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B3 Biennale

Kasimir Malewitsch - Suprematismus | Der Katalog


Eingabedatum: 10.02.2003

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Kasimir Malewitsch - Suprematismus
Ausstellung im Deutsche Guggenheim Berlin vom 18.1.-27.4.2003

Kasimir Malewitsch gilt als einer der richtungweisenden Begründer der ungegenständlichen Kunst des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1915 und 1932 entwickelte er eine Form abstrakter Malerei, die als Suprematismus bezeichnet wird - eine Kunst der reinen Form, die allgemein verständlich sein sollte, unabhängig von der kulturellen oder ethnischen Zugehörigkeit des Betrachters. Wie seine Zeitgenossen Piet Mondrian und Wassily Kandinsky entwarf auch Malewitsch eine künstlerische Utopie, die das säkulare Gegenstück zur religiösen Malerei wurde - und in seinem Fall darauf abzielte, die in Russland allgegenwärtige Ikone zu ersetzen -, indem er Werke schuf, die den Betrachter in einen höheren Bewusstseinszustand versetzen sollten.

Die Publikation "Kasimir Malewitsch, Suprematismus" ist diesem entscheidenden Moment im Oeuvre des Künstlers gewidmet. Gemälde, Zeichnungen und Objekte aus bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen der ganzen Welt, darunter einige der erst kürzlich wieder entdeckten Meisterwerke Malewitschs, werden gezeigt und kenntnisreich beschrieben.


Kasimir Malewitsch
Suprematismus
Hrsg. Eine Publikation des Solomon R. Guggenheim, New York, Hrsg. Matthew Drutt, Texte von Matthew Drutt, Nina Gurianova, Jean-Claude Marcadé, Tatiana Michijenko, Jewgenija Petrowa, Wassili Rakitin
Deutsch
272 S., 170 Abb., davon 120 farbig
24,70 cm x 28,50 cm
Leinen mit Schutzumschlag
2003, lieferbar
EUR 58,00 SFR 96,00
ISBN 3-7757-1305-0


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Daten zu Kasimir Malewitsch:


- documenta 8, 1987

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Kunsthalle Bielefeld (10 / 02)


Als 1968 die Kunsthalle Bielefeld eingeweiht wurde, brauchte sie nicht lange auf einen ostwestfälischen Spitznamen zu warten: die Bezeichnung "Elefantenklo" schien dem neuesten Bauwerk des bekannten amerikanischen Architekten Philip C. Johnson als kurze Schmähung wie auf den Leib geschnitten.

Ungeachtet Johnsons Verdienste um die Fortführung der modernen Museumsarchitektur von New York bis Utica galt das Gebäude am Rande des mittelalterlichen Stadtrings als plump, überdimensioniert und unproportional.

Selbst der sonst so beliebte rote Sandstein als Fassadenverkleidung konnte die negative Stimmung in der Bevölkerung nicht besänftigen.

Das Museum beinhaltet fünf Geschosse, von denen zwei im Souterrain versteckt werden. Die Unterbringung von Nutzungen wie Café, Kunstbibliothek und museumspädagogischem Dienst in Zusammenhang mit einem Raumprogramm für die Präsentation der ständigen Sammlung und der Wechselausstellungen ist Ende der sechziger Jahre noch eine Seltenheit gewesen. Bielefeld bekam keine städtische Kunsthalle, sondern ein Kunst- und Kulturzentrum neuester Denkart und mit ihm den Flair von moderner Architektur.

Leider konnten selbst vehemente öffentliche Proteste in den sechziger Jahren nicht verhindern, dass die Kunsthalle den Beinamen "Richard Kaselowsky-Haus", nach dem Ziehvater des Hauptsponsors Rudolf August Oetker, bekam. Erst 1998 entschloss sich der Stadtrat, den Beinamen zu streichen und sich dem Stifter Oetker entgegen zu stellen. Die NS freundliche Haltung des Namensgebers hatte nun auch städtische Ohren erreicht und war damit untragbar geworden.

Trotz aller Widrigkeiten entstand ein Museum für internationale Kunst des XX. Jahrhunderts mit den Schwerpunkten Deutscher Expressionismus und Plastik des Kubismus. Die vorhandene Sammlung umfasst aber auch bekannte Werke der amerikanischen abstrakten und der zeitgenössischen deutschen Kunst.

