilder entstehen, sei letztlich nicht von Bedeutung. Dennoch trägt seine Reihe „Blind Faith“ (blindes Vertrauen), die er unter anderem mit nach Marburg bringt, diesen Titel nicht von ungefähr – die Bilder sind „gleichsam mit geschlossenen Augen ertastet und gehen so ganz in der Bewegung des Pinsels auf“, erklärt der Künstler. Wenn er gelegentlich mit ausgewählten Partnern zusammen ausstellt, werden dadurch auch die eigenen Bilder in optische Zusammenhänge gestellt, die ihm seine Arbeit in einem veränderten Licht erscheinen lassen. Schmidts Werke werden im ersten Stock des Kunstvereins präsentiert, ergänzt von drei Skulpturen von Werner Pokorny.

Werner Schmidt wurde 1953 in Oppenau im Schwarzwald geboren. Er studierte mit dem Schwerpunkt Malerei und Zeichnung an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim und erlangte einen Abschluss als Diplom-Grafikdesigner. Seit 1985 lebt er mit der Künstlerin Gabi Streile (die wir 2016 mit ihrer Ausstelllung „Natura Duce“ zu Gast im Marburger Kunstverein hatten) in Oberkirch, seit 1998 hat er auch ein Atelier in Berlin. Die beiden haben auch bereits mehrfach gemeinsam ausgestellt.

Über dreißig Jahre ist Werner Schmidt jetzt als freier Künstler tätig. In dieser Zeit hat er nicht nur in Deutschland und dem benachbarten Ausland ausgestellt, er wird auch seit 1993 regelmäßig in den USA durch die Howard Scott Galerie (New York) präsentiert. In New York hat er zwischenzeitlich ebenso gearbeitet wie in Paris, Arbeitsaufenthalte haben ihn nach Finnland und nach Marokko geführt. Seine Werke sind zudem in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, unter anderem in der Staatsgalerie Stuttgart und der Kunsthalle Mannheim

Werner Pokorny kommt mit Holzskulpturen und Stahlplastiken nach Marburg – wobei er keines der beiden Materialien bevorzugt. Während Stahl es ihm ermögliche, dass es keine Bremsen hinsichtlich der Dimensionen gebe, wie er sagt, arbeitet er genauso gern mit dem Werkstoff Holz, der wiederum andere Vorteile habe. In den Kunstverein bringt er knapp ein Dutzend Arbeiten mit, die er vornehmlich im unteren Bereich präsentieren wird. Das beherrschende Thema ist das des Spiels.

Für seine abstrahierten Darstellungen von Häusern ist Pokorny ebenso bekannt wie für seine grundsätzlich konzentrierte Formensprache. Darin steht „die Bedeutung des elementaren Zeichens durch Reduktion und Klärung im Mittelpunkt“, wie Johan Holten von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden in einem Katalog schreibt.

Werner Pokorny (Jahrgang 1949) stammt aus dem badischen Mosbach und studierte von 1971 bis 1976 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, von 1974 bis 1976 außerdem Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft an der Akademie und an der Universität Karlsruhe. Von 1998 bis 2013 hatte er eine Professur für allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart inne. 2013 erhielt er den Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg. Er ist einer der bedeutendsten Bildhauer des Südwestens und erster Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg.


marburger kunstverein e.v.
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35037 Marburg
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Presse






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Malerei ohne Malerei


Der Ausstellungskatalog "Malerei ohne Malerei" ist anläßlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum der Bildenden Künste Leipzig erschienen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Museums der Bildenden Künste Leipzig und des Siemens Arts Program.

Wie Katalog- und Ausstellungstitel bereits vermuten lassen, geht es hier nicht um ein Malereiprojekt im üblichen Sinne, sprich: Gemälde, die im Kontext historischer oder zeitgenössischer Diskurse einen Dialog führen. Die Abbildungen in dem großzügig gestalteten und anregenden Katalog zeigen Installationen, Fotografien, computergenerierte Bilder, Filmstills und Objekte, aber kein einziges gemaltes Bild.

Malerei als Ausstellungsthema ohne Malerei? "Das Malerische ist nicht an das Medium gebunden", so heißt es im Vorwort des Mitherausgebers Hans-Werner Schmidt. Dementsprechend bildet das Malerische eine grundlegende Gemeinsamkeit, die den ausgestellten Arbeiten - nicht nur nach Meinung der Theoretiker, sondern auch nach verschiedenen Aussagen der Künstler - in der einen oder anderen Weise anhaftet. "Meine Ideen kommen aus der Malerei, selbst wenn ich nicht male" heißt es in einem den Katalogtexten vorangestellten Zitat von Donald Judd.

Es sind also Arbeiten zu sehen, denen eine malerische Vision zugrunde liegt: so bspw. Abbildungen der Video-Arbeit "Catherine´s Room" von Bill Viola mit ihren offensichtlichen Bezügen auf die Malerei des Quattrocento; oder, die Typografie auf Leinwand mit dem Titel "Peintures" von Marcel Broodthaers, der das Bild als Sprachspiel innerhalb der formalen und inhaltlichen Möglichkeiten von Malerei thematisiert; oder, der Diskurs von Jeremy Blake über die manipulative und gestalterische Kraft von computergenerierte Bildern im Vergleich zur Malerei; usw. Zu jedem einzelnen Künstler läßt sich ein möglicher Interpretationsansatz innerhalb des Bezugsrahmens von Malerei finden, was die unterschiedlich lesenswerten Katalogbeiträge auch eingehend tun.

Ob das Spiel aufgeht, möge der Leser des Kataloges selbst entscheiden.

