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B3 Biennale

Roswitha Haftmann-Preis 2009 geht an Vija Celmins


Eingabedatum: 11.08.2008


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Der Schweizer Roswitha Haftmann-Preis, der mit 150.000 CHF höchstdotierte Kunstpreis Europas, wird 2009 an die amerikanische Künstlerin Vija Celmins (geb. 1938 / Riga) verliehen. Vija Celmins Werk wurde in renommierten Museen wie bspw. dem Metropolitan Museum of Art / New York, dem Centre Pompidou / Paris, Museum für moderne Kunst / Frankfurt oder dem Kunstmuseum Winterthur gezeigt.
Aktuell sind Celmins Arbeiten an der 55th Carnegie International zu sehen, die das Carnegie Museum of Art in Pittsburgh, Pennsylvania, organisiert.

In der Jurybegründung heißt es: "Celmins malt mit Öl auf Leinwand und mit Kohle auf Papier; ihre Motive sind gegenständlich und nicht immer frei von Gewalt: die Schusswaffe an einem ausgestreckten Arm oder der brennende Mann, der aus einem Auto steigt, suggeriert dem Betrachter eine latente Bedrohung. Vor allem die Arbeiten aus den 1960er Jahren reflektieren diese von Krieg und innenpolitischen Aggressionen destabilisierte Welt. Ganz anders hingegen präsentieren sich Celmins Werke, die nach der Jahrtausendwende entstanden. Sie lösen den Betrachter aus der unmittelbaren Gegenwart heraus - geben ihm die Zeit und Ruhe zurück, die er auf den Strassen und unter dem Druck der Massenmedien verloren hat. Das Augenmerk der Künstlerin liegt jetzt auf der Natur. Und sie richtet den Blick in die Ferne: Nächtliche Himmel, mithilfe der Photogravur-Technik abstrahiert, wirken beruhigend, verweisen auf universelle Gesetzmäßigkeiten. Beim Anblick eines Spinnennetzes in Nahaufnahme weicht die Angst und macht Verwunderung über natürliche Phänomene Platz. ..."

Der Roswitha Haftmann-Preis wird alle ein bis drei Jahre vergeben. Die Preisträger werden vom Stiftungsrat bestimmt. Ihm gehören die Direktoren des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, des Museum Ludwig in Köln und des Kunsthaus Zürich an. Hinzu kommen Mitglieder, die im Stiftungsbrief persönlich benannt sind oder vom Stiftungsrat berufen werden. Bisherige Preisträger waren z.B.: Mona Hatoum, Jeff Wall, Maria Lassnig, Peter Fischli und David Weiss oder Richard Artschwager.

Abbildung: Vija Celmins, Foto © Renee McKee, Courtesy McKee Gallery, New York

roswithahaftmann-stiftung.com

ch











Daten zu Vija Celmins:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- documenta14

- MoMA Collection

- Preisträger 2009, Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Whitney Biennale 2002

- Yokohama Triennale, 2014

Weiteres zum Thema: Vija Celmins



Roswitha Haftmann-Preis an Sigmar Polke


Nach Walter de Maria, Maria Lassnig, Jeff Wall, Mona Hatoum, Robert Ryman, Fischli Weiss, Richard Artschwager, Douglas Gordon und Vija Celmins ist Sigmar Polke der zehnte Träger des Roswitha Haftmann-Preises. Mit der Preissumme von 150.000 CHF ist es der höchstdotierte Kunstpreis in Europa. Die Schweizer Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt den Preis alle ein bis drei Jahre an lebende Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist.

Sigmar Polke (geb. 1941 Schlesien / lebt in Köln) zählt zu den bedeutendsten Küstlern der Gegenwart. Seine Rasterbilder, Experimente mit Stoffen, mineralischen Substanzen, historischen Bildmotiven und seine sogenannten "Wackelbilder" verweisen auf die Vielfältigkeit seines Werkes. Dennoch sieht er sich durchweg als Maler.
Polke experimentiert mit Stilen, Themen, Materialien und beleuchtet dabei immer wieder die Rolle der Kunst und des Künstlers. Er agiert mit großer, universalistischer Sachkenntnis und gilt als «Alchemist» unter den Künstlern.

