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Museumspräsentation: Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna


Eingabedatum: 14.09.2005


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Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna ist das weltweit erste und einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet. 2001 in der ehemaligen Lindenbrauerei Unna - heute Ankerpunkt der Route Industriekultur - eröffnet, findet diese junge Kunstgattung hier eine faszinierende Präsentationsfläche.

Auf 2.400 Quadratmetern zeigen elf weltbekannte Künstler mit eigens für die labyrinthischen Gänge, Gärbecken und hohen Keller geschaffenen Installationen die vielseitige Formensprache der Lichtkunst und überführen die traditionsreichen Gewölbe in neue Bedeutungshorizonte.

Die Werke der Dauerausstellung
Die permanenten Installationen des Zentrums sind von den Künstlern eigens für die außergewöhnlichen Museumsräume geschaffen und kreisen um differenzierte Fragen. Präsentiert werden in der Dauerausstellung Werke von Christian Boltanski, Olafur Eliasson, Rebecca Horn, Josef Kosuth, Mischa Kuball, Christina Kubisch, Mario Merz, François Morellet, Jan van Munster, Keith Sonnier und James Turrell.

James Turrell, Keith Sonnier und Olafur Eliasson stellen mit ihren Arbeiten unsere Wahrnehmung in Frage und präsentieren Licht als ein optisches Phänomen.

Wer sich mit Lichtkunst beschäftigt, kommt an James Turrell nicht vorbei. Der wohl bekannteste Repräsentant dieser Kunstgattung widmet sich seit den 60er Jahren der Arbeit mit dem Licht. In seiner Installation für Unna aus der Werkreihe "Shallow-Space Construction Series" erzeugen mehrere Lichtquellen einen Raum. Der Betrachter wird darin vollständig vom Licht umhüllt, so dass der Raum um ihn herum keine Begrenzung zu haben scheint.

Keith Sonniers Installation für das Zentrum trägt den Titel "Tunnel Of Tears". Dieser erste Entwurf aus seiner so genannten Tears-Serie lässt bunte, in verschiedene Formen gegossene Neonröhren durch den Raum schweben, gestaltet in dem Farbenrhythmus Rot über Violett bis Blau. Sonnier war bereits 1972 auf der documenta V vertreten und zählt zu den international bedeutendsten Lichtkünstlern.

Olafur Eliassons künstlerische Mittel sind die Phänomene der Natur: Wasserfälle, Regenbögen, Nebel oder Licht - der skandinavische Künstler bringt Natur in den musealen Raum. Für das Zentrum für Internationale Lichtkunst schuf er eine begehbare Installation: ein Steg wird zu beiden Seiten von einem Wasserfall flankiert. Mit Stroboskoplicht beleuchtet, bekommt der Betrachter den Eindruck, als käme das Wasser zum Stehen. Es entsteht ein faszinierendes Bild aus glitzernden Wasserperlen.

Francois Morellets Arbeit für Unna zählt zu einem Installationstypus, den er "No End Neon" - endlos Neon - nennt. Zwei Gitter aus dünnen Neonröhren durchkreuzen den Raum - symmetrische und asymmetrische Anordnung stehen sich gegenüber. Mit dem Untertitel "Pier and Ocean" bezieht sich Morellet auf eine gleichnamige Zeichenserie von Piet Mondrian, auf der das Meer durch horizontale und vertikale Linien abstrahiert wird.

Licht wird zur Metapher und zum träger fremder Botschaften in den Werken von Mario Merz, Joseph Kosuth, François Morellet und Rebecca Horn.

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna zeigt vom Protagonisten der Konzeptkunst Joseph Kosuth die Arbeit "Die Signatur des Wortes (Licht und Finsternis)", eine aus Neonröhren geformte Textpassage aus dem "Wintermärchen" von Heinrich Heine. Der Besucher kann den am Boden installierten Text stets nur in Ausschnitten erfassen, weil sich dieser - wahrgenommen von einem den Raum im Zickzack durchkreuzenden Steg aus - stets zwischen Licht und Finsternis bewegt.

Die Unverwechselbarkeit von Rebecca Horns Bildwelt besteht in der höchst präzisen physischen und technischen Funktionalität, mit der sie ihre Skulpturen und deren Bewegungsabläufe in Räumen in Szene setzt. Die Arbeit "Lotusschatten 2006" im Zentrum für Internationale Lichtkunst ist eine komplexe mechanische Apparatur aus Kupfer, Glas, Stahl und Licht. Die Arbeit wächst wie eine Lilie in den Raum hinein und lässt eine magische, poetische Atmosphäre aus Bewegung, Klang und Lichtreflektion entstehen. Langsam wandern Lichtreflexe und Schatten die Wände entlang, unterstützt von Klängen, des neuseeländischen Musikers und Komponisten Hayden Chisholm.

