Rein Wolfs folgt Robert Fleck als Intendant

    Personalien

    Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn
    Eingabedatum: 20.01.2013

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    Ab 1. März 2013 wird der Ausstellungsmacher Rein Wolfs die Intendanz der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn übernehmen. Er folgt dem bisherigen Intendanten Robert Fleck, der das Haus vor Ablauf seines Vertrages verlassen hatte.

    Aktuell ist Rein Wolfs (1960 in Hoorn, NL) noch künstlerischer Leiter der Kunsthalle Fridericianum, wo er seit 2008 das Ausstellungsprogramm verantwortete. U.a. organisierte er Ausstellungen mit Künstlern wie Christoph Büchel, Pawel Althamer, Thomas Zipp, Monica Bonvicini, Teresa Margolles und Danh Vo, Cyprien Gaillard, Klara Lidén, Latifa Echakhch oder Navid Nuur. Vorher war Wolfs u.a. Ausstellungsdirektor im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam, Gründungsdirektor des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, er kuratierte außerdem den niederländischen Pavillon bei der Biennale von Venedig.

    Über seine Wechsel teilt Rein Wolfs in der Pressemitteilung des Fridericianum mit: „Das Fridericianum ist ein grandioses Haus, das jeden Künstler und jede Künstlerin ebenso reizt wie herausfordert. In der Kunsthalle Fridericianum kann auf höchstem Niveau an der Permanenz der zeitgenössischen Kunst in der documenta-Stadt Kassel gearbeitet werden. Die Bundeskunsthalle in Bonn zeichnet sich durch ihre umfangreiche Bandbreite unterschiedlicher Ausstellungen aus – eine Programmvielfalt, die sowohl durch wissenschaftliche Qualität als auch beachtlichen Erfolg bei unterschiedlichen Besuchergruppen überzeugt. Diese Herausforderung habe ich auch während meiner Zeit am Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen kennengelernt und möchte an diesen Ansatz anknüpfen. Ich betrachte meine neue Aufgabe, die ich mit großer Freude annehme, auch im Sinne eines breiten gesellschaftspolitischen Engagements.“

    Jetzt wird die Position der Künstlerischen Leitung der Kunsthalle Fridericianum neu ausgeschrieben.

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    Bas Jan Ader - Kunsthalle Basel (1.4.-20.5.07)


    Die Kunsthalle Basel präsentiert die erste Retrospektive mit Arbeiten von Bas Jan Ader in der Schweiz, die alle wichtigen Filme, Fotografien, Installationen und Publikationen des Künstlers umfasst, die er bis zu seinem frühen Tod 1975 produziert hat.

    Bas Jan Ader wurde 1942 in Winschoten in den Niederlanden geboren. 1963 zog er nach Kalifornien, wo er bis zu seinem mysteriösen und seither mystifizierten Verschwinden auf dem Atlantik, lebte und arbeitete. Zwischen 1970 und 1975 unterrichtete er an verschiedenen Kunsthochschulen in Kalifornien und stellte seine Arbeiten vor allem in den USA, Deutschland und den Niederlanden aus. Ader war beeinflusst von der konzeptuellen und performativen Kunstszene der amerikanischen Westküste, zu welcher Künstler wie Bruce Nauman und Chris Burden gehören. Im Mittelpunkt seiner Arbeit standen Themen des Verlusts und des heroischen, aber auch komischen Scheiterns. Aders Arbeiten sind oft charakterisiert von einer sehr besonderen Verbindung romantischer und zugleich humoristischer künstlerischer Herangehensweisen. Der Fall ist ein wiederkehrendes Motiv, das der Künstler in den Kurzfilmen Fall I und Fall II (beide 1970) ins Zentrum setzte, in welchen er sich selbst beim Sturz von seinem Hausdach in Kalifornien und beim Fall mit dem Fahrrad in eine Gracht in Amsterdam filmen liess. In einer anderen berühmten Arbeit aus dieser Zeit, dem 16mm Stummfilm I’m too sad to tell you, 1970, nahm Ader sich selbst auf, wie er weinte und dabei gleichzeitig mit ganz bewusst mehrdeutiger Gestik den Grund für seine Traurigkeit im Unklaren liess. Ader hinterfragte mit seiner Kunst die gesellschaftliche Rolle des Künstlers, sowie die Beziehung zwischen europäischen – speziell den niederländischen - und amerikanischen künstlerischen Traditionen. Er entwickelte ebenfalls eine Vielzahl von dokumentierten Aktionen, in denen er Bezug auf den holländischen Künstler Piet Mondrian nahm, der für seine Suche nach Harmonie durch die Reduktion visueller Mittel bekannt war.