Abbildung: Sigmar Polke, 2004, Foto: © Flavia Vogel

kunsthaus.ch
roswithahaftmann-stiftung.com

Die Natur der Kunst - Kunstmuseum Winterthur


In welchem Verhältnis stehen Künstler zur Natur? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung "Die Natur der Kunst. Begegnungen mit der Natur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart". Anhand von Gemälden der letzten 150 Jahre soll das Verhältnis Kunst und Natur erforscht werden.

Das Spektrum der ausgewählten Kunstwerke reicht dabei von der französischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts über die klassische Moderne bis in die Gegenwart.
Den Anfang der Ausstellung bilden die intimen Landschaften der Impressionisten (u.a. von Delacroix, Courbet, Monet und Renoir), die die Natur in atmosphärischen Momentaufnahmen festzuhalten versuchten. Die Landschaftsdarstellung findet eine ekstatische Steigerung in den Gemälden Van Goghs und wird schließlich von Ferdinand Hodler in seinen berühmten Berglandschaften symbolisch überhöht.

Mit Paul Cezanne´s Gemälden markiert die Ausstellung das Eintreten der Moderne, in der die internen Formgesetze des Kunstwerks in den Vordergrund treten. Es werden unter anderem Arbeiten von Constantin Brancusi, Piet Mondrian und Paul Klee zu sehen sein, die die Natur in ihren Kunstwerken gänzlich neu bestimmen und erschaffen wollen.

Als erneuter Bruch im Umgang mit "Natur" wird Jackson Pollocks Werk vorgestellt. Mit seinem Ausspruch “I am nature” tritt der Künstler selbst als Natur auf und versinnbildlicht mit seiner Geste natürliche Energie. Einer solchen Position werden wiederum Künstler gegenübergestellt, die sich mit der Darstellung von Naturprozessen beschäftigen. Zu ihnen zählt die Ausstellung beispielsweise Richard Long, Giovanni Anselmo und Roman Signer.

Ein ganzer Saal wird den Lackgemälden Gerhard Richters gewidmet, der mit seinen Gemälden "zur romantischen Tradition der Landschaftsmalerei zurückkehrt" (so die Ausstellungsmacher). Seine Abstraktionen sind stets auch dem Prinzip des Zufalls unterworfen und versinnbildlichen somit unsere Erfahrung mit einer übermächtigen Natur.


Ausgestellte KünstlerInnen:

19. und frühes 20. Jahrhundert:
Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Antoine Chintreuil, Lovis Corinth, Gustave Courbet, Charles-François Daubigny, Eugène Delacroix, Narcisse Diaz de la Peña, Giovanni Giacometti, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Barthélémy Menn, Claude Monet, Camille Pissarro, Odilon Redon, Pierre-Auguste Renoir, Théodore Rousseau, Edouard Sain, Traugott Schiess, Giovanni Segantini, Alfred Sisley, Johann Gottfried Steffan, Constant Troyon, Félix Vallotton, Louis Valtat

Klassische Moderne:
Hans Arp, Constantin Brancusi, Max Ernst, Paul Klee, Fernand Leger, Piet Mondrian, Pablo Picasso

Nachkriegszeit und Gegenwart:
Giovanni Anselmo, Pedro Cabrita Reis, John Cage, Vija Celmins, Jan Dibbets, Barry Flanagan, Lucio Fontana, Hamish Fulton, Francesco Gennari, Richard Hamilton, Richard Long, Sylvia Plimack Mangold, Brice Marden, Agnes Martin, Mario Merz, Joan Mitchell, Giuseppe Penone, Jackson Pollock, David Rabinowitch, Gerhard Richter, Thomas Schütte, Roman Signer, Thomas Struth, Richard Tuttle, Lawrence Weiner

Abbildung: Paul Klee, Blühendes, 1934, Ölfarben auf Leinwand, 81,5 x 80 cm, Kunstmuseum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
©2010 Pro Litteris, Zürich

Ausstellungsdauer: 31.10.10-27.2.11

Öffnungszeiten:
Di 10–20 Uhr
Mi-So 10–17 Uhr

Kunstmuseum Winterthur
Museumstrasse 52
CH-8400 Winterthur

kmw.ch