Mischa Kuball, Jan van Munster, Christina Kubisch und Christian Boltanski präsentieren Licht in seinen ästhetischen Erweiterungen

Für das Zentrum kreierte Mischa Kuball die Installation "space - speech - speed": Drei sich bewegende Spiegelkugeln projizieren in den dunklen Raum Texte, die zunächst sternenähnlich über die Wände flimmern. Erst nach und nach gelingt es dem Betrachter, die rasenden Lichtpunkte als Textfragment zu identifizieren. Kuball macht den Raum durch die Textprojektion erfahrbar. Strukturiert durch die Sprache, das Licht und die Bewegung, erschließen sich dem Betrachter neue Wahrnehmungszugänge.

Charakteristisch für die Arbeiten von Christina Kubisch ist die Verbindung von optischen und akustischen Signalen - Kubisch komponiert Räume. Von einer insgesamt achtteiligen Licht- und Klanginstallation, die die Künstlerin zwischen 1999 und 2001 für die Räume des Zentrums für Internationale Lichtkunst entworfen hat, ist die Arbeit "Schlohweiß und Rabenschwarz" als feste Installation erhalten geblieben. Auf die frühere Bestimmung des ehemaligen Gärbottichraums eingehend, hat Kubisch die tiefen Gärbecken in vier Klangfelder verwandelt.

Jan van Munster ist den Urkräften aller Materie auf der Spur, versucht ihrem Wesen und ihren Verknüpfungen näher zu kommen. Van Munsters Werk ist zwischen extremen Gegensätzen angesiedelt, zwischen Plus und Minus, Männlich und Weiblich, Hell und Dunkel. Van Munster zieht immer wieder das eigene Ich, den eigenen Körper heran, um physikalische Prozesse erfahrbar zu machen. Das Werk für Unna bringt Buchstaben/Wörter mit dem Betrachter in einen Dialog. Das "Ich“ wird in verschiedenen Sprachen durchgespielt, jedes mit eigener Zeichenfunktion, mit eigenem Tempo, individueller Lichtdichte und Leuchtkraft.

Christian Boltanskis künstlerisches Werk dreht sich um die Themen Leben, Tod und Erinnerung. Schon in den 60er Jahren wurde der Künstler mit avantgardistischen Kurzfilmen und der Veröffentlichung von Notizbüchern bekannt, in denen er zunächst seine eigene Kindheit, später die reale oder fiktive Existenz zahlloser fremder, meist verstorbener Personen nachzeichnet. In der in Unna zu sehenden Arbeit "Totentanz" aus der Werkreihe "Theâtre du Ombres" lässt Boltanski an die Kindheit oder an böse Träume erinnernde Urbilder entstehen, die das ambivalente Verhältnis von Tod und Leben aufscheinen lassen.

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
Besucher erleben elf faszinierende Lichtkunst-Räume in einer im Eintrittspreis enthaltenen, sachkundigen Führung und lernen so die Werke und Ideen der Künstler intensiv kennen. Die Sammlung zeichnet ein umfassendes Bild von den vielseitigen Ausprägungen der Gattung Lichtkunst.

Mehr Infos unter lichtkunst-unna.de

Öffnungszeiten: Besuche erfolgen stets in geführter Begleitung
Eintritt (inkl. Führung): 5,00 Euro/ermäßigt 3,00 Euro.
Di - Fr um 14.00 Uhr, um 15.30 Uhr, um 17.00 Uhr, Do auch um 18.30 Uhr,
Sa, So und Feiertag um 14.00 Uhr, um 15.00 Uhr, um 16.00 Uhr und 17.00 Uhr,
keine Anmeldung erforderlich.

Führungen:
Gruppenführung (mehr als zehn Personen) sowie Sonderführungen für Kinder und Schulklassen nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. +49 2303 103771.

Zentrum für Internationale Lichtkunst e.V.
Lindenplatz 1
59423 Unna

Fotonachweise:
Joseph Kosuth, „Die Signatur des Wortes“, Dauerinstallation im Zentrum für Internationale Lichtkunst - Foto: Duschner

lichtkunst-unna.de


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