    Im Juli 1975 stach er für die dreiteilig geplante Arbeit In Search of the Miraculous mit einem kleinen Segelboot vom Kap Cod, Massachusetts in Richtung Falmouth, England in See. Für Ader war die Reise nicht nur ein Bestandteil dieser unbeendet gebliebenen Arbeit, sondern auch ein Versuch, den Weltrekord für eine Einzelüberquerung des Atlantiks im dafür damals kleinsten Boot aufzustellen. Im April 1976 wurde sein Boot Ocean Wave 200 Kilometer von der irischen Küste entfernt gefunden, von Bas Jan Ader selbst fehlte jede Spur.

    Die Kunsthalle Basel zeigt eine umfassende Auswahl von Arbeiten Bas Jan Aders, mit Hauptwerken wie dem Film I’m too sad to tell you, 1971, allen Arbeiten, die das Thema des Falls aufnehmen, In Search of Miraculous, 1975, sowie Bücher, Fotografien und Dokumentationsmaterialien, die sich auf Aders künstlerische Produktionen beziehen.

    Die Monografie Bas Jan Ader – Please don’t leave me begleitet die Ausstellung, die vom Museum Boijmans van Beuningen Rotterdam in englischer Sprache publiziert und von Rein Wolfs herausgegeben wurde, mit Texten von Erik Beenker und Jörg Heiser u. a.

    Die Ausstellung wurde organisiert vom Camden Arts Centre, London und dem Museum Boijmans van Beuningen Rotterdam; in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Basel.

    documenta 13


    Die Documenta 13 findet zwar erst 2012 statt. Doch schon jetzt haben die ersten Vorbereitungen begonnen: So stellte Bernd Leifeld, Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH, die internationale Findungskommission zur Wahl der Künstlerischen Leitung der documenta vor.

    Der Findungskommission gehören an:

    Joseph Backstein
    Direktor Institute of Contemporary Art Moscow, Künstlerischer Leiter State Centre for Museums and Exhibitions «Rosizo», Moskau Biennale 2007

    Manuel J. Borja-Villel
    Direktor Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia Madrid (vorher Direktor MACBA Barcelona)

    Kathy Halbreich
    Stellvertretende Direktorin Museum of Modern Art New York (vorher Direktorin Walker Art Center, Minneapolis, Minnesota)

    Paulo Herkenhoff
    Freier Kurator (vorher Direktor Museu Nacional Belas Artes Rio, Co-Kurator MoMa New York, Direktor der Sao Paulo Biennale 1998)

    Oscar Ho
    Direktor MA Programme in Cultural Management, Chinese University of
    Hong Kong (vorher Ausstellungsdirektor Hong Kong Arts Centre und Gründungsdirektor Museum of Contemporary Art Shanghai)

    Udo Kittelmann
    Direktor Museum für Moderne Kunst Frankfurt / Main (vorher Direktor Kölnischer Kunstverein und 2001 Kommissar des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig)

    Kasper König
    Direktor Museum Ludwig, Köln (vorher Direktor Portikus und Professor Städelschule Frankfurt/Main)

    Elizabeth Ann Macgregor
    Direktorin Museum of Contemporary Art Sydney (vorher Direktorin Ikon Gallery Birmingham)

    Rein Wolfs
    Künstlerischer Leiter der Kunsthalle Fridericianum Kassel (vorher Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam)

    Die von der Findungskommission vorgeschlagene Künstlerische Leitung wird vom Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören 5 VertreterInnen des Landes Hessen, 5 VertreterInnen der Stadt Kassel und 2 VertreterInnen der Kulturstiftung des Bundes an.

    Die documenta 13 findet vom 09. 06. bis 16. 09. 2012 in Kassel statt.

    documenta.de