Westdeutsche Kunst Messe Köln - Daten & Fakten(5. bis 13.04.03 )


Eingabedatum: 27.03.2003


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Die 34. Westdeutsche Kunst Messe Köln findet wieder vom 5. bis 13. April 2003 auf dem Kölner Messegelände statt, zeitgleich zur 4. KUNSTKÖLN und zur 17. Antiquariatsmesse.

Seit 33 Jahren nimmt die Westdeutsche Kunst Messe Köln unter den bedeutenden internationalen Kunstmessen einen führenden Platz ein. Mit einem beispielhaften Angebot, das sich vom Altertum bis zur Neuzeit erstreckt, präsentiert sie sich auch 2003.
Veranstalter ist der Rheinische Kunsthändler-Verband (RKV) e. V. im Bundesverband des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels e.V. (BDKA).
Die deutschen und internationalen Aussteller, die mit über 100 Ständen auf der Westdeutschen Kunst Messe Köln vertreten sind, haben sich in besonderem Maße verpflichtet, ausgesuchte Kunstwerke anzubieten und alle Interessenten eingehend zu informieren und zu beraten. Ein Gremium von Wissenschaftlern und Sachverständigen überprüft vor der Messeeröffnung die angebotenen Objekte. Zu Ihrer Sicherheit. Denn Kunstkauf ist Vertrauenssache!

Westdeutsche Kunst Messe












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Messebericht KunstKöln | 07.04.03


Die Kunstmessen Köln sind eigentlich ein Artevent three-in-one, da drei Veranstaltungen (Westdeutsche Kunst Messe Köln, KUNSTKÖLN, Anitquariatsmesse Köln) unter einem Dach stattfinden. Insgesamt sind über 240 Galerien und Kunsthandlungen aus acht Ländern beteiligt.
Ein dominierendes Thema der Messe ist sicherlich das Zeitgeschehen - der wirtschaftliche Stillstand, die sich daraus ergebende Kaufunlust und die Ereignisse im Irak. Trotzdem gaben sich die Verantwortlichen optimistisch, da "Sammler langfristig denken, suchen und kaufen" - und sie behielten Recht. Der Eröffnungsabend war für die meisten Galeristen ein voller Erfolg.
Einen Bonus der Messe bildet sicherlich das umfangreiche Begleitprogramm. Ergänzt wird das Angebot durch Sonderschauen, die Kunstgeschichte zeigen (z.B. die Präsentation von vier Folios von William Shakespear’s Comedies, Histories & Tragedies ) oder durch einen Einblick in den Bereich der Editionen (die Werkstatt Mike Karstens Graphics aus Münster vermittelt Kenntnisse zur Siebdrucktechnik).
Ist es doch oft so, dass gerade junge Leute von elitären Galerien eher abgeschreckt werden oder ihnen einfach der Zugang zur Kunst fehlt, so ergibt sich durch die Messe eine gute Gelegenheit, der Kunstwelt näher zu kommen. Das Angebot, gerade bei der zeitgenössischen Kunst, ist durchaus erschwinglich - und die Messe bietet zusätzlich die Chance, die großen Meister einfach mal aus der Nähe zu betrachten (z.B. das Gemälde von Picasso bei Beck & Eggeling (mit 3,6 Mill. Euro das teuerste Gemälde der Messe)). Wer sich immer noch verloren vorkommt, hat die Möglichkeit, an einer der Führungen, die mehrmals täglich angeboten werden, teilzunehmen.
Wer jedoch kein neues Kunstwerk erwerben möchte, sondern sein Objekt auf Echtheit prüfen oder taxieren lassen will, dem steht vom 7.-12.April.2003 zwischen 11 und 15 Uhr der Gutachter-Service der Westdeutschen Kunst bzw. die Spezialisten des Rheinischen Kunsthändler-Verbände (RKV) zur Verfügung.
Einen großen Nachteil hat die Messe allerdings - wie schon in den vergangenen Jahren - immer noch nicht beseitigt. Nicht nur die unterschiedlichen Laufzeiten sind ein Problem, sondern der Termin ist ein eindeutiger Nachteil für die KUNSTKÖLN. Fand die TEFAF in Maastricht (Antiquitätenmesse) schon im März statt, steht die KUNSTKÖLN in direkter Konkurrenz mit der ART BRÜSSEL (Messe für Zeitgenössische Kunst vom 4.-8.4.2003), was auch zu Absagen einiger Aussteller führte und den Synergieeffekt der Messe deutlich mindert.