Viermal im Jahr werden Wechselausstellungen präsentiert zumeist im ersten Stock, wobei das zweite Obergeschoss der ständigen Sammlung vorbehalten bleibt. Die unterschiedliche Belichtung der Stockwerke durch zum Teil großflächige Verglasung unten und indirekter Sonneneinstrahlung im Obergeschoss kann so flexibel - den ausgestellten Objekten entsprechend - eingesetzt werden.

Die einzelnen Räume im Inneren sind nur durch freistehende Wände aus dem roten Sandstein der Fassade von einander getrennt. Innen und Außen befinden sich durch die Verwendung desselben Materials in einem Wechselspiel. Es entstehen vertikale Räume mit Park auf der einen, Museum auf der anderen Seite und fließende Orte im Spannungsfeld dazwischen.

Auch wenn das obere Stockwerk ein bisschen zu hoch und damit zu schwer geraten ist, hat Johnson Bezüge mit so unterschiedlichen Zusammenhängen geschaffen ohne die Präsentation von Kunst erschweren. Im Gegenteil, es scheint kein Zufall zu sein, dass gerade an dieser Stelle überregional beachtete Ausstellungen ihren Ausgangspunkt hatten, zum Beispiel: Klaus Kinold, Fotograf, 1993; Picasso um 1905, 1999 oder Kasimir Malewitsch - das Spätwerk, 2000.

Die letzten vierzig Jahre haben allen Wogen geglättet. Viele Ausstellungen mit enormer Popularität und hervorragenden Kritiken sind durch das sonst kulturell eher stille Bielefeld gezogen. Es sind ausschließlich positive Bemerkungen zurückgeblieben und ein musealer Ansatz, der auch weniger Kunstinteressierte, häufiger ins Museum führt. Die Ostwestfalen sind still und zufrieden geworden, der Spitzname aber ist geblieben.


Aktuelle Ausstellung: Jeff Koons. Die Bilder 22.09.02 - 10.11.022

Öffnungszeiten: Di.+Do.+Fr.+So. 11.00-18.00 Uhr / Mi. 11.00-21.00 Uhr / Sa. 10.00-18.00 Uhr

Kunsthalle Bielefeld / Arthur-Ladebeck-Strasse 5 / 33602 Bielefeld / Tel.: 0521/32999500

kunsthalle-bielefeld.de

Kasimir Malewitsch und der Suprematismus (1.Teil / Jan 03)


Kasimir Malewitsch (1879-1935), der zu den führenden Künstlern der russischen Avantgarde des zweiten und dritten Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts zählte, erreichte seinen künstlerischen Durchbruch sowie seine Anerkennung als Maler über die Grenzen Russlands hinaus durch seine suprematistischen Bilder. Kennzeichnend für diese Bilder ist eine geometrische Formensprache, die auf die Wiedergabe gegenständlicher Motive völlig verzichtet. Das bekannteste Bild dieser Phase ist ohne Frage das "Schwarze Quadrat", das der Künstler 1915 erstmals in einer Ausstellung präsentierte. Das neue Verständnis von Bildkonzeption verweist auf eine äußerst reduzierte, werkimmanente Struktur und bietet einen fast irreduziblen bildnerischen Sachverhalt.
Der Suprematismus, der nach den Worten Malewitschs Ausdruck eines "neuen malerischen Realismus" bzw. die Umschreibung für das gegenstandslose Schaffen ist, gehörte zu den avantgardistischen Bewegungen, die im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts überall in Europa entstanden und radikal die traditionellen Verständnismuster der Kunst in Frage stellten. Der vielfach bekundete Befreiungsakt von der abbildhaften Wiedergabe der Wirklichkeit findet sich dabei sowohl in den Manifesten beispielsweise der De Stijl-Gruppe als auch in den Schriften der Kubisten wieder. Über die bildnerischen Mittel und die ästhetisch-ideologische Intention gingen die Ansichten jedoch scharf auseinander. Die Vielgestaltigkeit der Sprach- und Bilderwelt ist Ausdruck dieser unterschiedlichen Ansätze.

Welche Reflexionen und künstlerischen Ideen dem Suprematismus zugrundeliegen, können Sie hier lesen.