Robert Ryman erhält Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung (10.11.05)


Eingabedatum: 10.11.2005

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Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung übergibt heute im Kunsthaus Zürich den mit CHF 120'000.- dotierten Roswitha Haftmann-Preis an Robert Ryman. Der 1930 in Nashville, Tennessee, geborene Künstler lebt und arbeitet in New York und gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart.

Im März 2005 hat die Jury der Roswitha Haftmann-Stiftung Robert Ryman als Preisträger auserkoren. Vor 450 ins Kunsthaus Zürich geladenen Gästen wird Dr. Christoph Becker, Präsident der Roswitha Haftmann-Stiftung, den Preis an Robert Ryman übergeben. Die Laudatio hält Dr. Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern. Die Anerkennung wird dem amerikanischen, oft vorschnell den Minimalisten zugeordneten Maler zuteil, weil er mit seiner Kunst über Jahrzehnte konsequent eine eigene Bildwelt von bestechender Logik und Schönheit geschaffen hat. In der Geschichte der Malerei und ihrer neueren Entwicklung ist Rymans Kunst richtungsweisend und zeitlos. In der Schweiz ist sein Werk in den Hallen für neue Kunst in Schaffhausen prominent vertreten.

DER KüNSTLER

Ryman, der sich zunächst der Musik widmete, begann als Autodidakt. Seit Mitte der sechziger Jahre entwickelt sich seine Malerei systematisch, indem er die Malmittel und seine Pinselführung so präzise aufeinander abstimmt, dass die quadratischen Formate in logischer Folge auseinander hervorzugehen scheinen. Seine Bilder sind weiss und auf den ersten Blick unspektakulär. Die Oberflächen sind leuchtend oder matt, pastos oder feinkörnig, transparent oder deckend, ruhig oder bewegt. Die Ränder dokumentieren den Prozess des Malens und relativieren die scheinbare Objektivität des künstlerischen Prozesses: der Druck auf Pinsel oder Bürste, die Bewegung des Handgelenks, das Absetzen und Wiederbeginnen formieren sich zu präzisen visuellen Ereignissen. Die Konzentration des Künstlers überträgt sich auf den Betrachter. Das Sehen ist von Konventionen befreit.

Etikettierungen haben sich stets als unzureichend erwiesen, denn Ryman lässt sich keiner Richtung, keinem Stil zuordnen. Auch dies ist eine immanente Qualität seiner Bilder, denn sie wirken - von dem reinen Prozess des Malens abgesehen - zeitlos.

DIE STIFTUNG UND IHRE PREISTRÄGER Robert Ryman ist nach Walter de Maria, Maria Lassnig, Jeff Wall und Mona Hatoum der fünfte Künstler, der den Roswitha Haftmann-Preis empfängt. Die Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt den Preis alle ein bis drei Jahre an lebende Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Mit der Preissumme von CHF 120'000.- ist es der höchstdotierte Kunstpreis in Europa. Der Stiftungsrat, welcher die Preisträger bestimmt, besteht aus den Direktoren (oder einem Vertreter) des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, dem Museum Ludwig in Köln und dem Kunsthaus Zürich sowie Mitgliedern, die im Stiftungsbrief persönlich benannt sind oder vom Stiftungsrat berufen werden. (Presse / Kunsthaus Zürich)

Abbildung: Robert Ryman, Preisträger 2005, 1993 in den Hallen für neue Kunst, Schaffhausen, Foto: © Raussmüller Collection

Informationen zur Stiftung unter roswithahaftmann-stiftung.com


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Daten zu Robert Ryman:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- Biennale Venedig 2007

- Daimler Art Collection

- documenta 7, 1982

- Japan und der Westen. Die erfüllte Leere - Kunstmuseum Wolfsburg, 2008

- Konrad Fischer Galerie

- Migros Museum, Sammlung

- MoMA Collection

- onLine - MoMA 2010

- Pace - Gallery

- Preisträger 2005, Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung

- Preistraeger Praemium Imperiale Painting

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Solomon R. Guggenheim Collection

- Tate Post War Collection ,London

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Roswitha Haftmann Kunstpreis für Peter Fischli und David Weiss