Kunstmessen Köln 04.-13. April 2003
Antiquariatsmesse 4.-6. April 2003
KUNSTKÖLN 5.-9. April 2003
Westdeutsche Kunstmesse 5.-13. April 2003
koelnmesse.de
Foto: Siebdruck auf Textil, Sigmar Polke, 2002, "Sauberes Auto - gute Laune"

4. KUNSTKÖLN Abschlussbericht 2003


4. KUNSTKÖLN übertraf die Erwartung – Galeristen-Fazit
"Kunst ist das beste Antidepressivum"
Der Verlauf dieser Messe hat die Erwartungen mehr als übertroffen. Bereits am Eröffnungswochenende zeichnete sich beim Publikum eine große Akzeptanz für das Viersäulenmodell ab. Und der weitere Verlauf, auch in Bezug auf die Umsätze in allen Bereichen, hat uns bestärkt, an diesem erfolgreichen Konzept fest zu halten." So das Fazit von Klaus Gerrit Friese zum Ende der 4. KUNSTKÖLN, der Internationalen Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie. Die gemeinsamen Anstrengungen der Veranstalter und Aussteller, nicht nur einen neuen Markt zu etablieren, sondern zugleich auch intensive Vermittlungsarbeit auf den jeweiligen Spezialgebieten zu leisten, wurde belohnt. Eine wertvolle Hilfe dabei leistete zudem das vielseitige Rahmenprogramm. Ob Sonderschauen, öffentliche Podiumsdiskussionen oder exklusive Führungen, viele der Besucher der KUNSTKÖLN nahmen diese Zusatzangebote dankbar an. Bis zum Ende der KUNSTKÖLN am Mittwoch, 9. April 2003, kamen insgesamt 25.000 Besucher zu den drei Kölner Frühjahrskunstmessen, zu denen noch die 17. Antiquariatsmesse Köln (4. bis 6. April 2003) und die 34. Westdeutsche Kunst Messe Köln (noch bis Sonntag, 13. April 2003) gehören.
"Unser großer Stand war zeitweilig noch zu klein, um den enormen Zulauf der interessierten Besucher auffangen zu können", sagte der Münsteraner Mike Karstens, der mit einer Siebdruck-Grafikwerkstatt auf die Koelnmesse gekommen war. "Das Publikum zeigte sich ebenso überrascht wie fasziniert von diesem künstlerischen Handwerk. Und es betrachtete dann auch die druckgrafischen Blätter in den Kojen der übrigen Editeure und Galeristen mit anderen Augen. Ich denke, wir konnten damit auch etwas für die angemessene Wertschätzung dieses Mediums beitragen."

Dass sich bei der manus presse ein Käufer für die "Camouflage"-Mappe von Andy Warhol (55 000 €) begeistern konnte, hat dann aber sicher auch zusätzlich etwas mit der Berühmtheit ihres Schöpfers zu tun! Auch anderswo zogen große Namen, wie etwa bei Meyer-Ellinger, der grafische Blätter von Richard Serra – u.a. die Folge "I did" (12.000 €) oder Eduardo Chillida (5.000 €) verkaufen konnte, und bei der Orangerie Reinz, die eine frühe Dali-Grafik (8.000 €) oder eine Picasso-Keramik (10.000 €) abgab.
Die Galerie der Spiegel hätte das kleine, farbenfrohe Nay-Blatt von 1957 nebst Buch (2.500 €), so denn noch vorhanden, zigmal verkaufen können. Gleiches gilt für den gläsernen "Schuhkarton" von Arman aus der schon legendären Edition MAT (4.000 €). Werner Hillmann zeigte sich aber besonders erfreut, dass die von ihm aktuell initiierte neue Schwarz-Weiß-Edition der Galerie, die er auf der KUNSTKÖLN erstmalig präsentierte, gleich Erfolg hatte. Die "Manipulationen" von Beatrix Opolka (250 €) sprachen vor allem ein junges Publikum an. Hillmann unterstrich damit zugleich das positive Urteil vieler Kollegen über die Aufgeschlossenheit und Neugier der Messebesucher.

