Anzeige: Joachim Hiller auf der art karlsruhe 2010


Eingabedatum: 14.03.2010


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hiller
Öl auf Leinwand/Oil on canvas, 70 x 60 cm, 1967

Die Walter Bischoff Galerie Berlin zeigt Werke von Joachim Hiller auf der art karlsruhe 2010 am Stand B 24 Halle 2. (vom 4. bis zur 7. März 2010)
Anlässlich der Messe erscheint "Der phänomenologische Blick. Joachim Hiller und die Malerei" mit einem Essay von Klaus Honnef erschienen im arthellweg verlag. Lesen Sie hier bereits vorab einen Auszug.

Der phänomenologische Blick
Joachim Hiller und die Malerei

Von Klaus Honnef


Ich war bei Ihm ein verborgener Schatz und sehnte mich danach, gesehen zu werden. Daraufhin schuf ich die Welt.
Hadith

Wer spricht da? Der Hinweis im zweiten Satz auf den Schöpfer der Welt signalisiert, dass kein zufälliger Telefonpartner gemeint sein kann. Ohne sich jedoch im unerschöpflichen Diskurs theologischer Ausdeutungen zu verlieren - soviel kann gesagt werden: Augenscheinlich stellt der Zweizeiler zwischen dem Wunsch gesehen zu werden und der empirisch überprüfbaren Existenz innerhalb einer sichtbaren und zugleich handgreiflichen Realität eine direkte Verbindung her. Dass die Welt erschaffen wurde, ist vorgängige Bedingung der optischen Wahrnehmung. Innere Bilder, Traumbilder haben zwar ihre Wirklichkeit, aber keine Daseins-Realität.


Acryl auf Leinwand/Acrylics on canvas, 100 x 80 cm, 1971

Eine Tagebuchnotiz der großen amerikanischen Fotografin Diane Arbus spitzt die Folgerung weiter zu: Die Dinge würden nicht gesehen, weil sie sichtbar sind, sondern umgekehrt, sie seien sichtbar, weil sie gesehen werden. Das Verlangen, gesehen werden zu wollen, erfüllt sich nur, wenn jemand sieht. Voraussetzung des Sehens ist also nicht allein, dass die Dinge „da“ sind, sondern darüber hinaus ein bewusster Akt derer, die sie dann sehen. Die Autorin verwurzelt das Sehen im Körper der einzelnen Beobachter. Das Sehen ist Frucht eines körperlichen Aufwands, das sichtbare Ergebnis einer physischen Handlung. Was die Menschen nicht sehen, müsste der Umkehrschluss lauten, existiert (für sie) nicht. Paul Cézanne, schreibt der Historiker Jürgen Osterhammel, habe einmal angemerkt, dass die Bauern der Provence das Gebirge (Montagne St.-Victoire - K.H.), das den Maler zeit seines Lebens künstlerisch herausforderte, nie „gesehen“ hätten (1).


Acryl auf Leinwand/Acrylics on canvas, 100 x 100 cm, 1986

Die Probe aufs Exempel liefert die individuelle Erfahrung. Eine nachhaltige Erfahrung verändert gewöhnlich den Blick auf die Welt. Erfahrung bildet sich in einem weitgespannten und ausdifferenzierten Register; in ihrer passiven Variante beim Schmerz. Die optische Wahrnehmung stellt sich in einer aktiven Variante her. Dabei drängt sich die Frage auf: Ist der Blick etwas, das unabhängig von äußeren Faktoren schwerwiegende physiologische Probleme einmal vernachlässigt, gleichsam natürlich operiert? Ein leeres Blatt, das erst mit der Summe der Erfahrungen eine Art Kartografie erhält?


Acryl auf Leinwand/Acrylics on canvas, 100 x 100 cm, 1987

Die Wissenschaften verneinen dies. Der unschuldige Blick ist Fiktion. Das Sehen ist der einzige Sinn, der vor der Geburt nicht trainiert wird. So hat sich auch Diane Arbus - wie übrigens alle Fotografen - nach bewussten oder unbewussten visuellen Prägemustern ausgerichtet, um ihre Absicht zu verwirklichen, dem Sehen auf die Sprünge zu helfen. Was in puncto Fotografie noch einigermaßen einleuchtet, da der Apparat und seine technischen Bedingungen grundsätzlich nur ein bestimmtes, physikalisch-chemisches Bildformular zulassen - gilt es ebenfalls für die Malerei? ...

