Aernout Mik - Kunstverein Hannover (8.12.07–03.02.08)


Eingabedatum: 01.12.2007

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Der niederländische Künstler Aernout Mik (geb.1962) beschäftigt sich mit Video, Film und Fotografie. Der Kunstverein Hannover zeigt in der Ausstellung "Shifting Shifting" mit Scapegoats, Raw Footage, Training Ground und Vacuum Room Arbeiten des Künstlers aus den letzten zwei Jahren.
In seinen mit Laiendarstellern inszenierten Filmen löst Mik Menschen aus ihrem gewöhnlichen Zusammenhang und lässt sie mysteriöse und undurchschaubare Handlungen vollziehen. Durch den zusätzlichen Verzicht von Sprache wird die absurde Situation noch rätselhafter. Die Szenen werden akribisch konstruiert und bauen als loops auf dem Prinzip der Wiederholung auf.
Häufig benutzt Aernout Mik In-situ-Einbauten zur psychologischen Zuspitzung der filmisch vorgespiegelten, befremdlichen Szenarios.So werden die Räume des Kunstvereins in eine labyrinthische Raumfolge verwandelt, so dass der Betrachter in das bewegte Bild integriert scheint. Aernout Mik thematisiert auf diese Weise eingefahrenes Rollenverhalten nicht nur in den Filmen, sondern darüber hinaus auch zwischen Künstler und Betrachter. Normalität wird in Frage gestellt, genauso wie Kategorien der Logik und des Sinns.

Abbildung: Training Ground, 2006, 2-Kanal-Videoinstallation Rückprojektionsleinwände, Ausstellungsarchitektur, Courtesy carlier I gebauer, Berlin und The Project, New York Sammlung Dennis & Debra Scholl © Aernout Mik, Fotograf: Florian Braun

Kunstverein Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover
Fon +49(0)511.324594

kunstverein-hannover.de

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Daten zu Aernout Mik:


- 1st Parasophia Kyoto International Festival of Contemporary Culture 2015

- Affekte, Kunstpalais Erlangen, 2014

- Aichi Trienniale 2013

- Art Basel 2013

- art berlin 2017

- Berlin Biennale 2001

- Bienal de Sao Paulo, 2010

- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)

- Kunstpreis Aachen

- MoMA Collection

- Prospect New Orleans 1, 2008

- Sammlung DZ Bank, Frankfurt

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Shanghai Biennale 2012

Weiteres zum Thema: Aernout Mik



Wilhelm Lehmbruck Museum: "Taktiken des Ego" (25.5.-31.8.03)


Im Rahmen der 27.Duisburger Akzente findet im Lehmbruck Museum eine Ausstellung statt, in deren Zentrum die Schauplätze der menschlichen Psyche stehen sollen. Bereits am 23.5.03 wird das Thema auf einem internationalen Symposium "Hybrid Identities - Hybride Identitäten" von unterschiedlicher Seite (Anthropologie, Neurologie, Medientheorien) her beleuchtet (Programm unter: lehmbruckmuseum.de).

Pressemitteilung / Auszug: " ... In einer pointierten Auswahl wird aufgezeigt, wie zeitgenössische Künstler auf dieses Thema reagieren und psychologisch, sozial, emotional oder gesellschaftlich motivierte Transformationen des "Ichs" konstruieren. Ihre Arbeiten schlagen dabei Bögen zwischen der Egomanie und der Selbstaufopferung, der authentischen Identitätsfindung, Destruktion und Fiktionalisierung eines "Ichs". Selbstwahrnehmung erscheint nicht mehr nur als Erkenntnisinstrumentarium, sondern zunehmend auch als stereotype psychologische Pflichtübung eines letztlich "standardisierten Individuums". Andere Arbeiten provozieren die Fragen, welche Räume die Selbstbespiegelung für eine gesellschaftliche Verortung eröffnen oder welches potentielle Kräftefeld individueller Selbstbehauptung es zu schützen gilt. Viele Arbeiten entstehen eigens für die Ausstellung oder sind erstmals in Deutschland ausgestellt. "