Das Schweizer Künstler-Duo Fischli und Weiss erhält den höchstdotierten europäischen Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung.
Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung hat in Zürich entschieden, den mit CHF 120’000.– dotierten Roswitha Haftmann-Preis im Jahr 2006 an die Künstler Peter Fischli und David Weiss zu vergeben. Die zwei seit 1979 zusammenarbeitenden Schweizer gehören mit Videoinstallationen, Fotoarbeiten und Skulpturen zu den international bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.
Peter Fischli (*1952) und David Weiss (*1946) erhalten Europas höchstdotierten Preis für ihr gemeinsames Werk. Die in Zürich geborenen und arbeitenden Künstler haben in ihren Videoinstallationen, Plastiken und fotografischen Arbeiten einen grossen Reichtum an Bildideen entfaltet, die mit Witz und Hintergründigkeit immer wieder neu die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken und zu fesseln verstehen. Die beiden präzisen Beobachter sind Sammler von Objekten und Eindrücken, die sie im Kunstwerk verändern und damit die Perspektive auf die Wirklichkeit verschieben. Wie in einem Laboratorium des Sichtbaren stellen sie mit sanfter Ironie die Rollen des Betrachters wie des Künstlers auf die Probe und in Frage. Fischli Weiss geniessen als Schweizer Künstler seit mehr als zwei Jahrzehnten internationale Beachtung. Der Stiftungsrat hat entschieden, den Roswitha Haftmann-Preis in Anerkennung ihrer gemeinsamen künstlerischen Entwicklung zu vergeben.
Die Verleihung findet am 16. November 2006 im Kunsthaus Zürich statt. Nach Walter de Maria, Maria Lassnig, Jeff Wall, Mona Hatoum und Robert Ryman sind Fischli Weiss die sechsten Träger des Roswitha Haftmann-Preises. Die Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt den Preis alle ein bis drei Jahre an lebende Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Mit der Preissumme von CHF 120’000.– ist es der höchstdotierte Kunstpreis in Europa. Der Stiftungsrat, welcher die Preisträger bestimmt, besteht aus den Direktoren (oder einem Vertreter) des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, dem Museum Ludwig in Köln und dem Kunsthaus Zürich sowie Mitgliedern, die im Stiftungsbrief persönlich benannt sind oder vom Stiftungsrat berufen werden.

Roswitha Haftmann (1927–1998) war Sprachlehrerin, arbeitete als Fotomodell und war mit dem Kunsthistoriker Werner Haftmann verheiratet. In Zürich führte sie bis zu ihrem Tod 1998 eine Galerie. Die gebürtige Sankt Gallerin hat ihr Vermögen in einen Fonds umgewandelt, aus dem sich die Auszeichnung – der Roswitha Haftmann-Preis – speist.

Erweiterung von "Situation Kunst" in Bochum (ab 8.9.06)


Das seit 1990 bestehende Projekt Situation Kunst in Bochum-Weitmar (Teil der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum) wurde im Laufe des vergangenen Jahres um einen neu errichteten Gebäude-Komplex erweitert, wodurch sich die bisherigen Ausstellungsflächen annähernd verdoppeln. Der neue Sammlungsbereich umfasst bedeutende Werke der Gegenwartskunst (eine Licht-Raum-Installation von Gianni Colombo, Neonskulpturen von Dan Flavin, eine Neon-Raum-Installation von Francois Morellet, Außenskulpturen von Lee Ufan und Richard Serra, ein Raumensemble mit Werken von Lee Ufan, Malerei von Robert Ryman und Ad Reinhardt, Fotografien von Dirk Reinartz) sowie je einen Raum mit Werken alter Kunst aus Afrika und Ostasien.
Ab Freitag, dem 8. September 2006, wird das Erweiterungsgebäude ebenso wie der bereits seit 1990 bestehende Teil von Situation Kunst der Öffentlichkeit zugänglich sein. (Presse | Situation Kunst)

Abbildung: Richard Serra, TOT, 1977; 205 x 205 x 30 cm; Foto: Werner Hannappel

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag 14.00 bis 18.00 Uhr Samstag, Sonntag und an Feiertagen 12.00 bis 18.00 Uhr

Situation Kunst befindet sich im Parkgelände von Haus Weitmar in Bochum-Weitmar, Nevelstr. 29a, 44795 Bochum

situation-kunst.de