Im Katalog besprochene Künstler: Jeremy Blake, Jörg Sasse, Andreas Gursky, Jeff Wall, Tom Hunter, Bill Viola, Bas Jan Ader, Cosima von Bonin, Peter Friedel, Marcel Broodthaers, Jeroen de Rijke / Willem de Rooij, David Claerbout, Joyce Wieland, Hans-Peter Feldmann, Anne Katrine Dolven, Edith Dekyndt, Paul Graham, Cai Guo-Qiang, Guillaume Bijl, John M Armleder, Donald Judd, Dominique Gonzalez-Foerster, Marijke van Warmerdam, Heimo Zobernig.

©Carola Hartlieb


Franziska Holstein gewinnt den Kunstpreis der Sachsen Bank 2012


Franziska Holstein: "o.T. (C3-12)", 4 von 128 Scherenschnitt Collagen, je 30 x 21 cm, 2012

Junge Künstlerinnen und Künstler aus ganz Mitteldeutschland waren zur Teilnahme am Wettbewerb um den Kunstpreis der Sachsen Bank 2012 eingeladen. Die vierköpfige Jury – der Prof. Oliver Kossack (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Ralph Lindner (Kulturstiftung des Freistaates Sachsen), Dr. Petra Roettig (Kunsthalle Hamburg, Galerie der Gegenwart) und Dr. Hans-Werner Schmidt (Museum der bildenden Künste Leipzig) angehörten – entschied sich am vergangenen Montag unter den 92 Einreichungen für die Leipziger Malerin Franziska Holstein.

Franziska Holstein (*1978) beendete 2008 ihr Meisterstudium bei Neo Rauch an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Der fortwährende intensive Arbeitsprozess der letzten Jahren und die Entwicklung von der gegenständlichen Malerei hin zur Abstraktion sind in ihrem Werk deutlich erkennbar. Hat Franziska Holstein in früheren Arbeiten oft Fotografien als Ausgangsmaterial genommen und malerisch interpretiert, so erscheinen sie in ihren aktuellen Gemälden als Siebdrucke im Hintergrund, von dicken Farbschichten überlagert. Die Leinwand wirkt überfüllt mit sich wiederholenden Strukturen, (scheinbaren) Spuren des Arbeitsprozesses und konkreten Mustern, die die kompositorische Konstruktion bis zur Unkenntlichkeit maskieren. Franziska Holstein stört das Geschehen auf der Leinwand mit wissenschaftlicher Genauigkeit.

Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte "Kunstpreis der Sachsen Bank" wurde 2002 erstmalig ausgelobt. Er wird in zweijährigem Turnus verliehen und konnte sich in kurzer Zeit – mit den bisherigen Preisträgern Tilo Baumgärtel, Ricarda Roggan, Julia Schmidt, Henriette Grahnert und der Künstlergruppe FAMED – überregionalen Ruf erwerben. Mit dem Preisgeld werden eine Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig, der begleitende Katalog und der Ankauf einer Arbeit der Preisträger für die Sammlungen des Museums der bildenden Künste Leipzig finanziert.
Zur Teilnahme um den Kunstpreis 2012 eingeladen waren junge Künstler aus allen Bereichen der bildenden Kunst bis einschließlich Jahrgang 1977. Voraussetzungen war ein abgeschlossenes künstlerisches Studium, der Lebensmittelpunkt in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen und die künstlerische Präsenz an einem öffentlichen Ausstellungsort in Mitteldeutschland im Zeitraum 2010/2011. Museen oder Galerien in Mitteldeutschland konnten bis zu zwei Empfehlungen für den Preis einreichen, außerdem waren Eigenbewerbungen möglich.

Die Preisverleihung durch den Vorsitzenden des Vorstands der Sachsen Bank, Prof. Harald R. Pfab, findet anlässlich der Ausstellungseröffnung am 1. Dezember 2012 im Museum der bildenden Künste Leipzig statt.

DIE PREISTRÄGERIN

1978 geboren in Leipzig | 2000–2005 Diplomstudium Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Klasse Prof. Arno Rink | 2005 Ars Lipsiensis, Dresdner Bank, Leipzig | 2005–2008 Meisterschülerin von Prof. Neo Rauch | 2010 Arbeitsstipendium,
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen | 2011 Else-Heiliger-Fonds Stipendium, Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin | 2012 Aufenthaltsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in Columbus, Ohio. Franziska Holstein lebt und arbeitet in Leipzig.

JURY 2012

Prof. Oliver Kossack, Prorektor für Lehre und künstlerische Praxis, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Ralph Lindner, Stiftungsdirektor Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Dr. Petra Roettig, Leiterin Galerie der Gegenwart/Hamburger Kunsthalle
Dr. Hans-Werner Schmidt, Direktor Museum der bildenden Künste Leipzig

PREISVERLEIHUNG/AUSSTELLUNG

Preisverleihung:
1. Dezember 2012, 18 Uhr im Museum der bildenden Künste Leipzig

Ausstellung:
„Kunstpreis der Sachsen Bank 2012. Franziska Holstein“
2. Dezember 2012 bis 2. März 2013

PREISTRÄGER 2002–2010

Tilo Baumgärtel (2002), Ricarda Roggan (2004), Julia Schmidt (2006), Henriette Grahnert (2008), FAMED (2010)

Museum der bildenden Künste Leipzig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jörg Dittmer
Tel.: 0341/21 69 99 14
E-Mail: joerg.dittmer@leipzig. de

Sachsen Bank
Kommunikation
Alexander Braun
Tel.: 0341/22 03 94 05
E-Mail: presse @ sachsenbank. de

http://kunstpreis.sachsenbank.de





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