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Geist und Galanterie - Kunst- und Ausstellungshalle Bonn


Eingabedatum: 10.12.2002

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Meldung aus der Bundeskunsthalle: "Zum zweiten Mal ist das Pariser Petit Palais mit ausgewählten Kostbarkeiten aus dem 18. Jahrhundert zu Gast in Bonn. Vier Themenkreise illustrieren die Quellen der Inspiration und die Entwicklung der Rokokozeit bis hin zur klassizistischen Revolution: Die Wissenschaften, Theater und Märchen, Orientalismus und Exotismus und die Hinwendung zur Natur sind durch hervorragende Werke vertreten. Im Mittelpunkt stehen 16 prachtvolle Tapisserien sowie die komplette Originalausgabe der Enzyklopädie von Diderot und d'Alembert mit ihren kunstvollen Kupferstichen. Ein weiterer Bereich der Ausstellung zeigt auf, wie weit künstlerische Entwicklungen des 18. Jahrhunderts auch im 19. Jahrhundert und darüber hinaus für den Surrealismus und dessen Nachfolger bis heute stilprägend geblieben sind.

Das Denken und die Wissenschaften beleuchtet die neue Begeisterung für Akademien und Gelehrtengesellschaften, die in direktem Zusammenhang mit dem neuen Geist der Aufklärung zu sehen sind. Im Zentrum steht hier die große Encyclopädie von Diderot und d’Alembert mit ihren einzigartigen Kupferstichen. Die Gründung der Akademien bedeutete einen großen Sprung hin zu neuen Organisationsformen und barg gleichzeitig politische und religiöse Konflikte.

Historie, Theater und Fabel. Die Geschichte der Beziehung zwischen Malerei und dem Theater im 18. Jahrhundert besitzt viele Facetten, die für den heutigen Betrachter nur schwer zu entschlüsseln sind. Fest steht, dass das Theater der beliebteste Zeitvertreib war und dass auf der Bühne wie auf Gemälden die gleichen Geschichten erzählt wurden. Die bildenden Künstler waren meist auch für das Theater tätig, und wer in der Lage war, mit seiner Malerei Historie oder Fabeln darzustellen, stand in der Hierarchie der Gattungen auf einem Spitzenplatz.

Exotismus und Orientalismus.In der Sehnsucht nach einer fernen und zwangsläufig "besseren" Welt wurde der Mythos vom Goldenen Zeitalter neu belebt. Die Vorstellung vom edlen Menschen in unberührter Natur fand Einzug in alle Kunstgattungen. Die exotische Welt machte Anleihen bei allen Kontinenten, vor allem bei den chinesischen, indischen, persischen und türkischen Völkern und bot ein recht undifferenziertes Bild.

Das Naturempfinden im 18. Jahrhundert. Das 18. war weniger das Jahrhundert der Landschaft als die Periode davor und danach. Aus der Zeit davor bewahrte es sich die Neigung zu einer idealen Natur und eine stille, doch kraftvoll strahlende Poesie. Der folgenden Zeit vermachte sie die Vision einer vom Hell-Dunkel zerrissenen Natur, die sich der Sprache der Leidenschaften bedient. Das Wüten der Natur entwickelte sich zu einem äußerst beliebten Thema.

Die Wiederentdeckung des 18. Jahrhunderts. Im frühen 19. Jahrhundert begann man in Frankreich zunächst, das 18. Jahrhundert zu verleugnen und seine Errungenschaften zu entwerten. Dies änderte sich mit den Brüdern Goncourt, die das 13-bändige Werk Die Kunst des 18. Jahrhunderts herausbrachten und mit den Brüdern Dutuit, deren Sammlung von Werken des 18. Jahrhunderts heute einen wichtigen Teil der Bestände des Petit Palais darstellt.

Schmuckentwürfe eines der talentiertesten Zeichner des Juweliers Louis Cartier, François Charles Jacqueau, und des heute weitgehend unbekannten Georges Deraisme erläutern das zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckte 18. Jahrhundert. Es entstand der "style guirlande", für den Cartier berühmt werden sollte.

Es erscheint ein von den Wissenschaftlern des Musée du Petit Palais erarbeiteter Katalog mit Kolumnen zur französischen Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts zu Themen wie der Anglomanie, dem Marquis de Sade, der Kartoffel, den Salons, Madame de Pompadour, der Marseillaise und dem Schönheitspflaster. Preis:26€, für Presse:13€.

Ergänzend wird am 26.12.02, um 19.15 Uhr bei 3sat der Film Rokoko und Co. Eine Ausstellung des Petit Palais Paris in der Bundeskunsthalle Bonn gezeigt.

Geist und Galanterie.
Kunst und Wissenschaft im 18. Jahrhundert
aus dem Musée du Petit Palais, Paris
13. Dezember 2002 bis 6. April 2003"

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