Künstlerliste:
Gilles Barbier (F), Birgit Brenner (D), John Davies (GB), Tracey Emin (GB), Ludger Gerdes (D), Mathilde ter Heijne (NL/D), Martin Liebscher (D), Mark Manders (NL), Björn Melhus (D), Aernout Mik (NL), Muntean/Rosenblum (AU), Corinna Schnitt (D), Lorna Simpson (USA), Ben Vautier (F) und Bill Viola (USA)

Ausstellungsdauer: 25.5.-31.8.03

Öffnungszeiten: Di bis Sa 11 bis 17 Uhr | So 10 bis 18 Uhr | Mo geschl.

Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40 | 47049 Duisburg | T: 0203 283 26 30 / 32 94

Die zehn Gebote - eine Kunstausstellung im Deutschen Hygiene-Museum, Dresden (19.6.-5.12.04)


Das erste Gebot lautet: "Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Was zeitgenössische Künstler zu diesem und den 9 anderen Geboten zu sagen haben, zeigt jetzt die erste große Sonderausstellung des DHMD in Dresden nach seiner Wiedereröffnung. Die von Klaus Biesenbach (Kunst-Werke Berlin, PS1/MoMA New York) kuratierte Schau präsentiert auf 1.500 m2 rund 100 Arbeiten von 69 internationalen Künstlern.

". . . Die Ausstellung zeigt die Sichtweise von aktueller Kunst auf die heutige Welt und befragt die Zehn Gebote somit konsequent aus einer Gegenwartsperspektive: Ist das Jahrtausende alte Regelwerk der Zehn Gebote in einer durch Globalisierung gekennzeichneten Welt noch bindend? Kurator Klaus Biesenbach: "Die Zehn Gebote und ihre möglichen Bedeutungen in der heutigen Welt standen am Beginn der Ausstellungsplanung. Wir haben die Zahl Zehn auch als Gliederungsprinzip der Ausstellung beibehalten. Die gezeigten Kunstwerke sind nicht in direkter Auseinandersetzung mit den einzelnen Geboten entstanden, sie illustrieren sie nicht, sondern wurden vielmehr so ausgewählt, dass sie Sichtweisen auf gesellschaftliche, ethische Spannungsfelder der heutigen Welt zeigen."

Der hochaktuelle politische wie ethische Hintergrund, für den viele der gezeigten Kunstwerke ein eigenes Bild und überraschende Betrachtungsweisen entwickeln, liegt in den medialen, politischen und wirtschaftlichen Vernetzungen, die heute neue Fragen an den Einzelnen und die Gesellschaft stellen. Die globalisierte Welt ist gekennzeichnet durch eine extreme ökonomische Ungleichheit, und es wird immer deutlicher, dass der Lebensstil der Privilegierten nicht als Maßstab für alle durchgesetzt werden kann. So wie die biblischen Zehn Gebote ausdrücklich zu einem Individuum sprechen, richten die Kunstwerke ihre Fragen an den Einzelnen und seine eigenen ethischen Überzeugungen.

Welche Lebensbedingungen bestimmen heute den Einzelnen und welche Wertesysteme bieten eine verbindliche Orientierung? Kommt der Religiosität eine neue Bedeutung zu? Nicht nur innerhalb der westlich geprägten Gesellschaften werden wieder religiöse Handlungsmotivationen sichtbar; auch weltweit steht dem Vordringen der modernen, rationalisierten Wirtschafts- und Lebensformen ein - zumindest religiös motivierter - Fundamentalismus gegenüber, der die These von einer durchgreifenden Säkularisierung fragwürdig macht. Das Religiöse erscheint heute zwischen Spiritualität und Fundamentalismus einerseits, zwischen Konsumhedonismus und Instrumentalisierung andererseits.