"Die Leute können hier Kunst selbst entdecken, und unbekannte Künstler finden hier ein tolles Forum." Selbst Museumskuratoren, so der Berliner Michael Schultz, hätten sich überrascht gezeigt über die unverbrauchte Frische vieler Kunstwerke auf diesem neuen Markt. Entsprechend glücklich war er über die feste Reservierung der drei großen Hahnenkopfmalereien hinter mattiertem Plexiglas von Stephan Kaluza (zusammen 22.500 €) und den Ausverkauf an Gouachen der jungen Baselitz-Schülerin SEO (700 – 2.800 €). Neben Arbeiten namhafter Künstler der Galerie (eine frühe Dithyrambe von Markus Lüpertz, 9.200 €, oder ein Gemälde von Helge Leiberg, 10.000 €) fand er auch spontane Abnehmer für die C-Print-Blumenstillleben der jungen Fotografin Eliska Bartek (2.300 €). Die Düsseldorferin Christa Schübbe hatte zu Recht auf einen Messeerfolg mit ihrem Jungstar Matthias Köster gesetzt. Die auf eine Aluplatte gemalten figurativen Szenen fanden für 2.200 € mehrere Abnehmer: "Ich bin nicht nach Köln gekommen, um das große Geld zu machen. Ich will vielmehr Überzeugungsarbeit leisten, und die hat sich für mich gelohnt."
Auf große Umsätze hatte ohnehin kaum ein Aussteller gesetzt. Das Wort von "Flagge zeigen" und vom "Dagegenhalten" in diesen depressiv stimmenden Zeiten, war häufig zu hören. Ferdinand Altnöder aus Salzburg brachte es so auf den Punkt: "Kunst ist das beste Antidepressivum!" Die Verkaufszahlen seien zwar nicht berauschend, aber dass ein so berühmter Sammler wie Bruno Decharme, dessen Kollektion ein Highlight dieser Messe bildet, bei ihm gekauft hat, hebe die allgemeine Stimmung. Auch die Kölner Kollegin Susanne Zander bedauerte zwar das Ausbleiben bestimmter ausländischer Stammkunden, hob aber gleichzeitig hervor, eine neue Klientel gewonnen zu haben. Unter anderm für die hocherotischen Kleinskulpturen aus Kernseife von Jeff Hill (200 €), oder für die Kinderpuppenfotos von Morton Bartlett (2.800 €).

Die Fotogalerie Löhrl aus Mönchengladbach kam mit Großfotos von Peter Zimmermann zur kölnphoto III. Zimmermann, dessen Arbeiten bisher noch nie auf einer Messe gezeigt wurden, erhielt spontan die Einladung zu einer Ausstellungsbeteiligung. Und von dem Düsseldorfer Ruff-Schüler Christoph Klute konnte Löhrl sämtliche Bildserien (450 – 4.000 €) verkaufen. Große Nachfrage gab es ebenfalls beim Stand der Düsseldorfer Galerie OMC nach Fotografien des Kriegsreporters James Nachtwey. Die beklemmenden Aufnahmen, sogar schon aktuell aus dem Irak, fanden für 1.740 bis 3.050 $, 30er Auflage, mehrere Käufer.
Der Berliner Clemens Fahnemann, der von Anbeginn ein großer Befürworter des Vier-Säulen-Modells war, sieht sich nach dem Verlauf der 4. KUNSTKÖLN in seiner Einschätzung bestätigt. Im Bereich der Editionen war er u.a. erfolgreich mit sogenannten Unikatmappen von Imi Knoebel (6.000 €) und der Blei-Edition von Günter Förg (4.000 €), im Bereich der Fotokunst mit C-Prints von Michael Wesely (1.900 €) und bei der Kunst nach 1980 mit Zeichnungen und Malereien von der jungen Künstlerin Heike Schwegmann (170 bis 1.000 €). Sein Statement: "Die Mischung macht’s, das Konzept geht auf."

Die 5. KUNSTKÖLN, Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie, findet im April 2004 erneut gemeinsam mit der 35. Westdeutschen Kunst Messe Köln und der 18. Antiquariatsmesse Köln statt.