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Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna


Eingabedatum: 08.08.2002


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Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna

Ebenso wie die Küppersmühle in Duisburg ist die Lindenbrauerei in Unna Bestandteil der Route Industriekultur. Gelang den Architekten Herzog & de Meuron in Duisburg ein Meisterwerk an architektonischer Umgestaltung, so wirken hier selbst originale Ausstattungselemente der Lindenbrauerei wie der Maischekessel, der in der Frontfassade als Vordach dienen soll, wie ein Fremdkörper - aber nicht nur an dieser Stelle zeigt sich eindeutig die internationale Erfahrung, die das Schweizer Architektenteam dem hiesigen Architekturbüro voraus hat.

Als Außeninstallation ist an dem 52 m hohen Schornstein des Industriedenkmals die Fibonacci-Reihe des arte povera Künstlers Mario Merz angebracht. Die 1201 in Pisa publizierte Fibonacci-Reihe folgt der Vorstellung, des Mit-sich-ziehen der vorausgehenden Zahl in die Bildung der Folgenden. In Unna hat der Künstler diese in senkrecht nach oben verlaufenden Richtung aufgebaut. Sie soll die Unendlichkeit der inneren Logik dieser Zahlen-reihe erahnen lassen. Als Einzelkunstwerk durchaus beachtlich - gerade in der Dunkelheit.

In den Gewölben der Lindenbrauerei die Ende der 70er Jahre stillgelegt wurden, eröffnete Ende Mai diesen Jahres das Zentrum für Internationale Lichtkunst, das in den ehemaligen Kühlkellern untergebracht ist.
Momentan werden dort in einer Dauerausstellung die Werke von Joseph Kosuth, Mischa Kuball, Christiana Kubisch und Johannes Dinnebier präsentiert. Ein absolutes Manko der Räumlichkeiten ist jedoch deren labyrinthartiger Charakter. Dieser erlaubt eine Besichtigung nur in einer Gruppe mit Führer, so dass sich ein Besuch dort nicht individuell gestalten lässt.

Den Hauptbestandteil der Ausstellung bilden die acht Arbeiten von Christiana Kubisch, deren Hauptkomponente UV-Licht ist. Die verschiedenen Lampen sind nicht nur Leuchtmittel, sondern auch ästhetisches Gestaltungsmittel, das je nach Ort und Raum spezifisch eingesetzt wird und diesen so erfahrbar machen soll.
Die eindrucksvollste Arbeit ist space-speed-speech des Berliner Künstlers Mischa Kuball. Auf drei Spiegelkugeln, die über dem Boden schweben, wird jeweils ein Wort projiziert. Das einzige Licht im Raum wird durch die Projektion und Reflektion der drei Textdias space, speed und speech erzeugt, wodurch eine Art "Enterprise-Effekt" entsteht. Dadurch, dass die einzelnen Lichtpunkte den ganzen Raum berühren, wird der Betrachter Teil des Kunstwerks. So möchte der Künstler den Raum nur durch eine Textprojektion erfahrbar machen.

Erscheint die architektonische Lösung im Fall der Lindenbrauerei nicht sonderlich geglückt - einzelne Elemente sprechen durchaus für sich, harmonieren jedoch nicht miteinander - stellt sie doch im Verbund der Route Industriekultur mit der eindeutigen Positionierung (Zentrum für Lichtkunst) ein ambitioniertes Projekt dar.

Lindenbrauerei Unna Massener Straße 31
59423 Unna
Öffnungszeiten Mi bis Fr 14-18 Uhr Sa und So 11-18 Uhr
Führungen stündlich und auf Anfrage
In Planung befinden sich weitere Installationen von James Turrell, Keith Sonier, Christian Boltanski und anderen.

Silke Lemmes für art-in.de



sl

Silke Lemmes


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