Anzeige
me

Newsletter -- Künstlerdatenbank ---- Textkorpus ---- Ateliers

Reifezeit - zwischen Aufbruch und Albtraum

28.6. - 12.9.2020 | Kunstraum hase29, Osnabrück
Eingabedatum: 30.06.2020

Responsive image

Britta Thie, „Powerbank QTs“, 2016-2018, 120 x 290 x 125 cm Mixed Media, © VG BILD KUNST BONN 2020bilder

In ebenso spielerischer wie irritierender Weise erschaffen und kommentieren die acht Künstler*nnen dieser Ausstellung eigene Innenansichten von Aufbruch, Infragestellung und Anteilname. Dabei testen sie im weitesten Sinne unsere Vorstellungen von Adoleszenz. Künstler*nnen sind es gewohnt, ihr eigenes Leben mit ihren Werken wie eine ewige, nie enden wollende REIFEZEIT zu erforschen und zu erweitern. Die Bandbreite an Werken aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Video, Performance und Fotografie vermittelt überraschende und zum Teil widersprüchliche Einblicke in Seelenzustände und Formen von Daseinsbewältigung junger Menschen. Sie handeln von Krisen, Narzissmus, Auseinandersetzung mit Körperlichkeit, Unsicherheit, Rebellion und Fatalismus in einer immer unsicherer werdenden Gegenwart.

Teilnehmende KünstlerInnen: Nevin Aladag, Marco Castillo, Monica Czosnowska, Clemens Krauss, Simone Lucas , Carlos Martiel, Britta Thie, Tobias Zielony.
Kuratiert von: Michael Kröger und Elisabeth Lumme

In einer rasant geschnitten Folge von jeweils tanzenden Fußpaaren erzeugt „Top View“ von Nevin Aldag ein fast körperlich spürbares Gefühl von Freiheit, Bewegungslust und schnellem Rhythmusgefühl. In den Tanzrhythmen wird die Unbeschwertheit und Leichtigkeit einer frühen Lebensphase spürbar: einer Zeit, in der alles möglich erscheint. Nevin Aldag wurde 1972 in Van / Türkei geboren, arbeitet im Medium Installation und Performance und lebt heute in Berlin.

Das Video „Generación“ von Marco Castillo lenkt den Blick auf die Wunden, die staatliche Repressionsmechanismen seit den 70er Jahren der Generation der kubanischen Millennials zugefügt haben. Marco Castillo (*1971) lebt und arbeitet in Havanna und Madrid.

Die beiden Portraits von Monika Czosnowskas (*1977 Stettin/Polen) Serie „Portrait“ zeigen ein Mädchen und einen Jungen, die mit einer fast erwachsen wirkenden Ernsthaftigkeit ihre Umgebung betrachten.

Das „Selbstportrait als Kind“ von Clemens Krauss entstand mithilfe von 20 Fotos des Künstlers im Alter zwischen 11 und 13 Jahren und versucht, Erinnerungen an die Gefühlswelt der eigenen Kindheit in ein hyperrealistisches Körper-Gebilde zu bannen. Clemens Krauss wurde 1979 in Wien geboren, lebt in Berlin und arbeitet in den Medien Malerei, Installation und Video.

Simone Lucas inszeniert hier eine junge Phantasiefigur in der unsicheren Zone zwischen Sein und Schein. Der eigenartige, als Engel und als Teufel lesbare „Rosenteufel“ berührt mit dem linken Fuß einen gemalten kurzen Hinweis „Mich gibt es nicht“ und erinnert so an beginnende Existenzzweifel, die in der Pubertät nicht untypisch sind. Simone Lucas wurde 1973 in Neuss geboren, lebt und arbeitet als Malerin in Düsseldorf.

Das Video zeigt, wie sich der Künstler Carlos Martiel kniend Orden, die der kubanische Staat seinem Vater als Polizeioffizier verliehen hat, direkt in die Haut seines Oberkörpers heftet. Ob dieser schmerzhafte Akt eine Auflehnung des Künstlers gegen die vom Staat eingeforderte revolutionäre Opferbereitschaft ist oder der Versuch einer Annäherung an die übergroße Vaterfigur, bleibt offen. Carlos Martiel wurde 1989 in Havanna / Kuba geboren, lebt und arbeitet im Medium Installation und Performance in New York.

Das Video „Powerbanks“ von Britta Thie entwirft in einem Konsumtempel für elektronische Geräte ein Szenario, ein „autofiktionales Big Brother“, in dem die jugendlichen Protagonisten sich gleichzeitig ihrer hemmungslosen Konsumlust und generationstypischen Coolness hingeben. Entsprechend cool ist auch das raumgreifende Möbelstück, das die Künstlerin als Oase mit digitalen Ressourcen gerade für ein jugendliches Publikum entworfen hat.
Britta Thie wurde 1987 in Minden geboren, lebt und arbeitet als Künstlerin, Model und Schauspielerin in Berlin.

Die fotografischen Arbeiten von Tobias Zielony zeigen Jugendliche in all ihrer Coolness, Härte und Verletzlichkeit, Lebenslust und existenziellen Grenzbewegungen. Seine Bilder verraten Einfühlungsvermögen und Zugewandtheit. In seiner neuen „Golden Series“ setzt Zielony seine Arbeit über die Untergrundkultur in den postsowjetischen Gesellschaften in der lettischen Hauptstadt Riga fort. Tobias Zielony (* 1973) lebt als Künstler, Filmemacher und Fotograf in Berlin.

hase29 ist ein unabhängiger Kunstverein, gegründet 2016 in der ältesten Einkaufsstraße Osnabrücks, der Hasestraße.

Kunstraum hase29
www.gzk-os.de

Presse




Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Card image cap

Alf Löhr. DER STURM. THE TEMPEST

14.08. bis 08.11.2020 | Staatliches Museum Schwerin

Card image cap

Axel Eichhorst – wide open

14. - 22.8.2020 | Neuer Kunstverein Wuppertal e.V.

Card image cap

Bonner Kunstpreis 2019: Nico Joana Weber. Tropic Telecom

12.8. - 15.11.2020 | Kunstmuseum Bonn

Card image cap

Franz Jyrch. NICKEN & SCHÜTTELN

8.8.-11.10.2020 | Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern, Schwerin

Card image cap

Prix Marcel Duchamp - Die Nominees-Ausstellung im Centre Pompidou

7.10.2020 - 4.1.2021 | Centre Pompidou, Paris