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Jiri Georg Dokoupil ist Lovis-Corinth-Preisträger 2012


Eingabedatum: 16.03.2012

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Jiri Georg Dokoupil, First Eruption Bouquet, 2010, Acryl und Seifenblasen auf Leinwand, Courtesy Galerie Karl Pfefferle, München, © Bild-Kunst, Bonn 2012

Der Maler und Zeichner Jiri Georg Dokoupil (*1954 in Krnov/ehemalige Tschechoslowakei) ist Preisträger des Lovis-Corinth-Preises 2012. Der 1974 erstmals vom Kunstforum Ostdeutsche Galerie und der KünstlerGilde e.V. ausgelobte Preis wird seit 2006 im Zweijahresrhythmus verliehen. ...
Ausgezeichnet werden damit bildende Künstlerinnen und Künstler, deren Werk in der Zugehörigkeit zur Gegenwartskunst im östlichen Europa sowie in der Auseinandersetzung mit dieser entstanden ist oder die deutsche Kunst in den historischen deutschen Kulturlandschaften reflektiert. Zu den früheren Preisträgern gehören Karl Schmidt-Rottluff, Oskar Kokoschka, Markus Lüpertz, Sigmar Polke und Timm Rautert. Im Jahr 2010 wurde der Preis mit Unterstützung der Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie mit 10.000 € dotiert.

Die Auszeichnung von Jiri Georg Dokoupil erfolgt in Würdigung seines international bedeutenden Gesamtwerks. Experimentelle, künstlerische Techniken sowie die Fähigkeit, ästhetische Konzepte und gesellschaftliche Phänomene analytisch zu durchdringen, zeichnen Dokoupils Schaffen aus. Die Preisübergabe findet im Sommer 2013 statt, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg, die neuere Arbeiten des Künstlers präsentieren wird.

Jiri Georg Dokoupil wurde 1954 in Krnov (Jägerndorf) in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren, aus der er 1968 mit seinen Eltern nach Deutschland floh. Von 1976 bis 1978 studierte er in Köln, Frankfurt/Main und bei Hans Haacke an der Cooper Union in New York. Anfang der 1980er Jahre war er Gründungsmitglied der Kölner Künstlergruppe „Mülheimer Freiheit“, benannt nach der gemeinsamen Atelieradresse Mülheimer Freiheit 110.
Mit seinem stark expressiv-figürlichen malerischen Gestus Anfang der 1980er Jahre zählte Dokoupil zu den „Neuen Wilden“. Sein nachfolgendes Werk entzieht sich in der Entwicklung immer neuer stilistischer Ansätze der einfachen Klassifizierung. Zentral für Dokoupils Schaffen, gekennzeichnet durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Kunst des 20. Jahrhunderts, ist die Erweiterung herkömmlicher Gattungsbegriffe von Malerei, Zeichnung und Druckgrafik. Im Experimentieren mit immer neuen Techniken entstanden über 100 verschiedene „Herstellungsmethoden“, die zu ebenso vielen Werkgruppen führten. Stellvertretend hierfür seien Bilder genannt, die mit dem Ruß einer brennenden Kerze, mit farbigen Seifenblasen, mit Muttermilch, mit Fruchtsäften, mit eingefärbten Autoreifen oder aus Einzelbildern von Kino- und Amateurfilmen hergestellt sind. Mit Jiri Georg Dokoupil wird der Lovis-Corinth-Preis an einen Künstler verliehen, der sich durch seine Innovationskraft und durch seine Fähigkeit zur analytischen Durchdringung ästhetischer Konzepte sowie gesellschaftlicher Phänomene auszeichnet.

Als Lehrer wirkte Jiri Georg Dokoupil ab 1983 mit Gastprofessuren an der Kunstakademie Düsseldorf, der Circulo de Bellas Artes in Madrid, an der Sommeruniversität Amsterdam und der Gesamthochschule Kassel. Seine Arbeiten sind in zahlreichen nationalen wie internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert worden, so 1982 auf der documenta 7 in Kassel, 1984 im Museum Folkwang in Essen, 1985 im Kunsthaus Luzern oder 1997 im Museum moderner Kunst, Stiftung Ludwig in Wien. Im Jahr 2000 wurde eine große Retrospektive im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid gezeigt, 2005 folgte eine Übersichtsschau mit Werken von 1979 bis 2005 in den Deichtorhallen Hamburg.
Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie veranstaltete im Jahr 2004 die Ausstellung „Jiri Georg Dokoupil. Kafkas Prag“, begleitet von einem Katalog.
Werke des Künstlers befinden sich in Museen wie der Fundaciò la Caxia Barcelona, dem Kunsthaus Zürich, der Nationalgalerie Berlin, der Staatsgalerie Stuttgart oder dem Van Abbemuseum in Eindhoven.
Jiri Georg Dokoupil lebt und arbeitet in Berlin, Prag, Madrid und Rio de Janeiro.

Der Lovis-Corinth-Preis ist mit einer Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg verbunden, die im Sommer 2013 veranstaltet wird, vertreten sind neuere Arbeiten des Künstlers. Die Preisübergabe an Jiri Georg Dokoupil findet im Rahmen der Eröffnung dieser Ausstellung statt.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Dr.-Johann-Maier-Str. 5
D-93049 Regensburg
Tel. +49 (0)941 29714-23
kog-regensburg.de

Medienmitteilung







Daten zu Jiri Georg Dokoupil:


- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- Frieze London 2016

- Migros Museum, Sammlung

- Museo Reina Sofía, Collection

- Museo Reina Sofía, Minimal Resistance

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein

- The Making of Art, 2009, Schirn

Weiteres zum Thema: Jiri Georg Dokoupil



"The Making of Art" - Schirn Kunsthalle Frankfurt (29.5.-30.8.09)


Mit der Ausstellung "The Making of Art" thematisiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt das Beziehungsgeflecht zwischen Künstler, Sammler, Galerist, Kurator oder Kritiker. In den ausgestellten Werken wird dieser institutionelle Rahmen der Kunst befragt, reflektiert oder ironisiert.

