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kunstkraftwerk

Mischa Kuballs Lichtinstallation >pacemaker.2008< - Düsseldorf


Eingabedatum: 05.12.2008

bilder

Von leuchtenden Herzschrittmachern und einer Theorie des Mülls

Direkt bei einem Park gelegen, wirkt er fast schon gespenstisch wenn er langsam im Dunkel der Nacht sichtbar wird, um sogleich wieder zu verschwinden: der Kamin der von den Stadtwerken Düsseldorf betriebenen Müllverbrennungsanlage am Höherweg 100. Zusammen mit drei anderen hell leuchtenden architektonischen Elementen des Areals bildet er Mischa Kuballs Lichtinstallation >pacemaker.2008<.

„Ich mag Müll“ – so sang das griesgrämige grüne Plüschmonster Oskar aus der Mülltonne schon in der Sesamstraße. Inzwischen gibt es ganze Theorien über Müll und sowohl Wissenschaft als auch Wirtschaft machen sich Gedanken darüber, wie der Abfall wieder für unsere Gesellschaft nutzbar gemacht werden kann. Ein bedeutender “Mülltheoretiker“ ist Michael Thompson, dessen Schrift >Rubbish Theory< (1979) Mischa Kuball bei der Arbeit an der Lichtinstallation für die Düsseldorfer Stadtwerke inspiriert haben soll. Laut Pressetext verweist Kuballs >pacemaker.2008< vor allem auf den Gedanken der Wiederverwertung: durch die Umwandlung in Energie vermag es die Müllverbrennungsanlage, einmal Weggeworfenes wieder wertvoll für die Stadt und ihre Bürger zu machen. Um das Sichtbarmachen genau dieser Energiebewegung geht es dem Künstler, der neben dem Kamin der Müllverbrennungsanlage auch den 50m hohen Gasturbinenturm und eine Stele am Eingang des Parks in immer gleichem 10 Sekunden-Rhythmus in weißem Licht erstrahlen und wieder verblassen lässt. Ein weiterer Turm ist gänzlich immateriell: acht in den Boden eingelassene Scheinwerfer, werfen einen Lichtkegel in den Himmel und markieren mit ihrem Grundriß den Standort, eines ehemaligen Kühlturms, der inzwischen jedoch abgetragenen worden ist.

Durch die Vermittlungsarbeit des Kunstberaters Helge Achenbach zustande gekommen, ist >pacemaker.2008< Resultat eines fast fünfjährigen Werkprozesses. Anfangs als Projekt für eine Anlage im Außenbereich Düsseldorfs geplant, ist Mischa Kuballs Lichtinstallation nun mitten in Düsseldorf-Flingern platziert. Dabei ist der Titel >pacemaker.2008< Programm: auf deutsch mit „Herzschrittmacher“ übersetzbar, verweist die pulsierende Beleuchtung der Türme auf die Produktionsprozesse, die sich in ihrem Inneren abspielen. Ebenso, so Kuball, fungiert das Licht als Merkzeichen und soll darauf aufmerksam machen, wie wir mit unserer Industriegeschichte umgehen.

Es bleibt allerdings zu hoffen, dass Kuballs Lichtkunst im öffentlichen Raum auf ebenso umweltfreundliche Weise gewonnen wird, wie die grell-grüne Beleuchtung des Heizkraftwerks Lausward am Medienhafen signalisieren soll. Diese nämlich wurde 2001 von den Stadtwerken als Zeichen der Umweltverträglichkeit ihrer Energieerzeugung durch das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung in Betrieb genommen.

Abbildung: copyright Mischa Kuball

Mischa Kuball >pacemaker.2008<
Auf dem Gelände der Stadtwerke Düsseldorf
Höherweg 100
40233 Düsseldorf

mischakuball.com

Stefanie Ippendorf











Daten zu Mischa Kuball:


- ars viva Preistraeger

- Blickmaschinen

- Mediations Biennale,2012

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- ZKM Sammlung, Karlsruhe

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Museum Folkwang Essen (02 / 02)


Das Museum Folkwang blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Das 1901 vom Sammler und Mäzen Karl Ernst Osthaus gegründete Museum fusionierte 1922 mit dem Essener Kunstmuseum und fimiert seitdem in Essen unter dem Namen Museum Folkwang.
In den 30er Jahren konnte das Museum durch gezielte Ankäufe der deutschen Malerei und Plastik die französischen Bestände (vorwiegend Impressionisten) abrunden, so dass die Sammlung internationale Anerkennung genoß und einen hervorragenden Ruf hatte.
Die Kunstpolitik des 3. Reichs vernichtete diese Arbeit. 1937 wurden 59 Gemälde beschlagnahmt. Bei einer zweiten Beschlagnahmeaktion im Rahmen der Aktion "Entartete Kunst" verliert das Museum über 1000 Kunstwerke. Damit besaß das Museum kein Kunstwerk mehr aus dem 20. Jh. Aber damit noch nicht genug, auch die Gebäude selbst wurden im Krieg zerstört.
Erst 1960 konnte das Museum im neuen Gebäude an der Bismarckstraße wieder eröffnen. Die verlorenen Kunstwerke mussten soweit sie nicht zerstört oder an ausländische Museen verkauft worden waren, zurück erworben oder ersetzt werden - sofern dies möglich war.
Heute ist von den Rückschlägen, die das Museum hinnehmen musste nichts mehr zu spüren. Neben der Gemäldesammlung gibt es noch eine ansehnliche Graphische und Fotografische Sammlung, die jeweils eigenständige Abteilungen bilden. Während sich die Graphische Sammlung vorwiegend auf Werke des deutschen Expressionismus konzentriert, orientiert sich die Fotografische Sammlung international. Sie umfasst unter anderem die Nachlässe von Lerski, Krull, Steinert und Keetman und konnte mit der nächsten Ausstellung einen großen Namen der zeitgenössischen Fotografie ins Haus holen: Ab Februar zeigt das Museum die Retrospektive von Thomas Ruff, die danach in einige europäische Museen und 2003 in die USA weiter wandert.

