Anzeige
B3 Biennale

Die Sammlung der Deutschen Bank (7.6.02)


Eingabedatum: 07.06.2002


fullscreenbilder

Als eines der ersten Unternehmen verband die Deutsche Bank Ende der 70er Jahre zeitgenössische Kunst und Arbeitswelt. Bis heute ist die Sammlung, deren Werke sich in Fluren, Schalterhallen oder Büros finden, auf 49 849 Kunstwerke an 911 Standorten in 43 Ländern angewachsen.
Noch ist die Geschichte der Sammlung recht kurz: Der Vorstand hat sich in den 70ern gegen die Gründung einer Stiftung entschieden – sie wollten eine eigene Kunstsammlung aufbauen. Die Ankauf-Kriterien gelten damals wie heute: Im Mittelpunkt der Sammlung stehen zeitgenössische Arbeiten auf Papier. Das Medium Papier ist auch die Verbindung zur Bank – das Material des Geldes und wichtiges Utensil in Büros.
Nach der anfänglichen Konzentration auf den deutschsprachigen Raum rückte in den 80ern das internationale Kunstgeschehen in den Mittelpunkt des Interesses. Die Ankäufe der Gegenwart konzentrieren sich auf aktuelle Tendenzen und die Optimierung der Sammlung.
Bisher fand die Kunst hauptsächlich Platz im Gebäude der Bank: So wurden Büros, Gänge, Besprechungszimmer und Schalterhallen zu Museen. Die typische Raumaufteilung oder das klassische Büro haben in heutiger Zeit jedoch ausgedient, so dass konsequenterweise auch das Konzept Kunst am Arbeitsplatz eine Veränderung und Erweiterung erfährt.
1997 eröffnete die Deutsche Bank in Zusammenarbeit mit dem Guggenheim Museum in New York im Erdgeschoss des Berliner Hauptgebäudes der Bank das Deutsche Guggenheim Berlin. Ziel dieses exklusiven Joint-Ventures war die Präsentation hochkarätiger Ausstellungen und auf den Raum bezogene Auftragswerke.
Seit zwei Jahren verfolgt die Bank zudem einen neuen Ansatz. Der virtuelle Raum hat die Bankgeschäfte verändert – aber nicht nur die, die virtuellen Welten haben auch Einfluss auf die Kunsträume genommen. Aus dieser Idee ist die Reihe Momente – temporäre Kunst im öffentlichen Raum – hervorgegangen. Keine Großskulpturen oder Kunst am Bau, sondern die Umsetzung temporärer Kunst mit neuen Perspektiven: jedes Jahr ein Projekt, jedes Jahr an neuem Ort, in einem anderen Land. So entstehen Momente, die nicht reproduzierbar sind.
2001 startete Momente in Frankfurt am Main, dem Sitz der Deutschen Bank und Ausgangspunkt all ihrer Kunstaktivitäten. Mit dem Projekt von Ayse Erkmen: Drei Fähren aus Japan, Italien und der Türkei wurden nach Frankfurt verschifft und nahmen auf dem Main mit ihren jeweiligen Crews einen Fährbetrieb auf, wie er sonst nicht existiert. Die Deutsche Bank und die Stadt wurden zu Gastgebern für drei ausländische Schiffe und das Publikum – die Passagiere zu Gästen Japans, Italiens und der Türkei.
Weitere Momente verwirklicht die Deutsche Bank mit Projekten von Karin Sander, Tobias Rehberger und Jenny Holzer in New York und Singapur. word search - das zweite Projekt der Momente-Reihe der Deutschen Bank zeichnet ein vielschichtiges Bild der Metropole.
Adresse: Deutsche Bank Kunst
Taunusanlage 12
60325 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 910 35859
Fax: +49 69 910 33118
E-mail: mailbox.kunst@db.com
Internet: deutsche-bank-kunst.com
moment-art.com

Deutsche Guggenheim Berlin
Unter den Linden 13-15
10117 Berlin
Tel: +49 30 202093 0
Fax: +49 30 202093 20

sl












Weiteres zum Thema: Sammlung Deutsche Bank



Man in the Middle - Menschenbilder in der Kunsthalle Tübingen (13.9.-2.11.03)


Zum Bild des Menschen zeigt die Sammlung Deutsche Bank rund 100 Arbeiten (Fotografien, Zeichnungen, Gemäldein, Skulpturen) von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart in der Kunsthalle Tübingen.