In einem umfangreichen Überblick von den 1960er Jahren bis heute präsentiert die Ausstellung künstlerische Positionen, in denen der Kunstbetrieb zum Mittelpunkt der Reflexion gemacht wird.
Die rund 150 Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Installationen und Videos thematisieren das immer komplexer werdende System der Kunstwelt, hinterfragen die Kriterien der Kunst, werfen Blicke auf ihre Verfahren sowie auf die Institutionen als Orte.
Nicht zuletzt wird dabei die veränderte Rolle des Künstlers reflektiert. Vom pathosbeladenen Maleridyll des "armen Poeten" weitgehend entfernt, begegnet uns mittlerweile so mancher Künstler als mittelständischer Unternehmer.

Die Ausstellung verzeichnet dabei verschiedene Phasen institutionskritischer Kunst. In den 60er Jahren setzten sich Künstler durch Interventionen, Objekte und Installationen erstmals direkt mit dem eigenen Kunst-Kontext auseinander. In einer zweiten Welle der Institutionskritik in den späten 70ern und frühen 80er Jahren wird der institutionelle Rahmen des Kunstwerks verstärkt erkundet und in Frage gestellt.
Heutige Positionen - so will die Ausstellung zeigen - eint vor allem die Ironie und die Subversion, mit denen sich die Künstler zwischen den Polen von Museum und Markt, Erfolg und Krise, Romantik und Realismus bewegen.

Künstlerliste:
Yuri Albert, Pawel Althamer, Azorro, John Baldessari,
Tina Barney, Tamy Ben-Tor, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Stefan
Brüggemann, Chris Burden, Chicks on Speed, Anetta Mona Chisa & Lucia
Tkácová, Claire Fontaine, Clegg & Guttmann, Phil Collins, Jessica
Craig-Martin, Peter Davies, Jirí Georg Dokoupil, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Tracey Emin, Dan Fischer, Peter Fischli/David Weiss, Andrea Fraser, Ryan Gander, Dieter Hacker, Candida Höfer, Bethan Huws, Jörg Immendorff, Christian Jankowski, Martin Kippenberger, Komar & Melamid, Jeff Koons, Sean Landers, Louise Lawler, Marcin Maciejowski, Piero Manzoni, Jonathan Monk, Dave Muller, Manuel Ocampo, Martin Parr, Dan Perjovschi, Raymond Pettibon, William Powhida, Tom Sachs, Chéri Samba, Nedko Solakov, Mladen Stilinovic, Thomas Struth, Goran Trbuljak, Andy Warhol & Jean-Michel Basquiat, John Waters, Ai Weiwei

Abbildung: MARTIN KIPPENBERGER 1/2 PREIS, 1994, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, Privatsammlung © Estate Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne

Öffnungszeiten:
Di, Fr-So 10-19 Uhr
Mi+Do 10-22 Uhr

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
D-60311 Frankfurt

schirn.de

Dokoupil. Lovis-Corinth-Preis 2012


Die Sommerausstellung im Kunstforum bringt die experimentelle Kunst von Jirí Georg Dokoupil nach Regensburg. Anlässlich der Verleihung des Lovis-Corinth-Preises 2012 an den Künstler präsentiert das Museum ab dem 2. Juni Werke von Dokoupil aus den letzten zehn Jahren. Die Ehrung des Künstlers findet im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 1. Juni um 18 Uhr statt.

Die Ausstellung stellt Jirí Georg Dokoupil, den Träger des Lovis-Corinth-Preises 2012, mit einer Auswahl aktueller Werke vor. Dokoupil (*1954 Krnov/Tschechoslowakei) zählte mit seiner stark expressiv-figürlichen Malerei Anfang der 1980er Jahre zu den »Neuen Wilden«. Sein nachfolgendes Werk entzieht sich jedoch der einfachen Klassifizierung. In kritisch-ironischer Auseinandersetzung mit der Kunst des 20. Jahrhunderts entwickelt er immer neue stilistische Ansätze, die auf verschiedenen, unkonventionellen Methoden basieren. Er experimentiert mit diversen „Malmitteln“ wie Ruß, Seifenblasen und Farbschaum und erweitert damit die herkömmlichen Gattungsbegriffe von Malerei und Zeichnung. Der Reiz seiner großformatigen Seifenblasenbilder liegt in der zufallsbasierten Abstraktion. Teil dieser Werkgruppe ist die Serie Eruptions mit bouquetartigen Kompositionen, die in Regensburg erstmals präsentiert wird. Impressionistisch muten die Kerzenbilder an, in denen der Künstler Motive aus dem Alltag, der Religion oder der Kunstgeschichte mit dem Ruß einer Kerze auf die Leinwand überträgt. Die regelmäßige Rasterstruktur der großformatigen Filmbilder löst sich bei näherem Hinsehen in die Einzelbilder eines Filmstreifens auf: Avantgardefilme oder Hollywood-Blockbuster können einmal anders betrachtet werden.
Eine Gruppe von jüngst entstandenen Plastiken zeigt, dass Dokoupil auch in der Bildhauerei eine neue Formensprache gefunden hat.

Der Lovis-Corinth-Preis wurde 1974 von der KünstlerGilde begründet und wird seit 2006 gemeinsam mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie vergeben. Mit ihm werden bildende Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, die entweder aus den ehemals deutsch geprägten Gebieten im Osten stammen oder die die Gegenwartskunst

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