Nach einer kulturgeschichtlichen Einführung zur Überlieferung der Zehn Gebote ermöglichen künstlerische Statements dem Besucher, die Gültigkeit tradierter ethischer Werte zu hinterfragen. Wie viele Freiheiten kann sich eine Gesellschaft nehmen, ohne Konflikte mit anderen Gemeinschaften zu provozieren? Wie viel Fürsorge und Solidarität sind notwendig, um eine soziale Ordnung nach innen aufrecht zu erhalten? Wie viel Toleranz braucht der Mensch in einer kulturell, religiös und ethnisch vielfältigen Welt?

TEILNEHMENDE KÜNSTLER
Adel Abdessemed, Laylah Ali, Francis Alÿs, Yael Bartana, Marc Bijl, Maurizio Catellan, Janet Cardiff, Minerva Cuevas, Henry Darger, Jirí David , Thomas Demand, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Cerith Wyn Evans, Harun Farocki, Sylvie Fleury, Parastou Forouhar, Kendell Geers, Felix Gonzalez-Torres, Shilpa Gupta, Andreas Gursky, Mathilde ter Heijne, Carsten Höller, Martin Honert, Jonathan Horowitz, Mustafa Hulusi, Emily Jacir, Christian Jankowski, Yeondoo Jung, Kimsooja, Sigalit Landau, Armin Linke, Mark Lombardi, Ján Mancuska, Teresa Margolles, Tony Matelli, Adam McEwen, Aernout Mik, Boris Mikhailov, James Morrison, Gianni Motti, Olaf Nicolai, Tim Noble & Sue Webster, Orlan, Tony Oursler, OVNI-Observatori de Video No Identificat, Pier Paolo Pasolini, Paul Pfeiffer, Daniel Pflumm, Daniela Rossell, Thomas Ruff, Anri Sala, Nebojsa Seric - Shoba, Efrat Shvily, Santiago Sierra, Shazia Sikander, Taryn Simon, Dayanita Singh, Aleksandr Sokurov, Erik Steinbrecher, Stih & Schnock, Ricky Swallow, Fatimah Tuggar, Usine de Boutons, Anne Wallace, Marijke van Warmerdam, Jasmila Zbanich, Andrea Zittel.

DER AUSSTELLUNGSKATALOG
"Die Zehn Gebote": Herausgegeben von Klaus Biesenbach für das Deutsche Hygiene-Museum, Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit, 2004, 288 Seiten, ca. 25 €, ISBN 3-7757-1453-7

Das Buch zur Ausstellung stellt in künstlerischen Beiträgen und Essays die Motivationen und Ideale, die Regeln und Pflichten, die Rechte und Freiheiten des Individuums in einer als Ganzes gedachten Welt zur Diskussion und rückt damit die Aktualität der Zehn Gebote in den Mittelpunkt. Mit Beiträgen von Dennis Altman, Kevin Bales, Klaus Biesenbach, Gabriele Cleve, Frank Crüsemann, Isabelle Graw, Christiane Grefe, Geneviève Hesse, Christian Höller, Dietmar Mieth, Ulf Poschardt, Navid Kermani, Hartmut Krauss, Roger N. Lancaster, Christiane Leidinger, Niklas Maak, Alexander Meschnig, Desmond Morris, Ilona Ostner, Linda Singer, Susan Sontag und Jan Verwoert.

RAHMENPROGRAMM
Begleitend zur Ausstellung findet am 5. und 6. November 2004 im Deutschen Hygiene-Museum eine interdisziplinäre Tagung über ethische und religiöse Bedeutungen der Zehn Gebote in Kooperation mit dem Soziologen Prof. Dr. Hans Joas (Erfurt/Chicago) statt." (Quelle: Presse / DHMD )

Foto: Olaf Nicolai, A Portrait of the Artist as a Weeping Narcissus, 2000, Polyester, Textilien, Wasser, elektronische Pumpe, 90 x 268 x 156 cm, Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin

Ausstellungsdauer: 19. JUNI BIS 5. DEZEMBER 2004
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr | Montag geschlossen

Deutsches Hygiene-Museum | Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden | Tel: 0351 - 48 46-0

dhmd.de