Pressemitteilung / Auszug: "Wir glauben es zu kennen und doch wirft es immer wieder Fragen auf – das Bild des Menschen. Über Jahrtausende in unzähligen Varianten entstanden, dokumentiert es bis heute individuelle Befindlichkeit und kollektive Menschheitsgeschichte zugleich.
Doch was ist der Mensch? Was macht sein Bild aus? Lässt sich über das Äußere auch das Innere eines Menschen erkennen? Kunst schafft Raum für Selbstreflexion und Individualität und zeigt das Menschenbild als Zeichen kultureller Vielfalt.
Die Ausstellung ”Man in the Middle” präsentiert erstmals gemeinsam Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen aus der Sammlung Deutsche Bank. Knapp einhundert Positionen eröffnen den Blick auf Identifikation, Emotion, Kritik und neue Lebenswirklichkeit sowie in ungewohnter Vielfalt Darstellungen des Menschenbildes unserer Zeit.
Beginnend mit den Werken der Klassischen Moderne von E.L. Kirchner, Ernst Barlach, Max Pechstein und Paula Modersohn-Becker spannt sich der Bogen über Oskar Schlemmer zu Otto Dix, George Grosz und Karl Hubbuch und führt schließlich in den Dialog der frühen sechziger Jahre, etwa zwischen Georg Baselitz und Eugen Schönebeck.
Den Werkgruppen von Künstlern wie A.R. Penck oder Cornelia Schleime sind in der Tübinger Kunsthalle Einzelpositionen etwa von Joseph Beuys,
Christa Näher oder Reinhard Mucha gegenüber gesetzt. Die Werke Angus Fairhursts, Günther Förgs oder Florian Merkels führen schließlich zur Fotografie und der aktuellen internationalen Ausrichtung der Sammlung Deutsche Bank. Die künstlerischen Umbrüche, welche "Man in the Middle - Menschenbilder" über den Verlauf eines Jahrhunderts dokumentiert, machen die inhaltliche und formale Komplexität deutlich, die sich in jedem Abbild des Menschen und seines Selbst verkörpert."

Ausstellungsdauer: 13. September bis 02. November 2003
Öffnungszeiten: Täglich (außer Montag) 10-18.00 Uhr

Kunsthalle Tübingen / Philosophenweg 76 / D-72076 Tübingen / Telefon +49 (0)7071 96910

kunsthalle-tuebingen.de

John Baldessari - Museum Weserburg Bremen (21.02 -27.03.05)


John Baldessari
Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange)

"Bereits zum 10. Mal präsentiert das Museum Weserburg Bremen Werke aus der Sammlung Deutsche Bank: Zu sehen sein wird vom 21. Februar bis 27. März 2005 Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange) des amerikanischen Künstlers John Baldessari. Dieser Werkzyklus entstand als Auftragsarbeit der Deutschen Guggenheim in Berlin, dem Joint Venture der Deutschen Bank mit der Solomon R. Guggenheim Foundation.

John Baldessari wurde Ende der 60er Jahre mit Werken bekannt, in denen er Bildmaterial aus den Massenmedien - wie man es aus der Pop Art kannte - mit Schrift kombinierte, wie die Conceptual Art sie verwendete. Schon früh begann Baldessari, Bilder und Texte aus der Werbe- und Filmbranche in seine Fotobilder zu integrieren. Er kontrastierte, beschnitt und bearbeitete das Bildmaterial in Verbindung mit Texten. Seine Montagen aus Fotografie und Schrift konterten immer wieder die von den einzelnen Szenen ausgelösten narrativen Assoziationen und bieten ein breiteres Spektrum an Bedeutungen. Die vielschichtigen, oft humorvollen Kompositionen lassen unterschiedlichste Deutungen zu und unterstreichen, wie relativ Bedeutung sein kann.
In den 1970er-Jahren ging Baldessari dazu über, Aufnahmen aus fremder Hand in seine Projekte einzubauen: »Gefundene Bilder haben mich gereizt, weil sie nicht als Kunst galten, sondern als simple Bildware. Ich habe in den Abfalleimern von Fotogeschäften herum¬gestöbert. « Da Stand-, Publicity- und Pressefotos sehr günstig waren, entstand binnen kurzer Zeit ein umfangreiches Archiv.