(1) Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 156

hiller
Acryl auf Leinwand/Acrylics on canvas, 100 x 100 cm, 2005

Abbildung: Umschlag/Cover
Glas und Sand auf Hartschaum/Glass and sand on Styrofoam
110 x 110 cm, 1976 (Ausschnitt/Detail)

Fotos:
Pietro Pellini, Köln
Peter Quirin, Wiesbaden

Klaus Honnef
Der phänomenologische Blick – Joachim Hiller und die Malerei
Reihe arthellweg-Schriften
24 Seiten, 14 x 17 cm, 5 Abbildungen
Paperback, deutsch/englisch
Herausgeber: arthellweg verlag
ISBN 978-3-938966-19-8
€ 9,80 inkl. 7 Prozent MwSt. zzgl. € 4,00 Versand inkl. MwSt.
E-Mail post@arthellweg.de
arthellweg.de

Veranstaltungshinweis

Prof. Klaus Honnef in der MONOPOL-Lounge
artKARLSRUHE 2010, Samstag, 6. März, um 15:30 Uhr, im Rahmen der Art-Talks

Joachim Hiller wird demnächst auf folgenden Ausstellungen zu sehen sein:

- Galerie Dengler und Dengler, Stuttgart vom 9.4.-5.6.2010
- Walter Bischoff Galerie/Immaginaria arti visive gallery Berlin 16.4.-22.5.2010
- San Francisco Art fair / USA mit Walter Bischoff Galerie Berlin 20.-23.5.2010
- Galerie artobes Düsseldorf vom 4.6.-4.7.2010

weitere Informationen:
hiller-kunst.de
galerie-nero.de

hiller-kunst.de








Weiteres zum Thema: Joachim Hiller



Anzeige: Joachim Hiller – Malerei und Relief



ART KARLSRUHE, 28. Februar - 2. März 2008,
Walter Bischoff Galerie Berlin, Halle 2 - Stand A 19


"Joachim Hiller hat sich in seiner Arbeit zunehmend von den herrschenden Stilrichtungen wegbewegt und von modischen Tendenzen unabhängig gemacht. Seine Anregungen bezog er vielmehr von den zeitlos gültigen Naturprozessen und den daraus resultierenden Strukturen. Daher ist es kaum möglich, seine Arbeiten anhand von Stilmerkmalen zeitlich genau zu situieren oder chronologisch zu ordnen. Hillers Bilder, die vor mehr als 20 Jahren entstanden sind, wirken heute genauso frisch, unverbraucht und zeitgemäß, wie die jüngeren Arbeiten, die gerade erst sein Atelier verlassen haben."

Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker, Bonn


Weitere Informationen und Ausstellungstermine finden Sie im Internet unter hiller-kunst.de
Ständige Galerievertretung Galerie Nero, Wiesbaden, galerie-nero.de


Anzeige: Joachim Hiller – Malerei und Relief



RADICAL ART GALLERY, ZUG (CH)
27. März - 26. April 2008


"Joachim Hiller hat sich in seiner Arbeit zunehmend von den herrschenden Stilrichtungen wegbewegt und von modischen Tendenzen unabhängig gemacht. Seine Anregungen bezog er vielmehr von den zeitlos gültigen Naturprozessen und den daraus resultierenden Strukturen. Daher ist es kaum möglich, seine Arbeiten anhand von Stilmerkmalen zeitlich genau zu situieren oder chronologisch zu ordnen. Hillers Bilder, die vor mehr als 20 Jahren entstanden sind, wirken heute genauso frisch, unverbraucht und zeitgemäß, wie die jüngeren Arbeiten, die gerade erst sein Atelier verlassen haben."

Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker, Bonn


Vernissage: Donnerstag, 27. März 2008, 18.00–20.00
Begrüssung: 18.45 Uhr
Es spricht Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker, Bonn

radical gallery at radicalhouse
Poststrasse 4-6
CH-6400 Zug
Telefon: +41 (0)41 982 08 80
Mobil: +41 (0)79 69 805 69

Öffnungszeiten:
Donnerstag: 11:00-20:00
Freitag: 11:00-18:30
Samstag: 11:00-16:00 und nach Vereinbarung

Weitere Informationen und Ausstellungstermine finden Sie im Internet unter hiller-kunst.de
Ständige Galerievertretung Galerie Nero, Wiesbaden, galerie-nero.de