Eines der Highlights zeitgenössischer Kunst ist sicherlich die Installation "Projektraum 1:1:1/Farbraum" von Mischa Kuball, das 1996/97 erstmalig im Bauhaus Dessau zu sehen war. Lichtweiße geometrische Formen werden per Dia an die Wand projiziert und durch eine orange bzw. blaue Glasscheibe, die frei im Raum hängt und sich durch einen Motor leise dreht, farblich gebrochen.

Adresse: Museum Folkwang Essen
Goethestr. 41
45128 Essen
Tel.: 0201/8845314
Fax: 0201/8845001
Internet: museum-folkwang.de

Ausstellung: Thomas Ruff
Interieurs - Porträts - Häuser, 1979-1989
17. Februar - 14. April 2002
Thomas Ruff hat mit seiner Arbeit immer wieder auch mit der fotografischen Geschichte, ihrer Technik und ihren Genres auseinandergesetzt und der deutschen Fotografie Impulse gegeben. Im Rahmen der von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden organisierten Retrospektive Thomas Ruff "Fotografie 1979 - heute" zeigt das Museum Folkwang ausschließlich die Serien Portäts, Häuser und Interieurs, in erweiteter Form. Mit insgesamt 70 Arbeiten aus diesen drei Werkgruppen betont die Präsentation im Folkwang Museum den seriellen Charakter der Arbeiten von Ruff.
Öffnungszeiten:
Di - So. 10 - 18 h
Fr. 10 - 24 h

Kunst & Investition - Wo liegt der Gewinn? - Köln (Symposium 26.10.05)


Fand das erste ART COLOGNE-Symposium im vergangenen Jahr schon großes Interesse im Kunstmarkt, so verspricht die Fortsetzung in diesem Jahr eine noch größere Aufmerksamkeit: Das Thema "Kunst & Investition - Wo liegt der Gewinn?" ist bewusst provokant und provokativ gewählt, denn die 39th International Fair for Modern and Contemporary Art
(28.10.-01.11.2005) stellt sich aktuellen Problemen und weicht auch vor Thematiken nicht zurück, die Widerspruch hervorrufen. Das Symposium findet bereits am Mittwoch, 26. Oktober 2005, um 13.00 Uhr im Wintergarten zwischen den Hallen 9 und 10 statt. Veranstalter sind ART COLOGNE-Sponsor Deutsche Bank, ART COLOGNE-Medienpartner Handelsblatt und die ART COLOGNE.

Fachlich hochversierte Referenten wie Professor Georg Quander, Kulturdezernent der Stadt Köln, Dr. Michaela Neumeister, Phillips de Pury & Luxembourg, Head of German Speaking Countries (München), Gabi Czöppan, Autorin von "Richtig in Kunst investieren" (München) und Professor Dr. Boris Groys, Philosoph, HFG Hochschule für Gestaltung (Karlsruhe) sprechen über Themen wie "Kulturwirtschaft und kommunale Kulturförderung. Einige Vermutungen" (Quander), „Gesundes Wachstum oder absturzgefährdeter Hype? Wohin geht der Auktionsmarkt“ (Neumeister), "Die Aktie an der Wand - Wer investiert warum in Kunst?" (Czöppan) und "Investition Kunst. Wer schafft den Gewinn? Wo bleibt die Kunst?" (Groys).

An der anschließenden Podiumsdiskussion sind außer den Referenten (ohne Professor Quander) des weiteren beteiligt: Harald Falckenberg, Unternehmer, Sammler, Buchautor von „Ziviler Ungehorsam. Kunst im Klartext“ (Hamburg), Mischa Kuball (Düsseldorf), lehrt an der HfG Hochschule für Gestaltung (Karlsruhe), Udo Kittelmann, Direktor MMK Museum für Moderne Kunst (Frankfurt am Main), und Dr. Christina Schroeter-Herrel, Leiterin Kunstberatung, Deutsche Bank AG Private Wealth Management Deutschland, (Frankfurt am Main). Die Moderation teilen sich Andreas Grosz, Unternehmenskommunikation, Autor von „Die Kultur AG. Neue Allianzen zwischen Wirtschaft und Kultur“ (Köln), und Dr. Stefan Shaw, art matters GmbH (München), der nach der Begrüßung durch Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, Gérard Goodrow, Direktor ART COLOGNE, und Andreas Grosz in das Thema einführen wird.

Nach dem Symposium findet in der VIP-Lounge der Deutschen Bank (Halle 9.2, Stand C 020) ein Empfang statt mit Begrüßung durch Johannes Baratta, Vorsitzender der Geschäftsleitung Private Wealth Management Deutschland, Deutsche Bank AG. Eine Führung über die ART COLOGNE, begleitet von Gérard Goodrow, beendet das Ereignis.