Als Baldessari erkannte, wie Einzelbilder aus einem Film ganze Erzählsequenzen suggerieren können, benutzte er sie immer häufiger. Zusammengehörige und nicht zusammengehörige Fundbilder wurden zu Zyklen arrangiert, manchmal in Form eines Rasters, dann wieder als lineare oder freie Struktur, jedoch stets nach einem festgelegten Ordnungsprinzip.

Nach 1980 zog es Baldessari vor, das übernommene Bildmaterial ohne Textunterlegung zu verarbeiten. Durch die Beschränkung auf Fotozyklen ohne Text bewies Baldessari, dass reine Bilder ebenso wie die früheren Bild-Text-Montagen imstande sind, narrative Inhalte zu vermitteln.Später ging er dazu über, abgebildete Gesichter mit einem Farbfleck zu überdecken. Während sich der Bildraum verflacht, tritt der Illusionseffekt der Szene umso stärker in Erscheinung. Die Verhüllung des Gesichts (oder später eines Körperteils) negiert die Individualität und verwandelt ein identifizierbares Subjekt in ein nicht identifizierbares Objekt. Die weißen Aufkleber der ersten Versuche wurden später durch bunte ersetzt. Ein vom Künstler angelegter Farbcode eröffnete zusätzliche Bedeutungsebenen: Rot signalisiert Gefahr, Grün steht für Sicherheit und so weiter.

Bis heute stehen das Spiel mit und die Kritik an der Popkultur im Mittelpunkt seiner erfolgreichen, künstlerischen Arbeit, im Laufe derer Format und Eindringlichkeit seiner Bilder immer größer wurden. Seine neue großformatige Serie Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange), 2004, für das Deutsche Guggenheim beschäftigt sich mit dem Phänomen »Zwischenraum«. Orange, die Farbe »zwischen« Gelb und Rot, dominiert dieses Projekt. Baldessari reizt die Widersprüche aus: Die Bilder erzählen von Harmonie und Konflikt, Sicherheit und Gefahr und verschweigen auch die Leere nicht, die zwischen den beiden Extremen liegt – die beunruhigende Existenz des »Zwischenraums«. Die Standfotos sind aus Zeit und Raum gelöst. Befreit vom ursprünglichen Filmskript, nehmen sie in Baldessaris Präsentationsregie neue Gestalt an. Baldessaris visuelle Montagetechnik soll illustrieren, dass die Bildbedeutung sich erst im Laufe eines Dialogs entwickelt und nicht schon inhärent im Werk enthalten ist.

Parallel zeigt das Studienzentrum für Künstlerpublikationen / ASPC im Neuen Museum Weserburg die von Anne Thurmann-Jajes zusammengestellte Präsentation
John Baldessari
Bücher, Plakate, Filme und Videos
22.2.–30.4.05

Der Überblick über diese künstlerischen Publikationen von J. Baldessari von 1971 bis Heute umfasst das gesamte Spektrum seiner Arbeiten: Filme, Videos, Plakate und neben den Künstlerbüchern auch einige künstlerische Originalbeiträge in Zeitschriften und allgemeinen Publikationen. Durch diese Präsentation lässt sich die künstlerische Entwicklung Baldessaris von seinen konzeptionellen Arbeiten an bis zu seiner Auseinandersetzung mit Film und Filmstill nachvollziehen.


Sammlung Deutsche Bank, Kooperation mit der Deutschen Guggenheim Berlin. ..." (Quelle Presse Museum Weserburg)

Ausstellungsdauer: 21.02 -27.03.05

Öffnungszeiten: Di - Fr 10–18 Uhr, Sa + So 11–18 Uhr, Mo geschlossen

Neues Museum Weserburg Bremen | Teerhof 20, 28199 Bremen | Telefon: 0049-(0)421-59 83 9-0