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Caravaggio - Auf den Spuren eines Genies, museum kunst palast, Düsseldorf (09.09.06 - 07.01.07)


Eingabedatum: 09.09.2006


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Nur wenige Künstler haben bereits zu Lebzeiten mit ihren ausdrucksstarken Werken und ihrem bewegten Leben so viel Aufsehen erregt wie der italienische Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Noch heute lösen seine von meisterhafter Lichtdramatik und eindringlichem Realismus geprägten Gemälde eine große Faszination auf den Betrachter aus.
Erstmals in Deutschland wird nun dem Meister des italienischen Frühbarock eine eigene Ausstellung gewidmet, die sich ausschließlich auf die Bilderfindungen Caravaggios konzentriert. Die von Jürgen Harten kuratierte, exklusiv im museum kunst palast gezeigte Schau vereint über 30 Gemälde aus den verschiedenen Schaffensphasen des Malers. Sie richtet den Blick auf jene Bildmotive, die schon zu Lebzeiten Caravaggios nachgeahmt und variiert wurden. Seine Werke, die in den verschiedenen Kirchen Roms, Süditaliens und auf Malta zu bewundern sind, revolutionierten die Malerei des frühen 17. Jahrhunderts und führten in ganz Europa zu einer nach ihm benannten Strömung innerhalb der Barockmalerei, dem „Caravaggismo“.
Nicht weniger spektakulär als sein Werk war seine Biografie. Gerichtsakten und Schriftquellen berichten von seinem streitbaren Charakter, von kirchlichen wie privaten Förderern und öffentlichem Aufsehen, von Totschlag, Flucht vor der Justiz, päpstlicher Begnadigung und einem frühen, rätselhaften Tod in der Nähe von Rom.

Die Düsseldorfer Ausstellung ist in sechs Themenbereiche gegliedert, darunter „Schauspiele der Sinne“, "Der leibhaftige Christus" und "Folter und Martyrium".
Den Auftakt bilden die frühen sinnenfrohen Gemälde, die Caravaggio in den ersten Jahren nach seiner Ankunft in Rom malte. Nachdem ihm für die Darstellungen Früchte schälender oder musizierender Knaben anmutige Jünglinge als Modelle dienten, wählte er für das Gemälde "Martha tadelt Magdalena" erstmals weibliche Vorbilder: Der Legende zufolge stand ihm für die von den Symbolen ihrer sündhaften Eitelkeit umgebenen Heiligen Magdalena eine römische Kurtisane Modell.
Zu den spannungsreichen, kurz nach 1600 entstandenen Kompositionen, die die Erscheinung Christi zum Thema haben, gehört u.a. "Die Gefangennahme Christi", die den Moment des Verrats Christi dramatisch in Szene setzt. Ebenso unmittelbar und von starker körperlicher Präsenz erscheinen die nahsichtig dargestellten Heiligenfiguren, so "Der büßende heilige Hieronymus". Wie in zahlreichen anderen Gemälden Caravaggios erinnern hier die Unterschiede im Inkarnart des Eremiten - den sonnengebräunten Händen im Gegensatz zu seinem blassen Oberkörper - an das Malen vor dem Modell. Dieser Eindruck wird durch den ungestalteten, die Wand des Ateliers evozierenden Hintergrund gesteigert.
Wie unterschiedlich Caravaggio ein und dasselbe Motiv zur bildlichen Darstellung brachte, lässt sich anhand seiner Gemälde mit "Johannes dem Täufer" verfolgen, ein Thema, das er so häufig wie kein anderes variierte. Den Abschluss der Ausstellung bilden effektvoll inszenierte Marterszenen und biblische Dramen, wie David mit dem abgeschlagenen Haupt des Goliath, dem der Künstler seine eigenen Züge verlieh.

Vor dem Hintergrund der Fragestellung von Original, Variante und Kopie aus eigener und fremder Hand gibt die Düsseldorfer Ausstellung und der begleitende umfangreiche Katalog neue Einblicke in das Abenteuer der kunsthistorischen Forschung. Der unvoreingenommenen Gegenüberstellung der Werke liegt der Versuch zu Grunde, die seit Jahrzehnten andauernde Debatte um die Urheberschaft bei Caravaggio zu dekonstruieren und seine revolutionären Bilderfindungen in den Vordergrund zu stellen.(Presse museum kunst palast)

Dienstag - Sonntag 11.00 h - 18.00 h, Montag geschlossen

museum kunst palast
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Fon 0211-8924242 (Infoband)
Fon 0211-8992460 (11 – 18h)

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