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Julian Röder „in disorder“

4. 05. - 22. 06. 2018 | Marburger Kunstverein
Eingabedatum: 26.04.2018

bilder

Der Fotograf Julian Röder aus Berlin ist vom 4. Mai bis zum 22. Juni zu Gast im Marburger Kunstverein.

Mit Wonne, Romantik und Frühlingsgefühlen hat die Arbeit des 37-Jährigen allerdings so gar nichts zu tun – das verrät allein schon der Titel der Ausstellung „in disorder“ (zu deutsch: „gestört“ oder „in Unordnung“). International bekannt wurde Röder mit seinen Aufnahmen von den G8-Protesten 2001 in Genua und 2007 in Heiligendamm. Sein künstlerisches Schaffen ist vom dokumentarischen Blick des Fotojournalisten geprägt. Gesellschaftlicher Zeitgeist und politischer Diskurs werden in Röders Bildern nicht nur visuell dargestellt, sondern vielmehr inhaltlich bloßgelegt. Die Frage, was ein gutes Foto ausmacht, beantwortete er dem „fotomagazin“ 2014 mit den Worten „Ein Foto sollte die Dinge so zeigen, wie man sie noch nicht gesehen hat. Alles andere wäre stereotyp.“ Zentral ist für ihn die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und dass jedes Bild einen „Erkenntnisgewinn“ liefert.

Julian Röder wurde 1981 in Erfurt geboren und wuchs in Berlin auf. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung bei der Foto-Agentur „Ostkreuz“. Von 2003 bis 2009 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wie auch an der Hochschule Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Seit 2003 wurden seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und weltweit bereits in vielen Städten von Tel Aviv bis Moskau, von Korea bis in die USA gezeigt. In diesem Jahr sind neben der Ausstellung „in disorder“ im Marburger Kunstverein weitere Shows unter anderem beim Artist Weekend Berlin, in der Galerie Russi Klenner (ebenfalls in Berlin) und zum 200. Geburtstag von Karl Marx in Jena geplant.

Julian Röder wurde bereits mit mehrere Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Magnum Expression Award 2010 und im Jahr darauf mit dem Europäischen Architekturfotografie-Preis. 2014 war er Ellen-Auerbach-Stipendiat der Akademie der Künste in Berlin. Seine Bildsprache zitiert die Ikonografie klassischer Gemälde ebenso wie die des Journalismus oder der Werbung. Röder spielt mit unterschiedlichen Genres und allen Möglichkeiten des Mediums, mit dem er arbeitet. „The Summits“, die Werkreihe rund um die G8-Gipfel, reflektiert ganz direkt und konkret politische Geschehnisse, während Röder beispielsweise mit „Human Ressources“ – Fotografien, die auf großen Handelsmessen entstanden sind – die Beziehung von Mensch und System, Individuum und Maschinerie auszuloten versucht.

Mit seiner jüngsten Werkreihe „Licht und Angst“ nähert er sich wissenschaftlichen Fragen und geht zurück in die Anfänge seines künstlerischen Mediums, nämlich an den Beginn des 19. Jahrhunderts, als man glaubte, der sogenannte „Radiograph“ könne Gedanken lesen. Seine Fotografien hingegen wollen gewissermaßen Gedanken provozieren. Sie haben nicht das Ziel einer Abbildung, sondern das einer Verdichtung der Wirklichkeit. Insofern geht sein künstlerischer Anspruch weit über den dokumentarischen Ansatz der Fotografie hinaus, mit dem er zunächst begonnen hat. In Zeiten, in denen weltweit Störungen und Unordnung wieder deutlich präsenter zu sein oder zuzunehmen scheinen, ist „in disorder“ eine dezidierte Stellungnahme. Die Ausstellung ist ein Beitrag im Rahmen des Themenjahres „1968“ der Universitätsstadt Marburg.

Die Ausstellung beginnt am 4. Mai und endet am 22. Juni 2018. Die Vernissage findet am Freitag, den 4. Mai um 18 Uhr im Kunstverein statt. Wegen des Feiertags beginnen wir mit dem Aufbau der Ausstellung erst am Dienstag und laden deshalb nicht wie gewohnt für den Mittwoch vor der Vernissage, sondern ausnahmsweise einen Tag später, also für Donnerstag, den 3. Mai um 11 Uhr zum Pressegespräch ein. Der Künstler wird dazu anwesend sein. Wie immer gibt es im Ausstellungszeitraum jeden Samstag kostenlose Führungen von Lena Sophie Radtke; bitte weisen Sie auch gern auf die Kooperation mit der KunstWerkStatt Marburg hin, die auf Anfrage spezielle Führungen für Kinder anbietet.

marburger kunstverein e.v.
Gerhard-Jahn-Platz 5 (Biegenstraße 1)
35037 Marburg
marburger-kunstverein.de

Presse




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